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Autor: hera

Schweizer Lexikon der populären Irrtümer

Schweizer Lexikon der populären Irrtümer

Stimmt es, dass die Schweizer ein Volk von Bahnfahrern sind? Ist es wahr, dass die Schweiz keine Bodenschätze hat? War Albert Einstein wirklich ein schlechter Schüler? Ist Fondue eine Schweizer Kreation? Ist die Schweizer Schokolade wirklich die beste? Und was ist eigentlich dran am angeblichen Steuerparadies und dem sagenhaften Bankgeheimnis? Ist die Schweiz tatsächlich neutral, unabhängig und souverän?

Munter geht es durch alle möglichen Sachgebiete wie Geschichte, Politik, Kultur und Alltag. Schluss mit Vorurteilen und falschen Vorstellungen!
Die Beiträge sind interessant, lehrreich, manchmal desillusionierend, aber auch oft zum Schmunzeln. Die Autorin hat aufwändig recherchiert und präsentiert die Fakten. Und wer trotzdem nicht glaubt, was er liest oder weiterführende Informationen braucht, kann den vielen Quellenangaben, oft auch mit Internetadressen, folgen.

Die Schweizer Irrtümer sind von A bis Z übersichtlich aufgelistet. Das ein Inhaltsverzeichnis oder ein Register fehlt, macht nichts. Einfach blättern und bei interessanten Stichpunkten hängen bleiben, macht den meisten Spaß.

Über die Autorin:
Franziska Schläpfer ist Jahrgang 1945. Die Texte der freien Journalistin und Autorin erschienen beispielsweise in der „Weltwoche“. Die gelernte Buchhändlerin ist zudem die Verantwortliche für die Schweiz-Ausgabe der deutschen Zeitschrift „Buch Journal“. Ihre Buchveröffentlichen umfassen unter anderem Biographien. Die vielseitig politisch und kulturell engagierte Autorin ist Mitglied der Raumplanungskommission Herrisau, Gründerin und Präsidentin des „Frauenpodium Herrisau“ und Mitglied der Jury „Literaturförderung“. Franziska Schläpfer ist Mutter von vier erwachsenen Kindern. Sie lebt in Zollikon.

Rezension von Heike Rau

Franziska Schläpfer
Schweizer Lexikon der populären Irrtümer
Missverständnisse und Vorurteile von Alpenklübler bis Zwingli
272 Seiten, gebunden
Pendo Verlag, Zürich
ISBN: 3-85842-569-9
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Schamanenpass

Schamanenpass

Calvin Maiyumerak wird verdächtigt die Mumie von Väterchen Frost, die in der Tundra am Schamanenpass entdeckt worden war, aus dem Museum von Chukchi gestohlen zu haben. Aber auch des Mordes an Victor Solomon wird er verdächtigt. Schließlich wurde dieser mit der Harpune von Väterchen Frost ermordet. Doch der behauptet, Väterchen Frost wäre selbst aus dem Museum ausgebrochen und hätte Victor Solomon ermordet, weil der vorhatte, ihn in einer Vitrine auszustellen. Nach altem Brauch der Inupiat hätte die Mumie draußen in der Tundra bleiben müssen.
State Trooper Nathan Active weiß, dass er diesen Fall nicht lösen kann, ohne sich mit alten Geschichten und Aberglaube auseinander zu setzen. Er macht sich auf die Suche nach Menschen, die noch etwas von den alten Zeiten wissen könnten. So führt die Ermittlungsarbeit in längst vergangene Zeiten Alaskas, in die Zeit der Schamanen. Die Vergangenheit lebt mit den alten Geschichten wieder auf und bringt Nathan Active verwertbare Erkenntnisse. Spuren verdichten sich. Doch um den wahren Dieb und Mörder dingfest zu machen, muss der State Trooper zum Schamanenpass. Das wird ein lebensgefährliches Unterfangen.

Ein spannungsgeladener, bewegender Krimi, der in der eisigen Kälte Nordalaskas spielt. Hier gehen schon vom sehr bildhaft beschriebenen Wetter ungeahnte Gefahren aus. So werden ganz besonders harte Anforderungen an den Ermittler gestellt. Der Fall ist vielschichtig und undurchsichtig. Doch Nathan Active ist jemand der hinhört, der sich interessiert, dem man als Leser gerne durch die Story folgt. Der Autor beleuchtet zudem das Leben der Inupiat in der Gegenwart und der Vergangenheit. Die Figur des Väterchen Frost, des Natchiq, basiert auf einem realen Eskimopropheten und Sozialreformer, der im 19. Jahrhundert in Nordwestalaska gelebt hat. Näheres dazu findet sich im Anhang neben einigen Anmerkungen zur Sprache und einem Inupiaq-Glossar.

Über den Autor:
Stan Jones wurde 1947 in Anchorage, Alaska, geboren und lebt dort auch heute noch. Als Journalist, leidenschaftlicher Buschpilot und Spezialist für Umweltfragen hat er die Erfahrungen für seine Bücher gesammelt.

Rezension von Heike Rau

Stan Jones
Schamanenpass
Aus dem Englischen von Peter Friedrich
285 Seiten, gebunden
Unionsverlag, Zürich
In der Reihe: metro
ISBN: 3-293-00340-0
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Katja Reider: Weil ich immer bei dir bin

Katja Reider: Weil ich immer bei dir bin

Das große Bilderbuch vermittelt durch seine liebevollen Verse, ein Gefühl von Ruhe, Wärme und Geborgenheit. Die kleinen Alltagssorgen fallen ab und das sicher nicht nur bei Kindern, sondern auch beim Vorlesenden, egal ob Mama, Papa, Oma oder Opa. In den Versen und Zeichnungen werden die kleinen, aber nicht zu unterschätzenden, Ängste der Kinder aufgegriffen. Die Angst vorm Alleinsein, vor Unbekanntem, vor Gewitter oder vor der Nacht.
Die Illustrationen verstärken die beruhigende Wirkung der Verse. Die warmen Farben sind harmonisch aufeinander abgestimmt. Der kleine blaue Vogel braucht in der Nähe seiner Mutter keine Angst vor dem Fliegen zu haben. Der kleine Bär kuschelt sich in der Nacht an den großen Bären. Mama Hase erzählt ihrem Kind eine Einschlafgeschichte. Die fantasievollen Zeichnungen überraschen mit vielen liebenswerten Details. Das Buch eignet sich beispielsweise für Kinder zum Entspannen nach einem anstrengenden Tag oder auch zum Ansehen vor dem Einschlafen.

Über die Autorin:
Katja Reider ist Jahrgang 1960. Sie studierte Germanistik, Publizistik und Kommunikationswissenschaften in Göttingen. Anschließend arbeitete sie als PR Volontärin in Bonn und schließlich als Pressesprecherin von “Jugend forscht“ in Hamburg. Seit der Geburt von ihren Kindern Felix und Liva ist Katja Reider freie Autorin. 1997 wurde ihr der Picture Book Gold Award des amerikanischen Parents Choice Magazine verliehen. Die Autorin lebt mit ihrer Familie in Norddeutschland.

Über den Illustrator:
Felix Scheinberger ist Jahrgang 1969. Er hat schon immer gerne gezeichnet und schließlich in Hamburg an der Fachhochschule für Gestaltung studiert. Wenn er nicht gerade selbst schreibt, illustriert er Bücher für Kinder und Erwachsene.

Rezension von Heike Rau

Katja Reider
Weil ich immer bei dir bin
Illustrationen von Felix Scheinberger
18 Seiten, gebunden
Für Kinder ab 3 Jahren oder als Geschenkbuch für Erwachsene
Loewe Verlag, Bindlach
ISBN: 3-7855-5147-9
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Kaufen!

Kaufen!

Mit ihrer Arbeit im Kaufhaus will Simone Wenger eigentlich nur ihr Studium finanzieren. Doch die Kaufhaus-Job nimmt sie total gefangen. Simone ist fasziniert vom Angebot an Waren und der Arbeit mit ihren Kollegen. Im Kaufhaus fühlt Simone sich heimisch. Und dennoch ist Simone für ihren Job überqualifiziert. Mit der Bezahlung ist sie eines Tages nicht mehr zufrieden. So beginnt sie Werbetexte zu verfassen, bald arbeitet sie als freie Mitarbeiterin in der PR-Abteilung. Zufriedenheit stellt sich trotzdem nicht ein. Simone hat sich weiterentwickelt. Auch ihr Freund kann da nicht mithalten und bleibt auf der Strecke.

Die Autorin lässt Simone Wenger von ihrem geradlinigen und sorglosen Arbeitsleben im Kaufhaus erzählen, für welches die intelligente junge Frau ihr Studium aufgegeben hat, wohl weil es so am bequemsten war. Es verwundert nicht, dass Simone eines Tages nicht mehr zufrieden ist. Viel zu lange hat sie sich von der Kaufhaus-Glitzerwelt täuschen lassen. Sie war drinnen, das wahre Leben hat sich jedoch draußen abgespielt. Stillstand im Leben.
PLAY, REWIND, FORWARD, PAUSE, so geht es durchs Buch. Da muss man aufpassen, den Faden nicht zu verlieren. Dafür beschreibt die Autorin die Mitarbeiter um Simone, ihr Arbeitsumfeld und ihre Tätigkeiten, also ihre Lebensinhalte, sehr präzise. Ein Buch, dem man auch Denkanstöße für das eigene Leben entnehmen kann.

Über die Autorin:
Nicole Müller wurde 1962 in Basel geboren. Die in Küsnacht bei Zürich lebende Kommunikationsberaterin und Journalistin wurde für ihre Publikationen u.a. mit dem Zürcher Journalistenpreis 2000 ausgezeichnet.

Rezension von Heike Rau

Nicole Müller
Kaufen!
Ein Warenhausroman
142 Seiten, gebunden
Nagel & Kimche
im Carl Hanser Verlag München Wien
ISBN: 3-312-00348-2
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Der Tote im Bunker

Der Tote im Bunker

Martin Pollack war gerade mal 3 Jahre alt, als sein Vater am 1947 in einem Bunker am Brenner nahe der Grenze ermordet wurde. Mehr als 50 Jahre sind also seit dem Tod des Vaters vergangen. Martin Pollack brennen viele Fragen auf der Seele, deren Beantwortung er aus, wie sich zeigt, begründeter Angst lange herausgeschoben hat. So nimmt er nun die Spurensuche auf. Sein Vater Dr. Gerhard Bast war SS-Sturmbannführer und Mitglied der Gestapo. Pollack will jedoch hinter die Fassade sehen. Ihm geht es vor allem darum zu erfahren, was den Vater angetrieben hat, was er dachte, wie er wirklich war, wie er zu seiner Überzeugung kommen konnte. Polack nimmt den Kampf gegen die herrschende Sprachlosigkeit auf und sichtet Unterlagen, private und berufliche Papiere und die wenigen Fotos vom Vater, die eine verblüffende Ähnlichkeit mit dem Sohn zeigen. Pollack besucht Zeitzeugen und sucht Archive auf. Er setzt sich mit der Arbeit der Gestapo und der Familiengeschichte auseinander, präsentiert die Fakten mit großer Ehrlichkeit, obwohl er Dinge herausfindet, die seine geahnten Befürchtungen noch übertreffen. Warum? Warum ausgerechnet der Vater? Unverständnis bleibt. Martin Pollack kann diese Frage nicht beantworten, ist fassungslos. Papiere und Fotos verraten die Gedanken des Vaters nicht. Der Berichtsstil scheint bewusst gewählt, um Abstand zum Vater zu schaffen. Dennoch kommt die Verzweiflung und das Entsetzen Martin Pollacks über die Taten seines Vaters zum Ausdruck. Diese Beklemmung und Bestürzung überträgt sich auch auf den Leser.

Über den Autor:
Martin Pollack wurde 1944 in Bad Hall, Oberösterreich, geboren. Er studierte Slawistik und osteuropäische Geschichte. Bis 1998 war er Redakteur beim „Spiegel“, dann freier Autor und Übersetzter.

Rezension von Heike Rau

Martin Pollack
Der Tote im Bunker
Bericht über meinen Vater
255 Seiten, gebunden
Paul Zsolnay Verlag, Wien
ISBN: 3-552-05318-2
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Der perfekte Mann

Der perfekte Mann

Er behauptet von sich, der perfekte Mann zu sein. Und wenn Sebastian Busch so von sich erzählt, möchte man ihm fast glauben, wäre da nicht diese extreme Angeberei, diese Selbstverliebtheit, diese bodenlose Arroganz. Auf Partnersuche ist Sebastian jedoch nicht. So trifft ihn die Liebe überraschend, beim Kaffee holen in der Kantine. Dabei geht er normalerweise gar nicht in Kantinen. Kantinen sind für den Agenten für Film- und Fernsehschauspieler kein guter Ort. Es ist nicht sein Revier. So könnte man es Schicksal nennen, dass Sebastian hier seine zukünftige Frau trifft, die gerade ihre Kollegen aufs köstlichste unterhält. Dabei ist sie ihm beim Casting gar nicht aufgefallen und auf dem Kommt-nicht-in-Frage-Haufen gelandet.
Mit der Liebe will es nicht so recht klappen. Dazu ist Sebastian viel zu rücksichtsvoll und zurückhaltend. Nie würde er sich aufdrängen. Erst die Kuppelversuche von seiner Chefin Frau Maibach zeigen Erfolg und so kommen Traumfrau und Traummann zusammen. Das Zusammenleben des Paares verläuft ohne Höhepunkte. Sebastian lässt seiner Frau jeden Willen und passt sich uneingeschränkt ihren Bedürfnissen an. Doch ein Mann, der nicht widerspricht, der keine Angriffspunkte hat, wird zur Witzfigur. Das ist zumindest gut für die Karriere der Frau. Für die Beziehung jedoch nicht.

Das Buch ist ein Knaller. Zunächst glaubt man nicht, dass diesen selbstverliebten und von sich selbst überzeugten und so leidenschaftslosen Mann irgendetwas aus der Ruhe bringen kann. Doch mit Erstaunen stellt man fest, dass Sebastian doch ein ganz massives Gefühl zulassen kann. Eifersucht. Und die überfällt ihn praktisch in dem Augenblick, als er seine Frau kennen lernt. Und als sie dann zusammenleben, fällt es ihm immer schwerer, den lockeren Lebenswandel seiner Frau zu tolerieren. Mit Spannung wartet der Leser darauf, dass die Schmerzgrenze endlich erreicht wird und Sebastian über seinen eigenen Schatten springt und aufwacht, nicht nur zuschaut, das Verhalten seiner Frau nicht immer nur vor sich selbst rechtfertigt. Es ist nicht zum Aushalten. Als Leser möchte man am liebsten ins Geschehen eingreifen und Sebastian wachrütteln. Das macht die Spannung in diesem Buch aus. Dazu kommt der tolle Schreibstil. Das Buch ist mit viel Witz und Ironie geschrieben und dennoch kann man eine gewisse Ernsthaftigkeit nicht absprechen. Als Leser wird man gut unterhalten, aber auch nachdenklich gemacht.

Über den Autor:
Morten Feldmann ist Jahrgang 1967. Er studierte Publizistik in Berlin und Köln und arbeitete in verschiedenen Jobs bei Film und Fernsehen. Neben einigen Drehbüchern schrieb er vor allem Kurzprosa und arbeitete gelegentlich als Dialog- und Script-Doctor. Morton Feldmann ging 2001 in die USA, wo er in der Nähe von Los Angeles lebt. „Der perfekte Mann“ ist sein erster Roman.

Rezension von Heike Rau

Morten Feldmann
Der perfekte Mann
186 Seiten, gebunden
Kunstmann Verlag, München
ISBN: 3-88897-365-1
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Nachtzug nach Lissabon

Nachtzug nach Lissabon

Raimund Gregorius beschließt mit 57 Jahren ganz plötzlich sein Leben zu ändern. Mitten im Unterricht steht er auf und geht. Die Tasche bleibt auf dem Pult zurück. Noch denken die Schüler, dass er zurückkommen wird. Doch es wird keine Stunden in Latein oder Geschichte mehr geben. Der Altphilologe bleibt nicht länger in Bern. Ein Buch des Autors Amadeu de Prado wird ihm von nun an den Weg weisen. Die Zeilen des Autors ziehen Gregorius magisch an. Die Worte klingen, als seinen sie für ihn selbst bestimmt. Der Autor, ein portugiesischer Arzt, lebt nicht mehr. Doch das bremst Gregorius’ Eifer nicht. In Lissabon angekommen, trifft er sich mit den Schwestern de Autors, mit Jorge, dem Apotheker, mit dem Pater, der Amadeu de Prado beerdigt hat und mit anderen Menschen, die wichtig waren. Und immer wieder liest Gregorius im Buch. So lernt er den Menschen de Prado kennen und seine Gedanken, die im Buch verewigt sind, zu verstehen. Es entsteht ein sehr persönliches Bild von Amadeu de Prado, der nicht nur Arzt und Schriftsteller war, sondern auch ein Mensch, der gegen die Diktatur Salazars gekämpft hat, weil er glaubte, etwas wieder gutmachen zu müssen.

Was passiert, wenn man aufsteht und einfach geht? Kann man wirklich so aus dem gewohnten Leben ausbrechen? Raimund Gregorius, der nun wirklich das Gegenteil eines Draufgängers ist, tut es, und damit zieht der Autor den Leser sofort in den Bann. Doch damit nicht genug. Auch die innersten Gedanken und philosophischen Betrachtungen Amadeu de Prados fesseln, so tiefgründig und geistreich sind sie, so spannend seine Lebensgeschichte, die Gregorius Stück für Stück aufrollt.
Der Autor schreibt mit einem unglaublichen Feingefühl. Die Mimik und Gestik der handelnden Personen werden mit großer Genauigkeit beschrieben. So entstehen vor dem inneren Auge des Lesers sehr detailreiche Bilder. Es ist, als würde ein Film ablaufen.
„Nachtzug nach Lissabon“ ist kein Buch, dass man einfach so verschlingt, obwohl es sehr spannend ist. Es macht zu viel Vergnügen sich an den klingenden, klugen, ausformulierten Sätzen zu erfreuen, als das man schnell darüber hinweg liest. Die Sprachgewandtheit ist beeindruckend, die Wortwahl so treffsicher. Es geht um Dinge, mit denen sich jeder auseinandersetzen muss, um Liebe, Freundschaft, Gefühle, Selbstzweifel, Angst vor dem Tod oder auch um den Sinn des Lebens. Ein Buch, das sehr nachdenklich macht und das es wert ist, ein zweites Mal gelesen zu werden.

Rezension von Heike Rau

Pascal Mercier
Nachtzug nach Lissabon
495 Seiten, gebunden
Carl Hanser Verlag, München, Wien
ISBN: 3-446-20555-1
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30 über Nacht

30 über Nacht

Jenna würde zu gern so aussehen wie die perfekten Models in den Modemagazinen. Ihr sehnlichster Wunsch ist es, zur coolsten Clique der Schule zu gehören. Deswegen lädt Jenna die sechs Mädels, die durch ihre schicken Klamotten und ihre Beliebtheit auffallen, zu ihrem 13. Geburtstag ein. Jenna will beweisen, dass sie ebenfalls cool ist.
Von ihrem Freund Matt bekommt Jenna ein selbstgebautes Traumhaus geschenkt und eine Tüte Wunschstaub aus der letzten „Hulk“-Ausgabe. Doch als die Geburtstagsgäste kommen, lässt sie das Haus und den Wunschstaub auf einem Regalbrett im Wandschrank verschwinden. Die Party entwickelt sich nicht so, wie von Jenna erhofft. Die Gäste langweilen sich. Dann schlägt eines der Mädchen vor „Sieben Minuten im Himmel“ zu spielen. Jenna ist als erste dran. Die Augen werden ihr verbunden und sie muss in den Wandschrank gehen. Sie darf nun darauf warten, dass ein Junge zu ihr kommt und sie sieben Minuten küssen wird. Jenna hofft auf Chris Crandy, der mit der Mädchenclique mitgekommen ist und den sie insgeheim vergöttert. Doch Jenna wird ausgetrickst. Da wünscht sie sich unter Tränen nur noch eins: 30, sexy und erfolgreich zu sein. Vom Traumhaus fallen einige Krümel Wunschstaub herunter und ihr Wunsch wird wahr.

Die Geschichte um die 13jährige Jenna ist sehr unterhaltsam. Ihre Wünsche, wenn sie auch sehr oberflächlich erscheinen mögen, sind gut nachvollziehbar. Durch den Wunschstaub macht Jenna eine Zeitreise in die Zukunft und kann feststellen, ob ihre Wünsche wirklich das Maß aller Dinge sind. Dass das niemals der Fall sein kann, ist natürlich klar. Das muss auch Jenna schmerzlich erfahren. Doch sie lernt, sich selbst nicht mehr so wichtig zu nehmen und in Zukunft ihre Entscheidungen nach anderen Maßstäben zu fällen.
Ein modernes Märchen, das mit Magie Träume wahr werden lässt.

Rezension von Heike Rau

Christa Roberts
30 über Nacht
Nach dem gleichnamigen Kinofilm von Cathy Yuspa & Josh Goldsmith und Niels Mueller
Nach einer Idee von Cathy Yuspa & Josh Goldsmith
Aus dem Amerikanischen von Thomas Ziegler
125 Seiten, broschiert
Egmont vgs verlagsgesellschaft, Köln
ISBN: 3-8025-3380-1
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Ulmers Großes Lexikon der Hunderassen

Ulmers Großes Lexikon der Hunderassen

Mit diesem umfassenden Lexikon können sich Hundeliebhaber ein Bild von den verschiedenen Hunderassen machen. Gerade wer beabsichtigt, sich einen Hund anzuschaffen und noch nicht weiß, welcher Hund für ihn infrage kommt, kann mit dem Buch leichter eine Wahl treffen. Den Leser erwarten 345 Porträts der vom FCI (Fédération Cynologique Internationale) anerkannten Rassen. Aber auch einige recht junge, noch nicht anerkannte Hunderassen werden vorgestellt. Dazu gehören beispielsweise der Markiesje oder der kleine Mi-Ki.
Angaben zu FCI-Nr., Herkunft, Größe, Gewicht und Farbe werden steckbriefartig dargestellt. Ausführliche Auskünfte zur Geschichte des betreffenden Hundes, zum Charakter, zu Besonderheiten und Verwendung folgen. Hinweise zu den sogenannten Kampfhunde-Rassen sind ebenfalls vorhanden. Und natürlich steht auch ein treffendes Farbfoto zur Verfügung.
Mit Hilfe einer Farbleiste am unteren Seitenrand ist es möglich, die vorgestellten Hunderassen den einzelnen Rassengruppen zuzuordnen. So kann man auf einen Blick die Gruppenzugehörigkeit erkennen.

Die Fülle an angebotenen Informationen ist beeindruckend. Dabei kommt die Übersichtlichkeit im Buch nicht zu kurz. Dafür sorgt eine gut erfassbare Gliederung der Texte. Die Rassen sind alphabetisch angeordnet. Im Register sind dann auch die gängigen Synonyme mit aufgelistet.
Besonderen Wert hat die Autorin auf die Beschreibungen der Wesenszüge der Hunde gelegt, ohne diese zu beschönigen. Denn nicht jeder Hund ist für jeden Hundeliebhaber geeignet. So kann der Leser sich spätere Enttäuschungen ersparen. Damit sind die Angaben zu den einzelnen Hunderassen sehr aussagekräftig. Genau richtig, um sich einen umfassenden Überblick zu verschaffen.

Über die Autorin:
Die Biologin Dr. Gabriele Lehari ist Autorin, freiberufliche Lektorin und Übersetzerin von Natur-, Umwelt- und Hobby-Sachbüchern. Seit vielen Jahren ist sie Hundehalterin und hat mehrere Hundebücher veröffentlicht.

Rezension von Heike Rau

Gabriele Lehari
Ulmers Großes Lexikon der Hunderassen
345 Rassen in Wort und Bild
238 Seiten, 350 Farbfotos, gebunden
Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart
ISBN: 3-8001-4614-2
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Der blaue Kristall

Der blaue Kristall

Dr. Jan Parlor hat seine Faszination für Steine zum Beruf gemacht. Trotz beruflicher Erfolge und auch in sexueller Hinsicht erfüllter Ehe mit Anna, wirkt sein Leben langweilig. Es scheint, als würde die Zeit nur so vor sich hin plätschern, als wäre das Leben eine Belanglosigkeit. Alles ist Schicksal, alles ergibt sich. So war es schon zu DDR-Zeiten, warum sollte es nach der Wende anders sein. Parlor ist kein Kämpfer. Wofür auch, ihm fehlt ja nichts. Dann geschieht das Unfassbare. Parlor verliebt sich in eine verheiratete Frau. Sie erinnert ihn an jemanden, weckt versteckte Gefühle, die niemand in ihm vermutet hätte, am wenigsten er selbst. Seine Fantasie schlägt Purzelbäume, alle Gedanken drehen sich um diese Frau. Doch Parlor kann lange nicht aus sich heraus. Er versucht die Frau mit Zurückhaltung zu erobern, so sind Ostmänner nun mal. Irgendwann ist es genug. Parlor merkt, dass er so nicht ans Ziel kommt und verliert die Geduld. Leidenschaft packt ihn und er begeht eine unerklärliche Tat.

Der Autor erzählt in einem sehr eindringlichen Stil. Dabei arbeitet er mit interessanten Perspektivwechseln. Der Leser erfährt daher auch die Gedanken, die der Ich-Erzähler selbst nicht offenbaren würde. So entsteht eine ungewöhnliche Tiefe. Die Wandlung Parlors vom Langweiler zum leidenschaftlichen Mann ist sehr ausführlich beschrieben. Parlor mit seiner plötzlichen Leidenschaft konfrontiert, lernt Gefühle zuzulassen und nicht mehr alles als gegeben hinzunehmen. Sogar Hassgefühle unterdrückt er nicht länger. Ein schmerzlicher Prozess, der, auch wenn man das hofft, nicht im Glück endet und doch den Grundstein für ein lebenswerteres Leben mit wirklichen Zielen schafft.

Über den Autor
Birk Meinhardt, Jahrgang 1959, arbeitete als Sportjournalist für verschiedene Zeitungen und seit 1996 als Reporter für die Süddeutsche Zeitung. Der in Eichwald bei Berlin lebende Autor erhielt 1999 und 2001 den Egon-Erwin-Kisch-Preis. „Der blaue Kristall“ ist sein erster Roman.

Rezension von Heike Rau

Birk Meinhardt
Der blaue Kristall
288 Seiten, gebunden
Eichborn Verlag, Frankfurt am Main
ISBN: 3-8218-5742-0
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