Halids Heimkehr

Halids Heimkehr


Die Welt, in die Halid nach dem Krieg zurückkehrt, ist nicht mehr dieselbe, die er verlassen hatte.

Was im Dorf mit einem verlorenen Fußballspiel gegen die Serben begann, endete einst in einer handfesten Prügelei.

Zuletzt wurde aus ethnischen Ressentiments der Bosnienkrieg, in dem Muslime und Christen, die lange Zeit friedlich zusammen gelebt hatten, von einem Tag auf den anderen zu Feinden wurden.

Als Halid kriegsversehrt zurückkehrt, ist sein Dorf verkommen, viele Männer sind gefallen oder noch im Krieg. Er zieht rastlos durch die bekannten Strassen und Plätze, trifft auf einen früheren Kumpel Shukri, auf verarmte Zigeunerjungen und traut sich nicht nach Hause zu seiner Mutter. Auch von Mira hört er, seiner große Liebe, die seinen besten Freund Momir, geheiratet hat,–oder heiraten musste?

Halid treibt sich in Spelunken rum und verkehrt im Zigeunerpuff mit seinem Freund Shukri. Überall, wo er auftaucht, wird geraucht und getrunken und gespielt und er macht fleißig mit. Innerlich hat er sich abgekapselt.
Es ist ein armseliges und schurkisches Milieu, das der Krieg übrig gelassen hat.

Während im Dorf Argwohn, Verbitterung und Feindsseligkeit an allen Ecken spürbar ist, macht sich Halid auf, Mira zurück zu erobern. Die Mutter von Momir vertreibt ihn bei jeder Gelegenheit und ist erfüllt von Bitterkeit und Wut. Die Mitglieder der Familie Momirs sind Christen und Halid ist Moslem. Und dann gibt es da noch andere Geheimnisse: man ahnt drohendes Unheil heraufziehen

Mit eindringlicher Sprache und feiner Beobachtungsgabe gelingt der Autorin punktuell das Porträt eines Vielvölkerstaates, der nur schwer zur Einigung finden kann.
Sie berichtet über Brutalität, die Liebe und eine subtile Zärtlichkeit, die Halid für seinen gefallenen Freund Momir empfindet; sie spricht über die Traurigkeit und über all das Vergangene und Verlorene.

Darüber hinaus bringt sie atmosphärisch herüber, wie es sich in einem Land lebt, in denen sich die Menschen in gegenseitigem Hass zerfressen, und das durch Uneinigkeit in einen Auflösungszustand gerät und in sich zerfällt.

N. R. ist eine begnadete Berichterstatterin.
Sie lebt seit ihrem 20. Lebensjahr in Amerika und unterrichtet an der University of Colorado und der Jesuit University New / York. Natasha Radojcic hat schon mit ihrem Roman 2006 ein Zeichen gesetzt, das sie als kluge Interpretin ihrer politischen Herkunft ausweist. Mit diesem Roman hat sie den ersten noch übertroffen.

Natasha Radojcic
Halids Heimkehr

ISBN:3827006201
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Grendl

Grendl

Klappentext:
Sie wollten schon immer wissen, wie das Ende der Welt tatsächlich aussehen wird und ob es rückgängig gemacht werden kann? Was eigentlich der Sinn des Lebens ist und warum sich manche Allegorien einfach nicht miteinander vertragen? Antworten darauf und auf vieles mehr hält Grendl für Sie bereit!

Die Welt geht zu Ende. Das Nichts nichtet. Max Merkur, auf dessen Diplom, das ihn als Magister der Philosophie ausweist, die Tinte noch nicht getrocknet ist, findet sich in der Abfertigungshalle des katholischen Himmelsbahnhofs wieder (gleich neben der Abfertigungshalle für Eichhörnchen und Nagetiere). Durch eine Verkettung unglücklicher (wenngleich nicht ganz zufälliger) Umstände ist es Max Merkur leider nicht möglich, den Apparat des Jüngsten Gerichts zu durchschreiten. Stattdessen ersuchen ihn die Teufel, denen der Weltuntergang höchst ungelegen kommt (schließlich fanden sie gerade in der heutigen Zeit immer mehr Anhänger, und außerdem wollten sie demnächst mit ihrem Internetportal online gehen), um Hilfe bei einer heiklen Mission. Sie stellen ihm den Teufel Lutherion zur Seite, mit dessen Hilfe (und einem Mobiltelefon) Max Merkur eine Reise durch Raum und Zeit antreten soll, um den Sinn des Lebens von den berühmtesten Philosophen der Menschheit zu erfahren, denn nur dadurch kann das Ende der Welt rückgängig gemacht werden.

Humorvolle Fantasy ist immer Geschmackssache. So auch beim vorliegenden Roman. Einfach die Leseprobe auf der Verlagsseite ausprobieren. Wem es gefällt und wer sich den Roman zulegt, findet eine vergnügliche Reise durch Raum und Zeit. Der gerade das Magister in Philosophie erlangte Max Merkur sucht die größten Philosophen der Menschheit auf um die Welt zu retten. Der Sinn des Lebens wird gesucht. Da bleibt kein Auge trocken. Der Autor lässt keine Wortspielerei, keinen Kalauer aus.
Das mag man oder man mag es nicht. Ich fand den Roman amüsant, er war spritzig und witzig, eine vergnügliche Reise durch die Phantasie.

Frank Schweizer
Grendl
Humorvolle Fantasy: Die Welt endet und nur einer kann sie retten – Der Sinn des Lebens
ISBN:3950218556
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Modrow – Katzengeschichten

Modrow – Katzengeschichten

Nachdem alle Eventualitäten bedacht und die bevorstehenden Aufgaben verteilt sind, nehmen Peter Exinger und seine Partnerin Gabi ein Kätzchen ins Haus und nennen es Modrow. Ihr Zusammenleben ändert sich dadurch beträchtlich.

Der Autor erzählt nun in Folge Geschichten aus dem gemeinsamen Leben mit Frau und Katze. Er erzählt, wie man einer Katze begreiflich macht, dass sie nicht ins Schlafzimmer darf; warum Modrow kein Glöckchen bekommt, obwohl er Spatzen jagt; was es für Katzeneltern bedeutet, eine Woche zu verreisen; wie geschickt Modrow auf fantasievolle Art seine Streicheleinheiten in unmöglichsten Situationen einfordert; wie die Katze mit Charme die Aufmerksamkeit auf sich lenkt; wie man an Weihnachten einer Katze eine Freude macht und vieles mehr.

Peter Exinger philosophiert über das Leben mit einer Katze und beschreibt, welche Vorteile und auch Nachteile es bringt, wie sich die Partnerschaft ändert und auch wie er selbst zu anderen Ansichten und Einsichten gelangt ist und warum es manchmal mit der Katzenliebe übertrieben wird.

Neu ist das alles nicht. Für Katzenfreunde ist der Wiedererkennungswert also hoch. Das Hörbuch ist nett gemacht und man muss auch einige Male Schmunzeln. Das war es aber leider auch schon. Geeignet ist das Hörbuch daher eher für Katzenfreunde, die sich ein Kätzchen anschaffen wollen oder die erst kurze Zeit Katzeneltern sind. Anhand der Geschichten kann man sich doch ein genaues Bild davon machen, was die Katze für ein Wesen hat und wie sich das Leben mit Katze ändern wird.
Thomas Holländer liest in sehr gleichmäßigen Stil. Die Ironie, die in so mancher Geschichte steckt, kommt damit gut zum Tragen.
Die Geschichten haben eine durchschnittliche Länge von zwei bis drei Minuten, sind damit auch gut zum zwischendurch Hören geeignet, also beispielsweise auf kurzen Autostrecken.

Rezension von Heike Rau

Peter Exinger
Modrow – Katzengeschichten
2 CDs, Laufzeit ca. 129 Minuten
Steinbach sprechende Bücher
ISBN: 978-3886980093
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Martina Meuth und Bernd Neuner-Duttenhofer: Alles, was wir mögen

Martina Meuth und Bernd Neuner-Duttenhofer: Alles, was wir mögen

In diesem neuen Kochbuch stellen Martina Meuth und Bernd Neuner-Duttenhofer bewährte Rezepte aus ihrer Fernsehsendung „Servicezeit: Essen & Trinken“ vor. Man findet in dem Buch klassische Rezepte, aber auch Neues, das es auszuprobieren gilt.

Los geht es mit Kartoffelrezepten. Zunächst erzählen die beiden Autoren allgemeines über die „tollen Knollen“. Da gibt es nämlich Sorten, die vielleicht der eine oder andere noch nicht kennt, die man aber unbedingt ausprobieren sollte. Zum „Kartoffelsalat mit zweierlei Bohnen“ kann man zum Beispiel gut die blaue Violette nehmen. Sehr viel Spaß dürfte es auch machen, einmal selbst Kartoffelchips zu backen. Dazu gibt es leckeren Kräuterquark zum Dippen.

Ein Klassiker sind die Kohlrouladen. Dabei muss man aber nicht unbedingt Weißkraut zum Wickeln nehmen. Geeignet sind auch Rot-, China- oder Spitzkohl. Neben „Kohlrouladen nach Großmutters Art“ werden auch „Gourmetröllchen mit Fischfüllung“, oder „Weiße und rote Kohlröllchen mit Lamm“ zubereitet.

Ebenso interessante Gerichte lassen sich mit Lauch bzw. Porree zubereiten. „Lauchstrudel“ oder „Lauchgratin“ sind nur zwei Beispiele, die den allgemeinen Informationen über das vielseitige Gemüse folgen.

Hausmannskost wird im nächsten Kapitel vorgestellt. Es geht um Gulasch. Auch hier findet man nach Tipps zum Kauf, das Rezept für „Klassisches Rindsgulasch“ und dann weitere interessante Variationen mit Kalb, Lamm oder Hähnchen.

Das Hähnchen hat aber auch ein eigenes Kapitel mit leckeren Rezepten zu „Gefülltem Brathuhn mit Shiitakepilzen“ oder „Gegrillten Hähnchenkeulen“.
Gekocht wird aber auch mit Meeresfrüchten, Tomaten, Mangold, Spargel, Wirsing und Äpfeln. Aber auch wer gerne draußen grillt, findet ein komplettes Menü für einen Grillabend. Natürlich gibt es auch Kuchenrezepte und auch wie man ganz besondere Geschenke herstellen kann, wie „Hausgemachte Leberwurst“ im schönen Glas oder Kräuteressige, wird erklärt. Wer auf der Suche nach einem Festtagsmenü ist, wird ebenfalls fündig.

„Alles, was wir mögen“ ist ein sehr abwechslungsreiches Kochbuch. Man findet klassische, einfach nachzukochende, aber auch ganz besondere Rezepte. Neben der Zutatenliste findet man eine ausführliche Rezeptanleitung, die in einzelne Schritte untergliedert und damit sehr übersichtlich ist. Empfohlen werden auch immer Beilagen und Getränke, das ist meist der passende Wein, aber auch mal ein Bier oder auch Tee und manchmal einfach Wasser. Den Kapiteln vorangestellt ist immer eine kleine Warenkunde. Hier wird sehr unterhaltsam Wissenswertes und Interessantes zu Nahrungsmitteln vermittelt. Die Autoren geben viele Tipps und verraten ihre Tricks. Ihre Begeisterung für das Kochen wird in den Texten sehr deutlich und das wirkt direkt ansteckend. „Alles, was wir mögen“ ist ein Buch, das Spaß am Kochen vermittelt. Selbst als Anfänger sollte man mit den ausführlichen Kochanleitungen klar kommen.
Mit im Buch sind viele Fotos. Die sind nicht nur schmückendes Beiwerk. Sie vermitteln eine Vorstellung davon, wie das fertige Gericht, schön angerichtet, aussehen könnte, zeigen aber auch immer wieder bestimmte Arbeitsschritte. Ganz oft sind auch Martina Meuth und Bernd Neuner-Dudenhofer in Aktion zu sehen, so dass man an immer wieder an die Fernsehsendung erinnert wird.

Rezension von Heike Rau

Martina Meuth / Bernd Neuner-Duttenhofer
Alles, was wir mögen
Das Begleitbuch zur Servicezeit Essen & Trinken
208 Seiten, gebunden
Egmont vgs
ISBN: 978-3-8025-3600-7
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Die Piratin

Die Piratin

Grania O’Malley und Donald O’Flaherty sind sich wegen eines Kätzchens, das Grania retten will, in die Haare geraten. Es entbrennt ein wilder Kampf zwischen den beiden, dabei sollen Grania und Donald in sechs oder sieben Jahren heiraten, so haben ihre Väter es ausgehandelt.
Erst als Donalds Freund Kirian einschreitet, muss sich das Mädchen geschlagen geben. Doch die Katze ist gerettet und wird zu ihrem Begleiter. Grania nimmt die Katze mit zur Burg. Lady Magaret ist nicht begeistert von dem Aussehen ihrer Tochter.
Granias Vater, Black Oak, begegnet seiner Tochter eher mit Achtlosigkeit, dabei wird er von ihr bewundert. Aber das Ziel des Clanführers ist es, Grania im Interesse des Clans gut zu verheiraten.

Aufgrund einer Wette nimmt der Vater Grania und auch Donald mit auf eine Schiffsreise nach Spanien. Grania, die das Meer über alles liebt, ist begeistert. Black Oak ist überrascht, er hat viel Freude an seiner wissbegierigen Tochter, die bald ein Mitglied der Mannschaft wird. Donald dagegen, wird bald ganz von der Seekrankheit mit Beschlag belegt.
Die Reise verläuft ohne Zwischenfälle. Am Zielhafen wird die Ladung gelöscht und neue Fracht an Bord genommen. Dann geht es auch schon wieder heimwärts.

Eines nachts erwacht Grania aus dem Schlaf. Sie spürt das sich etwas Bedrohliches anbahnt. Zunächst nehmen die Wachen das Mädchen nicht ernst. In letzter Minute kann die Mannschaft vor den herannahenden Piraten gewarnt werden. Grania wird vom Kampf ausgeschlossen. Ihr Vater sperrt sie in den Laderaum. Als es ihr gelingt, sich zu befreien ist der Kampf fast vorüber. Nur ihr Vater und der Piratenkapitän kämpfen noch. Es sieht nicht gut aus für Black Oak. Grania schreitet ein und so siegt ihr Vater schließlich. Um den Frieden zu wahren, wird die Wette für unentschieden erklärt. Grania ist Donald ebenbürtig, obwohl sie ein Mädchen ist. Sie will nun lernen, mit dem Schwert zu kämpfen. Und eines Tages will sie die Flotte ihres Vaters führen.

Die Geschichte, die im 16. Jahrhundert spielt, hat einen historischen Hintergrund. Grania O’Malley gab es wirklich. Einzelne Daten kann man einer Zeittafel im Anhang entnehmen. Beschrieben wird im Buch aber nur Granias Kindheit und Jugend.
Der Roman gefällt ausgesprochen gut. Die Geschichte ist sehr abenteuerlich, der Spannungsbogen sehr gut ausgearbeitet.
Die Figur Granias beeindruckt. Sie widersetzt sich den Gepflogenheiten der Zeit, handelt eigenmächtig und setzt ihren Willen durch.
Das Buch fesselt von der ersten bis zur letzten Seite. Hier geht die Autorin allerdings sehr abrupt aus der Geschichte heraus, was ein wenig enttäuschend ist, da man gerne weiterlesen würde.
Die Geschichte ist perfekt in die historischen Hintergründe eingebettet. Die Heldin der Geschichte wird glaubwürdig dargestellt. Es herrschten raue Sitten, da wird nichts beschönigt. Auch weniger bedeutende Figuren sind sehr gut ausgearbeitet, so dass der Roman als rundherum stimmig zu bezeichnen ist. Dazu tragen auch die Beschreibungen von Land und Meer bei.

Rezension von Heike Rau

Sabine Dillner
Die Piratin
Das Leben der Grania O’Malley
304 Seiten, gebunden
für junge Erwachsene
Carl Ueberreuter Verlag, Wien
ISBN: 978-3800052356
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Die 13 Gartenplagen

Die 13 Gartenplagen

Zu den dreizehn Gartenplagen gehören außerdem Dickmaulrüssler, Maulwurf, Blattkäfer & Co., Raupen, Spinn- und Gallmilben, Nematoden, Insektenlarven im Boden, Ameisen, Maulwurfsgrillen und Feuerwanzen. Manchmal treten sie in gehäufter Form auf und aus dem Ärgernis wird ein echtes Problem, das die Pflanzen im Garten im Übermaß schädigt. Guter Rat ist dann gefragt.

Der Autor stellt die Plagegeister zunächst in Wort und Bild vor, damit jeder Gartenbesitzer weiß, mit was er es überhaupt zu tun hat. Es ist natürlich wichtig, die Schädlinge sicher zu bestimmen und die Schäden, die sie verursachen richtig einschätzen zu können. Feuerwanzen sind zum Beispiel viel harmloser, als man glaubt, so imposant sie auch aussehen. Bei der Jagd auf vermeintliche Gartenplagen wie den Maulwurf kann man sich sogar strafbar machen, denn der ist nach Bundesartenschutz-Verordnung in Deutschland geschützt.

Dargestellt werden im Buch nun vorbeugende und bekämpfende Maßnahmen. Zu den bekämpfenden Maßnahmen gehört dort, wo es geht auch ein mechanische Bekämpfung wie das Absammeln oder der Bau einer Barriere. Erwogen wird zunächst auch immer eine biologische Bekämpfung zum Beispiel durch den Einsatz von Nützlingen, wo immer es möglich ist. So ist der Igel ein Schneckenjäger und er kommt gerne in den Garten, wenn man die Vorrausetzungen dafür schafft. Immer beliebter werden auch die Indischen Laufenten. Auch die chemische Bekämpfung will gut überlegt sein. Der Autor schildert Vor- und Nachteile einiger sehr drastischer Methoden, die aber manchmal unumgänglich scheinen, um den Garten vor großem Schaden zu bewahren.

Das Buch, so dünn es auf den ersten Blick scheinen mag, ist ein sehr umfassender Ratgeber. Schnecke, Wühlmaus & Co. werden in ausführlichen Porträts mit den genauen Schadbildanalysen vorgestellt. Man lernt also auch die Biologie und Lebensweise der Schädlinge kennen, was sehr wichtig ist. Zum Rundumschlag wird nicht ausgeholt. Zunächst wird die Situation im Garten umfassend und vor allem realistisch bewertet.
Man erhält eine echte Entscheidungshilfe, was bei welchen Schädlingsbefall zu tun ist und kann so mit Vorbeugemaßnahmen, mechanischen, biologischen oder chemischen Mitteln und Maßnahmen gegensteuern. Als Leser fühlt man sich mit den vielen Ratschlägen im Buch sehr gut unterstützt.

Über den Autor:
Thomas Lohrer ist Diplom Gartenbauingenieur und wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Staatlichen Versuchsanstalt für Gartenbau, Institut für Botanik und Pflanzenschutz in Weihenstephan.

Rezension von Heike Rau

Thomas Lohrer:
Die 13 Gartenplagen. Schnecke, Wühlmaus, Blattlaus & Co.
128 Seiten, broschiert, 87 Farbfotos
Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart
ISBN: 978-3-8001-5082-3
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Warum hast du geweint

Warum hast du geweint

Dace Ruksane Warum hast Du geweint

Ammann ISBN 3250601063

Wenn man drei Stunden in Moskau auf den Flughafen fest sitzt, um auf einen Weiterflug zu warten, wenn man zugleich auf das Gepäck aufpassen, für eine Flasche Fanta anstehen und den Waschraum aufsuchen muß, dann ist das ein etwas turbulenter Start in ein Ferienlager. Der Weiterflug in den Kaukasus steht an.

Katrina und Diana, die aus Lettland anreisenden Freundinnen, sind voller Vorfreude, Abenteuerlust und Neugierde auf diesen Ferienaufenthalt.
Nach einem läppischen Neunstundenflug sind sie in dem Alpendorf angekommen.

So beginnt der poetische, in zarten Andeutungen skizzierte Roman von Dace Ruksane.

Während die Bergsteiger erste Abenteuer bestehen, werden kleine Erinnerungen aus der Schule und aus dem Alltagsleben zu Hause von Katrina eingeblendet.

Mit ihren sechzehn Jahren ist sie fast noch zu jung und doch schon wach genug für die Liebe.
Diese spielt in fein beschriebenen Szenen zwischen den erwachsenen russischen Reisebegleitern und den jungen Mädchen einen besonderen Part.
Da ist Wlad, Sergej und da ist Oleg, Katrinas erste und große Liebe.
Nichts ist gewöhnlich, jede Liebe wird mit äußerster Diskretion und Zartheit beschrieben; die Gefühle jedoch sind überwältigend und werden mit großer Wucht erlebt.

Die gefährlichen Aufstiege und Kraxeleien in eine von Eis glitzernde Bergwelt, die Übernachtungen im Schlafsack, eine Besorgnis erregende Krankheit von Sergej, und immer wieder Oleg und Katrina: wie ein großer Singsang wird die Geschichte erzählt.

Katrina verabschiedet sich von ihrer unschuldigen Welt, denn viele unerwartete Ereignisse, auch zu Hause, machen ihr das Leben schwer. Und sie weint!

Die gefühlvolle und in wechselnden Ebenen berichtete Geschichte löst anhaltende Teilnahme aus, so dass man sich der Erzählung nicht einen Augenblick entziehen kann. Auch erscheinen die leicht skizzierten Gedanken und Assoziationen der Hauptprotagonistin fast einem impressionistischen Gemälde zu gleichen.

Was fröhlich und poetisch beginnt, erfährt eine melancholische Wende. Und da es im Leben und in der Jugend immer auch Zeiten zum Weinen gibt, so ist der Titel des Buches gut begründet.

Die Autorin ist in Lettland bekannt und wird im Klappentext als Paradiesvogel der lettischen Literatur bezeichnet.

Sie ist wirklich eine außergewöhnliche Schriftstellerin, deren feine Poesie gepaart mit der spannenden Erzählung für viele Leser ein neuartiges Leseerlebnis sein wird.

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Der Isabell-Faktor

Der Isabell-Faktor

Wie jedes Jahr wollte Anna zusammen mit Zoe ins Ferienlager fahren. Dieses Jahr sollte es etwas anderes werden. Die Mädchen würden Betreuerinnen in Ausbildung sein. Doch Zoe bricht sich bei der Rettung eines Kätzchens, so die beschönigte Version, den Arm.
Anna kann sich die Ferien nicht ohne ihre Freundin vorstellen. Sie springt aber über ihren eigenen Schatten und fährt trotzdem. Sie trifft auf bekannte Gesichter wie Jennifer, Benita und Charmaine, aber auch auf neue. Die Mädchen verstehen sich ganz gut. Nur Jennifer ist skeptisch, sie meint, dass Isabell keinen Teamgeist hat und Ärger machen könnte. Die unterschiedlichen Mädchengruppen werden nämlich durch ein Punktesystem in ihrem Verhalten, ihrem Auftreten, ihrem Sportsgeist und ihrer Teamfähigkeit bewertet.

Ins Camp Stillwater kommen die Kinder um Kajak zu fahren zu schwimmen, zu tauchen und zu segeln. Karim, der früher selbst als Kind hier die Ferien verbracht hat, kümmert sich nun als Schwimmtrainer um den Nachwuchs. Ihn sieht Anna dieses Jahr mit anderen Augen. Sie wird seine Assistentin. Unter den Kindern, die schwimmen lernen wollen, ist auch Isabell. Sie, die nun auch Betreuerin ist, will ihre Angst vor dem Wasser überwinden.
Jennifer ist weiter beunruhigt. Sie glaubt, ihre Gruppe würde bei den Wettkämpfen am Ende des Ferienlagers verlieren. Annas Einwände lässt sie nicht gelten. Sie sieht den Isabell-Faktor als Grund für ein mögliches Scheitern.

Im Buch geht es ums Erwachsenwerden, einer Zeit in der sich viele Mädchen umorientieren, sich Freundschaften verlieren und neue entstehen. Der Aufenthalt im Ferienlager ist als Wendepunkt anzusehen, das streicht die Autorin heraus. Sie beschreibt das zeitlich befristete Zusammenleben der jugendlichen Mädchen sehr genau, streicht ihre Gefühle sehr behutsam heraus. Es ist eine Art Selbstfindung, die man hier miterleben darf. Dabei nimmt die Autorin Jugendliche sehr ernst und trotzdem hat das Buch auch Humor. Die Charaktere sind sehr lebendig beschrieben. Man fühlt sich direkt mit hineinversetzt in die Mädchengruppe. Die auftretenden Probleme kennt wohl jeder im Alter der Zielgruppe, die die Autorin mit ihrem Buch anspricht. Das Buch bietet, mit seiner Botschaft, ein Stück weit Orientierung. Und es liest sich ganz wunderbar.

Rezension von Heike Rau

Gayle Friesen
Der Isabell-Faktor
273 Seiten, gebunden
Bloomsbury Kinderbücher & Jugendbücher
ISBN: 978-3827052018
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Konflikte lösen durch Gewaltfrei Kommunikation

Konflikte lösen durch Gewaltfrei Kommunikation

Rosenberg erzählt in diesem Gespräch wie er dazu kam, sich mit Gewalt und Aggressionen auseinander zu setzen. Seine von ihm daraufhin entwickelte Konfliktklärungsmethode wird genau erklärt. Nach seiner Meinung entsteht Gewalt immer dann, wenn Menschen sich in ihren Grundbedürfnissen eingeschränkt fühlen.
Rosenberg zeigt, wie man im Falle von Problemen handeln sollte. Dabei kommt es darauf an, das eigene Verhalten und die Bedürfnisse genau zu hinterfragen. Rosenberg zeigt, wie man Gefühle, wie Wut, Ärger und Frust in den Griff bekommt, nachdem man die Ursachen dafür erkannt hat. Dabei werden die üblichen Denkprozesse bewusst gemacht, hinterfragt und die daraus resultierende Handlungsmuster unterbrochen. Der Blick für die eigene Wahrnehmung wird geschärft.
Im Gespräch werden Aspekte wie Gerechtigkeit, Mitgefühl, Menschlichkeit und Sozialverhalten, Recht und Unrecht genau analysiert. Die Gesprächspartnerin Gabriele Seils fragt immer wieder nach und stellt ihre Meinung dar, auf die dann Rosenberg entsprechend seinem Konzept reagiert.
Rosenberg spricht aber auch über seine Erfahrungen. Er nennt viele Beispiele und erzählt Geschichten.

Man kann dem Autor, Psychologen und Konfliktmediator sicher nicht in jedem einzelnen Aspekt den Methoden der Gewaltfreien Kommunikation zustimmen. Aber im Großen und Ganzen ist das Hörbuch doch eine große Hilfe im täglichen Miteinander. Die Gewaltfreie Kommunikation bezieht sich ja schon auf Alltagsprobleme beispielsweise in der Ehe oder bei der Kindererziehung. Der Autor fordert vom Zuhörer Mitarbeit ab. Aber wenn man etwas verändern will, dann sind bestimmte Denkprozesse und Einsichten nötig und die bringt Rosenberg in Gang. Er zeigt sehr genau, wie seine Konfliktklärungsmethode funktioniert. Dabei berichtet er von Erfahrungen, die er beispielsweise in Workshops gemacht hat, wie er Menschen überzeugt hat, durch Respekt, Neugier und Mitgefühl, sich der Gewaltfreie Kommunikation zu verschreiben und sie in die Gesprächsführung zu integrieren.
Im Dialog mit der Journalistin und Trainerin für Gewaltfreie Kommunikation Gabriele Seils kristallisieren sich seine Botschaften noch ein wenig deutlicher heraus.

Rezensionen von Heike Rau

Marshall B. Rosenberg
Konflikte lösen durch Gewaltfrei Kommunikation
Im Gespräch mit Gabriele Seils
Sprecher: Ulrike Hübschmann und Thomas Hollaender
4 CDs, 331 Minunten
Herder und steinbach sprechende bücher
ISBN: 978-3886989232
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Lachsfischen Im Jemen

Lachsfischen Im Jemen


Der Fischereiwissenschaftler Dr. Alfred Jones wird eines Tages mit einem vollkommen absurden Auftrag betraut: er soll im Jemen bei einem Projekt mitarbeiten und dort dafür sorgen, dass die Voraussetzungen für die Lachsfischerei geschaffen werden.
Er ist im englischen Landwirtschaftsministerium für das Fischereiwesen zuständig und gilt als anerkannter Wissenschaftler. Was Lachsfische zum Laichen und Leben brauchen, weiß er am besten. Dass der Jemen die klimatischen Erfordernisse dazu nicht erfüllt, kann sich jeder Laie vorstellen.

Der reiche Scheich Muhammad ibn Zaidi bani Tihama, ein passionierter Fliegenfischer aus dem Jemen, ist mit dem Anliegen für dieses überdimensionierten Großprojekt an Dr. Jones herangetreten. Geld soll keine Rolle spielen.
Fred weigert sich zuerst, an einem so irrwitzigen Plan mit zu arbeiten. Er wird von seinem Vorgesetzten im Ministerium vor die Wahl gestellt: entweder droht seine Entlassung oder er muß mit machen. Warum ist die Regierung so an dem Projekt interessiert? Soll er seinen Job riskieren?
Wie soll man ein fast aussichtsloses Projekt dieser Ausdehnung verwirklichen?
Jones ist mit einer Frau verheiratet, die sehr erfolgreich im Finanzwesen arbeitet. Sie haben keine Kinder, und er fühlt sich oft alleine, weil seine Frau für ihn kaum Zeit oder Aufmerksamkeit hegt.
Da begegnet ihm auch noch die hoch elegante, charmante und ebenfalls erfolgreiche Immobilienmaklerin Harriet Chetwode -Talbot, die für den jemenitischen Scheich arbeitet. Die Verwirrung ist komplett und die Aufgabe ein Hyperangebot, dem er sich nicht länger verweigern kann.
Jones und Harriet treffen sich bei ihrer gemeinsamen Arbeit an dem Projekt in der landschaftlichen Schönheit des Jemens wieder, wo die Geschichte zu einem spannenden Ende drängt.

Paul Torday ist mit diesem feinsinnigen, gut geschriebenen Politthriller ein Coup gelungen!
Verwickelt ist in die Geschichte nicht nur die Regierung in 10 Downing Street. Da geht es um Stammesfehden im Jemen und um die immer gleichen Nahost – und Westkonflikte. Al Qaida mischt sich ein und die politischen Kräfte in England wechseln bei der Protektion des Projektes je nach Opportunität die Seiten. Alfred Jones gerät zwischen die Mühlen der politischen Intrigen und wird entlassen. Er arbeitet nun ganz im Dienste des Scheichs, der ihm in seiner Lebenshaltung und mit seiner Lebensphilosophie imponiert.

Der Roman ist den Erfordernissen moderner Kommunikation angepasst.
Erzählung, E-Mailkontakte und Behördenschreiben wechseln mit den sehr schönen Landschaftsbeschreibungen in Schottland und im Jemen. Die Charaktere überzeugen und der Plot ist gut konstruiert. Am Ende folgt man gebannt der spannenden Handlung, die fast wie eine Geschichte aus dem wirklichen Leben erscheint, wenn man bedenkt, dass heute schon riesige Städte in der Saudiarabischen Wüste geplant und gebaut werden.
Diesem intelligenten Thriller möchte man viele Leser wünschen!

Paul Torday
Lachsfischen Im Jemen
Großartiger Politkrimi
ISBN:3827006996
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