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    Ferdinand von Schirach: Kaffee und Zigaretten

    Von Claudine Borries | 12.April 2019

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    Unnachahmlich in seiner Beobachtungsgabe schreibt Ferdinand von Schirach über zahlreiche Ereignisse in seinem Leben.

    Es sind Szenen aus dem Alltag eines Schriftstellers, der klug, besonnen, einmal mit mehr und einmal mit weniger Empathie über das schreibt, was uns Menschen bewegt.

    Verwandte werden einbezogen: so der Vater, ein Onkel und Tage bei Verwandten auf dem Lande oder Bekanntschaften auf seinen vielen Reisen.

    Ein jeder sehnt sich nach Hause, doch wo ist das? Oder besteht dieses nur in unserer Erinnerung?

    Kluge Fragen und nachdenklich stimmende Antworten.

    Immer wieder geht es in seinen Geschichten um das Gute und Böse im Menschen, um Recht und Würde und die vielen Vergehen in allen Bereichen menschlichen Seins.

    Sein Großvater war Hitlers Reichsführer NSDAP. Er spielt im Denken des Enkels als Gefolgsmann Hitlers eine ungute Rolle. Das Gespräch mit einer ukrainischen jüdischen Anwältin und die Erinnerung an das unermessliche Unglück, das vermeintlich „normale“ Menschen an den Juden und anderen begangen haben, lassen den Autor nicht los.

    Es sind die fragenden Gedanken und die oftmals hilflosen Antworten, die von Schirachs Erzählungen zu einer intensiven eigenen Betrachtung unserer zwar aufgeklärten und doch immer wieder auch ungerechten Welt bringen.

    Die Erzählungen sind facettenreich, stimmen melancholisch, stellen Dinge infrage und geben Gott sei Dank keine besserwisserischen Antworten. Von Schirach nimmt Dinge mit wachen Augen und Sinnen auf, um sie dann in seinen Worten und mit seinen eigenen Fragen versehen aufzuzeichnen.

    Zuweilen sind seine Betrachtungen erinnerte Erlebnisse, die sich gelegentlich poetisch schön in seinen Worten widerspiegeln. So manche kurze Betrachtung endet im Nichts, als stünde nur ein unsichtbares Fragezeichen dahinter.

    Insgesamt bekommt man den Eindruck, dass F.v. Schirach ein hoch gebildeter, uneitler Mann ist, der einsam seinen inneren Gedanken nachgeht, auch einsam ist, und doch mit seinen bildhaften Betrachtungen Menschen beschreibt, Schicksalen nachgeht, eigene Erfahrungen in seine Geschichten einfließen lässt und so zu einer weisen Weltsicht findet, in der es „Böse“ oder „Gut“ nicht gibt. Alles ist immer und überall möglich.

    Ferdinand von Schirach
    Kaffee und Zigaretten
    192 Seiten, gebunden
    Luchterhand Literaturverlag, März 2019
    ISBN-10: 3630876102
    ISBN-13: 978-3630876108
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