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    Ferdinand von Schirach: Tabu

    Von Claudine Borries | 13.September 2013

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    Mord, Totschlag oder doch keines von beiden?

    Die Hauptfigur in diesem Krimi ist Sebastian von Eschburg. Er lebt auf dem Schloss einer ansonsten verarmten Adelsfamilie. Mit zehn Jahren kommt er wie seine Vorväter in ein Schweizer Internat.

    Der Junge kann Farben in ungeahnter Weise sehen, und in seiner Wahrnehmung assoziiert er eine Vielzahl von Farben in der Zuordnung bestimmter Dinge. Mit dem Vater geht er zur Jagt und erlebt den Schuss auf ein Reh. Er empfindet das als unendlich grausam. Als sein Vater an einem Selbstschuss stirbt, von dem man erst später erfährt, dass es kein Unfall sondern Selbstmord war, bleibt der Junge mit der stoischen und schweigsamen Mutter alleine zurück.
    Später wird er Fotograf, der insbesondere Frauen in den verschiedensten Lagen fotografiert. Er wird als Künstler berühmt, lernt Frauen kennen und lebt dennoch ein merkwürdig steriles und lebloses Leben. Es beschleicht einen unweigerlich der Gedanke, dass etwas mit ihm nicht stimmt.

    Die Sätze in diesem Roman kommen gestochen klar daher. Kurz und ohne Umschweife werden Situationen und Ereignisse beschrieben. Fast empfindet man den Helden als eine surreale Figur, die nicht wirklich in unsere Zeit zu passen scheint. Die Schnitte zwischen den einzelnen Kapiteln sind ebenfalls krass, kurz und fast übergangslos. Die Faszination entsteht aus dem unheimlichen Gefühl, dass da etwas passieren wird.
    Und in der Tat: Mit rasanten Zügen geht es weiter im Text, in dem es um Mord, Schuld und den Unterschied zwischen Wirklichkeit und Wahrheit geht.

    Ferdinand von Schirach ist ein unbestechlicher Beobachter, wenn es um gerichtsfähige Straftatbestände geht. Nicht die Wahrheit zählt, sondern dass man bei Gericht seine ordentliche Arbeit tut. Die besteht aus beweisbaren Fakten und sonst nichts!

    Klug, stilsicher, prägnant und sauber berichtet von Schirach schon in seinen anderen Büchern über Verbrechen, Strafe, Schuld und Sühne und um gerichtliche Verfahrensweisen. Man gerät unweigerlich in die tieferen Schichten menschlichen Seins bei seiner Lektüre und legt die Schrift mit dem Wissen um die Rätselhaftigkeit unseres Daseins beiseite.

    Ferdinand von Schirach
    Tabu
    256 Seiten, gebunden
    Piper Verlag, September 2013
    ISBN-10:3492055699
    ISBN-13:978-3492055697
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