P.N.Elrod: Vampirdetektiv Jack Fleming

P.N.Elrod: Vampirdetektiv Jack Fleming

Titel: Vampirdetektiv Jack Fleming
Autor: P.N.Elrod
Nosferatu 1402 / Festa-Verlag ( Nov. 2002 )
Amerikanische Orginalausgabe : Blood List (1990)
Übersetzer : Heiko Langhans
Broschiert – 256 Seiten – Festa
Erscheinungsdatum: 2002
ISBN: 3-935822-56-1
Genre : Dark Fantasy
Erhältlich bei Amazon

„Der Wagen hatte mindestens vierzig Meilen drauf, als der vordere rechte Kotflügel mir gegen die linke Hüfte drosch, mich von der Straße schleuderte und als schlaffen Haufen auf einen Busch aus dicken windzersausten Gräsern beförderte.“

So fängt der Roman „Vampirdetektiv Jack Fleming“ von Patricia Nead Elrod an. Er spielt in Chicago Anno 1936. Jack wird angefahren und anschließend erschossen. Doch er stirbt nicht. Er überwältigt seinen Attentäter und reist in den nächstgelegenen Ort.
Nach und nach stellt Jack Fleming seine Andersartigkeit fest. Er ist ein Vampir. Nicht im Spiegel zu sehen, die Nacht verbringt er in einem riesigen Koffer gefüllt mit Heimaterde. Er kann sich entstofflichen, um sich vor Kugeln in Sicherheit zu bringen oder einfach verschlossene Türen zu durchdringen.
Doch seine jüngste Vergangenheit bleibt ihm ein Rätsel. Fest steht, er wurde umgebracht. Eine Mafiagang aus Chicago hatte ihn wegen einer mysteriösen Liste in die Mangel genommen. Details seines Todes, oder der Tage vorher, bleiben im Dunkeln. Nach und nach erinnert er sich.
Einst in New York lebend, hatte der Journalist Jack Fleming eine Liebesbeziehung zu Maureen, die er im Zuge von Recherchen kennen und lieben gelernt hat. Sie ist ein Vampir und lässt ihn zur Ader. Doch nicht aus reinem Hungergefühl, sondern als Höhepunkt einer Leidenschaft. Jack weiß von ihrem Wesen und hofft, nach seinem Ableben ihre Wesensart zu teilen, um sein Leben für immer mit ihr zu verbringen.
Doch Maureen flüchtet, da jemand auf ihre Fährte gefunden hat und sie vernichten möchte. Fünf lange Jahre hat Jack nichts mehr von ihr gehört und beschließt, in Chicago ein neues Leben zu beginnen. Dies gelingt, doch nicht so, wie er es erwartet hatte.
Auf der Suche nach seinen Mördern lernt er Charles Escott kennen, ein Privatdetektiv, der schon immer vom Übersinnlichen fasziniert war. Sie beschließen zusammen zu arbeiten. Escott beginnt die Ermittlungen zu Flemings Fall und stößt schon schnell auf ein Wespennest.

Hatte ich schon erwähnt, ein Fan schwarzer Krimis zu sein? Oder ein Liebhaber von Vampirgeschichten?
Der vorliegende Roman vereinigt Beides. Das Krimigefühl der Al Capone- Zeit, wie es z.B. in den Romanen von Frederic Brown oder Max Allan Collins lebendig wird. Die detailreiche Beschreibung des Lebens der dreißiger Jahre in Amerika, geprägt von Mafiabanden, Glücksspiel und schönen Frauen.
Dazu kommt der Vampir-Mythos. Elrods Vampir schläft am Tag in Heimaterde, da die Sonne der todbringende Feind ist. Er kann seinen Körper verstofflichen, außerdem ist er übermenschlich stark und schnell. Normale Waffen können ihn nicht töten, nur das gespitzte Eichenholz in sein Herz, oder fließendes Wasser können ihm neben dem Tageslicht den Garaus machen.
P.N.Elrod schafft es mühelos, den Leser in seinen Bann zu ziehen. Es fällt schwer, den Roman zur Seite zu legen und die lebendig gewordene Welt eines imaginären Chicagos zu verlassen. Fleming ist kein Supervampir, sondern ein normaler Mensch, der sich seiner Fähigkeiten erst nach und nach bewusst wird. Auch seine Gegner sind normale Menschen, soweit man das von gnadenlosen Mördern behaupten kann.
Die gelungene Mischung aus Schwarzem Krimi und Vampirgeschichte macht Lust auf mehr. Eine erfrischende Abwechslung zu den üblichen Geschichten, in denen es um die Rettung oder Veränderung der Welt geht.

Fazit : Mich hat der Roman beeindruckt, für Liebhaber realitätsnaher Geschichten ein unbedingtes Muss. Es besteht Suchtgefahr. Wer jedoch auf der Suche nach Superlativen ist, in dem die Bösen immer mächtiger und fremdartiger werden, sollte vielleicht die Finger von „Jack Fleming“ lassen.
Einziges Manko ist die Gutartigkeit des Jack Flemings. Ein wenig mehr Undurchsichtigkeit, einen nicht ganz so aufrichtigen Charakter, hätte meiner Meinung nach besser gepasst. So wird dem Leser Jack schon fast zu sympathisch.
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Der Unmensch

Der Unmensch

1628 schleicht sich der Amsterdamer Apotheker Jeronimus Cornelisz als Kaufmann verkleidet auf die „Batavia“, dem Flaggschiff der niederländischen Ostindien-Compagnie. Rätselhafte Todesfälle sollen auf sein Konto gehen. Er muss fliehen, um Unannehmlichkeiten zu vermeiden.
Es ist allerdings nicht sein Ziel in Ostindien anzukommen. Aber seine Pläne scheinen unter keinem guten Stern zu stehen. Die von ihm angezettelte Meuterei lässt sich nicht vollenden. Das Schiff kommt zu sehr vom Kurs ab, läuft vor einem Riff auf Grund. Die Überlebenden können sich auf eine kleine Insel retten. Der Apotheker nutzt die Gunst der Stunde und die Hilflosigkeit der Gestrandeten aus. Er errichtet ein eigenes Reich, spielt sich zum Herrscher auf, lässt die sagenhaften Schätze und die Lebensmittelvorräte vom Schiff auf seine Insel bringen. Doch er weiß, dass niemals alle Schiffbrüchigen auf dieser kargen Insel überleben können. So beginnt er zusammen mit ein paar Vertrauten, die er mit seinen Drogen versorgt, die Zahl der Überlebenden zu dezimieren. Er kennt sich aus mit Giften und ihrer Wirkung, schreckt nicht davor zurück zu morden oder morden zu lassen, als hätte er die Berechtigung dazu.

Die Autorin erzählt die packende und ergreifende Geschichte aus der Ich-Perspektive, sorgt so dafür, dass dem Leser keine der grausigen Überlegungen des größenwahnsinnigen, menschenverachtenden Apothekers entgehen, der mordet und Morde in Auftrag gibt, ohne mit der Wimper zu zucken. Seine Gefühlskälte ist kaum zu übertreffen. Doch es gibt auch Gegenspieler. Der Pfarrer, der zum Schluss doch seinen Glauben an Gott verliert. Oder die schöne Lucretia, die sich nicht blenden lässt, dafür aber mit unendlichem Leid bezahlen muss. Einhalt gebieten können ihm die Beiden jedoch nicht.
Der Leser wird von Seite zu Seite immer tiefer in einen Strudel aus Gewalt und Leid gezogen und kann sich dem Buch doch nicht entziehen, will die Hoffnung nicht aufgeben, dass der Apotheker nicht durchkommt mit seiner menschenverachtenden, gleichgültigen, gefühllosen Art. Besonders beängstigend ist, dass es die „Batavia“ und den eitlen Apotheker Jeronimus Cornelisz wirklich gab. Das Schicksal der Schiffbrüchigen ist nicht erfunden.

Über die Autorin:
Arabella Edge wurde in London geboren und lebt heute in Sydney. Sie arbeitete über vier Jahre an ihrem ersten Roman „Der Unmensch“.

Rezension von Heike Rau

Arabella Edge
Der Unmensch
Aus dem Englischen von Heike Steffen
349 Seiten, gebunden
marebuchverlag, Hamburg
ISBN: 3-936384-80-0

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Sturz aus der Welt

Sturz aus der Welt

Mitten im afrikanischen Dschungel muss das Flugzeug notlanden. Das ist für den Geschäftsmann Lewis Burke zunächst kein Problem. Er ist froh, am Leben zu sein. Doch als die vermeintlichen Retter sich als Rebellen entpuppen und das Flugzeug in die Luft sprengen wollen, fürchtet er doch noch, sein Leben zu verlieren. Er wagt die Flucht in eine unbekannte Welt. Völlig allein versucht er sich durchzuschlagen, doch der Dschungel ist voller ungeahnter lebensbedrohlicher Gefahren.
Als seine Frau Helen erfährt, dass er nicht unter den geretteten Passagieren ist, reist sie kurzerhand mit ihrem blinden Sohn Shane nach Afrika. Auch sie hat die Gefahren, die sie erwarten, unterschätzt. Ihre Suche scheint hoffnungslos. Lewis kann unmöglich im Dschungel überlebt haben. Doch Sohn Shane ist anderer Meinung.

Dieser Roman ist ausgesprochen fesselnd und interessant und das von der ersten bis zur letzten Seite. Man spürt die Begeisterung des Autors für Afrika, seinen Sinn für dramatische Situationen. Immer wieder wird die Spannung auf einen Höhepunkt getrieben, immer wieder hofft der Leser auf ein gutes Ende der Geschichte, muss zusehen, wie das Schicksal seinen eigenwilligen Weg einschlägt. Die Figuren sind sehr lebendig mit ihren Gefühlen, Ängsten und Hoffnungen beschrieben. Man glaubt beim Lesen mitten im Geschehen zu sein, kann das Buch nicht mehr aus der Hand legen.

Über den Autor: Marcus Stevens lebt mit seiner Frau und seinen drei Kindern auf einer Farm in Montana. Er ist viel durch Afrika gereist. „Sturz aus der Welt“ ist sein erster Roman.

Rezension von Heike Rau

Marcus Stevens
Sturz aus der Welt
Aus dem Amerikanischen von Hans M. Herzog
312 Seiten, gebunden
Argon Verlag, Berlin
ISBN: 3-87024-577-8

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Die Geschworene

Die Geschworene

Rosy, die Geschworene, hat ihn schuldig gesprochen, den Mörder Markovic, der bis zum Schluss seine Unschuld beteuert hat. Doch schon kurz nach der Urteilsfindung wird sie unsicher. Nach der Lektüre von Zeitungsausschnitten, stellt sich der Fall doch etwas anders dar. Zusammen mit dem Obmann der Geschworenen verfolgt sie noch einmal die Spuren. Aus den Zweifeln wird Gewissheit. Die Geschworenen wurden getäuscht, Entlastungsbeweise vorenthalten. Der Mann, der die Lebensversicherung kassierte, hatte entgegen den Angaben des Richters kein Alibi. Schon vor der Obduktion wusste ein Polizist, dass das Opfer erschossen worden war. Es kommt noch mehr dazu.
Rosy versucht eine Wiederaufnahme des Verfahrens zu erreichen. Doch der zuständige Richter, derselbe, der das Urteil gesprochen hat, lehnt ab.
Rosy erträgt nicht, dass ein Unschuldiger lebenslang hinter Gittern sitzt, sie muss selbst für Gerechtigkeit sorgen.

Katharina Zara ist das Pseudonym einer Wiener Rechtsanwältin. So mag der Leser durchaus glauben, dass „Die Geschworene“ eine wahre Geschichte ist, wie behauptet wird.
Die Autorin berichtet mehr als dass sie erzählt, schreibt in einer sehr trockenen, ungeschliffenen Art. Und so bleiben viele Hintergründe unbeleuchtet. Man erfährt zum Beispiel nichts über das Opfer.
Trotzdem erreicht das Buch sein Ziel: Es prangert Justizirrtümer an und lässt den Leser sehr, sehr nachdenklich zurück.

Rezension von Heike Rau

Katharina Zara
Die Geschworene
144 Seiten, broschiert
Verlag C.H. Beck, München
ISBN: 3-406-49403-X

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Die Hexe von Zeil

Die Hexe von Zeil

Bamberg 1627: Ursula hat noch nicht den Tod ihrer Mutter, die als Hexe verbrannt wurde, überwunden, da droht dem geliebten Vater, obwohl er ein angesehener Bürgermeister ist, das selbe Schicksal. Er wird verhaftet und in das Malefizhaus nach Bamberg gebracht. Ursula will nicht hinnehmen, dass ihr Vater ein Hexer ist. Statt sich zurückzuhalten, verteidigt sie ihn, setzt sich für ihn ein und ahnt doch was ihr das einbringen wird. Als sie jedoch nicht in das Malefizhaus nach Bamberg zu ihrem Vater, sondern nach Zeil gebracht wird, bricht für sie eine Welt zusammen. Hier erleidet sie unermessliche Qualen, hat keine Chance, den Klauen der Inquisition zu entfliehen. Anna, eine Mitgefangene, versucht ihr zu helfen und ihren Willen zu stärken. Doch bald ist Ursula von der Folter und den seelischen Qualen so sehr geschwächt, dass sie zu keinem normalen Gedanken fähig ist. Nach schlimmen Alpträumen hält sie sich selbst für schuldig. Es scheint kein Weg mehr an einer Verurteilung vorbeizuführen. Doch Christoph, der Stadtschreiber, glaubt nicht an Ursulas Schuld. Er erträgt die Qualen der jungen Frau nicht länger.

Der Autor hat ein Buch geschrieben, das einen bleibenden Eindruck hinterlässt.
Sehr ausführlich erzählt er am Beispiel der 19jährigen Ursula über die Zeit der Inquisition mit all ihren Schrecken und Grausamkeiten. Der Autor zeigt auf, welche Ursachen und Hintergründe die Hexenverfolgung hatte. Er fasst das Unfassbare in Worte, bringt Jugendlichen so ein Stück Geschichte nahe.
Erklärungen zu diesem Jugendbuch und ein Glossar mit Worterklärungen tragen zur besseren Verständlichkeit der Geschichte bei.

Über den Autor:
Harald Parigger wurde 1953 in Flensburg geboren. Er studierte Geschichte Germanistik und ist heute Leiter eines Gymnasiums bei München. Neben wissenschaftlichen Aufsätzen schreibt er Geschichten für Kinder und historische Romane und Krimis für junge und erwachsene Leser.

Altersempfehlung: ab 12 Jahren

Rezension von Heike Rau

Harald Parigger
Die Hexe von Zeil
Taschenbuch mit 252 Seiten
Deutscher Taschenbuch Verlag, München
ISBN: 3-423-70679-1

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SO ZAHLT AUCH IHRE VERSICHERUNG

SO ZAHLT AUCH IHRE VERSICHERUNG

Jedes Jahr verschenken Kunden von Versicherungen viel Geld. Schon ein kleiner unbewusster Formulierungsfehler in der Schadensmeldung oder falsch ausgelegte oder übersehene Textstellen im Versicherungsvertrag können zur Folge haben, dass die Versicherung nicht zahlt.
Die Autoren erklären daher anhand von realistischen Fallbeispielen, wann eine Versicherung für einen Schaden aufkommt und wann nicht. Es versteht sich für sie von selbst, dass alle Tipps und Tricks völlig legal sind, denn Versicherungsbetrug ist natürlich strafbar.

Im ersten Kapitel des Buches wird dem Leser Grundlegendes über die Versicherungsbranche vermittelt. Im zweiten Kapitel werden die Elementarversicherungen behandelt, im dritten Kapitel geht es um Fahrzeugversicherungen und im vierten Kapitel um Personenversicherungen.
In einer Checkliste am Ende des Buches wird das Augenmerk des Lesers noch einmal auf die Versicherungsbedingungen gelenkt.

Die Fallbeispiele und Erklärungen in diesem nützlichen Ratgeber sind ausführlich erklärt, verständlich und nachvollziehbar. Ganz bewusst verzichten die Autoren auf schwierige Fachbegriffe, schreiben dagegen mit Witz und Humor. Aufgelockert werden die Texte zusätzlich mit Illustrationen von Alexander Wlassack.

Rezension von Heike Rau

Roland Schweda, Michael Reumann
SO ZAHLT AUCH IHRE VERSICHERUNG
Illustriert von Alexander Wlassack
141 Seiten, broschiert
Verlag Carl Ueberreuter, Wien
ISBN: 3-8000-3958-3

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Die Tür ins Ungewisse

Die Tür ins Ungewisse

Endlich gehen die Abenteuer der vier Freunde Elsa, Sabrina, Tom und Florian weiter. Diesmal verbringen die Kinder die Sommerferien auf Burg Donnerfels.
Der Verkaufserlös aus dem gefundenen Schatz aus den Osterferien, der aus allerlei Hausrat aus Silber bestanden hat, war durch die notwendige Dachreparatur verbraucht. Die Burg steht wieder vor dem Verkauf. Vielleicht gelingt es den vier Freunden diesmal einen größeren Schatz zu finden. Sie gehen mit Feuereifer an die Arbeit und folgen den Spuren des „frommen Ritters“. Sie wollen endlich den geheimen Gang finden und das Geheimnis, das sich um die Weiße Frau rankt, lüften.

Auch das zweite Buch aus der Reihe: Ferien auf Burg Donnerfels bietet wieder Spannung und Abenteuer. Die Geschichte ist kurzweilig und flott geschrieben, genauso wie Kinder es mögen. Das macht Lust auf weitere Geschichten um die vier Freunde.

Über die Autorin:
Julia Brückner ist Jahrgang 1951. Nach dem Studium arbeitete sie mehrere Jahre als Lehrerin. Die eigenen Kinder, die inzwischen erwachsen sind, aber auch Schülerinnen und Schüler sorgen immer wieder für Schreibideen.

Altersempfehlung: für Kinder ab 10 Jahren

Rezension von Heike Rau

In der Reihe „Ferien auf Burg Donnerfels“ bereits erschienen:
„Der Geheimgang“

Julia Brückner
Die Tür ins Ungewisse
120 Seiten, gebunden
Verlag Carl Ueberreuter, Wien
ISBN: 3-8000-2080-7

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Der Geheimgang

Der Geheimgang

Elsa will die Osterferien bei Oma und Opa verbringen. Die haben sich gerade den Traum vom Haus auf dem Lande erfüllt. Nun ist Elsa natürlich ganz gespannt, was sie da erwartet. Besonders beeindruckt ist sie von der alten Burg mit ihren mächtigen Mauern, Türmen und Zinnen. Eine merkwürdige alte Dame wohnt dort, zusammen mit ihrer Nichte, deren Mann und einem Jungen.
Elsa freundet sich schnell mit den Nachbarskindern Sabrina und Florian und auch mit dem Jungen von der Burg, der Tom heißt, an.
Doch um die Burg steht es nicht gut. Dringende Reparaturen sind notwendig, doch das Geld fehlt den Burgbesitzern. Es nützt nichts, die Burg muss verkauft werden. Die vier Freunde sinnen nach einem Ausweg. In der Burg soll es einen Geheimgang geben. Und wo ein Geheimgang ist, ist sicher auch ein geheimer Schatz verborgen. Die Kinder machen sich mit Feuereifer auf die Suche.

Die Abenteuer der vier Freunde sind sehr spannend und das Umfeld der Burg ist natürlich für tolle Abenteuer wie geschaffen. Die Kinder halten zusammen, bestehen jede Herausforderung gemeinsam. Elsa, die in einem Rollstuhl sitzt, wird ganz selbstverständlich integriert, was nicht immer ganz einfach ist, denn eine Burg ist nicht gerade besonders rollstuhltauglich.

Über die Autorin:
Julia Brückner ist Jahrgang 1951. Nach dem Studium arbeitete sie mehrere Jahre als Lehrerin. Die eigenen Kinder, die inzwischen erwachsen sind, aber auch Schülerinnen und Schüler sorgen immer wieder für Schreibideen.

Altersempfehlung: für Kinder ab 10 Jahren

Rezension von Heike Rau

In der Reihe „Ferien auf Burg Donnerfels“ bereits erschienen:
„Die Tür ins Ungewisse“

Julia Brückner
Der Geheimgang
Aus der Reihe: Ferien auf Burg Donnerfels
120 Seiten, gebunden
Verlag Carl Ueberreuter, Wien
ISBN: 3-8000-2079-3

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Schwarze Klippen

Schwarze Klippen

1847: Captain Wolf ist der gefürchtete Vorsteher der australischen Gefängnisinsel Coldwater. Seine drei ledigen Töchter Charlotte, Emily und Anne leben mit ihm auf dieser trostlosen, einsamen Insel, so wie der strenge Vater es wünscht und verbringen viel Zeit mit Hausarbeit. Lesen ist die einzige Abwechslungsmöglichkeit. Die Frauen flüchten sich in Fantasiewelten, verarbeiten ihre Träume bald selbst zu Romanen. Vielleicht bietet sich doch irgendwann eine Veröffentlichungsmöglichkeit.
Eines Tages wagt Captain Wolf ein neues Experiment. Ein irischer Gefangener, der seinem verstorbenen Sohn ähnelt und dem er Vertrauen entgegenbringt, wird von ihm bevorzugt behandelt, darf das Wohnhaus betreten und dort nötige Arbeiten verrichten. Emily, die sich genauso wie ihre Schwestern nach Liebe und Abenteuer sehnt, kann der Versuchung nicht widerstehen und verliebt sich Hals über Kopf in den Gefangenen.
Dieser Vertrauensbruch wirft Captain Wolf völlig aus der Bahn. Er greift mit harter Hand durch, um wieder Ordnung in seinem Haushalt zu schaffen, verbrennt zum Entsetzen der drei Schwestern alle Manuskripte, derer er habhaft werden kann. Immer mehr verstrickt er sich jedoch, beginnt an Verfolgungswahn zu leiden, fühlt sich von Komplotten bedroht und verliert schließlich den Verstand. So gerät das wenigstens nach außen hin harmonisch scheinende Zusammenleben zwischen dem Vater und seinen Töchtern vollständig aus den Fugen. Doch der Kampfeswille der drei Schwestern ist erwacht. Sie nehmen ihr vom Vater aufgezwungenes Schicksal nicht länger hin.

Die Autorin schreibt leidenschaftlich, einfühlsam und ausdrucksstark und sorgt für atemlose Spannung in ihrem Buch. Sie vermag sehr glaubhaft und deutlich den Zwiespalt im Leben der drei Schwestern darzustellen. Auf der einen Seite steht das übertriebenes Pflichtgefühl dem tyrannische Vater gegenüber, auf der anderen Seite die Sehnsucht nach Freiheit, Liebe und einem selbstbestimmten Leben.

Über die Autorin:
Mardi McConnochie ist Jahrgang 1971. Sie studierte Englische Literatur und promovierte an der Universität in Sydney. „Schwarze Klippen“ ist ihr erster Roman.

Rezension von Heike Rau

Mardi McConnochie
Schwarze Klippen
382 Seiten, gebunden
Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg
ISBN: 3-455-05170-7

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Der Mr. Hyde Effekt

Der Mr. Hyde Effekt

Titel: Der Mr. Hyde Effekt
Autor: Steve Vance
Reihe: Edition Metzgerstein
Hardcover/ Schutzumschlag – 384 Seiten – Festa-Verlag
Amerikanische Orginalausgabe : The Hyde Effect (1989)
Übersetzer : Andreas Diesel
ISBN: 3-935822-41-3
Erhältlich bei Amazon

Steven Edward Vance wurde am 13.7.52 in Brunswick, Georgia / USA geboren. Sein erster Roman „Planet of Gawfs (1978)“ ist dem Genre Science Fiction zuzurechnen. Insgesamt erschienen elf weitere Romane, die meisten im Genre der unheimlichen Literatur wie The Hybrid und The Abyss. Sein neuester Horror-Roman „Walpuris Night“ erschien 2002.

Allen Blake Corbett ist Autor von Horror-Romanen. Wegen einer Schreibblockade ist er auf der Suche nach Inspiration. Ein Informant der Polizei bringt ihn an den Ort eines grauenhaften Mordes.
Douglas Morgan ist Kolumnist des Los Angeles Chronicle. Morgans Kolumne hieß „Merkwürdige Begebenheiten“ und widmete sich jenen Nachrichten, die von seriösen Journalisten für gewöhnlich außer Acht gelassen wurden. Fliegende Untertassen, Bigfoots, Seeungeheuer und dergleichen.
Meg Talley, 19 Jahre alt und Horrorfilmfreak, begibt sich nach Lynnview, wo scheinbar ein Tiermensch in der letzten Vollmondnacht einen Doppelmord verübt hat. Sie möchte sich mit eigenen Augen von der Existenz des Werwolfes überzeugen.
Meg hat Erfolg, doch anders, als sie es vorgesehen hatte. Mit einer gehörigen Portion Glück entkommt sie dem Monster mit knapper Not. Zur eigenen Sicherheit wird sie in einem Krankenhaus gebracht, um sie vor der gierigen Meute der Journalisten zu schützen.
Nicholas Grundel, Angestellter einer Supermarktkette, schmuggelt sich als Krankenpfleger ein, um die genauen Umstände des Angriffs auf Meg Talley zu erfahren. Im Gegensatz zur Polizei glaubt er ihren Ausführungen und beschließt, dem Tiermenschen den Garaus zu machen.
Dieses kuriose Quartett macht sich zusammen auf die Suche nach dem geheimnisvollen Tiermenschen. Während die Öffentlichkeit an einen psychopatischen Killer mit außergewöhnlichen Kräften glaubt, ist sich unser Quartett sicher, dass es sich um einen Werwolf handelt.
Sie hören in den Vollmondnächten den Polizeifunk ab, da sie sich der Jagd nach dem Tiermenschen verschrieben haben. Doch entweder entgeht er ihnen und der Polizei knapp, oder es tritt kein weiterer Mord auf. Eine Zeit voll Zweifel an ihrer Überzeugung, dass es sich um einen veränderten Menschen handelt.
Als dann ein Blutbad in einer Raststätte verübt wird, kommt die Polizei auf die Spur des Mörders. Durch einen Hinweis in der Bevölkerung gelingt es der Polizei, den Mörder zu fassen. Und er bestätigt, ein Werwolf zu sein.
Die Skepsis der aufgeklärten Gesellschaft ist groß. Um Klarheit zu schaffen, wird in der nächsten Vollmondnacht eine Pressekonferenz anberaumt. Cummings, der Tiermensch, wird in das Institut für Naturwissenschaft und Forschung gebracht, ein abgelegener Komplex, indem Genexperimente durchgeführt werden. Cummings wird interviewt und seine angekündigte Verwandlung mit Spannung erwartet.
Ist er ein Blender oder wird die Werwolfsage Realität?

Unser Quartett besteht aus vier mehr oder weniger normalen Menschen, deren Motivation mehr als fragwürdig ist. In der ersten Hälfte spielt der Autor geschickt mit der Diskrepanz zwischen Wissenschaft und dem Glauben an Werwölfen. Ein Höhepunkt ist das Interview mit Cummings und seine anschließende Verwandlung.
Gerade die vermeintliche Überlegenheit der Wissenschaft sorgt für ein Blutbad unter den Teilnehmern der Pressekonferenz. Die Sicherheit des Institutes wird zur Falle. Und das Monster erscheint unbesiegbar…

Der erste Teil des Buches beschäftigt sich zumeist mit den eigenwilligen Charakteren des Quartetts und mit den Hintergründen der Werwolfssaga auf einer naturwissenschaftlichen Basis. Der zweite Teil konzentriert sich auf Tempo und Spannung.
Zwar verzichtet der Autor auf ausführliche und detaillierte Gewaltbeschreibungen, trotzdem sollten zarte Gemüter die Finger von diesem Roman lassen. Gerade die nüchterne Schilderung der Gräueltaten geben der Geschichte genug Glaubwürdigkeit, um schockierend zu sein. Dadurch, dass die Helden Menschen wie du und ich sind, intensiviert sich beim Lesen das Mitfiebern bis ins Unerträgliche.

Fazit : Solider Inhalt mit lebendigen Personen, Spannung und Nervenkitzel garantiert.

Rezension von Michael Schmidt

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