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    Richard Ford: Zwischen ihnen

    Von Claudine Borries | 12.August 2017

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    Richard Ford ist einer der angesehensten Schriftsteller des 20.Jahrhunderts. Mit seinen Romanen „Die Lage des Landes“ und „Kanada“ hat er sich bleibenden Ruhm verdient. Er ist einer der ganz Großen im amerikanischen Literaturbetrieb.

    In seinem neuen Büchlein beschreibt er das Leben als Sohn mit seinem Vater und seiner Mutter.

    Dass er eine liebevolle Beziehung zu ihnen hatte, merkt man bereits nach den ersten Zeilen und Seiten.

    Beide Eltern stammen aus dem US Staat Arkansas, in dem sie mit wechselnden Wohnsitzen lebten.

    Sie sind sehr verliebt, als sie sich in jungen Jahren zusammenfanden und heirateten. Der Vater war Handelsreisender. Sie liebten das Zusammensein so sehr, dass die Mutter Edna ihn auf seinen wöchentlichen Berufsreisen immer begleitete. In den Hotelzimmern schrieb er seine Berichte, und zum Wochenende fuhren sie in ihre gemeinsame Wohnung zurück. Von Anfang an wünschten sie sich Kinder. Da sich diese jedoch nicht einstellten, wuchs das Paar umso enger zusammen. Erst nach fünfzehnjähriger Ehe kündigte sich ihr Sohn Richard an. Während er als Baby noch auf die wöchentlichen Reisen mitgenommen wurde, änderte sich das, als er heranwuchs. Jetzt nahm das Leben eine Wende. Die Woche über blieb Edna mit dem kleinen Richard alleine. Umso freudiger wurde am Freitag die Ankunft des Vaters begrüßt.

    Wie Richard Ford seine Eltern und deren Herkunft beschreibt, zeugt von herzlichem Interesse und ebenso herzlicher Zuneigung.

    Der Vater wird als zärtlicher, gutaussehender und liebevoller Mann beschrieben. Richard fühlt sich von beiden Eltern angenommen. Diese führten eine sehr glückliche Ehe, in der Richard schnell seinen Platz fand.

    In seinen Erinnerungen beschreibt Richard Ford das gleiche Leben, wie in seinen Romanen: amerikanische Mittelschicht in einem der Südstaaten der USA. Frank Bascombe ist der Held seiner Romane, der wie sein Vater Handelsreisender und Makler ist. Im Gegensatz zu den Romanen R. Fords, in denen viel über das Leben, Vergänglichkeit und Gegenwart nachgedacht wird, haben die Eltern einen sehr gegenwärtigen Spaß am Leben, erfreuen sich eines  guten Freundeskreises und führen ein unbesorgtes Dasein, ohne viel nach dem Woher und Wohin zu fragen.

    Als der Vater in seinen fünfziger Jahren starb, war das glückliche Leben für die kleine Familie erst einmal zuende. Richard macht seinen eigenen Weg und sieht seine Mutter ihr Leben meistern, ohne wirklich zu wissen, wie es ihr geht.

    Insgesamt reicht das Büchlein nicht an die großen Romane Richard Fords heran.

    Im Leben der Familie läuft alles immer bestens, bis der Tod sie scheidet.

    Es gab keine besonderen Vorkommnisse, Höhepunkte oder Niederlagen.

    Die Geschichte einer glücklichen, liebevollen und unbesorgten Kindheit ist gelungen. Tiefenschärfe oder psychologisch aufschlussreiche Einsichten darf man nicht erwarten.

    Das Büchlein entspricht in seinem Habitus der Momentaufnahme einer amerikanischen Durchschnittsfamilie Mitte des vorigen Jahrhunderts im Süden der USA.

    Richard Ford
    Zwischen ihnen
    144 Seiten, gebunden
    Hanser Berlin, August 2017
    ISBN-10: 3446256806
    ISBN-13: 978-3446256804
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