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    Jeanette Winterson: Warum glücklich statt einfach nur normal?

    Von Claudine Borries | 10.Mai 2013

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    Spurensuche und Identitätskrisen.

    Als Kind einer zu jungen und armen Mutter auf die Welt zu kommen, ist häufig ein Unglück. Dieses Schicksal erleidet die Autorin Jeanette Winterson, die 1960 im Alter von fünf Monaten von Mr. und Mrs. Winterson adoptiert wurde. Die Familie lebt in Accrington nicht weit von Manchester entfernt. Aus den Erfahrungen ihres Lebens hat Jeanette Winterson einen höchst reflektierten, anregenden und klugen Bericht verfasst.

    Mrs. Winterson ist eine frömmelnde, neurotische und in ihren Gefühlen schwer gestörte Frau. Überall wittert sie Boshaftigkeit, Ungehorsam und Sünde. In ihrem Umfeld argwöhnt sie darüber hinaus Unreinheit, Lüge und Betrug. Den Vater hält sie sich vom Leibe. Ohne Sex aber gibt es kein Kind! So muss ein angenommenes Kind ihren Fantasien und Bösartigkeiten standhalten.

    Jeanette Winterson zeichnet das Bild einer kargen und entbehrungsreichen Kindheit und Jugend. Harte Strafen und    ausgesperrt werden gehören zu ihrem kindlichen Alltag. Aus ihren Worten spürt man die Rebellion und aufsässige  Verfassung, mit der sie sich durchs ihr Leben schlägt. Mit 16 Jahren verlässt sie dieses ungeheuerliche Elternhaus und führt fortan das Leben einer vagabundierenden, eigensinnigen und selbstbestimmten Frau.

    Ohne psychische Verbiegungen bleibt eine solche Kindheit nicht!

    Intelligent und zielstrebig schafft J.W. dennoch den Sprung an die Universität Oxford und wird später zu einer angesehenen Schriftstellerin.

    Den Beweis dafür liefert ihr Titel „Warum glücklich statt einfach nur normal“? Das sind die Worte der Mutter, die voller Hass auf die Tatsache reagiert hat, dass ihre Adoptivtochter Frauen liebt.

    Jeanette Winterson zieht die Bilanz ihres Lebens, die von Zweifeln, Selbstfindungs- und Identitätssuche gekennzeichnet ist.

    Differenziert und selbstkritisch beschreibt sie ihre Suche nach dem rechten Weg ins Leben. Ihre Adoptivmutter zeigt sich als grausame und selbstgerechte moralische Instanz. Mit Tiefenschärfe und klugen Blick reflektiert die Autorin ihr Geschick, das nur mit unerschütterlicher Stärke zu meistern ist.

    Die klaren Worte und der stechend scharfe Blick der Autorin bringen einem ihr Schicksal ganz nahe. In einem furiösen Finale begibt sie sich auf Spurensuche nach ihrer wahren Herkunft. Es trägt sie in Gefühlswelten, die schwer zu verkraften sind.

    Die Geschichte ist ein Leerstück aus der schwarzen Pädagogik, an der schon ganz andere Menschen zerbrochen sind. Nicht ganz von ungefähr denkt man an Charles Dickens bei der Lektüre.

    Der herausragende Lebensrückblick bietet mannigfache Gelegenheit, sich der eigenen Zielsetzungen oder Versagungen zu erinnern.

    Sehr lesenswert!

    Jeanette Winterson
    Warum glücklich statt einfach nur normal?
    256 Seiten, gebunden
    Hanser Berlin, 2. Auflage, Januar 2013
    ISBN-10: 3446241493
    ISBN-13: 978-3446241497
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