Browsed by
Autor: hera

Bianka Minte-König: Schule der dunklen Träume

Bianka Minte-König: Schule der dunklen Träume

Als Beas Vater auf eine Forschungsreise nach China muss, kommt Bea ins Internat. Ein mulmiges Gefühl im Bauch hat sie schon. Aber ihrem Vater sagt sie das nicht. Sie will den Abschied nicht noch schwieriger machen. Als Bea mit ihren Mitschülerinnen in den neuen Internatsanbau umzieht, beginnt sie schlecht zu schlafen und Unglaubliches zu träumen. Den anderen Mädchen geht es ebenso. Doch im Gegensatz zu Bea können sie sich nicht an ihre Träume erinnern. Merkwürdige Dinge geschehen. Bald entsteht der Eindruck, im Haus würde ein Poltergeist sein Unwesen treiben. Da aber keiner an Poltergeister glaubt, wird Bea die Schuld an den Ereignissen gegeben. Nur ihre Zimmergenossin Jenny hält noch zu Bea und Jason, in den Bea sich bei der ersten, etwas unromantischen Begegnung verliebt hat. Aber auch sie können Beas Träume nicht so recht einordnen.
Die Albträume werden immer schlimmer und Bea ist sich sicher, dass sie mit der Vergangenheit des Internats, das früher ein Waisenhaus gewesen ist, zusammenhängen. Immer wieder erlebt sie Szenen aus dem Alltag der Waisenkinder, die, so glaubt sie, wirklich einmal stattgefunden haben müssen. Bea versucht sich Informationen bei Lehrern und in der Bibliothek zu beschaffen. Und sie wird fündig. Sie begeht jedoch einen Fehler, unterschätzt drei ihrer Mitschülerinnen unter ihnen Zaphira, die in ihrer Eifersucht einen teuflischen Plan ausheckt und auch durchzusetzen versucht.

Erzählt wird eine wirklich spannende Geschichte, die zudem noch schön schaurig und gruselig ist und sicher so manchem Leser eine Gänsehaut bescheren wird. Bea ist ein sympathisches Mädchen. Sie muss sich an eine neue Umgebung gewöhnen und an neue Mitschüler. Zeit dafür hat sie kaum, denn die beginnenden Albträume lassen ihr keine Ruhe. Der Leser erfährt durch die Träume und die Nachforschungen Beas Wissenswertes über die Geschichte von Waisen- Zucht- und Arbeitshäusern und die schwierigen Lebensbedingungen der Kinder, die dort Aufnahme fanden.
Und natürlich gibt es auch eine kleine, romantische Liebesgeschichte. Denn Bea verliebt sich in Jason. Auf den zurückhaltenden Jungen hat es aber auch ein anderes Mädchen abgesehen. Ausgerechnet Zaphira, die Bea so schon das Leben schwer macht.
Vom Stil her ist das Buch leicht lesbar. Man wird schon auf den ersten Seiten gefesselt und kann es gar nicht mehr weglegen. Sehr zu empfehlen!

Über die Autorin:
Bianka Minte-König ist Professorin für Literatur- und Medienpädagogik an der Fachhochschule in Braunschweig und lebt auch mit ihrem Mann und ihren beiden Kindern in dieser Stadt. Seit 1996 veröffentlicht sie mit Erfolg Kinder- und Jugendbücher.

Rezension von Heike Rau

Bianka Minte-König
Schule der dunklen Träume
Reihe: Liebe und Geheimnis
224 Seiten, broschiert
ab 12 Jahren
Thienemann Verlag
ISBN: 3-522-17607-3
Bestellen

Erkläre mir die Welt!

Erkläre mir die Welt!

„Dieses Buch erklärt die großen Naturerscheinungen und untersucht, wie die Menschen sich den unterschiedlichen Lebensbedingungen angepasst haben – von primitiven Gesellschaften bis hin zu den hoch entwickelten Industrienationen.“ (Auszug aus dem Klappentext)

Das Themengebiet „Wetter und Klima“ beschäftigt sich beispielsweise mit den Jahreszeiten, den Klimazonen, den Klimaveränderungen, mit der Frage wie Gewitter entstehen, den verschiedenen Wolkenformen, mit der Frage wie Regen entsteht oder Schnee, wie sich ein Regenbogen bildet und der Wettervorhersage.

Das Themengebiet „Unsere Erde“ beschäftigt sich mit den Fragen, wie alt die Erde ist, woraus die Erde besteht, warum Erdbeben so gefährlich sind, was bei einem Vulkanausbruch passiert, was ein Gletscher ist, wie Berge entstehen, wo ein Fluss beginnt und endet, wie Kohle entsteht, was erneuerbare Energien sind, seit wann Menschen Landwirtschaft betreiben, was Religion ist, seit wann Menschen Häuser bauen und vielen weiteren.

Jedem Schwerpunkt ist eine Doppelseite gewidmet. Zunächst folgt eine kleine Einführung, dann werden die Fragen in kurz gehaltenen, aber verständlichen und einprägsamen Sätzen erklärt. Dazu gibt es eine Menge faszinierender Bilder Fotos und Grafiken, die zum Verstehen beitragen und das Gelesene auf anschauliche Weise vertiefen. Besonders interessant ist die Rubrik „Wusstest du…?“ in der Randleiste. Hier wird über Dinge die verwundern oder von Interesse sind, über auffällige Phänomene, interessante Persönlichkeiten oder Erfindungen berichtet.

Dieses Sachbuch eignet sich wunderbar zum Nachschlagen. Ein Register ist vorhanden. Nach den beiden großen Themengebieten folgen Begriffserklärungen. Es macht aber auch Spaß, einfach im Buch zu blättern und zu verweilen, wo sich etwas Spannendes findet. Oft sind es die Fotos, die das besondere Interesse beim Durchblättern des Buches wecken.

Fazit: „Erkläre mir die Welt!“ ist sicher nicht nur für Kinder interessant. Auch Erwachsene finden hier interessante Themen. Zudem besticht das Buch durch das tolle Preis-Leistungsverhältnis. Für nur 9,95 Euro ist man dabei.

Rezension von Heike Rau

Simon Mugford
Erkläre mir die Welt!
Ab 8 Jahren
128 Seiten, gebunden, farbig illustriert
XENOS Verlagsgesellschaft, Hamburg
ISBN: 3-8212-2708-7
Bestellen

Nancy Richler: Dein schöner Mund

Nancy Richler: Dein schöner Mund

Geboren wurde Miriam in einer jüdischen Kleinstadt, einem Schtetl, in den Sümpfen Weißrusslands. Ihre Mutter ist kurz nach ihrer Geburt in den Fluss gegangen. Miriam verbringt die ersten Jahre ihres Lebens bei Lipsa, die schon sechs Kinder hat. Als ihr Vater wieder heiratet, kehrt sie nach Hause zurück. Nun lebt sie bei ihrem Vater, der Schuhmacher ist und ihrer Stiefmutter Tsila, die Kleider näht. Im Schtetl lebt man nach festen Traditionen. Für die kleine Familie ist das Leben äußerst beschwerlich und von Entbehrungen und Ängsten geprägt. Miriam findet schwer Zugang zu anderen Kindern. Doch eines Tages freundet sie sich mit Sara an. Sara will Miriam mitnehmen zu einer Demonstration. Miriam überwindet ihre anfängliche Angst und ihre Vorbehalte, denn es fasziniert sie, dass eine Frau zur Menge sprechen will. Das will sie nicht verpassen. Miriam ist begeistert von Goldas Rede. Dabei sind es nicht einmal die Worte, die gesprochen werden, sondern die kraftvolle und unerschütterliche Ausstrahlung Goldas, die ihre Wirkung auf Miriam nicht verfehlt. Miriam beginnt noch unbewusst, sich der Revolution zu verschreiben.
Der Weg, den sie damit zu beschreiten beginnt, zieht sie immer tiefer in die Strudel der Russischen Revolution und in die Gefahren, die damit verbunden sind. Am Ende ihres Kampfes wird die schwangere Miriam zu lebenslanger Haft in Sibirien verurteilt, weil sie in höchster Not einen Gardisten erschossen hat.

Das Buch ist sehr beeindruckend und ergreifend. Geschildert wird der Lebensweg Miriams, die mehr durch das Zutun anderer in die Wirren der Russischen Revolution gerät. Auch wenn sie oft an ihrem Tun zweifelt, ein Zurück gibt es nicht.
Vater und Stiefmutter erfüllen sich einen Traum, sie wandern nach Argentinien aus, dahin, wo Christen die Juden nicht hassen. Miriam soll nachkommen, doch sie ist fasziniert von Kiew. Hier ist das Leben noch viel mehr vom Aufbegehren geprägt. Obwohl Miriam arbeitet, kann sie sich nur ein Bett in einem Keller leisten. Doch anders als in ihrer kleinen Heimatstadt findet sie hier viel schneller Anschluss. Wieder ist es eine Freundin, die Miriam auf sehr drastische Weise dazu bringt, sich der sozialistischen Bewegung anzuschließen.
Es ist spannend, Miriams Entwicklung zu verfolgen. Die Autorin schreibt sehr eindringlich, schildert die Verhältnisse und Lebensumstände im Russland vor und zur Zeit der Russischen Revolution aus der Sicht Miriams. Das Buch regt damit zu einer intensiveren Beschäftigung mit der Russischen Revolution und der Umstände, die dazu führten, an.

Über die Autorin:
Nancy Richler lebt in Vancouver. Sie veröffentlicht in verschiedenen kanadischen und amerikanischen Literaturzeitschriften. „Dein schöner Mund“ erhielt 2002 den Canadian Jewish Award.

Rezension von Heike Rau

Nancy Richler
Dein schöner Mund
446 Seiten, gebunden
Kindler Verlag, Berlin
ISBN: 3-463-40440-0
Bestellen

Salve Roma!

Salve Roma!

Kater Francis macht sich Sorgen um Gustav. Wer macht ihm wohl die Dosen mit Katzenfutter auf, wenn Gustav seinen Plan wahr macht und sich den Strick nimmt? Zum Glück kommt es nicht so weit. Ein Anruf verhindert das Schlimmste und sorgt bei Gustav für neuen Lebensmut. Gustav wird nach Rom gerufen, um Ausgrabungen von gerade entdeckten Katakomben zu überwachen.
Rom, da beginnt Francis zu träumen. Doch Gustav will Francis gar nicht mitnehmen, sondern ihn in eine Tierpension stecken. Das lässt sich Francis nicht gefallen, mit Hilfe eines genialen Plans und ganz ohne das Wissen von Gustav, reist er mit nach Rom.
Der Traum vom Urlaub zerplatzt wie eine Seifenblase. Francis muss erfahren, dass seit einiger Zeit auf grausame Weise Katzen ermordet werden, ohne das dem Einhalt geboten werden kann. Francis kann da natürlich nicht zusehen. Mit Hilfe seines kriminalistischen Spürsinns will er den Fall lösen. Doch so einfach ist es nicht. Francis ist schließlich fremd in der Stadt. So macht er einen Fehler, vertraut den falschen Artgenossen, tappt in eine Falle und wird getäuscht. Francis lässt sich davon jedoch nicht entmutigen, er macht weiter. Er will die Frage beantwortet wissen, warum so viele seiner Artgenossen sterben mussten und vor allem, warum ihnen die Ohren entfernt wurden. Die späte Liebe zu Katzendame Sancta beflügelt ihn. Die Spur, die Francis verfolgt, führt schließlich zu Unglaublichem. Kann es wirklich sein, dass ein Tüftler mit Hilfe des Gleichgewichtsorgans aus Katzenohren eine intelligente Mordwaffe entwickeln will?

Francis ist nun schon 16 Jahre alt. Doch geändert hat sich nichts. Er ist der beliebte Katzendetektiv geblieben, klärt einen spannenden Fall, diesmal vor der Kulisse Roms, auf gewohnte Art und Weise. So manche Erkenntnis kommt ihm sogar im Traum. Seinen philosophisch angehauchten, spitzfindigen Gedanken zu folgen, macht einfach Spaß, auch wenn er manchmal übertreibt. Und auch der Fall, der wieder sehr utopisch anmutet, ist spannend. Allerdings könnte es ein klein wenig schneller vorwärts gehen. Immer wieder muss man sich durch Passagen kämpfen, die den Fall nicht so recht vorwärts bringen. Francis lässt sich oft ablenken und fabuliert. Das ist sicher nur für eingefleischte Katzenfans interessant, die das Buch vor allem wegen Francis lesen. So gibt es immer wieder Hintergrundinformationen aus der Katzenwelt, die teilweise auch noch mal ausführlich im Anhang geschildert werden.

Über den Autor:
Akif Pirinçci ist Jahrgang 1959. 1974 erschien im Bayerischen Rundfunk sein erster professioneller Kurzfilm. 1976 gewann er bei einem Hörspielwettbewerb des Hessischen Rundfunks den 1. Preis. Nach dem Studium an der Wiener Akademie für Film und Fernsehen arbeitete er zunächst als Drehbuchautor. Heute lebt Pirinçci als freier Autor in Bonn.
Nach dem Romandebüt „Tränen sind immer das Ende“, erschien 1989 sein erster Katzenkrimi „Felidae“, für den er 1990 mit dem „Mimi“-Krimipreis in den Kategorien „bestes Buch“ und „bestes Debüt“ ausgezeichnet wurde. „Salve Roma!“ ist nun der mittlerweile 5. Roman um den Katzendetektiv Francis.

Rezension von Heike Rau

Akif Pirinçci
Salve Roma!
Ein Felidae-Roman
273 Seiten, gebunden
Eichborn Verlag
ISBN: 3-8218-0956-6
Bestellen

Cook

Cook

James Cook gilt als größter Entdecker aller Zeiten. Im Jahr 1768 brach er zu seiner ersten großen Reise auf. Zu dieser Zeit waren erst zwei Drittels unserer Welt erforscht. Zwei weitere große Forschungsreisen folgten. 11 Jahre, über 200.000 Seemeilen, Tahiti, Bora Bora, Neuseeland, Botany Bay, Great Barrier Reef, von Arktis bis Antarktis, von der Nordwestküste Amerikas bis zur nordöstlichsten Küste Sibiriens. Eine unvorstellbare Leistung, die allerdings den Tod von Cook zur Folge hatte. Der Captain wurde 1779 auf Hawaii erschlagen.

Zusammen mit Tony Horwitz kann der Leser nun den Spuren Cooks ganz gemütlich vom Sessel aus folgen. Der Autor hat sich auf den Weg gemacht, den Entdecker zu entdecken. Er orientiert sich dabei an der vierbändigen Ausgabe der Logbücher Captain Cooks, herausgegeben von John Cawte Beaglehole, und verwendet immer wieder Zitate daraus.
Die Faszination Cooks für ferne Länder und fremde Kulturen wird lebendig und steckt an. Cooks Eindrücke seiner Entdeckungsreisen vermischen sich mit denen des Autors, der nachzuvollziehen versucht, was Cook sah und wie er sich gefühlt haben muss. Denn aus den Logbücher allein, ist das nicht immer herauszulesen. Die Einträge sind etwas nüchtern, knapp gehalten, eben nur von Tatsachen geprägt, nicht aber von wahren Gefühlen.
Was Tony Horwitz auch mit eigenen Augen betrachtet, sind die Folgen, die durch den Entdecker Cook entstanden sind. Eins steht fest. Cook hat Teile der Welt nicht nur neu entdeckt, sondern auch drastisch verändert. Einfache Kulturen bzw. Ureinwohner hatten oft einen hohen Preis zu zahlen. Cook und seine Mannschaft brachten nicht nur Handelsgüter, sondern oftmals ansteckende Krankheiten und den Tod.
Tony Horwitz entzaubert auch die Person, die hinter Captain Cook steckt. Er folgt Gerüchten, Cooks Stammbaum und Einschätzungen anderer Menschen, versucht zu ergründen, wie Cook wirklich dachte und was seine Begleiter auf den Schiffen von ihm hielten. James Cook war immer um die Gesundheit seiner Mannschaft besorgt, sagte der von Seeleuten gefürchteten Krankheit Skorbut den Kampf an.
Viel Platz im Buch räumt der Autor Cooks Tod ein. Er versucht nachzuvollziehen, wie es dazu kommen konnte und welche Fehler Cook und seine Mannschaft gemacht haben könnten.
Auf seinen Reisen wird Tony Horwitz von Roger Williamson begleitet, der mit seiner „unkonventionellen“ Art Leben ins Buch bringt, auch oder gerade weil er manchmal lieber im Kneipensumpf versank, als weiter Cooks Spuren zu folgen.

Fazit: Nicht nur vom äußerlichen ist das Buch mit seinen 700 Seiten und dem gelungenen Cover beeindruckend. Es liest sich auch fantastisch und weckt Fernweh.

Über den Autor:
Tony Horwitz, geboren in Washington D.C., hat als Auslandskorrespondent
für das „Wall Street Journal“ aus Krisengebieten der Welt berichtet und war Autor des „New Yorker“. 1995 wurde er mit dem Pulitzerpreis ausgezeichnet. Nach zehn Jahren in Sydney lebt der Autor heute mit seiner Familie in Virginia.

Über die Übersetzerin:
Heike Steffen ist Jahrgang 1968. Sie studierte Literaturübersetzung in Düsseldorf und Spanien. Für den marebuchverlag hat sie beispielsweise den Roman „Der Unmensch“ von Arabella Edge ins Deutsche übersetzt. Heike Steffen lebt in Hamburg.

Rezension von Heike Rau

Tony Horwitz
Cook
Die Entdeckung eines Entdeckers
Aus dem Amerikanischen von Heike Steffen
704 Seiten, gebunden
mit 8 Karten
marebuchverlag, Hamburg
ISBN: 3-936384-89-4
Bestellen

100 faszinierende Tatsachen – Der menschliche Körper

100 faszinierende Tatsachen – Der menschliche Körper

Im diesem farbig illustrierten Buch gibt es für Kinder viel zu entdecken. Alles Wissenswerte rund um den menschlichen Körper wird in kleinen, für Kinder leicht zu bewältigenden Texten erklärt. Dabei tragen die anschaulichen Bilder sehr zum Verständnis bei. Die Themen sind vielfältig. Das Buch beginnt mit der Entstehung des menschlichen Lebens und seiner Entwicklung. Weitere Themen sind die Haut, Haare und Nägel, das Knochengerüst, Gelenke, Muskeln, das Herz, das Blut und viele mehr. Auch unsere Sinne finden Beachtung. So ist ein Kapitel dem Sehen und Hören gewidmet ein anderes dem Riechen und Schmecken. Das Buch beschäftigt sich aber auch mit gesunder Ernährung oder Zahnpflege.
Gut gefallen haben die Zusatzinformationen in den kleinen Kästchen, die jeden zum Staunen bringen. Es werden aber auch spannende Quizfragen angeboten und leicht nachvollziehbare Experimente vorgeschlagen. So können Kinder einmal austesten, wie empfindlich die Haut ist oder wie Licht auf die Augen wirkt.
Damit gesuchte Informationen auch mal schnell nachgeschlagen werden können, gibt es ein Register.
Der Spaß am Lernen und Informieren kommt nicht zu kurz. Die kleinen Cartoons oben auf den Seiten sind ein Hingucker.

Rezension von Heike Rau

Steve Parker
100 faszinierende Tatsachen – Der menschliche Körper
Wissenschaftliche Mitarbeit: Dr. Kristina Routh
Übersetzt von Wiebke Krabbe
48 Seiten, Hardcover, farbig illustriert
ab 8 Jahren
Xenos Verlagsgesellschaft, Hamburg
ISBN: 3-8212-2690-0
Bestellen

Die kopierte Frau

Die kopierte Frau

Je älter Ada wird, um so deutlicher spürt sie, dass etwas nicht stimmt, dass mit ihr etwas nicht stimmt. Es liegt nicht nur daran, dass sie genauso aussieht wie ihre Mutter, sondern mehr am Umgang zwischen Mutter und Tochter. Die Mutter will Ada nichts über ihren Vater erzählen, aber auch nichts über ihre Großeltern oder ihre Tante. Nicht mal einen Blick ins Fotoalbum darf Ada werfen. Dass sie in die Schule gehen darf, verdankt sie der Überredungskunst einer Dame, die sich dafür eingesetzt hat.
Adas Gefühl, das etwas nicht so ist, wie es sein sollte, verstärkt sich immer mehr. Sie fühlt sich anders als andere und versteht das nicht. Als Ada 17 ist, hält sie die Ungewissheit nicht mehr aus. Sie beginnt in den Sachen ihrer Mutter zu spionieren, hofft irgendetwas herauszubekommen, dass ihr weiterhelfen könnte.
Schließlich stöß sie auf ihre Geburtsurkunde. Ein Vater ist nicht angeben, sondern ein Labor in Manhattan. Ada ist die Kopie ihrer Mutter.

Das Buch fesselt unglaublich. Das liegt aber nicht nur am brisanten Thema, sondern an der Art und Weise, wie es angepackt wurde. Die Autorin versucht zu ergründen, wie sich ein menschlicher Klon in unserer zukünftigen Welt fühlen würde. Sie erzählt die spannende Geschichte von Ada, die eigentlich nichts über ihre Zeugung wissen kann und trotzdem fühlt, dass sie anders ist, als andere Menschen. Dabei geht die Autorin in die Tiefe, wagt Gedankenspiele, hält daran fest oder verwirft sie wieder. Es ist ein Prozess, den der Leser miterleben kann. Ada ist ein Mensch, der sich mit seinem Seelenleben beschäftigt und auseinandersetzt, der nach Gründen sucht, nach Antworten und dem Sinn des Lebens und nach dem, was einen Menschen ausmacht. Der Leser wird angeregt, sich selbst Gedanken zu machen, sich eine eigenen Meinung zu einem Thema zu bilden, welches wohl lieber in weite Ferne geschoben wird und dazu noch sehr umstritten ist.

Eva Hoffman wurde in Krakau, Polen, geboren. 1959 wanderte sie mit ihren Eltern nach Kanada aus. Sie studierte in Harvard und arbeitete bei der „New York Times Book Review“.

Rezension von Heike Rau

Eva Hoffman
Die kopierte Frau
Aus dem Englischen von Renate Orth-Guttmann
256 Seiten, gebunden
Paul Zsolnay Verlag, Wien
ISBN: 3-552-05293-3
Bestellen

Mein erster Tag im Kindergarten

Mein erster Tag im Kindergarten

Marie feiert ihren 3. Geburtstag. Geschenkt bekommt sie auch eine knallrote Kindergartentasche. Sie freut sich, nun endlich in den Kindergarten gehen zu dürfen.
In die rote Tasche kommen ein Käsebrötchen und ein Apfel. Dann geht Marie zusammen mit ihrer Mutter zum Kindergarten. Marie sieht sich zuerst einmal gründlich um, lernt andere Kinder kennen und fühlt sich sofort wohl. Schnell gliedert sie sich ein, erlebt das erste gemeinsame Frühstück, putzt mit Zähne, geht mit raus zum Spielen, hört eine Geschichte und malt mit Wasserfarben.
Der Tag ist viel zu schnell zu Ende. Zum Glück kann Marie am nächsten Tag wieder in den Kindergarten kommen. Darauf freut sie sich schon.

Die kleine Geschichte um Maries ersten Kindergartentag wird sehr einfühlsam und anregend erzählt. Kinder lernen so den Alltag im Kindergarten kennen. Sie erfahren, was den Tag über gemacht wird und womit die Kinder sich beschäftigen. Die ansprechenden Illustrationen sind sehr farbenfroh und kindgerecht. Auf jeder Seite gibt es viel zu sehen und Interessantes zu entdecken. Mit liebevoll gezeichneten Details wir nicht gespart. So merken aufmerksame Kinder beispielsweise schnell, dass Marie ihre Kuschelkatze mit in den Kindergarten genommen hat und suchen auf den folgenden Seiten danach.

Rezension von Heike Rau

Antje Bones / Eva Spanjardt
Mein erster Tag im Kindergarten
32 Seiten, Hardcover, farbig illustriert
für Kinder ab 4 Jahren
Xenos Verlagsgesellschaft, Hamburg
ISBN: 3-8212-2744-3
Bestellen

Wintergärten – planen, bepflanzen, genießen

Wintergärten – planen, bepflanzen, genießen

Viele Hausbesitzer wünschen sich eine grüne Oase, die ein wenig vom Alltag ablenkt und Urlaubsstimmung vermittelt. In einem Wintergarten kann man viele schöne Stunden verbringen, ganz egal, wie draußen das Wetter ist.

Vor dem Bau des Wintergartens steht die Planung. Hier muss einiges beachtet werden. Zu bestimmen sind Standort, Bautyp und Größe. Hierzu gibt es zahlreiche Ratschläge im Buch, damit der Wintergarten dann auch tatsächlich so genutzt werden kann, wie man es sich vorgestellt hat. Wichtige Punkte sind die Art der Verglasung, die Belüftung und das Heizsystem. Nicht zuletzt müssen auch bestimmte Bauvorschriften beachtet werden. Eine Checkliste hilft hier, den Überblick zu behalten. Auch bei der Auswahl der Bodenbeläge oder der Möblierung des Wintergartens findet man Unterstützung im Buch.

Unterschieden werden drei Typen von Wintergärten: Der kalte Wintergarten, der temperierte Wintergarten und der warme Wintergarten.

Der kalte Wintergarten bleibt unbeheizt. Trotzdem bieten sich hier vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten. Wie wäre es mit einer australischen, neuseeländischen oder asiatischen Gartenlandschaft unter Glas? Kalte Wintergärten mit Hitze im Sommer und Kälte im Winter können gut in einem mediterranen Stil gestaltet werden. Infrage kommen beispielsweise Feige, Olive, Lorbeer oder Myrte mit passenden Accessoires aus Naturmaterialien wie Terrakotta. Besonders beliebt sind auch Zitrusfrüchte, die gar nicht so schwierig zu pflegen sind, wie man glaubt. Gestaltet kann der kalte Wintergarten aber auch mit Pflanzen ganz in Blau. Hier bieten sich beispielsweise Palisadenbaum, Schmucklilie, Rosmarin oder Lavendel an. Fernöstliche Pflanzenwelten gestaltet man mit Kamelien, Bambus oder kältetoleranten Palmen. Auch Kakteenliebhaber kommen auf ihre Kosten. Eine Reihe von Kakteen eignen sich auch für kalte Wintergärten.

Für den temperierten Wintergarten, dem Bindeglied zwischen kalten und warmen Wintergärten, bieten sich Pflanzen aus Südamerika oder Südafrika an. Hier hat man die Wahl zwischen blühenden und schnell wachsenden Pflanzen. Als Beispiele wären hier Fruchtgehölze aus Südamerika wie Guave zu nennen. Zu den wohlriechenden Gewächsen zählt der tropische Oleander. Beliebt sind auch die Passionsblumen von denen zahlreiche Arten auch essbare Früchte hervorbringen. Zur Flora Südafrikas gehört auch die eindrucksvolle Paradiesvogelblume. Aber auch Gestaltungen mit duftenden Pflanzen wie Orangenjasmin oder Gardenie bieten sich an. Im temperierten Wintergarten können auch verschiedene Orchideenarten gezüchtet werden.

Im warmen Wintergarten finden tropische Pflanzen ein Zuhause. Die Temperatur sollte allerdings auch im Winter nicht unter 18°C sinken. Sehr faszinierend sind Blütenbäume wie Flammenbaum oder afrikanischer Tulpenbaum. Aber auch die Auswahl an Sträuchern ist groß, vom Wandelröschen bis zum gelben Trompetenstrauch. Mitten im Winter blühen Goldähre oder brasilianischer Federbusch. Der kleine Hibiskus vom Fensterbrett kann leicht mannshoch werden. Auch Blattpflanzen wie Schraubenbaum, Elefantenohr oder Gummibaum haben ihre Reize. Der Wintergarten wird so zum Dschungel. Sehr beliebt sind Pflanzen die Früchte hervorbringen. Dazu gehören beispielsweise Banane oder Litschi. Manchmal ist weniger aber auch mehr. Schön gestaltet werden kann ein Wintergarten auch mit Solitärs wie Palmen.

Das Buch beeindruckt durch seine klare Gliederung in die drei Wintergartentypen. So kann man sich sehr schnell einen Überblick verschaffen und feststellen, welche Wünsche überhaupt realisierbar sind und viel genauer planen. Schließlich müssen die Pflanzen zusammen und zum Wintergartentyp passen. Die verschiedenen Vorschläge gefallen. Zu vielen Arrangements finden sich Specials mit allem Wissenswerten im Zusammenhang, von den geeigneten Pflanzen im Porträt bis hin zu Gestaltungsideen und Accessoires. Dazu gibt es zahlreiche Tipps. Auch Wasser oder Tiere im Wintergarten finden Beachtung.
Mit im Buch sind auch Informationen zur neuen Energieeinsparverordnung vom 1. Februar 2002. Dazu wird Wissenswertes rund um Erde, Dünger und Pflanzenneuheiten vermittelt. Natürlich geht es auch um Schädlinge und ihre Bekämpfung. Abgerundet wird das Angebot durch Bezugsquellen und einen Pflegekalender.

Rezension von Heike Rau

Tanja Ratsch
Wintergärten
Planen, bepflanzen, genießen
160 Seiten, gebunden
mit Farbfotos, Zeichnungen und Tabellen
Verlag Eugen Ulmer
ISBN: 3-8001-4180-9
Bestellen

Der Quereinsteiger

Der Quereinsteiger

An seinem Stuhl wird schon gesägt. Er, der Quereinsteiger, hat seine Schuldigkeit wohl getan. Noch ist er damit betraut, für ein großes deutsches Industrieunternehmen lukrative Geschäftsfelder in China aufzubauen.
Bei der Gelegenheit hat er die großen Bosse beobachtet, um nicht zu sagen, studiert. Die treten beherzt von einem Fettnäpfchen ins andere, interessieren sich nicht für die chinesische Kultur. Sie führen die Geschäfte auf ganz besondere Art, reisen von einem großen Fressen zum nächsten, leben auf Firmenkosten wie die Made im Speck und leisten sich ordentlich was. Repräsentieren nennt man das. Der Quereinsteiger nimmt Teil an diesem Spiel, doch das man ihm nun so frech an den Kragen will, nimmt er nicht hin. Er kann auch anders!

Zunächst liest man das Buch wohl mit Befremden. Nach dem Motte: Das gibt es doch gar nicht! Doch nach und nach kann man sich das Grinsen einfach nicht mehr verkneifen. Man wird gut unterhalten. Das Buch ist schon eine Frechheit. So was aufzuschreiben! Die ganzen Peinlichkeiten der Unternehmensvertreter, ihre Engstirnigkeit, ihre Ignoranz. Die Art und Weise, wie hier integriert wird, wie unliebsame Kollegen aus dem Weg geräumt werden, wie schmierig verhandelt wird. Wann wird eigentlich mal richtig gearbeitet? Für was kriegen diese Manager ihr Geld? Sagenhaft und eben sehr amüsant für den Leser, auch wenn keine Geschichte im eigentlichen Sinn erzählt wird, sondern Begebenheiten aneinandergereiht werden. Am Ende bleibt man jedoch auf ein paar Fragen sitzen: Um welche Firma geht es da eigentlich? Und wie viel Wahres ist dran? Das große Rätselraten kann beginnen.

Über den Autor:
Rainer Kloubert ist Jahrgang 1944. Er studierte Rechtswissenschaften und Sinologie in Freiburg, Tübingen, Hongkong und Taiwan. Der Autor war u. a. Sprachlehrer an der Militärakademie Taiwan, Dolmetscher bei einem chinesischen Wanderzirkus und Anwalt in Taipeh. Rainer Kloubert lebt seit 1979 in Peking, zunächst als Universitätslektor, als Repräsentant eines deutschen Unternehmens und heute als Berater.

Rezension von Heike Rau

Rainer Kloubert
Der Quereinsteiger
232 Seiten, gebunden
Elfenbein Verlag, Berlin
ISBN: 3-932245-61-X
Bestellen