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Autor: hera

Matthias Sodtke / Steffen Butz: Chaos im Kinderzimmer

Matthias Sodtke / Steffen Butz: Chaos im Kinderzimmer

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Der Bärenvater kann es nicht fassen. Im Kinderzimmer seines Sohne sieht es aus, als hätten fünf wilde Affen eine Party gefeiert. Alles ist mit Spielzeug aller Art vollgebaut. Der Boden ist fast nicht mehr zu sehen. Sofort fordert er seinen Sohn Ole auf, das Chaos zu beseitigen. Wenn der Vater in diesem Ton mit Ole spricht, dass weiß der Bärensohn, dann ist es ernst. Trotzdem widerspricht er. Er sagt ihm, dass das Kinderzimmer ein Dinosaurier-Urwald ist. Und dieser kann nicht aufgeräumt aussehen. Das macht Vater Brumm sprachlos. Der Sohn hat nämlich recht. In einem Dinosaurier-Urwald kann es nicht zugehen, wie in einem gepflegten Stadtpark. Aber manchmal ist Ordnung unumgänglich. Der Bärenvater regt seinen Sohn zum Nachdenken an. Ole soll sich einmal vorstellen, welchen Eindruck eine unordentliche Zeitung auf ihn machen würde, wo alle Artikel kreuz und quer durcheinanderwirbeln. Ole gibt seinem Vater recht, aber schon hat auch er ein neues Beispiel parat, was für die Unordnung spricht. Der Bärenvater soll sich vorstellen, wie der Nachthimmel aussähe, wenn der Mond seine Sterne am Himmel alle aufräumen würde.

In diesem Buch liefern sich Vater und Sohn einen Schlagabtausch, der einmal für und dann wieder gegen das Halten von Ordnung spricht. Kleine Kinder können so lernen, wann Ordnung oder Unordnung sinnvoll sind und wann unmöglich. Sicher fallen den Kindern, für die dieses Buch gedacht ist, noch mehr Beispiele ein.
Die Geschichte bietet sich als Gesprächsgrundlage für Kinder und deren Eltern an. Und vielleicht kommt tatsächlich das ein oder andere Kind zu der Einsicht, dass es sein Kinderzimmer aufräumen muss. Ole tut es zum Schluss schließlich auch und der Vater hilft.
Das Buch ist durchgehend illustriert. Alle Vorstellungen über Ordnung und Unordnung von Vater und Sohn wurden zu spannenden Bildern verarbeitet, die farbenfroh und detailreich sind. Besonders die Mimik der beiden Bären spricht für sich!

Rezension von Heike Rau

Matthias Sodtke / Steffen Butz
Chaos im Kinderzimmer
30 Seiten, gebunden, durchgehend illustriert
ab 5 Jahren
Lappan Verlag, Oldenburg
ISBN: 978-3830311256
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Ich räum nicht auf!, sagt der kleine Fuchs

Ich räum nicht auf!, sagt der kleine Fuchs

Eigentlich wollte der kleine Fuchs mit Zottel und Daxi im Baumhaus spielen. Aber draußen regnet es. Also geht der Kleine in seine Spielecke, um zu malen. Die Farbstifte kann er jedoch nicht finden. Mama Fuchs weiß auch nicht, wo sie sind und rät, danach zu suchen. Aber das macht der kleine Fuchs gar nicht gerne. Mama Fuchs findet die Farbstifte unter dem Bett. Damit sie das nächste Mal nicht wieder unauffindbar sind, rät sie ihrem Kind, diese nach Gebrauch aufzuräumen. Der kleine Fuchs scheint das nicht gehört zu haben. Nach dem Malen spielt er mit der Eisenbahn, belädt sie und lädt wieder ab. Bald liegt überall etwas herum. Als Mama Fuchs versehentlich auf ein Spielzeug tritt, ist seine Empörung groß. Dabei hat der kleine Fuchs doch selbst alles liegen lassen.
Erst nach Aufforderung durch die Eltern und deren Mithilfe räumt der kleine Fuchs auf. Und das auch nur, weil er mit Zottel und Daxi nun, nachdem es aufgehört hat zu regnen, zum Baumhaus will. Das Einweihungsfest muss vorbereitet werden. Die Feier wird ein voller Erfolg. Nur hinterher will wieder keiner aufräumen.

Das Unordnung im Leben eher hinderlich ist, wird im Buch auf eine sehr anschauliche Art und Weise gezeigt. Dabei muss man aus dem Aufräumen gar keine große Sache machen. In die kleine Geschichte sind Tipps eingebaut, die Kindern das Aufräumen erleichtern. Gut geht es, wenn man große Kisten für oft verwendetes Spielzeug bereitlegt und die Eltern helfen. Gemeinsam, ob nun mit den Eltern oder den Spielfreunden, geht es zudem schneller und macht sogar Spaß. Zudem erspart es zeitaufwändiges Suchen. Was beim kleinen Fuchs klappt, sollte auch bei Kindergartenkindern klappen. Die kleine Geschichte verhilft schnell zu mehr Einsicht.
Kleine Kinder werden das Buch mögen. Es ist ganz wunderbar illustriert und mit dem kleinen Fuchs können sie sich identifizieren.
Die kleine Geschichte ist von angenehmer Länge und lässt sich gut vorlesen. Da die Bilder sehr aussagekräftig sind, können Kinder das Buch aber auch gut alleine ansehen. Es macht Spaß, die Geschichte zu verfolgen und die vielen Details zu entdecken.

Rezension von Heike Rau

Christine Georg / Manfred Mai
Ich räum nicht auf!, sagt der kleine Fuchs
30 Seiten, gebunden, durchgehend illustriert
Ravensburger Buchverlag
ISBN: 978-3473323654
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Die Magd und die Königin

Die Magd und die Königin

Rose gerät nach einer Vergewaltigung in Verruf. Das Leben wird für sie zur Qual. Ihre Herrin Elain weiß ebenfalls nicht mehr ein noch aus, soll sie doch mit einem Mann verheiratet werden, dem sie mit Abscheu begegnet. Hals über Kopf fliehen die beiden. Erst unterwegs kristallisiert sich ihr Ziel heraus. Sie wollen zum Hafen, dorthin wo die Pilger nach dem Heiligen Land sich versammeln, um sich einzuschiffen zu lassen. Nach Marseille soll es gehen und dann mit der Flotte des Königs direkt nach Palästina.
Die Vorkommnisse auf ihrem Weg führen dazu, dass die beiden jungen Frauen in jämmerlichen Zustand in Hull ankommen. Doch sie geben nicht auf und schaffen es bis nach Messina. Kurz nach ihrer Ankunft stürmt Richard Löwenherz die Stadt wegen seiner Schwester Johanna, die hier nach der Ermordung ihres Gatten gegen ihren Willen festgehalten wird.
Doch Johanna hat in ihrer Verzweiflung bereits die Initiative ergriffen und ist geflohen. Sie irrt auf der Suche nach einem Versteck auf einem verlassenen Friedhof umher. Ausgerechnet hier trifft sie auf Rose und Alain, die sich ebenfalls hier vor den Soldaten und Plünderern verborgen halten.

Vor einer imposant gezeichneten Kulisse spielt die Geschichte dreier ganz unterschiedlicher Frau, die doch eins gemeinsam haben. Sie kämpfen um ihre Freiheit und sind bereit, dafür einen hohen Preis zu zahlen.
Man wird sofort hineingezogen, in diese sehr bildhaft gezeichnete und aufwändig recherchierte Geschichte. Auch der Schreibstil der Autorin ist ein Grund dafür. Die Sätze, eingebettet in die historischen Hintergründe, fließen nur so ineinander und man kann ganz wunderbar abschalten.
Die Charaktere, insbesondere Rose, Elain und Johanna, sind sehr tiefgehend, besonders in ihren Gefühlen, beschrieben. Beim Lesen lebt man förmlich mit ihnen als in allen Belangen eingeweihter Zuschauer. Wobei die Charaktere in den Nebenrollen der Geschichte aber nicht weniger gut beschrieben sind.
„Die Magd und die Königin“ ist ein wunderbar erzählter, fesselnder Schicksals-Roman. Unbedingt lesen!

Rezension von Heike Rau

Tessa Korber
Die Magd und die Königin
478 Seiten, gebunden
Eichborn Verlag
ISBN: 978-3821857862
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Ein Gebet für die Verdammten

Ein Gebet für die Verdammten

Irland, im Jahre 668. Auf der Burg in Cashel herrscht Trubel. Die Hochzeit der Schwester des Königs steht kurz bevor. Abgesandte aller fünf Königreiche werden erwartet.
Überschattet wird das Ereignis dann jedoch von einem Einspruch, den Abt Ultán von Cill Ria, gegen die Trauung erhebt. Er ist der Meinung, dass Brüder und Schwestern, die dem Neuen Glauben dienen, nicht heiraten dürfen. Der Einspruch Erhebende hält sich für einen großen Reformator.
Dass er zeitgleich mit den Angelsachsen, Landsleuten von Eadulf ankommt, scheint auch kein Zufall zu sein.
Besorgniserregend scheint auch die Tatsache, dass der Wahrsager Fidelma und Eadulf nahe legt, vorsichtig zu sein.
Brehon Baithen, Ratgeber in Gesetzeskunde und Verfahrensfragen wird vorgeschickt, um mit Abt Ultán zu sprechen. Doch der Abgesandte der Abtei Ard Macha ist tot. Gerade noch hat der Richter jemanden weglaufen sehen. Der Mörder ist Muirchertach Nár von Uí Fiacharcha, der König von Connacht.
Dass die Dinge nie so einfach laufen, weiß Schwester Fidelma nur zu genau. Deswegen nimmt sie den Fall auch sehr ernst. Der Beschuldigte nimmt nämlich sein Recht war, sich einen Anwalt auszusuchen und wählt Fidelma, die mit Eadulf zusammen ermittelt.

Keine Frage, der Fall ist spannend, aber eben auch sehr verzwickt. Und doch ist es eine Freude, zu verfolgen, wie Fidelma und Eadulf ermitteln. Fidelma versteht es mit Worten zu schießen. Gekonnt manövriert sie Verdächtige mit Fangfragen ins Abseits. Eadulf geht es da viel gemächlicher an. Er hält sich im Hintergrund, denkt anders als Fidelma, bringt den Fall aber gerade dadurch immer mal wieder entscheidend voran. So sind es besonders die ausgefeilten Dialoge, die an diesem Fall faszinieren.
Wieder wundert man sich über das Paar Fidelma und Eadulf, die ja heiraten wollen. Das Liebe sie verbindet, ist nicht erkennbar. Nur eine tiefe Freundschaft ist spürbar und das, wo die beiden doch bereits einen gemeinsamen Sohn haben.
Der Spannungsbogen ist in Ordnung. Besonders im letzen Drittel des Buches kann man kaum mehr aufhören mit lesen. Zu viele Mutmaßungen hinsichtlich des Täters stehen im Raum. Allerdings ist viel Konzentration erforderlich, da es Mühe macht, die vielen Personen mit ihren schwierigen irisch/keltischen Namen auseinander zu halten. Immer wieder muss man vor zur Liste blättern, um nachzuschlagen.
Aber es lohnt sich. Das Ende ist wirklich eine Überraschung!

Rezension von Heike Rau

Peter Tremayne
Ein Gebet für die Verdammten
Historischer Kriminalroman
Aus dem Englischen von Irmhild und Ott Brandstädter
Aufbau Taschenbuch Verlag
ISBN: 978-3746623320
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Matthias Sodtke: Übung macht den Meister

Matthias Sodtke: Übung macht den Meister

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Als Nulli, der Hase, in die Vorratskammer schaut, findet er nur noch eine einzige Möhre in der Holzkiste vor. Dieses gibt es dann zum Frühstück, während Priesemut, der Frosch, sich auf sechs Fliegen freuen darf. Er bietet Nulli einen seiner Brummer an, doch der lehnt ab. Lieber will er heute zum Rübenacker gehen. Das ist interessant für Priesemut. Er bietet sich als Erntehelfer an. Die Karotten sind gut gewachsen und erntereif.

Priesemut packt einen Büschel Möhrengrün und zerrt. Da macht es Knack und der Frosch landet mit dem Grün auf seinem Allerwertesten. Die Möhre ist in der Erde geblieben. Nulli stemmt die Pfoten in die Seiten. Ein Möhre muss man mit Gefühl ziehen, erklärt er Priesemut. Doch als Nulli zeigen will, wie das geht, passiert ihm vor lauter Anstrengung etwas unglaublich Peinliches. Und das, wo Priesemut direkt hinter ihm steht. Der bricht vor Schreck wieder sein Rübenbüschel ab. Nulli, statt sich zu entschuldigen, schimpft mit Priesmut und macht ihn mit seiner Besserwisserei ordentlich zur Schnecke. Beleidigt zieht der Frosch ab.

In der kleinen Geschichte geraten Nulli und Priesemut wieder mal aneinander. Ursache sind die Möhren, die sich nicht so leicht ernten lassen, wie gedacht. Da hilft nur geduldiges Üben, doch das müssen Hase und Frosch erst erkennen. Diese Situation lässt sich natürlich auch auf viele andere beziehen. Damit ist die Geschichte lehrreich, aber ohne belehrend zu wirken. Das liegt daran, dass sie mit sehr viel Humor erzählt wird. Und auch die witzigen Bilder sehen Kinder sicher gerne an. Klar, dass auch Erwachsene ihre Freude an dem Buch haben, selbst bei mehrmaligem Ansehen.

Rezension von Heike Rau

Matthias Sodtke
Nulli & Priesemut
Band 14: Übung macht den Meister
27 Seiten, gebunden
ab 3 Jahren
ISBN: 978-3830311232
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Schöne Ferien!

Schöne Ferien!

„Schöne Ferien!“ richtet sich an Jugendleiter ab 16 Jahren, aber auch an Gruppenleiter und Lehrer die Klassenfahrten begleiten wollen. Das vorliegende Buch ist eine Neubearbeitung der ersten Ausgabe, die vor zehn Jahren erschienen ist.
Das Buch erzählt aber nicht einfach die Geschichte einer erlebnisreichen Gruppenreise mit den möglichen Hürden, sondern fordert vom Leser Aktivität. Im Verlauf der Reise muss man als Begleiter immer wieder Entscheidungen treffen. Es ist wie ein Spiel, entscheidet man richtig, verläuft die Reise gut bis zum Schluss. Entscheidet man falsch, können die Ferien auch mal ganz schnell zu Ende sein.

Im Verlauf dieses Rollenspiels kann man sehen, ob man im Falle eines Falles richtig entscheiden würde. Was ist zu tun, wenn ein Schüler zur angegebenen Zeit nicht am Abfahrtsort erscheint? Welche Regeln sind den Kindern und Jugendlichen abzuverlangen? Darf in der Ferienfreizeit geraucht werden? Ist Alkohol erlaubt. Oder was ist zu tun, wenn ein Handy verschwunden ist und was, wenn jemanden das Heimweh plagt. Dürfen Pärchen ein gemeinsames Zimmer beziehen?

Diese Fragen und noch viele weitere werden im Buch beantwortet. Und das sehr anschaulich. Wo immer es nötig ist, wird auf geltende Gesetzestexte hingewiesen. Wert wird natürlich auch auf ein gutes Gruppenklima gelegt und auch die Zusammenarbeit mit den anderen Betreuern wird beleuchtet.
Da alle Informationen als Spiel vermittelt werden, macht es natürlich sehr viel Spaß, sich hier als Reisebegleiter für Ferienreisen weiterzubilden. Die Texte sind einfach geschrieben und damit sehr gut verständlich. Weitere Erkundigungen kann man unter www.juleiqua.de einholen.

Rezension von Heike Rau

Gerit Kopietz / Jörg Sommer
Schöne Ferien!
Mit Illustrationen von Waltraud Haarlammert
Institut für Jugendleiter und Qualifikation e.V.
Neuauflage 2007
ISBN: 9783000216176
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Das Mysterium

Das Mysterium

München, im Sommer 1356. Der Fremde, der Mathilde im Warenhaus nach ihrem Vater fragt, löst bei ihr Unbehagen aus. Kaum ist der Mann weg, läuft sie los, um ihren Vater, der am Ufer der Isar in Geschäften unterwegs ist, aufzusuchen. Als er erfährt, dass der Fremde nach Nemo gefragt hat, handelt er sofort. Er schickt die Tochter nach Hause, damit sie sich mit ihrer Mutter im Haus verbarrikadieren kann. Mathilde macht sich auf den Weg, sieht aber noch, wie Berittene ihrem Vater nachsetzen, als dieser über die Kiesbänke an der Isar flieht. Er hat keine Chance.

Zur Überraschung Mathildes hat ihre Mutter die Gefangennahme des Vaters durch die Inquisition erwartet. Eilig verlässt sie die Stadt, um nicht als Zeugin aussagen zu müssen. Sie lässt Mathilde zurück, die retten soll, was zu retten ist. Mathilde hat viel von ihrem Vater, der Kaufmann ist, über Handelsgesellschaften gelernt. Sie verschenkt wohldurchdacht den Familienbesitz bevor das Vermögen eingezogen wird.

Mit viel Spannung verfolgt Mathilde den Prozess und muss feststellen, dass ihr Vater nicht der ist, für den sie ihn gehalten hat. Er wird schuldig gesprochen wegen mehrfacher Beihilfe zum Mord und weil er die Inquisition belogen hat. Doch der rückfällige Häretiker, der ein zweites Mal der Ketzerei überführt worden ist, soll dem Scheiterhaufen entgehen und erhält stattdessen strenge Haft in Ketten.

Mathilde besucht ihren Vater im Kerker. Zunächst glaubt sie, dass ihr Vater den Tod verdient hat. Doch nach dem sie die ganze Geschichte gehört hat, will sie sein Leben retten und ihm zur Flucht verhelfen.

Erzählt wird vorwiegend in Rückblenden. Der Vater erzählt der Tochter seine Geschichte um seine Rolle als Hüter des Mysteriums und seinem Kampf um das Vermächtnis der Katharer.
„Das Mysterium“ ist ein opulenter und sehr bildgewaltiger historischer Roman. Aber er stellt auch einige Ansprüche an den Leser. Man liest das Buch nicht eben mal so weg. Ein hohes Maß an Konzentration ist nötig. Und trotzdem ist es schwer, sich in die Geschichte hineinzudenken, zu kompliziert sind die historischen Hintergründe aufgearbeitet, die auch noch im Vordergrund der Geschichte stehen und diese bestimmen. Dadurch verliert sich hin und wieder der Blick für die eigentliche Geschichte und Orientierungslosigkeit macht sich breit.
Im letzten Drittel des Buches verliert sich dieses Gefühl aber wieder. Die Geschichte gewinnt an Fahrt und wird viel besser verständlich.
Keine Frage, das Buch ist interessant, die Geschichte spannend, aber flüssig erzählt, ist sie leider nicht.

Rezension von Heike Rau

Titus Müller
Das Mysterium
470 Seiten, gebunden, 19,95 Euro
Erscheint Ende August 2007
Rütten & Loening
ISBN: 978-3352007484
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Taschenatlas Giftpflanzen

Taschenatlas Giftpflanzen

Giftige Pflanzen schnell und sicher zu erkennen, ist ausgesprochen wichtig. 170 von ihnen werden im vorliegenden Taschenatlas in Wort und Bild vorgestellt. Vom Maiglöckchen über die Engelstrompete und dem Goldregen bis hin zur Lupine. Also Pflanzen, die in jedem Hausgarten vorkommen. Erwähnung finden aber auch Gefahr bringende Zimmerpflanzen wie Kolbenfaden oder die Kleine Flamingoblume und Pflanzen, die man in der Natur antrifft, darunter Busch-Windröschen und gewöhnlicher Wurmfarn. Es gilt die Gefahr, die von den Pflanzen ausgeht, richtig einzuschätzen.

In den Porträts werden Herkunft, Standort und Vorkommen aufgezeigt. Beschrieben wird die Pflanze kurz nach ihren botanischen Merkmalen wie Blatt, Blüte und Frucht. Auch der Wuchs wird beschrieben. Der Leser erfährt, welche Pflanzenteile giftig sind und welche Vergiftungserscheinungen auftreten können. Leider werden hier nicht immer die giftigen Inhaltstoffe genannt oder auch in welchen zeitlichen Rahmen die Vergiftungserscheinungen sich abspielen, wird kaum beschrieben. Warnhinweise vervollständigen aber das Porträt. In einem gelben Kästchen erfährt man noch geschichtliche Details, etwa zur Verwendung der Pflanze im Mittelalter. Dabei wird ein Bogen bis in unsere heutige Zeit gespannt.
Auf einen Blick kann man die jeweilige Pflanze auch anhand der Symbole einschätzen.
Zu jeder Pflanze gibt es ein Bild. Leider kann man die Pflanzen hier nicht zweifelsfrei erkennen. Dazu wären sicherlich mehrere Fotos oder detaillierte Zeichnungen notwendig gewesen.

Einen ersten Überblick verschaffen, kann man sich mit dem Buch aber gut, gerade wenn man plant, neu Pflanzen für Haus und Garten anzuschaffen. Zudem findet man Adressen von Vergiftungszentralen mit wichtigen Telefonnummern.

Rezension von Heike Rau

Burkhard Bohne, Peter Dietze
Taschenatlas Giftpflanzen
170 Wild- und Zierpflanzen im Porträt
128 Seiten, 170 Farbfotos
Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart
ISBN 978-3-8001-5372-5
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Das Gold von Carcassonne

Das Gold von Carcassonne

1299 in Südfrankreich. Rixendes Bruder gehört zu den Katharern. Bislang hat ihn die Inquisition in Ruhe gelassen, doch nun scheint Gefahr zu bestehen. Um Rixende aus der Schusslinie zu bringen, soll die junge Frau ihre Heimat verlassen und heiraten.
Im Hause des ehrenwerten Castel Fabri in Carcassonne wird sie herzlich aufgenommen. Der Sohn Castel Fabris, Aimeric, verliebt sich auf der Stelle in seine Braut. Er erweist sich als freundlich und aufmerksam. Auf Rixende wirkt er sehr fremd, doch nach und nach erwärmt sie sich für ihn. Auch wenn für sie daraus niemals Liebe werden kann, heiratet sie Aimeric.
Die Sicherheit in Carcasrsonne erweist sich als trügerisch. Der zweite Inquisitor Fulco von Saint-Georges lässt auf Geheiß namhafte Leute und gute Katholiken aus Albi wegen Ketzerei einkerkern. Rixende begegnet dem Inquisitor einige Male. Er übt eine unheimliche Faszination auf sie aus, die sie erschaudern lässt und mit Schrecken erfüllt. Sie möchte ihn aus ihren Gedanken verbannen. Und doch lassen sie diese Gefühle nicht mehr los. Fulco von Saint-Georges provoziert die junge Frau und wagt es sogar, zu ihrer Hochzeit zu erscheinen. Als sie von ihm mit einem Wandbehang mit einem Einhorn darauf beschenk wird, erfüllt sich die Prophezeiung einer Wahrsagerin, was Rixende über alle Maßen erschreckt.
Kurz nach der Hochzeit kommen Gerüchte auf, dass Rixende zu den Katharern gehört, weil sie beim Hochzeitsmahl kein Fleisch gegessen hat. Das ist eine gefährlich Anschuldigung. Und das, wo ohnehin der Inquisitor schon ein Auge auf Rixende geworfen hat.

Man wird von diesem Roman sofort gefangen genommen. Das liegt am wunderbaren Schreibstil der Autorin. Ihre Art zu schreiben, so flüssig und rund, ist einzigartig.
Die Geschichte, die sie erzählt, ist spannend gemacht. Es geht um die verbotenen Liebe zwischen Rixende und dem Inquisitor Fulco von Saint Georges. Diese von Zweifeln und Widerständen geprägte Liebe wird so tiefsinnig, einfühlsam und Gänsehaut verursachend geschildert, dass man ganz davon gefangen genommen wird. Man kann sich gut hineinversetzen, fühlt mit.
Im einem ausführlichen Ahnhang erfährt der Leser, was an diesem Roman Realität und was Fiktion ist. Die historischen Hintergründe sind perfekt im Roman verarbeitet.
Die Geschichte spielt vor wechselnden Schauplätzen und nicht nur in Carcassonne, was wiederum für viel Abwechslung sorgt.
„Das Gold von Carcassonne“ ist ein historischer Roman, der von der Liebe lebt und von weittragenden zukunftsweisenden Geheimnissen, die es zu entschlüsseln gilt.

Rezension von Heike Rau

Helene Luise Köppel
Das Gold von Carcassonne
520 Seiten, broschiert
Aufbau Taschenbuch Verlag
ISBN: 978-3746623290
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Schlaf, Schäfchen, schlaf!

Schlaf, Schäfchen, schlaf!

Die große Schaffamilie hat eigentlich keine Sorgen. Auf der Wiese gibt es genug zu fressen und drinnen im Stall ist es gemütlich. Auch Kindchen Schaf ist zufrieden. Nur wenn es Zeit zum Schlafen ist, wird es brenzlig. Kindchen Schaf ist putzmunter und hat keine Lust in sein Strohbettchen zu gehen.

Die Schafsfamilie weiß sich nicht zu helfen. Man hat schon alles versucht, vom Lockengraulen über warmen Honig-Kräutertee und einer Hufmassage. Nichts hat angeschlagen.

Mama Schaf kommt auf die Idee, es mit einem Schlaflied zu probieren und versucht es mit „Schlaf, Schäfchen, schlaf!“ Vor dem Auge von Kindchen Schaf entstehen schöne Bilder. Aber nur Mutter Schaf wird müde. Nun singt der Reihe nach die ganze Familie. Zuerst Oma Schaf, dann Papa Schaf und sein Bruder Emil, Tante Thea und ihre Schwestern und dann noch mal alle im Chor. Ganz müde macht das. Kurz darauf liegen alle erwachsenen Schafe im Stall auf dem Stroh und schnarchen. Was wohl Kindchen Schaf macht?

„Schlaf, Schäfchen schlaf!“ ist eine gelungen Einschlafgeschichte für Kinder ab drei Jahren. Die Strophen des Einschlafliedes lassen sich nach dem bekannten Kinderlied „Schlaf, Kindchen, schlaf!“ singen. Sie sind sehr fantasievoll und regen Kinder zum Träumen an.

Die Geschichte ist für den Abend gut geeignet, sie regt nicht auf, ist aber sehr lustig und animiert Kinder im Bett zu bleiben.

Ein Hingucker sind die Bilder. Die Schafsfamilie ist sehr originell und witzig dargestellt. Besonders gut gefallen die Gesichtsaudrücke der Schafe, zum Beispiel beim Singen im Chor. Kindchen Schaf ist als kleiner Wirbelwind dargestellt und somit eine Figur mit der Kinder sich identifizieren können.

Es gibt aber auch viele lustige Details zu entdecken. Die Schafe haben sich in ihrem Stall perfekt eingerichtet. Kinder werden das Buch immer wieder gerne ansehen, auch wenn mal kein Elternteil zum Vorlesen zur Verfügung steht. Die kleinen Liedstrophen auswendig zu lernen, ist kein Problem. Kinder sehen anhand der Bilder, welche Strophe kommt.

Rezension von Heike Rau

Hermien Stellmacher / Regine Altegoer
Schlaf, Schäfchen, schlaf!
32 Seiten, gebunden
ab 3 Jahren
Loewe Verlag
ISBN: 978-3785548851
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