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Autor: hera

Matthias Sodtke: Übung macht den Meister

Matthias Sodtke: Übung macht den Meister

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Als Nulli, der Hase, in die Vorratskammer schaut, findet er nur noch eine einzige Möhre in der Holzkiste vor. Dieses gibt es dann zum Frühstück, während Priesemut, der Frosch, sich auf sechs Fliegen freuen darf. Er bietet Nulli einen seiner Brummer an, doch der lehnt ab. Lieber will er heute zum Rübenacker gehen. Das ist interessant für Priesemut. Er bietet sich als Erntehelfer an. Die Karotten sind gut gewachsen und erntereif.

Priesemut packt einen Büschel Möhrengrün und zerrt. Da macht es Knack und der Frosch landet mit dem Grün auf seinem Allerwertesten. Die Möhre ist in der Erde geblieben. Nulli stemmt die Pfoten in die Seiten. Ein Möhre muss man mit Gefühl ziehen, erklärt er Priesemut. Doch als Nulli zeigen will, wie das geht, passiert ihm vor lauter Anstrengung etwas unglaublich Peinliches. Und das, wo Priesemut direkt hinter ihm steht. Der bricht vor Schreck wieder sein Rübenbüschel ab. Nulli, statt sich zu entschuldigen, schimpft mit Priesmut und macht ihn mit seiner Besserwisserei ordentlich zur Schnecke. Beleidigt zieht der Frosch ab.

In der kleinen Geschichte geraten Nulli und Priesemut wieder mal aneinander. Ursache sind die Möhren, die sich nicht so leicht ernten lassen, wie gedacht. Da hilft nur geduldiges Üben, doch das müssen Hase und Frosch erst erkennen. Diese Situation lässt sich natürlich auch auf viele andere beziehen. Damit ist die Geschichte lehrreich, aber ohne belehrend zu wirken. Das liegt daran, dass sie mit sehr viel Humor erzählt wird. Und auch die witzigen Bilder sehen Kinder sicher gerne an. Klar, dass auch Erwachsene ihre Freude an dem Buch haben, selbst bei mehrmaligem Ansehen.

Rezension von Heike Rau

Matthias Sodtke
Nulli & Priesemut
Band 14: Übung macht den Meister
27 Seiten, gebunden
ab 3 Jahren
ISBN: 978-3830311232
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Schöne Ferien!

Schöne Ferien!

„Schöne Ferien!“ richtet sich an Jugendleiter ab 16 Jahren, aber auch an Gruppenleiter und Lehrer die Klassenfahrten begleiten wollen. Das vorliegende Buch ist eine Neubearbeitung der ersten Ausgabe, die vor zehn Jahren erschienen ist.
Das Buch erzählt aber nicht einfach die Geschichte einer erlebnisreichen Gruppenreise mit den möglichen Hürden, sondern fordert vom Leser Aktivität. Im Verlauf der Reise muss man als Begleiter immer wieder Entscheidungen treffen. Es ist wie ein Spiel, entscheidet man richtig, verläuft die Reise gut bis zum Schluss. Entscheidet man falsch, können die Ferien auch mal ganz schnell zu Ende sein.

Im Verlauf dieses Rollenspiels kann man sehen, ob man im Falle eines Falles richtig entscheiden würde. Was ist zu tun, wenn ein Schüler zur angegebenen Zeit nicht am Abfahrtsort erscheint? Welche Regeln sind den Kindern und Jugendlichen abzuverlangen? Darf in der Ferienfreizeit geraucht werden? Ist Alkohol erlaubt. Oder was ist zu tun, wenn ein Handy verschwunden ist und was, wenn jemanden das Heimweh plagt. Dürfen Pärchen ein gemeinsames Zimmer beziehen?

Diese Fragen und noch viele weitere werden im Buch beantwortet. Und das sehr anschaulich. Wo immer es nötig ist, wird auf geltende Gesetzestexte hingewiesen. Wert wird natürlich auch auf ein gutes Gruppenklima gelegt und auch die Zusammenarbeit mit den anderen Betreuern wird beleuchtet.
Da alle Informationen als Spiel vermittelt werden, macht es natürlich sehr viel Spaß, sich hier als Reisebegleiter für Ferienreisen weiterzubilden. Die Texte sind einfach geschrieben und damit sehr gut verständlich. Weitere Erkundigungen kann man unter www.juleiqua.de einholen.

Rezension von Heike Rau

Gerit Kopietz / Jörg Sommer
Schöne Ferien!
Mit Illustrationen von Waltraud Haarlammert
Institut für Jugendleiter und Qualifikation e.V.
Neuauflage 2007
ISBN: 9783000216176
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Das Mysterium

Das Mysterium

München, im Sommer 1356. Der Fremde, der Mathilde im Warenhaus nach ihrem Vater fragt, löst bei ihr Unbehagen aus. Kaum ist der Mann weg, läuft sie los, um ihren Vater, der am Ufer der Isar in Geschäften unterwegs ist, aufzusuchen. Als er erfährt, dass der Fremde nach Nemo gefragt hat, handelt er sofort. Er schickt die Tochter nach Hause, damit sie sich mit ihrer Mutter im Haus verbarrikadieren kann. Mathilde macht sich auf den Weg, sieht aber noch, wie Berittene ihrem Vater nachsetzen, als dieser über die Kiesbänke an der Isar flieht. Er hat keine Chance.

Zur Überraschung Mathildes hat ihre Mutter die Gefangennahme des Vaters durch die Inquisition erwartet. Eilig verlässt sie die Stadt, um nicht als Zeugin aussagen zu müssen. Sie lässt Mathilde zurück, die retten soll, was zu retten ist. Mathilde hat viel von ihrem Vater, der Kaufmann ist, über Handelsgesellschaften gelernt. Sie verschenkt wohldurchdacht den Familienbesitz bevor das Vermögen eingezogen wird.

Mit viel Spannung verfolgt Mathilde den Prozess und muss feststellen, dass ihr Vater nicht der ist, für den sie ihn gehalten hat. Er wird schuldig gesprochen wegen mehrfacher Beihilfe zum Mord und weil er die Inquisition belogen hat. Doch der rückfällige Häretiker, der ein zweites Mal der Ketzerei überführt worden ist, soll dem Scheiterhaufen entgehen und erhält stattdessen strenge Haft in Ketten.

Mathilde besucht ihren Vater im Kerker. Zunächst glaubt sie, dass ihr Vater den Tod verdient hat. Doch nach dem sie die ganze Geschichte gehört hat, will sie sein Leben retten und ihm zur Flucht verhelfen.

Erzählt wird vorwiegend in Rückblenden. Der Vater erzählt der Tochter seine Geschichte um seine Rolle als Hüter des Mysteriums und seinem Kampf um das Vermächtnis der Katharer.
„Das Mysterium“ ist ein opulenter und sehr bildgewaltiger historischer Roman. Aber er stellt auch einige Ansprüche an den Leser. Man liest das Buch nicht eben mal so weg. Ein hohes Maß an Konzentration ist nötig. Und trotzdem ist es schwer, sich in die Geschichte hineinzudenken, zu kompliziert sind die historischen Hintergründe aufgearbeitet, die auch noch im Vordergrund der Geschichte stehen und diese bestimmen. Dadurch verliert sich hin und wieder der Blick für die eigentliche Geschichte und Orientierungslosigkeit macht sich breit.
Im letzten Drittel des Buches verliert sich dieses Gefühl aber wieder. Die Geschichte gewinnt an Fahrt und wird viel besser verständlich.
Keine Frage, das Buch ist interessant, die Geschichte spannend, aber flüssig erzählt, ist sie leider nicht.

Rezension von Heike Rau

Titus Müller
Das Mysterium
470 Seiten, gebunden, 19,95 Euro
Erscheint Ende August 2007
Rütten & Loening
ISBN: 978-3352007484
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Taschenatlas Giftpflanzen

Taschenatlas Giftpflanzen

Giftige Pflanzen schnell und sicher zu erkennen, ist ausgesprochen wichtig. 170 von ihnen werden im vorliegenden Taschenatlas in Wort und Bild vorgestellt. Vom Maiglöckchen über die Engelstrompete und dem Goldregen bis hin zur Lupine. Also Pflanzen, die in jedem Hausgarten vorkommen. Erwähnung finden aber auch Gefahr bringende Zimmerpflanzen wie Kolbenfaden oder die Kleine Flamingoblume und Pflanzen, die man in der Natur antrifft, darunter Busch-Windröschen und gewöhnlicher Wurmfarn. Es gilt die Gefahr, die von den Pflanzen ausgeht, richtig einzuschätzen.

In den Porträts werden Herkunft, Standort und Vorkommen aufgezeigt. Beschrieben wird die Pflanze kurz nach ihren botanischen Merkmalen wie Blatt, Blüte und Frucht. Auch der Wuchs wird beschrieben. Der Leser erfährt, welche Pflanzenteile giftig sind und welche Vergiftungserscheinungen auftreten können. Leider werden hier nicht immer die giftigen Inhaltstoffe genannt oder auch in welchen zeitlichen Rahmen die Vergiftungserscheinungen sich abspielen, wird kaum beschrieben. Warnhinweise vervollständigen aber das Porträt. In einem gelben Kästchen erfährt man noch geschichtliche Details, etwa zur Verwendung der Pflanze im Mittelalter. Dabei wird ein Bogen bis in unsere heutige Zeit gespannt.
Auf einen Blick kann man die jeweilige Pflanze auch anhand der Symbole einschätzen.
Zu jeder Pflanze gibt es ein Bild. Leider kann man die Pflanzen hier nicht zweifelsfrei erkennen. Dazu wären sicherlich mehrere Fotos oder detaillierte Zeichnungen notwendig gewesen.

Einen ersten Überblick verschaffen, kann man sich mit dem Buch aber gut, gerade wenn man plant, neu Pflanzen für Haus und Garten anzuschaffen. Zudem findet man Adressen von Vergiftungszentralen mit wichtigen Telefonnummern.

Rezension von Heike Rau

Burkhard Bohne, Peter Dietze
Taschenatlas Giftpflanzen
170 Wild- und Zierpflanzen im Porträt
128 Seiten, 170 Farbfotos
Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart
ISBN 978-3-8001-5372-5
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Das Gold von Carcassonne

Das Gold von Carcassonne

1299 in Südfrankreich. Rixendes Bruder gehört zu den Katharern. Bislang hat ihn die Inquisition in Ruhe gelassen, doch nun scheint Gefahr zu bestehen. Um Rixende aus der Schusslinie zu bringen, soll die junge Frau ihre Heimat verlassen und heiraten.
Im Hause des ehrenwerten Castel Fabri in Carcassonne wird sie herzlich aufgenommen. Der Sohn Castel Fabris, Aimeric, verliebt sich auf der Stelle in seine Braut. Er erweist sich als freundlich und aufmerksam. Auf Rixende wirkt er sehr fremd, doch nach und nach erwärmt sie sich für ihn. Auch wenn für sie daraus niemals Liebe werden kann, heiratet sie Aimeric.
Die Sicherheit in Carcasrsonne erweist sich als trügerisch. Der zweite Inquisitor Fulco von Saint-Georges lässt auf Geheiß namhafte Leute und gute Katholiken aus Albi wegen Ketzerei einkerkern. Rixende begegnet dem Inquisitor einige Male. Er übt eine unheimliche Faszination auf sie aus, die sie erschaudern lässt und mit Schrecken erfüllt. Sie möchte ihn aus ihren Gedanken verbannen. Und doch lassen sie diese Gefühle nicht mehr los. Fulco von Saint-Georges provoziert die junge Frau und wagt es sogar, zu ihrer Hochzeit zu erscheinen. Als sie von ihm mit einem Wandbehang mit einem Einhorn darauf beschenk wird, erfüllt sich die Prophezeiung einer Wahrsagerin, was Rixende über alle Maßen erschreckt.
Kurz nach der Hochzeit kommen Gerüchte auf, dass Rixende zu den Katharern gehört, weil sie beim Hochzeitsmahl kein Fleisch gegessen hat. Das ist eine gefährlich Anschuldigung. Und das, wo ohnehin der Inquisitor schon ein Auge auf Rixende geworfen hat.

Man wird von diesem Roman sofort gefangen genommen. Das liegt am wunderbaren Schreibstil der Autorin. Ihre Art zu schreiben, so flüssig und rund, ist einzigartig.
Die Geschichte, die sie erzählt, ist spannend gemacht. Es geht um die verbotenen Liebe zwischen Rixende und dem Inquisitor Fulco von Saint Georges. Diese von Zweifeln und Widerständen geprägte Liebe wird so tiefsinnig, einfühlsam und Gänsehaut verursachend geschildert, dass man ganz davon gefangen genommen wird. Man kann sich gut hineinversetzen, fühlt mit.
Im einem ausführlichen Ahnhang erfährt der Leser, was an diesem Roman Realität und was Fiktion ist. Die historischen Hintergründe sind perfekt im Roman verarbeitet.
Die Geschichte spielt vor wechselnden Schauplätzen und nicht nur in Carcassonne, was wiederum für viel Abwechslung sorgt.
„Das Gold von Carcassonne“ ist ein historischer Roman, der von der Liebe lebt und von weittragenden zukunftsweisenden Geheimnissen, die es zu entschlüsseln gilt.

Rezension von Heike Rau

Helene Luise Köppel
Das Gold von Carcassonne
520 Seiten, broschiert
Aufbau Taschenbuch Verlag
ISBN: 978-3746623290
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Schlaf, Schäfchen, schlaf!

Schlaf, Schäfchen, schlaf!

Die große Schaffamilie hat eigentlich keine Sorgen. Auf der Wiese gibt es genug zu fressen und drinnen im Stall ist es gemütlich. Auch Kindchen Schaf ist zufrieden. Nur wenn es Zeit zum Schlafen ist, wird es brenzlig. Kindchen Schaf ist putzmunter und hat keine Lust in sein Strohbettchen zu gehen.

Die Schafsfamilie weiß sich nicht zu helfen. Man hat schon alles versucht, vom Lockengraulen über warmen Honig-Kräutertee und einer Hufmassage. Nichts hat angeschlagen.

Mama Schaf kommt auf die Idee, es mit einem Schlaflied zu probieren und versucht es mit „Schlaf, Schäfchen, schlaf!“ Vor dem Auge von Kindchen Schaf entstehen schöne Bilder. Aber nur Mutter Schaf wird müde. Nun singt der Reihe nach die ganze Familie. Zuerst Oma Schaf, dann Papa Schaf und sein Bruder Emil, Tante Thea und ihre Schwestern und dann noch mal alle im Chor. Ganz müde macht das. Kurz darauf liegen alle erwachsenen Schafe im Stall auf dem Stroh und schnarchen. Was wohl Kindchen Schaf macht?

„Schlaf, Schäfchen schlaf!“ ist eine gelungen Einschlafgeschichte für Kinder ab drei Jahren. Die Strophen des Einschlafliedes lassen sich nach dem bekannten Kinderlied „Schlaf, Kindchen, schlaf!“ singen. Sie sind sehr fantasievoll und regen Kinder zum Träumen an.

Die Geschichte ist für den Abend gut geeignet, sie regt nicht auf, ist aber sehr lustig und animiert Kinder im Bett zu bleiben.

Ein Hingucker sind die Bilder. Die Schafsfamilie ist sehr originell und witzig dargestellt. Besonders gut gefallen die Gesichtsaudrücke der Schafe, zum Beispiel beim Singen im Chor. Kindchen Schaf ist als kleiner Wirbelwind dargestellt und somit eine Figur mit der Kinder sich identifizieren können.

Es gibt aber auch viele lustige Details zu entdecken. Die Schafe haben sich in ihrem Stall perfekt eingerichtet. Kinder werden das Buch immer wieder gerne ansehen, auch wenn mal kein Elternteil zum Vorlesen zur Verfügung steht. Die kleinen Liedstrophen auswendig zu lernen, ist kein Problem. Kinder sehen anhand der Bilder, welche Strophe kommt.

Rezension von Heike Rau

Hermien Stellmacher / Regine Altegoer
Schlaf, Schäfchen, schlaf!
32 Seiten, gebunden
ab 3 Jahren
Loewe Verlag
ISBN: 978-3785548851
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Atlas der Holzarten

Atlas der Holzarten

Die 150 vorgestellten Hölzer sind nach ihrem lateinischen Namen geordnet. Benannt werden zur eindeutigen Identifizierung also Familie, Gattung und Art eines jeden Baumes. Ablesen lassen sich aber auch immer die umgangssprachlichen Namen. Die Porträts reichen von Tanne, Rosskastanie, Brasilianischer Araukarie über Buchsbaum, Marienlorbeer, Pekannuss bis hin zu Ostindischem Satinholz, Bahia Rosenholz, Goldregen und Olive.

Zunächst wird der Baum allgemein beschrieben, sein Aussehen und seine Herkunft. Diese kann man auch noch mal genau anhand einer Weltkarte sehen. Von besonderem Interesse sind die Eigenschaften, die sehr ausführlich benannt werden. Der Leser erfährt hier zum Beispiel das Trocknungsverhalten des Holzes. Man erfährt sogar die Anfälligkeit für Schädlingsbefall. Stichpunkte wie Schlagfestigkeit, Steifigkeit, Dichte, Bearbeitbarkeit, Biegesteifigkeit und Druckfestigkeit werden der Reihe nach abgearbeitet. Diese Eigenschaften sind in Textform verarbeitet, aber auch auf einen Blick an einer Tabelle abzulesen. Auch die Verwendung des Holzes wird aufgezeigt. Man sieht sofort mit welchen Holz sich gut drechseln oder schnitzen lässt, ob es sich für den Bau von Musikinstrumenten eignet, ob es im Möbelbau Verwendung findet oder sich als Material für Fußböden oder als Furnier eignet oder zum Bau eines Hauses. Zu jedem der gezeigten Hölzer findet man auch immer ein großes Foto. Hier sieht man sehr schön die charakteristische Maserung des Holzes.
Gearbeitet wird in den Portraits auch mit Symbolen. Hier gefällt besonders gut, dass diese auf jeder Seite in der unteren Randleiste erklärt werden. Unnötiges blättern nach einer erklärenden Legende entfällt also.

Die Informationen beschränken sich aber nicht nur auf die Vorstellung der verschiedenen Hölzer. Dem Verzeichnis der Holzarten ist das Kapitel „Vom Baum zum Holz“ vorangestellt. Hier werden die Anatomie und das Wachstum des Baumes beschrieben. Das Holz wird sogar unter dem Mikroskop betrachtet, so dass die Zellstrukturen sichtbar werden. Anschließend werden Faserverlauf und Maserung untersucht. Der Autor beschreibt die Wälder der Welt vom Nadelwald bis zum Tropischen Regenwald und zeigt anhand von Karten die Vorkommen. Ökologische Aspekte spielen in diesem Buch genauso eine Rolle wie der Naturschutz hinsichtlich der Waldbewirtschaftung und Holzgewinnung. Einschnitt, Gütebestimmung, Holztrocknung und Holzschutz werden in weitern Kapiteln besprochen. Besondere Bedeutung kommt dem Holz als Werkstoff zu.

Diese Texte sind sehr ausführlich und detailreich. Hier zeigt sich die Qualität als anspruchsvolles Fachbuch für alle die mit Holz zu tun haben, ob nun als Künstler oder Tischler usw. Die Texte sind dementsprechend mit vielen Fachbegriffen besetzt, die jedoch alle sofort erklärt werden, so dass das Buch nicht nur für den Fachmann, sondern auch für Laien lesbar ist.

Rezension von Heike Rau

Aidan Walker
Atlas der Holzarten
150 Hölzer in Wort und Bild
Aus dem Englischen von Michael Auwers
192 Seiten, gebunden, 276 Farbfotos und Zeichnungen
150 farbige Verbreitungskarten und Tabellen
Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart
ISBN: 978-3800154418
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Das perfekte Dinner – Das Kochbuch

Das perfekte Dinner – Das Kochbuch

Im Buch werden 20 ausgewählte Menüs aus der VOX-Fernsehsendung „Das perfekte Dinner“ präsentiert. Das Kochbuch ist in die Rubriken Vorspeise, Hauptspeise und Dessert gegliedert, so dass man auch andere Zusammenstellungen testen kann. Empfehlungen hierzu gibt es hinten im Buch, man kann aber auch dem eigenen Kreativität freien Lauf lassen.
Die Gerichte werden immer für fünf Personen gekocht, so wie in der Fernsehsendung auch.

Nachkochen kann man beispielsweise als Vorspeise die „Schwäbischen Geldsäckle mit Spinat und Tomaten“ oder die „Pflaumen-Cremsuppe mit Entenbruststreifen“. Als Hauptgericht „Hähnchen mit Balsamicozwiebeln“ oder den „Zopf von Edelfisch an Wild-Fenchelsoße, Lauchgemüse und rotem Reis“ und als Dessert die „Karamellisierten Pfirsiche mit Vanille-Amaretto“ oder die „Schokoladenschiffchen mit Aprikosen“.

Das Nachkochen bereitet keine Mühe, da die Rezepte Schritt für Schritt zubereitet werden können. Dabei werden die einzelnen Schritte sehr ausführlich erklärt, so dass auch Anfänger sich an die Rezepte heranwagen können. Selbstverständlich gibt es eine Zutatenliste nach der man Einkaufen kann. Zu fast jedem Gericht findet man zudem ein Foto, mit dem sehr schön in Szene gesetzten Gericht, dass man dann ebenso ansprechend servieren kann.
Immer mal wieder bekommt man Basis-Tipps für das Kochen. Kurz beraten wird man aber auch bei der Auswahl des Weins. Leider findet man keine Hinweise, auf die in der Sendung angebotenen Weine.

Der Bezug zur Fernsehsendung geht etwas verloren. Die Personen, die die Rezepte bzw. die Menüfolgen kreiert haben, finden im Buch überhaupt keine Beachtung. Es werden weder Namen genannt, noch Fotos aus der Serie gezeigt, was schon ein klein wenig enttäuscht.
Sonst ist es ein gutes Kochbuch, das übersichtlich in der Gestaltung ist und das auch ansprechend von der Farbauswahl her wirkt. Es gibt ein Glossar und ein Register.

Rezension von Heike Rau

Das perfekte Dinner
Das Kochbuch
128 Seiten, gebunden
vgs verlagsgesellschaft, Köln
ISBN: 978-3802536182
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Faust, der Magier

Faust, der Magier

Das Kind, gezeugt von einer Besessenen und einem Dämon, wird am 23.04.1480 geboren. Getauft wird es in der Knittlinger Kirche auf den Namen Georg Johannes Faust. Das Satansbalg sieht aus wie ein Engel. Aber die Menschen vergessen nicht, Georg und seiner Mutter schlägt Feindseligkeit entgegen. Bei passender Gelegenheit wird dem Jungen gar das Brandmal des Satans verpasst. Einem Mordanschlag entgeht Georg nur, dank des beherzten Eingreifens der Stallmagd Tonja Siebenschöpf, veranlasst durch deren Tochter Lena.
Um den Vater Georgs ranken sich Geheimnisse. Von Tonja Siebenschöpf erfährt Georg, dass der Prior des Klosters Maulbronn, Herr Johannes, sein Vater sein könnte. Georg hofft, dass die Geschichte stimmt. Schließlich hat ebendieser Herr den Jungen und sein Mutter im Küfershaus untergebracht.
Mutter und Sohn leben dort wegsperrt und zudem noch schlecht behandelt. Als die beiden dennoch einmal das Küfershaus verlassen, müssen sie teuer dafür bezahlen.
Als der Küfer endlich zur Besinnung kommt und die unglaublichen Zustände auf dem Hof sich ändern, ist Georg mehr als überrascht. Georg wird erlaubt, zur Schule zu gehen. Er glaubt, der Herr Johannes hat sein Schicksal gewendet. Damit hat er nicht unrecht. Aber Tonja Siebenschöpf ist es, die nicht bereit ist, zu schweigen. Möglicherweise spielt aber auch der schwarze Hund Sjö, der ihm in seinen Albträumen begegnet ist, eine Rolle.
Als Vierzehnjähriger versucht Georg in den Dienst eines Wanderarztes zu treten. Doch Thomas Bleikamm hat kein Interesse an dem Jungen. Er schlägt Georgs Weissagung, dass eine Frau bei einer Operation sterben wird, in den Wind. Als eben dies dann doch passiert, gibt er Georg die Schuld, behauptet, er habe die Frau entseelt. So angeklagt, kann Georg nicht länger im Haus des Küfers bleiben. Der Küfer geht zum Kloster von Maulbronn, um Herrn Johannes zu veranlassen, den Jungen und seine Mutter zu sich zu holen. Doch kurzerhand wird ihm mit der Inquisition gedroht.
Und doch besteht Interesse an dem Jungen. Herr Johannes, beschließt Georg zu sich zu holen. Vielleicht kann er mit Georgs Hilfe endlich den im Kloster versteckten Schatz finden. Und wenn nicht, könnte der Teufelsjunge mit Hilfe der Alchemie Gold erzeugen.

„Faust, der Magier“ ist ein opulenter historischer Roman. Der Autor hat die wenigen historisch überlieferten Kenntnisse über Faust mit viel künstlerischem Können und Fantasie zu einer Geschichte verwoben.
Beim Erzählen bedient er sich einer altmodisch anmutenden Sprache, die der Zeit angepasst scheint, aber leider sehr schwer lesbar ist. Zudem greift er einen Wortschatz auf, der heute nicht mehr geläufig ist.
Das Buch lässt sich dadurch nur sehr schwer bewältigen. Man gewöhnt sich nach einiger Zeit aber immer besser an diesen Sprachstil.
Die Geschichte hat zudem einige Längen. Das wird aber aufgewogen von Szenen, die überaus spannend sind.
Georg Johannes Faust und vor allem auch die Zeit, in der er lebte, wird lebendig. Der Autor erzählt sehr detailreich und überaus glaubhaft. Das Buch mit seinen Albtraumdurchsetzten und von Fausts Visionen geprägten Passagen ist ausgesprochen aufwühlend und wird bei vielen Lesern sicher sehr widersprüchliche Gefühle auslösen. Für Zartbesaitete ist es nicht zu empfehlen.
Und natürlich wird man auch an andere literarische Werke über Faust erinnert. Das Buch wirkt so sehr authentisch und gut recherchiert.

Rezension von Heike Rau

Andreas Gößling
Faust, der Magier
607 Seiten, gebunden
Rütten & Loening
ISBN: 978-3352007453
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Die Gesundheit unserer Kinder

Die Gesundheit unserer Kinder

Es gibt viele Faktoren, die sich auf die Entwicklung unserer Kinder auswirken. Die Gene und die Umwelt, aber auch die Eltern. Diese wünschen sich gesunde Kinder, die glücklich heranwachsen. Dazu gehört eine gute Erziehung, das Wecken von vielfältigen Interessen, zum Beispiel am Lernen, und die Förderung von Begabungen. Kinder sind vielen Gefahren ausgesetzt. Dazu hählen auch falsche Ernährung und Bewegungsmangel.

Schon kurz nach der Geburt gilt es, die Weichen richtig zu stellen. Die Autorin zeigt, wann ein Kind sich optimal entwickeln kann. Sie spricht unter anderem über das Stillen oder auch die Termine im Impfkalender. Was an frühkindlicher Förderung möglich ist, ohne zu überfordern wird genau analysiert. Beschrieben wird dabei, wie Lernprozesse funktionieren, wie Kinder sprechen lernen, was gut für die Entwicklung der Sinne ist und mehr

Beleuchtet werden aber auch die Schattenseiten der Kindheit. Es wird gezeigt, wie man mit Kindern spricht, wenn die Eltern sich trennen. Aber auch die Arbeitslosigkeit und damit die damit verbundene Armut, erleben Kinder mit. Die Autorin spricht über Ängste, aber die Folgen von psychischer und körperlicher Gewalt.

Der Leser erfährt, was es für Eltern bedeutet, die Verantwortung für ein Kind zu übernehmen und berät in allen Lebenslagen. Das hört nicht im Kindesalter auf, auch Jugendliche werden mit eingeschlossen. Als besonders schwierige Phase wird die Pubertät von vielen Eltern gesehen. Die Autorin vermittelt hier und zeigt auf, was im Jugendlichen vorgeht und warum man die Pubertät als Chance und nicht als Belastung sehen sollte.

Das Buch ist sehr übersichtlich gestaltet. Schlagzeilen und Zitate findet man im grüner Schrift am Seitenrand, zusätzliche Informationen in umrandeten Felder. In einer Tabelle findet man die Entwicklungsstadien eines Kindes nach Alter. Zur Auflockerung des Textes gibt es einige Fotos.

Gedacht ist das Buch für alle erwachsenen, an der Erziehung beteiligten oder interessierten Leser. Gut gefällt, dass es in einfachen Worten und sehr verständlich geschrieben ist. Die Autorin kommt nicht besserwisserisch oder gar ermahnend daher, sondern als freundliche Ratgeberin. Man fühlt sich nach dem Lesen des Buch gut informiert über alles, was das Aufwachsen von Kindern betrifft und auch mit seinen Sorgen verstanden. Zur Sprache kommen erzieherische, gesundheitliche, schulische Aspekte und vieles mehr. Über die gesunde Ernährung wird genauso gesprochen, wie über den nicht gern gesehenen Fernseher im Kinderzimmer.
Eltern wird also sehr genau vermittelt, was sie tun können, damit ihr Kind gesund aufwächst. Man bekommt aber auch viele Ratschläge, sollte die Familiensituation schwierig sein.

Rezension von Heike Rau

Dr. med. Marianne Koch
Die Gesundheit unserer Kinder
Was Sie über ihre körperliche und geistige Entwicklung wissen sollten
280 Seiten, broschiert
Deutscher Taschenbuch Verlag
dtv premium
ISBN: 978-3423245883
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