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    Mindestens tausend Verwandte

    Von hera | 20.Oktober 2006

    Eine Zigeunerin hatte Natalka vorhergesagt, dass sie als Konzertpianistin nach Wien, Paris und London gehen würde. Sie weiß also, was sie vom Leben erwarten darf. Was sie von ihrer Ehe mit Zenon Zabobon erwarten kann, davon hat sie allerdings keine Vorstellung. Aber, dass man in der Stadt anders wohnt, als auf dem Land bei den Eltern ist ihr schon klar. In St. Petersburg im Jahre 1917 bringt sie ihr erstes Kind zur Welt. Das Mädchen wird Lastivka genannt. Allerdings steht Natalka allein mit dem Kind da. Ihr Mann ist erschossen worden. Sie glaubt es, bis er nach sechs Monaten wieder auftaucht. Er hat eine unglaubliche Geschichte zu erzählen. Und er hat sich verändert, so dass Natalka ihn kaum wiedererkennt.

    Während des zweiten Weltkrieges muss die Familie flüchten. Es geht nach Klagenfurt. Natalka, Lastivka und Zenons Bruder Stefan reisen allein. Zenon bleibt zurück, wegen einer Frau. Das wird ihm zum Verhängnis. Seine Familie reist weiter in ein amerikanisches Flüchtlingslager in Berchtesgaden. Lastivka kann hier sogar ihre Klavierstunden weiter nehmen. Hier lernt sie auch Arkady kennen, den sie 1950 heiratet, bevor die Familie nach Amerika auswandert, um ein neues Leben zu beginnen.

    Die Geschichte zeigt den Lebensweg einer ukrainischen Familie über zwei Weltkriege und damit über Generationen hinweg, die sich immer wieder neu konstituieren muss. Es gibt nicht unbedingt einen roten Faden, der Autor springt von Familie zu Familie, so dass der Eindruck entsteht, es gibt tatsächlich mindestens tausend Verwandte. Sie alle haben Schicksalhaftes erlebt. Angehörige sind gestorben und doch wurden auch Kinder geboren. So bleibt die Hoffnung auf die Zukunft. Und doch wird immer wieder in die Vergangenheit geblickt, denn die lässt sich nun mal nicht vergessen. So kann man nicht direkt von einem Neuanfang in Amerika sprechen, denn die Geister der Vergangenheit sind immer mit dabei. Nicht selten bleiben Wüsche einfach nur Wünsche und nur wenige Pläne lassen sich umsetzten.
    Ob das Buch gefällt oder nicht, ist Geschmackssache. Vielleicht sind es ein wenig zu viele Verwandte, die eine Rolle im Buch spielen. Tiefsinnig und vielschichtig ist es auf jeden Fall.

    Über den Autor:
    Askold Melnyczuk wurde 1954 in New Jersey geboren. Die Ukraine ist die Heimat seiner Eltern. Der Autor veröffentlichte Kurzgeschichten, Gedichte und Übersetzungen. „Mindestens tausend Verwandte“ ist sein erster Roman und wurde von der „New York Times“ als „notable book“ ausgezeichnet.

    Rezension von Heike Rau

    Askold Melnyczuk
    Mindestens tausend Verwandte
    207 Seiten, gebunden
    Deuticke Verlag
    ISBN-10: 3-552-06037-5
    ISBN-13: 978-3-552-06037-1
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