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    Justin Cartwright: Das Glücksversprechen

    Von Claudine Borries | 30.November 2007

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    Justin Cartwright
    Glücksversprechen
    Rowohlt tb
    ISBN: 3499246341

    Daphne und Charles haben sich aus London nach Cornwall zurückgezogen, nachdem er aus seiner Firma ausgebootet wurde.
    Die drei Kinder sind aus dem Haus und leben erfolgreich ihr eigenes Leben.

    Da geschieht ein unerwartetes Unglück: die Tochter Juliet, Kunsthistorikerin und erfolgreiche Kunsthändlerin, wird eines Betruges wegen angeklagt. Sie war bei Christies angestellt, als sich der Skandal ereignete. Nach zwei schlimmen Gefängnisjahren wird sie entlassen, und ihr Bruder Charlie holt sie ab. Der Vater Charles hat gerade diese Tochter besonders geliebt und verehrt und war ihr zutiefst verbunden. Mit diesem Schlag werden beide Eltern kaum fertig.

    Daphne empfindet die totale Leere und sieht, wie wenig sie mit Charles gemein hat.
    Rückblickend erscheint das Familienleben von unguten Erwartungen, falschen Beweggründen und tiefen inneren Spaltungen gezeichnet.
    Die großartige, erfolgreiche Familie hat einen Knacks bekommen und alle Protagonisten sitzen in der Falle.
    Daphne ist verzweifelt, dass sie ihr Heim in London aufgegeben hat. Charles trauert seinem aktiven Berufsleben nach, und Juliet traut sich nach dem Ende der Gefängnishaft kaum wieder zurück ins Leben. Sophie arbeitet in einer Werbeagentur in London und hat neben ihrer Drogensucht mehr oder weniger desolate Affären.
    Charlie wird allmählich zum ruhenden Pol stilisiert, was seinem inneren Befinden gar nicht entspricht.

    Im Zentrum von Juliets Verbrechen stehen Fenster des in Amerika bekannten Glaskunstmalers Louis Comfort Tiffany.

    Die Kontraste der inneren und äußeren Welten, in denen jeder lebt, werden differenziert beschrieben.

    Menschliche Katastrophen entwickeln eine Eigendynamik, die vom wahren Leben gar nicht so weit entfernt sind.

    Der Autor schreibt einen geschliffenen Stil und steigert die Handlung zu einem spannenden Psychodrama. Jeder der Protagonisten sehnt sich nach dem vermeintlich Glück der heilen Familie, ohne dass sich eine Lösung dafür abzeichnet. Zwischen den Zeilen lesen wir von den katastrophalen Zuständen im amerikanischen Frauenknast.
    Man ist fasziniert von den Fallstricken, die das Leben für jeden parat hält.
    Die Kunstszene New Yorks, der tiefsinnige,–oder flüchtige–, Gedankenaustausch zwischen den einzelnen Familienmitgliedern und wichtige Daten aus dem Leben der Protagonisten werden aufgefächert. Für England und Amerika als Gegenpole unterschiedlicher sozialer Gesellschaftsformen finden sich beeindruckende Passagen. Die Geschichte entwickelt sich zu einem Panorama von falscher Moral, trickreichen Lebenslehren, persönlichem Versagen und weisen Lebenseinsichten.
    Wir haben hier einen Roman vorliegen, der zum Genre der großartigen englischsprachigen Gesellschaftsromane gehört.

    Justin Cartwright gilt als einer der besten Romanciers unsere Zeit. 1945 in Südafrika geboren lebt er heute mit seiner Frau und zwei Söhnen in London.

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