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    Peter Henisch: Siebeneinhalb Leben

    Von hera | 7.September 2018

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    Paul Spielmann ist Autor. Gern sitzt er ungestört im Park und schreibt. Doch eines Tages wird er von Max Stein angesprochen. Er glaubt, dass Spielmann ihn einst zu einer literarischen Figur in seinem Buch „Steins Paranoia“ gemacht habe. Allerdings seien ihm da Fehler unterlaufen, die berichtigt werden müssen. Tatsächlich heißt die Figur im Buch auch Max Stein. Es gibt weitere Parallelen, doch sind diese natürlich Zufall. Das will sich Stein aber nicht einreden lassen.

    Spielmann ist irritiert. Er will sich mit Stein nicht auseinandersetzen und macht ihm das unmissverständlich klar. War er zu drastisch? Geht man so mit seinen Lesern um? Er will die Auseinandersetzung so nicht stehen lassen. Er hofft, Stein zur Vernunft bringen zu können. Als er erkennt, dass er keine Chance hat, zieht er sich endgültig zurück. Damit ist die Sache jedoch nicht beendet. Stein findet Mittel und Wege, Spielmann das Leben schwer zu machen.

    Es ist eine gespenstige Vorstellung, dass ein Leser ein Buch auf diese Weise infrage stellt. Dass er keine Ruhe gibt, weil er glaubt, im Recht zu sein, und nichts hören will, was seine Meinung ändert. Was will Stein, fragt sich Spielberg? Es ist 30 Jahre her, dass das Buch über ihn, wie er glaubt, erschienen ist. Vielleicht ist Stein auch ein Psychopath. Ganz langsam entwickelt sich das Buch in eine ungemütlich werdende Richtung. Wie soll Spielmann unter diesen Umständen an seiner Biografie weiterarbeiten? Schließlich muss er nun „Steins Paranoia“ noch einmal gedanklich auseinandernehmen. So vermischt sich die Gegenwart mit der Vergangenheit, was ja dann auch irgendwie wieder passt, wenn man an einer Biografie schreibt und auf Erinnerungen angewiesen ist oder die Vergangenheit aufarbeiten muss.

    Das Buch ist faszinierend, weil es mit einer unglaublichen Möglichkeit spielt, die nicht zu stoppen ist, auch weil sie zur Gewissensfrage wird.

    Rezension von Heike Rau

    Peter Henisch
    Siebeneinhalb Leben
    128 Seiten, gebunden
    Deuticke Verlag
    ISBN-10: 3552063803
    ISBN-13: 978-3552063808
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