Krischan Koch: Der weiße Heilbutt

Krischan Koch: Der weiße Heilbutt

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Es ist Urlaubszeit. Der Strand auf Amrum quillt förmlich über bei strahlendem Sonnenschein. Alles ist ausgebucht. Viele Urlauber sind aus Fredenbüll gekommen, aber auch Tagestouristen sind da. Antje von der „Hidde Kist“ passt gemeinsam mit ihrem Stammgast Piet Paulsen auf den Sohn von Hauptkommissarin Nicole Stappenbek auf, der mit seinen Freunden spielt. Kaum jemand merkt, dass sich ein riesiger Fisch dem Strand nähert. Die beiden Bademeister staunen, wollen aber nicht vorschnell Alarm schlagen. Und so buddelt Finn munter weiter an seiner Rinne, bis ein menschlicher Fuß mit wunderschön lackierten Nägeln dort hineingespült wird. Schnell wird ein Zusammenhang zu dem Raubfisch hergestellt, den nun doch auch einige Urlauber entdeckt haben. Aber vielleicht ist es auch ganz anders. Das müssen der Fredenbüller Polizeihauptmeister Thies Detlefsen und die Husumer Hauptkommissarin Nicole Stappenbek ermitteln.

Krischan Koch schreibt in gewohnt munterer und amüsanter Weise, so wie man das von den bereits erschienenen Bänden kennt.

In welche Richtung der Kriminalfall gehen wird, ist zunächst offen. Es ist viel los auf der Insel. Und wem der Fuß gehört, ist nicht zu sagen. Die zugehörige Person bleibt verschwunden. Keiner weiß etwas und keiner hat etwas gesehen.

Doch der Leser darf ein bisschen hinter die Kulissen schauen und ist damit den Ermittlern etwas voraus. Es bleibt zunächst beim Rätselraten, was jedoch sehr unterhaltsam ist. Welche Pläne verfolgen die Umweltaktivisten. Und was läuft da eigentlich in diesem seltsamen Sternerestaurant? Was hat die Touristikchefin mit dem Kinderheim vor, das sie einer extra angereisten Immobilienmaklerin und einem übermotiviertem Bauunternehmer zeigt?

Viele sehr witzige Szenen spielen sich ab, denn einige Urlauber, darunter auch alte Bekannte und die Töchter von Thies, beteiligen sich an den Ermittlungen und mischen sich ungefragt ein. Dennoch ist es für Thies und Nicole nicht leicht, die zunächst zusammenhanglos wirkenden Hinweise zusammenzufügen. Bei dieser extremen sommerlichen Hitze ist es aber auch besonders anstrengend, zu arbeiten.
Doch die Informationen liefern letztlich hilfreiche Denkanstöße und die Motivation steigt. Bis zum Ende bleibt es spannend, denn immer wieder geschieht Unvorhergesehenes.

Rezension von Heike Rau

Krischan Koch
Der weiße Heilbutt
(Thies Detlefsen & Nicole Stappenbek, Band 9)
Ein Insel-Krimi
320 Seiten, broschiert
dtv Verlagsgesellschaft, Februar 2021
ISBN-10 : 3423219394
ISBN-13 : 978-3423219396
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Benedict Wells: Hard Land

Benedict Wells: Hard Land

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Benedict Wells hat einen Coming-of-Age Roman geschrieben. Er kann das, wie er schon in seinem Roman „Vom Ende der Einsamkeit“ bewiesen hat.

Ein Junge von 16 Jahren lebt in einer kleinen Stadt in Missouri. Sam, so heißt unser Held, ist der Icherzähler in diesem Roman. Es geht ihm nicht gut, denn seine Mutter ist schwer krank, und er lebt ein Eigenleben ohne Kontakte zu anderen Jugendlichen und Mitschülern. Seine Eltern würden ihn gerne in den Sommerferien zu Verwandten schicken, um ihm die freie Zeit zu erleichtern. Doch er zieht den Job in einem Kino vor. Dort lernt er einige ältere Jungen und Mädchen kennen und schließt sich ihnen an. Ein vielversprechendes Abenteuer beginnt.

Er lernt Filme, einschlägige Schlager und Kraftausdrücke kennen. Vor allem aber lernt er Kirstie und ihre Freunde kennen und darf schon mal mit ihnen Alkohol trinken und die erste Zigarette rauchen.

Als er eines Tages spät abends auf einem Friedhof in der Nähe seines Elternhauses sitzt, denkt er daran, wie wenig ihn sein Vater versteht. Er fürchtet seinen Zorn und seine Kälte. Von weitem sieht er Kirstie kommen. In seiner schüchternen Art ist er ihr mehr als zugeneigt. Sie erfährt seine Geschichte und hört ihm aufmerksam zu. Kristie hört auch von seiner älteren Schwester, die nicht mehr zu Hause lebt, studiert und ihm so fremd ist. Am meisten bedrückt ihn die Angst um seine Mutter. Sie ist unterschwellig immer da, und er fürchtet, dass er sie verlieren wird.

Tief in seinem Inneren ist er ein einsamer und trauriger Junge, der seinen Weg sucht.

Benedict Wells versteht traurige junge Menschen. Er kann sich in sie einfühlen und gibt ihnen eine Stimme. Trauer, Tod und Verlust zeigen die eine Seite des Erwachsenwerdens. Die andere besteht in den Begegnungen mit Freunden. Sam erlebt herrliche Abende, in denen die Jungs und Kirstie Unternehmungen starten, die ihn in ihre Welt mitreißen. Er erlebt Momente großen Glücks in ihrem Kreis.

Benedict Wells schildert Sam als einen nachdenklichen und reflektierten Burschen. Er beobachtet alles mit wachem Sinnen und findet in Kirstie eine Gleichgesinnte. Sie sitzen häufiger am Abend oder in langen Nächten zusammen und denken über das Leben und ihre gemeinsamen Erfahrungen nach. Kirstie gilt seine stille Liebe. Er ist nicht selbstbewusst und fühlt sich körperlich und seelisch den anderen „Nachtgefährten“ unterlegen. Die Jungen und Mädchen, mit denen er sich befreundet hat, gehen bald schon aufs College, während er noch weitere Jahre zur Schulen gehen wird.

Wie Benedict Wells in die Welt der Heranwachsenden eintaucht, ihre ständigen Schwankungen und deren Stimmungen nacherzählt, das zeigt sein Können. Zarte Begegnungen wechseln mit solchen, in denen es um Selbstdarstellung geht, besinnliche Momente und Mutproben erscheinen neben denen, in denen die Selbstzweifel vorherrschen. Wells erfasst die ganze Tragweite einer unruhigen und vorwärtsstrebenden Jugend. Sam wird in seiner erwachenden Männlichkeit mit wechselnden Phasen beschrieben. Er und seine Freunde und Freundinnen blicken mit Neugier und gleichzeitig Zaudern in die Zukunft. Die innere Befindlichkeit ist noch gefangen bei den Eltern und zugleich auf dem Absprung aus deren Dunstkreis. Man erlebt mitreißend den Prozess des Aufbruchs. Besonders die nachdenklichen Phasen zwischen Mutter und Sohn und Kirstie und Sam rühren an das Herz des Lesers. In diesem Roman ereignet sich viel. Die tiefsinnigen Gedanken der Protagonisten zeugen von Mitgefühl, Verständnis bis Missverstehen und Versöhnung. Alles könnte so im wirklichen Leben spielen.

Der Roman bestrickt u.a. durch seine Themen Neugier, Aufbruch, Anteilnahme, Freundschaft und Abschied. Man kann ihn uneingeschränkt empfehlen.

Benedict Wells
Hard Land
Diogenes, Februar 2021
352 Seiten, gebunden
ISBN-10: 3257071485
ISBN-13: 978-3257071481
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Mirna Funk: Zwischen Du und Ich

Mirna Funk: Zwischen Du und Ich

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Noam und Nike sind die Nachfahren von Holocaustopfern. Sie haben schon einiges in ihrem Leben hinter sich, als sie sich in Tel Aviv begegnen.
Nike ist als Jüdin in Ostberlin zwischen Mutter und Großmutter aufgewachsen. Beide Frauen sind sehr dominant. Nike schreibt in der Ichform über ihre vergangenen Jahre. Es war kein glückliches Leben, und sie lebt jetzt lange Zeit schon alleine. Gute Freundinnen sind ihre Gesprächspartnerinnen.

Sie ist zur Vorbereitung einer Konferenz des DAAD nach Israel gekommen. Oder ist sie gar vor ihrer Vergangenheit mit einer unglücklichen Liebe dahin geflohen? Vieles bleibt unausgesprochen und ergibt sich aus Andeutungen und Gesprächen mit ihren Freundinnen.

Noam ist Journalist bei der Zeitschrift Haaretz, ein Job, den er gerade aufgegeben hat. Er hat ein skurriles Familienleben. Mit seinem Onkel Asher teilt er sich eine Wohnung in Tel Aviv. Sein Vater ist tot, und seine Mutter hat die Familie früh verlassen. Er war der unüberlegten Gewalt von Sportlehrer und Onkel ausgesetzt.

Je mehr die beiden über die Vergangenheit erfahren, desto schwieriger zeigt sich das Zusammenleben für sie.

Voller Sehnsucht und Hoffnung nach vorangegangenen Enttäuschungen suchen sie Nähe und Glück beieinander. Die Annäherung erfolgt scheu und vorsichtig. Als Leser hofft man, dass die Beziehung beiden Protagonisten Erfüllung bringen möge.
Die poetischen Einschübe mit der Freude über das Meer, Sonnenuntergänge und schöne gemeinsame Stunden nähren diese Hoffnung.
Wie aber können zwei so unterschiedliche Charaktere zusammenfinden?

Da man in langen Passagen immer wieder mit Andeutungen auf die verschiedenen Lebensstationen der beiden gestoßen wird, fällt es anfangs schwer, sich ein zusammenhängendes Bild zu machen. Der herbe Umgangston mit Rosa, Nikes Großmutter, ist bedrückend. Und dem Missbrauch und der Gewalt, denen Noam schon als Kind ausgesetzt war, lässt Bitteres ahnen.

Mirna Funk hat einen Roman geschrieben, der jüdisches Leben heute zum Thema hat. Bedrückend bleiben in der Erzählung die Umstände von Geburt und Tod, Einsamkeit, Gewalt und Sex.

Nach Mirna Funk wird das Leben mit bestimmt durch jüdische Feiertage, den Ritualen der Feste und religiösen Regeln auch bei jenen, die nicht mehr glauben. Diese Tage sind die einzigen sicheren Konstanten im Leben. Unterschwellig spürt man die Wut, den Zorn und die Zerstörungskraft der handelnden Personen über all das Vergangene. Gefangen in den Stimmungen unbewältigter Ereignisse lässt sich ein wirkliches Glück nicht erfahren. Insofern verspricht die Geschichte keine Hoffnung auf Erlösung aus den Fallstricken vergangenen Unglücks. Die Traumata ganzer Generationen lassen sich nicht auslöschen.

Es ist ein ehrliches Buch. Traurigkeit liegt über der Erzählung und man mag ahnen, wie es sich als Jude/ Jüdin mit der schweren Bürde unvorstellbarer Gräuel der Vergangenheit lebt. Man sollte den Roman lesen, um die Geschichte der Juden nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.

Mirna Funk
Zwischen Du und Ich
dtv Verlagsgesellschaft, Februar 2021
304 Seiten, gebunden
ISBN-10: 3423282673
ISBN-13: 978-3423282673
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Mathijs Deen: Der Schiffskoch

Mathijs Deen: Der Schiffskoch

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Nicht jeder auf der „Texel“ träumt davon, fremde Länder zu bereisen. Es ist mit diesem fest verankerten Schiff ohnehin nicht möglich. Die „Texel“ ist ein bemanntes Feuerschiff. Der Alltag folgt einer Routine, so wie immer, bis die „Zaandam“ mit der Schichtablösung kommt und die Männer für eine bestimmte Zeit von Bord gehen können.

Doch dann, eines Tages, als es wieder an Bord geht, ist der Schiffskoch nicht allein. Lammert hat ein Ziegenböckchen dabei. Erlaubt ist das nicht. Aber andererseits ist es Proviant. Ein Schmorfleischeintopf soll daraus werden. Da kann sich auch der Kapitän nicht dagegen sträuben. Die Matrosen und Offiziere bringt Lammert ebenfalls schnell zum Schweigen. Man muss den Koch bei Laune halten, denn was wäre der Tag ohne ein anständiges Mittagessen?

Das Böckchen muss noch für ein paar Tage mit der Flasche aufgepäppelt werden, dann will Lammert es schlachten. Der jüngste Matrose Gerrit Snoek übernimmt die Mutterrolle gern. Das störrische Jungtier sorgt für Abwechslung und alle schauen gern zu, wenn es hoppelnd und springend über das Schiff galoppiert. Erstaunlich schnell gewöhnt es sich an das rollende Schiff. Aber es bringt auch den Arbeitsalltag durcheinander. Snoek sieht in den Augen des Böckchens bald sogar etwas, das ihn zutiefst verstört.

Es ist sehr interessant zu sehen, wie das Böckchen die eingeschleifte Arbeitsroutine der Besatzung verändert. Es fordert nicht selbst Aufmerksamkeit, weckt diese aber in den Männern. Und das auf sehr unterschiedliche Weise. Die einen sehen den Schmorfleischeintopf, die anderen einen Kameraden, der Abwechslung bringt. Einen bringt das Böckchen sogar in Bedrängnis. Die Kontrolle geht schleichend verloren, als der Schiffskoch erkrankt und Nebel aufzieht.

Der Autor nähert sich der heranziehenden Katastrophe mit trockenem Humor. Er analysiert die Umstände und die Veränderungen, die sich mit der Ankunft des Böckchens ergeben mit wachem Blick.

Die Besatzungsmitglieder der „Texel“ sind allgemein wortkarg. Nicht nur der Schiffskoch ist vom Charakter her ein seltsamer Mensch. Die Männer gehen distanziert miteinander um, machen ihre Arbeit und regieren auf die wechselhaften Unbilden des Wetters gewohnt routiniert. Sie haben eine lebensrettende Aufgabe zu erfüllen.

Aber mit anderen Veränderungen können sie nicht umgehen und müssen es doch. Bis zur nächsten Ablösung, die sich aufgrund des Wetters verschiebt, sind die Männer isoliert, sich selbst überlassen und haben einen Tunnelblick. Alles spielt sich auf kleinstem Raum ab. Und doch wird übersehen, was da vor ihren Augen innerhalb der Mannschaft geschieht. Mit einer immer beängstigender werdenden Atmosphäre wird das wirkungsvoll deutlich gemacht.

Rezension von Heike Rau

Mathijs Deen
Der Schiffskoch
Aus dem Niederländischen von Andreas Ecke
112 Seiten, gebunden
mareverlag, Februar 2021
ISBN-10: 3866486502
ISBN-13: 978-3866486508
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Franzobel: Die Eroberung Amerikas

Franzobel: Die Eroberung Amerikas

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Als Ferdinand Desoto im April 1538 nach Florida aufbricht, hat der Seefahrer schon eine gewisse Berühmtheit erlangt. Von der Expedition verspricht er sich weiteren Ruhm und Reichtum. Er investiert viel und träumt davon, noch reicher zu werden und Schätze zu finden, vor allem Gold.

Mit vollgepackten Schiffen sticht man in See und alle Beteiligten stellen sich vor, wie man eines Tages überaus erfolgreich zurückkehren wird. Die Stimmung ist gut. Nach Zwischenstopps kommt man im Mai 1539 mit 800 Mann schwer und entsprechender Ausrüstung und Verpflegung an der Westküste Floridas an, um das Land zu kolonisieren und Schätze zu beschlagnahmen.

Es beginnt ein chaotischer und an Gewalt kaum zu übertreffender Eroberungszug. Die monatelangen Märsche der Spanier hinterlassen nichts als Verwüstung in den Dörfern. Rücksichtslos wird gemordet und geplündert. Abgründe tun sich auf. Die Einheimischen haben kaum eine Chance gegen die Übermacht und setzen sich dennoch verzweifelt zur Wehr. Auch unter den Spaniern sind immer häufiger Verluste zu beklagen. Desoto gibt jedoch nicht auf. Gier und Machtstreben treiben ihn voran. Seine Expedition soll um jeden Preis zum Erfolge geführt werden.

Franzobel hat eine interessante Vorgehensweise gewählt, sich der Expedition von Ferdinand Desoto zu nähern und den historischen Spuren noch einmal nachzugehen. Er erzählt, als wäre er als Beobachter dabei gewesen. Mit großem Interesse blickt er auf Haupt- und Nebenschauplätze. Diese Perspektive ist sehr interessant und bietet ihm die Möglichkeit, persönlich wirkende Ansichten einzubinden. Der Autor konzentriert sich auf Desoto und auf verhältnismäßig wenige weitere spannende Figuren, die das Schicksal zusammengeführt hat, und durchleuchtet auch ihre Vorgeschichte und ihre Motivation.

Der Autor nutzt gut recherchierte Quellen und das Wissen von Historikern, um den Expeditionszug zu beschreiben und historische Personen darzustellen, und lässt zudem seine Fantasie spielen. Dabei spannt er den Bogen zur Gegenwart mit vergleichenden Beschreibungen und wahrhaft bitterem Humor.

Das Buch ist spannend und lehrreich zugleich.

Rezension von Heike Rau

Franzobel
Die Eroberung Amerikas
544 Seiten, gebunden
Paul Zsolnay Verlag Januar 2021
ISBN-10: 3552072276
ISBN-13: 978-3552072275
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Johann Scheerer: Unheimlich nah

Johann Scheerer: Unheimlich nah

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Ein Junge von 13 Jahren erlebt eine unheimliche Geschichte: sein Vater ist entführt worden. Sein Vater heißt Jan Philipp Reemtsma. Er ist reicher Erbe einer Zigarettendynastie, Wissenschaftler und Mäzen.
Im Alter des Jungen beginnt man gerade, sich von seinen Eltern abzunabeln. Jetzt aber gilt es für ihn, ganz nah mit der Mutter das Ende der Geschichte abzuwarten.

Als der Vater wieder frei ist, steht bei allen Beteiligten die Welt auf dem Kopf.
Das Elternhaus in einem vornehmen Hamburger Stadtteil wird in eine Festung umgebaut: überall gibt es jetzt um und am Haus Bewegungsmelder und Kameras. Zusätzlich bewachen eine Menge Sicherheitsleute alle Bewegungen der Familie und alles, was sich im und am Haus tut. Das sind die Fakten.

Was aber macht die Erzählung über eine gebrochene Kindheit so bemerkenswert?
Dieser Junge hat eine überaus feine Beobachtungsgabe und dazu ein hohes Reflexionsvermögen über die eigene Befindlichkeit und alles, was ihm bei seinen Beobachtungen bewegt.
Freunde besuchen, unbefangen zur Schule gehen, sich amüsieren und mit den Freunden “abhängen“, das alles ist plötzlich nur noch unter den Augen der Sicherheitsdienste möglich. Wie muss man sich fühlen, wenn man pausenlos unter Beobachtung steht? Keine Regung oder plötzlich Eingebung für eine Aktion bleibt unbeobachtet, und das spontane Leben erlischt.

Sein Vater, ein ernster und mimisch unbewegter Wissenschaftler, kennt nur seine Bücher und das Schreiben. Die Mutter neutralisiert zwar so manche kritische Situation; für Johann wird ein gemeinsamer Urlaub zu einer nervenzehrenden und langweiligen Angelegenheit. Man spürt förmlich, wie der Junge innerlich verkümmert, weil er immer nur aus sich selber schöpfen muss, wie er sich die Zeit vertreibt. Natürlich gibt es auch im Urlaub eine Rundumbewachung. Es gelingt Johann gelegentlich, sich mit dem Sicherheitsteam die Zeit zu vertreiben.

Präzise gesagt haben wir hier einen Protagonisten, der in erschütternder Weise mit den Folgen eines schweren Verbrechens konfrontiert bleibt.
Johann durchläuft eine Jugend zwischen Ängsten, Wut, Auflehnung und wirklichen Bemühungen, sich aus den Zwängen seiner Umgebung zu befreien.
Dass er dabei diskret und doch offen seine innere Entwicklung aufzeichnet und auch seinen äußeren Bewegungsdrang offenbart, ist von einer tiefen Scheu begleitet, sich nicht pathetisch oder in einer Sonderrolle zu zeigen.
Er hat Eltern, die ihm alle Freiheiten lassen, die unter diesen Umständen nur möglich sind.
Bei den Versuchen, ein möglichst „normales“ Leben zu führen, bleibt die Belastung immens, sich ständig Zeitplänen und Kontrollen fügen zu müssen.

Johann Scheerer lässt in seinen Jugendjahren nichts aus. Von der Sprache bis zum Punk, einer Jungendband und der entsprechenden äußerlichen Aufmachung, Tätowierung und Piercing ist alles möglich.
Er hat die Begabung zu psychologischem Einfühlungsvermögen, lakonischer Berichterstattung, Distanz schaffender ironischer Überziehung ernster Situationen und insgesamt authentischer Wiedergabe seiner jugendlichen Entwicklung. Die Suche nach der eigenen Identität durchzieht die ganze Geschichte.

Die sensible und genaue Wahrnehmung seiner Umgebung, seiner Eltern und seiner eigenen Gefühle machen das Buch zu einer Rarität. Wer eine so treffende Beobachtungsgabe zeigt und differenziert zu erzählen weiß, der hat wahrlich das Zeug dazu, seinen Mitmenschen über ein absolut unvergleichliches Ereignis Bericht zu erstatten. Ein sehr einsamer Junge geht auf diese Weise aus sich heraus. Um sich zu befreien? Oder um Zeugnis abzulegen über die Folgen eines Verbrechens, das sich, auch für die Angehörigen des Opfers, zu einer Dauerschikane ausweitet? Es gilt wohl beides.

Nicht zuletzt ist sein Bericht so spannend, dass man das Buch nicht aus der Hand legen möchte.

Er ist heute erwachsen und schreibt folglich aus der Rückblende. Das ist ihm hervorragend gelungen.

Johann Scheerer
Unheimlich nah
331 Seiten, gebunden
Piper, Januar 2021
ISBN-10: 3492059155
ISBN-13: 978-3492059152
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Anne Tietjen und Falco Tietjen: Kreativ mit Bienenwachs – Über 50 Rezepte zum Nachmachen

Anne Tietjen und Falco Tietjen: Kreativ mit Bienenwachs – Über 50 Rezepte zum Nachmachen

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Bienenwachs ist ein Naturprodukt, mit dem sich viel anfangen lässt. Über 50 Ideen haben der Imker Falco Tietjen und seine Frau Anne in diesem Buch zusammengestellt. Aber bevor es an das praktische Arbeiten geht, gibt es eine kleine Einführung. Hier erfährt der Leser Wissenswertes über Bienenwachs und wie es sich verarbeiten lässt.

Schauen wir uns ein Kapitel einmal genauer an. In „Praktisches für zu Hause“ erfährt man, wie man die beliebten Bienenwachstücher, die zum Verpacken von Lebensmitteln genutzt werden können, selbst herstellen kann. Außerdem gibt Anleitungen für Kaminanzünder und ein Schuhpflegemittel. Sehr interessant finde ich die selbst gemachte Holzpflege. Für schöne Holzmöbel möchte man doch gerne auch ein natürliches Pflegeprodukt verwenden. Das traditionelle Bleigießen darf der Gesundheit zuliebe nicht mehr stattfinden. Stattdessen muss Zinn verwendet werden. Noch unbedenklicher ist das Wachsgießen, das genauso gut funktioniert.

Das Buch ist sehr abwechslungsreich. Auch verschiedene Kerzen zu Dekorationszwecken werden hergestellt. An einigen Projekten sollten auch Kinder ihre Freude haben. Am umfangreichsten ist das Kapitel mit der Kosmetik. Maske, Peeling, Creme, Seife, Shampoo, festes Parfüm und verschiedene Salben enthalten Bienenwachs. Hier hat man wirklich ein breites Betätigungsfeld. Es ist ein interessantes Hobby, mit Bienenwachs zu arbeiten und eigene Kosmetikprodukte herzustellen, die nur ausgesuchte Inhaltsstoffe enthalten. Leider gibt es keine Angaben zur Haltbarkeit.

Die Anleitungen sind übersichtlich gestaltet. Es gibt immer eine kleine inspirierende Einleitung zum jeweiligen Projekt. Auch mit Bildmaterial sind die Seiten geschmückt. Die Vorgehensweise erfolgt Schritt für Schritt. Vom Schwierigkeitsgrad her sind die Projekte unterschiedlich. Sehr einfach ist beispielsweise das Basteln von Schwimmkerzen aus Walnussschalen, während die Herstellung der Honigseife vielleicht nicht unbedingt etwas für Anfänger ist. Man kann mit dem Buch also einfach anfangen und später etwas Anspruchsvolleres probieren.

Rezension von Heike

Anne Tietjen und Falco Tietjen
Kreativ mit Bienenwachs – Über 50 Rezepte zum Nachmachen
Kosmetik, Dekoration, Kerzen, Bastelideen, Praktisches für zu Hause
76 Seiten, broschiert
Verlag Eugen Ulmer, Januar 2021
ISBN-10: 3818613478
ISBN-13: 978-3818613471
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Julian Barnes: Der Mann im roten Rock

Julian Barnes: Der Mann im roten Rock

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Nach seinen zahlreichen wunderbaren Romanen und auch philosophischen Schriften, z.B. „Nichts, was man fürchten müsste“, hat Julian Barnes dieses Mal ein Sachbuch geschrieben.
Anhand der Geschichte eines berühmten französischen Arztes im 19. Jahrhundert, Dr. Samuel Pozzi, beschreibt er rückblickend die als belle Époque bezeichnete Zeit in Frankreich und England.
Die Fülle von Namen, Daten, kulturellen Strömungen und Verbindungen zwischen einzelnen Personen sind zu Beginn fast ein wenig überwältigend

Dr. Pozzi, der Mann im roten Rock, war ein Intellektueller und Freigeist. Er stammte aus einem Dorf in Frankreich und geriet in Paris dank seines Berufs als Arzt in die Gesellschaft aus Intellektuellen, Künstlern, Parvenüs, Dandys, Homosexuellen und ganz allgemein der Dekadenz.

Er suchte Kontakte zu Herzögen, Prinzen und Grafen und stieg in der Pariser Gesellschaft hoch geehrt auf. Als hervorragender Arzt und nach einiger Zeit auch weltberühmter Chirurg genoss er allseits Anerkennung und Ruhm. Eine Unzahl bekannter Persönlichkeiten aus den Bereichen schöner Künste, Maler des Impressionismus und vieler bekannter Schriftsteller gehörten zu seinem Umfeld.

Er wird vom Autor als kultiviert, weitgereist, charismatisch, gutaussehend und charmant beschrieben. Er hatte reich geheiratet. Seine Ehe scheiterte an den womöglich nicht zu vereinbarenden gegenseitigen Erwartungen und der in dieser Zeit herrschenden Sexualmoral. Dass die Ehe dennoch dreißig Jahre hielt, lag an dem schönen Schein, den man allenthalben zu wahren wusste.

Barnes ging es um eine Geschichte der Zeit, in der alle jene zur Darstellung kommen, die das Kolorit dieser Epoche mitbestimmten: Künstler, Wissenschaftler (auch Darwin findet Erwähnung), Schriftsteller und die ganze auf Erfolg und Berühmtheit geeichte Gesellschaft. Es würde den Rahmen dieser Besprechung sprengen, wenn ich alle Namen aufzählen würde.
Paris bot das morbide Klima, das dem eher nüchternen Leben in England gegenüberstand.

Man kann sich ein Bild machen von den überragenden Künstlern jener Zeit, die voller explosiver Kraft, Kreativität und Schöpfungswillen waren. Man behält die vielen Beziehungen untereinander nicht im Detail, denn der Stoff ist zu umfangreich. Es gibt allenfalls einen Wiedererkennungswert.

Alle diese Berühmtheiten kannten sich untereinander, liebten oder hassten sich: überragend blieb die Figur der Dr. Pozzi, auch „Docteur Dieu“ genannt, um den herum Julian Barnes sein Zeitgemälde entstehen ließ. Pozzi war zu intelligent, um sich in das allgemeine Klatschgeschehen, das dort herrschte, einzufädeln. Er blieb der beliebte Arzt, der überall gerne gesehen war.

Julian Barnes musste für sein Werk recherchieren, Textstellen bekannter Autoren hinzuziehen, Bezüge zwischen den Personen und Schriftstellern herstellen, um auf diese Weise die Zeit des Aufbruchs in der Wissenschaft und der Kunst, aber auch der Dekadenz in den Fokus zu nehmen.

Während man beim Lesen über den Umfang des zusammengetragenen Materials staunt, findet man im Nachwort den bekannten Julian Barnes wieder, der in einem sehr persönlichen Schlusswort noch einmal beschreibt, was den Helden der Geschichte auszeichnet.

Pozzi, Zitat, der „rational, wissenschaftlich, fortschrittlich, international und unentwegt wissbegierig war; der jeden neuen Tag mit Begeisterung und Neugier begrüßte; der sein Leben mit Medizin, Kunst, Büchern, Reisen, Gesellschaft, Politik“ und so fort „verbrachte“ war ein Ausnahmetalent.

Im Anhang gibt es sowohl Literaturhinweise als auch Hinweise auf die zahlreichen Bildtafeln und Fotos.

Für den gebildeten Leser ist das Buch eine umfassende Bildungslektüre, das man gerne empfehlen möchte.

Julian Barnes
Der Mann im roten Rock
Kiepenheuer & Witsch, Januar 2021
304 Seiten, gebunden
ISBN-10: 3462054767
ISBN-13: 978-3462054767
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Alexa Hennig von Lange: Die Wahnsinnige

Alexa Hennig von Lange: Die Wahnsinnige

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Alexa Hennig von Lange hat die Geschichte der Johanna, Königin von Kastilien, nachgezeichnet. Spanien ist zu dieser Zeit um 1500 ein durch und durch katholisch geprägtes Land.

Der Autorin ging es dabei u.a. um die historischen Dimensionen einer Zeit, in der Unglaube mit Folter und Scheiterhaufen geahndet wurde. Es ging ihr aber auch um eine Frau, die in alle dem, was da in gläubigen Unsinn verpackt wurde, klarer sieht. Johanna, die als die Wahnsinnige in die Geschichte einging, versucht mit klarem Verstand Durchblicke zu finden. Sie ist gebildet, emotional, gefühlvoll und voller Temperament. Um in der Welt der Herrschenden zu bestehen, musste man diese Eigenschaften verleugnen.
Die mittelalterlichen Strukturen ließen Individualität nicht zu. Daran konnte man schier verzweifeln. Und das ist es, was Johanna umtreibt.

Als junges Mädchen mit 16 Jahren wird sie mit Philipp dem Schönen von Flandern verheiratet. Dynastische Planungen haben sie zur Frau dieses Mannes gemacht. Durch den frühen Tod anderer Erben wurde sie zur Thronfolgerin ihrer Mutter, Isabella „der Katholischen“, bestimmt. Ein Los, das sie sich nicht ausgesucht hat.
Fast selber ein Kind noch, hat sie bald drei kleine Kinder, an denen ihr Herz hängt.

Ihre Mutter ist Königin von Spanien und regiert mit harten Hand. Aberglaube und Unglaube führen zu härtesten Strafen, Folter, Verbannung und Verbrennung auf dem Scheiterhaufen.

Wir lernen Johanna auf einer Festung in Spanien kennen, wo sie, eingesperrt von ihrer Mutter, gefügig gemacht werden soll. Ihre Mutter will sie zum rechten Glauben zwingen. Da sie ständig mit Zorn und Trotz auf alle Versuche der Bändigung reagiert, erklärt man sie schon früh für wahnsinnig. Ein Schicksal, das sie lebenslang verfolgen wird.

Durch den ganzen Roman führt uns der aufrechte und gradlinige Charakter dieser Frau. Sie wacht immer mehr auf und sieht die Missstände von Intrige, Kuppelei und Verrat.

Hennig von Lange weiß die historische Seite der Geschichte einzubetten in die Wahrnehmung heutiger Kämpfe um Frauenrechte. Diese Johanna versucht um ihre Freiheit zu kämpfen. Nebenbei bekommt man einen Eindruck von den äußeren Bedingungen damaligen Lebens: Reisen unter für uns kaum vorstellbaren Unbequemlichkeiten. Es geht Tage lang bei jedem Wetter über lange Strecken in schwerer Kleidung auf dem Rücken von Pferden, Übernachtungen in Zelten und wochenlange Reisen in offenen Schiffen bei rauer See usw.

Insgesamt macht einen die Geschichte mit den mittelalterlichen Strukturen bekannt, die lange vor dem Zeitalter der Aufklärung das Leben der Regierenden und des Volkes beherrschten.

Der Roman ist in seiner Erzählkunst hervorragend und regt zu weiteren Nachforschungen an.

Alexa Hennig von Lange
Die Wahnsinnige
208 Seiten, gebunden
DuMont Buchverlag, 2. Edition, August 2020
ISBN-10: 383218127X
ISBN-13: 978-3832181277
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Chris Bradford: Soul Hunters, Band 1

Chris Bradford: Soul Hunters, Band 1

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Als Genna im Museum ankommt, ist alles noch ganz normal. Die Eltern ihrer Freundin Mei haben hier eine interessante Ausstellung. In einem der Räume lernt sie später allerdings Damien kennen und wird von ihm bedrängt. Er ist ein wirklich unheimlicher Typ. Auf dem Weg zur Bushaltestelle begegnet sie ihm wieder. Er ist nicht allein. Ohne die Hilfe eines fremden Jungen, der sich tapfer für sie einsetzt, wäre sie der Gruppe nicht entkommen. Ihren Eltern sagt sie davon nichts. Sie kann die Geschehnisse nicht einordnen.

Es bleibt nicht bei dieser angsteinflößenden Begegnung. Auch ihren Beschützer trifft sie erneut. Was Phoenix ihr offenbart, ist ziemlich unglaubwürdig. Und doch muss er sie immer wieder vor Damien und seiner Gang beschützen. Es ist seine Aufgabe, so behauptet er, denn er ist ihr Guardian. In jedem ihrer bisherigen Leben ist er für sie da gewesen, denn sie ist eine der Ersten Nachkommen. Seelenjäger jagen sie und wollen sie in einem Opferritual töten, damit ihre Seele niemals wieder geboren werden kann.

Genna zweifelt. Sie hat seltsame Albträume und Déjà-vus, glaubt aber, dass sie hier etwas durcheinanderbringt und ihre Fantasie ihr immer wieder Streiche spielt. Was Phoenix ihr erzählt, klingt unglaubwürdig, auch wenn die Bedrohung durch die Seelenjäger real erscheint. Hin- und hergerissen versucht sie mit der Lage fertig zu werden und entdeckt dabei ungeahnte Fähigkeiten.

Das ist doch mal etwas anderes! Die Geschichte nimmt ein rasantes Tempo auf. Die Ereignisse überschlagen sich in einer unaufhaltsamen Verfolgungsjagd.

Die Charaktere wirken sehr authentisch. Wir haben hier Genna, die zunächst nicht weiß, wie ihr geschieht. Wir haben ihren Retter Phoenix, der Genna, ohne auch nur einen Augenblick an sich selbst zu denken, stets zur Seite zu steht. Und dann Damien als Gegenspieler, der düster, unheimlich und unbesiegbar wirkt. Auch die weiteren Personen sind sehr gut ausgearbeitet, genau wie die Hintergrundstory selbst.

Es entwickelt sich eine sehr fesselnde und actiongeladene Geschichte, die von fantastischen Elementen lebt. Es ist auch ein bisschen ein Zeitreiseabenteuer, denn es gibt immer wieder Rückblicke in die bereits gelebten Leben von Genna und Phoenix. Und da kommt einiges zusammen. Man darf gespannt sein, wie es im nächsten Teil weitergeht.

Rezension von Heike Rau

Chris Bradford
Soul Hunters, Band 1
Aus dem Englischen von Alexander Wagner
384 Seiten, gebunden
cbj, München, November 2020
ISBN-10: 3570175723
ISBN-13: 978-3570175729
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