Nicole Krauss: Die Geschichte der Liebe

Nicole Krauss: Die Geschichte der Liebe

Es ist ein seltsames, irrwitziges und merkwürdiges Buch, das Nicole Krauss hier geschrieben hat. Aber am seltsamsten und sehr überraschend ist, dass hier eine erst 29 Jährige Schriftstellerin so lebensnah und echt das Leben eines über 80 Jährigen Mannes auf seinen Wegen und in seiner armseligen Altersexistenz zu beschreiben vermochte.
Leo Gursky hat es als polnischen Juden während des Krieges in jungen Jahren nach Amerika, NY, verschlagen. In seiner Heimat und in seiner Jugend liebte er ein Mädchen mit Namen Alma. Sie ist es, an der sein Herz hängt und um die sich in allerlei verwirrenden Formen die ganze Geschichte der Liebe dreht, denn er hat sie aufgeschrieben, seine und Almas Geschichte.
Mal ist diese Geschichte in der Geschichte ganz verloren gegangen, dann taucht sie wieder auf, als ein früher Jugendfreund von Leo sie im argentinischen Exil als sein Buch ausgibt.
Ein auch sehr seltsames Mädchen mit Namen Alma, die von ihren Eltern nach der Alma im Buch der Geschichte benannt wurde, sucht der Geschichte auf den Grund zu kommen. Ihr früh verstorbener Vater hat das Buch “ Die Geschichte der Liebe“ ihrer Mutter geschenkt, die wiederum einer Tages mit der Übersetzung des Textes aus dem Spanischen betraut wurde. Von wem? Einem Mann Namens Jacob Marcus. Auch dieser aber hat eine fremde Identität, die nichts mit dem Namen J.M. zu tun hat.
Es sind viele Geschichten in diesem Buch, die sich immer wieder überschneiden und in einander greifen.
Das Erzählte ist verwirrend und verschachtelt und schlingert von einem Geheimnis zum nächsten. Die Spannung aber bleibt.
Die kurzen, überschaubaren und fast lakonischen Sätze geben dem Ganzen zu Zeiten eine gewisse Komik und auch Tragik.

Am Ende ist es eine Geschichte von Liebe und Finsternis, von Träumen, Verrat, Suche und Einsamkeit,–eine einfach ganz wunderbare Geschichte, wie es sie über viele jüdische Schicksale mit der Endstation Amerika gibt.
Cl.B.

Nicole Krauss
Die Geschichte der Liebe
Eine seltsame und wunderbare Irrfahrt des Lebens
ISBN:3498035231
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Die einsame Giraffe

Die einsame Giraffe

Morgens im Dschungel. Die Kakadus schütteln ihre Federn, Elefanten und Schlangen begrüßen den Tag. Beim Frühstück am Fluss gibt es viel Neues zu erzählen. Auch die Giraffe hätte etwas zu sagen. Leider ist sie nicht gerade auf Augenhöhe mit den anderen Tieren und sich so weit hinunterzubeugen, fällt ihr schwer. Und die Tiere, die in den Baumwipfeln leben, erschrecken wenn plötzlich ihr Kopf zwischen den Blättern auftaucht. Die Giraffe scheint zur Einsamkeit verdammt.

Dann kommt die Regenzeit. Die großen Tiere machen sich zur Hochebene auf und die kleinen suchen Schutz im Gebüsch. Ununterbrochen regnet es. Alle haben Angst, dass der Fluss über die Ufer treten könnte. Immer höher steigt er. Und plötzlich ist ein fernes Grollen zu hören. Die Giraffe mit dem langen Hals hält Ausschau und sieht eine Wasserwand kommen. Zum Weglaufen ist es längst zu spät. Also, rauf auf die Bäume! Doch einige Tiere können nicht klettern. Da hat die Giraffe die rettende Idee.

Es ist eine spannende Geschichte über Freundschaft und Hilfsbereitschaft, die auch sehr gut nachvollziehbar ist. Genau richtig zum Vorlesen für Kindergartenkinder. Die Zeichnungen sind sehr farbenfroh und ausdrucksstark. Die Darstellung der Tiere begeistert. Die verschiedenen Szenen wirken sehr lebendig. Und da auf unnötige Details verzichtet wurde, sind sie auch leicht erfassbar. Kinder können beim Betrachten der Bilder sehen, ob sie die Tiere des Dschungels benennen können oder nach bestimmten Tieren suchen. So können die Kleinen auch nach dem Vorlesen noch eine Weile beschäftigt werden, was sicher viel Spaß macht.

Rezension von Heike Rau

Peter Blight
Die einsame Giraffe
illustriert von Michael Terry
aus dem Englischen von Monica Plange
28 Seiten, gebunden, durchgehend illustriert
Bloomsbury Kinder & Jugendbücher, Berlin
ISBN: 3-8270-5049-9
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Burkhard Bohne und Peter: Dietze:Taschenatlas Heilpflanzen

Burkhard Bohne und Peter: Dietze:Taschenatlas Heilpflanzen

Die 130 vorgestellten Heil- und Gewürzpflanzen wachsen überwiegend in heimischen Gärten und finden oft auch in der Volksmedizin Verwendung. Der Wunsch nach einem eigenen Kräutergarten am Haus bietet viele Vorteile. Ohnehin sind viele Kräuter nicht mehr in ausreichender Menge in der Natur zu finden, also sollte man ihnen Erholung gönnen. Auch die Gefahren, die eine Verwechslung der Pflanzen mit sich bringen, sind nicht zu unterschätzen.

Mit Hilfe der Heilpflanzenbuches kann man sich gezielt über Heil- und Gewürzpflanzen informieren und aussuchen, welche zukünftig im eigenen Kräutergarten angebaut werden sollen. Die Pflanzenporträts sind dabei sehr hilfreich.

Sehen wir uns eins genauer an. Melissa offincinalis (Zitronen-Melisse, Melisse) Zuerst fallen natürlich die Fotos ins Auge. Zu sehen ist ein ganzseitiges Foto, ein Detailfoto und ein Foto mit den zur Verwendung aufbereiteten Pflanzenteilen, hier beispielsweise die getrockneten Blätter der Melisse. Symbole informieren darüber, dass die Pflanze für Menschen ungiftig ist, dass es sich um eine mehrjährige, krautige Pflanze handelt, die vorwiegend im Sommer blüht und die einen sonnigen bis schattigen Standort bevorzugt. Dargestellt werden in kurzen stichpunktartigen Texten nun Details zu folgenden Punkten: Verbreitung, Blatt, Blüte, Frucht, Wuchs, Standort, Drogen, Inhaltsstoffe, Wirkungen, Verwendungen und Allgemeines. Es folgt eine Kästchen mit zusätzlichen, immer sehr interessanten Informationen. Findet eine Pflanze in der Homöopathie Verwendung, wird darauf hingewiesen. Warnhinweise zu giftigen Pflanzen oder zu Pflanzen deren Anwendung nicht ratsam ist, sind nicht zu übersehen.

Der Taschenatlas ist sehr gut zum Nachschlagen geeignet. Botanische Merkmale und Heilwirkungen werden kurz und knapp vermittelt. Der Seitenaufbau ist dabei sehr übersichtlich. Vorhanden ist auch eine kurze Einführung zur Geschichte, dem Anbau und der Pflege von Heilpflanzen. Die Fotos sind aussagekräftig. Es macht aber auch Spaß, in diesem handlichen Buch zu blättern und sich zu informieren, ohne gezielt nach einer bestimmten Pflanze zu suchen.
Im Anhang befinden sich ein Glossar und ein Register, aber auch zwei Seiten mit Adressen zu Heilpflanzengärten ist vorhanden.

Über die Autoren:
Der Gärtnermeister Burkhard Bohne leite den Arzneipflanzengarten der TU Braunschweig. Peter Dietze, ebenfalls Gärtnermeister, arbeitet an der Georg. August-Universität in Göttingen.

Rezension von Heike Rau

Burkhard Bohne / Peter Dietze:
Taschenatlas Heilpflanzen
130 Pflanzenporträts
192 Seiten, über 300 Farbfotos
Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart
ISBN: 3-8001-4759-9
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Everwood – Ein neues Leben

Everwood – Ein neues Leben

Ephram tut sich schwer damit, sich in Everwood einzuleben. Amy ist weiterhin für ihn unerreichbar. Erst recht, seit ihr Freund Colin nach einer riskanten Operation endlich aus dem Koma erwacht ist. Zwar hat er sein Gedächtnis verloren, doch er holt schnell auf und geht schließlich sogar wieder zur Schule. Im Grunde ist er dort so neu wie Ephram. Und wohl deshalb sucht Colin ausgerechnet Ephrams Freundschaft. Ephram rauscht von einem Gefühlschaos ins nächste. Dann lernt er Colins Schwester Laynie kennen, die eine Zeit lang im Internat war. Beim Skifahren hat er Gelegenheit sie näher kennen zu lernen. Die beiden liegen zwar auf gleicher Wellenlänge, aber das Ephram sich und ihr nur etwas vormacht, merkt Laynie schließlich. Aus dieser Freundschaft kann keine Liebe werden.

Die Schatten der Vergangenheit liegen noch auf den Ereignissen. Auch in diesem Band steht der schwierige Vater-Sohn-Konflikt im Vordergrund. Außerdem muss Ephram damit klar kommen, dass seine Liebe zu Amy unerwidert bleibt. Es sind die typischen Probleme eines Jugendlichen mit denen er sich auseinander zu setzen hat.
Das zweite Buch unterhält eben so gut wie das erste. Trotz aller Dramatik schwingt in Situationen, in denen es passt, eine ganze Menge mehr Humor mit. Auch wirkt der zweite Teil von der Schreibweise her etwas flotter . Die Geschichte berührt, ist sie doch mit viel Sensibilität geschrieben.

Rezension von Heike Rau

Emma Harrison
Everwood – Ein neues Leben
Aus dem Amerikanischen von Antje Göring
Auf Basis der gleichnamigen Serie von Greg Berlanti
212 Seiten, gebunden
Egmont vgs verlagsgesellschaft, Köln
ISBN: 3-8025-3443-3
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Everwood – Bis dass der Tod uns scheidet

Everwood – Bis dass der Tod uns scheidet

Als die Mutter der Familie Brown bei einem Unfall ums Leben kommt, bricht für die drei anderen Familienmitglieder eine Welt zusammen. Es geht einfach nicht mehr weiter und so beschließt der Vater, die Neurochirurgie an den Nagel zu hängen und mit seiner Familie einen Neuanfang zu wagen. Mit seiner Tochter und seinem Sohn zieht er von New York in die kleine Stadt Everwood. Die kleine Delia nimmt den Umzug scheinbar gelassen, aber der 15-jährige Ephram rebelliert gegen den Vater.

In der Schule lernt Ephram die gleichaltrige Amy kennen. Er verliebt sich in sie. Doch sie hat einen Freund. Der liegt jedoch nach einem Unfall im Krankenhaus im Koma. Es sieht so aus, als suche Amy Ephrams Freundschaft nur wegen ihres Freundes. Denn vielleicht kann Ephrams berühmter Vater helfen und Colin aus dem Koma holen.

Die neue Serie beginnt mit einem harten Schicksalsschlag. Die Familie muss irgendwie damit fertig werden und näher zusammenrücken. Doch Vater und Sohn sind sehr unterschiedliche Menschen, die zunächst gegeneinander arbeiten, sich viele Wortgefechte liefern und unter Missverständnissen leiden. Dabei übersieht Ephram, dass auch der Vater unter dem Verlust der Mutter, und damit seiner Ehefrau, leidet. Zukunftsängste plagen ihn, hat er doch die Erziehung der Kinder bisher weitgehend seiner Frau überlassen und sich um seine anspruchsvolle Arbeit gekümmert. So werden viele Probleme, die ein solcher Schicksalsschlag mit sich bringt auf sehr sensible Art und Weise aufgegriffen. Das Buch ist die perfekte Ergänzung für alle, die die Serie mögen.

Rezension von Heike Rau

Melinda Metz / Laura J. Burns
Everwood – Bis dass der Tod uns scheidet
Aus dem Amerikanischen von Antje Göring
Auf Basis der gleichnamigen Serie von Greg Berlanti
180 Seiten, gebunden
Egmont vgs verlagsgesellschaft, Köln
ISBN: 3-8025-3442-5
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Anna fängt Feuer

Anna fängt Feuer

Anna ist in Sorge um ihren Bruder. Seit er eine geheimnisvolle Entdeckung gemacht hat, hat er sich verändert. Sie erzählt Finn von ihren Befürchtungen und dass Leifer vor ihr verbirgt, was er im Wald gefunden hat.
Dann offenbart Leifer seine Meinung über die fremdländische Prinzessin Isi, die Annas Freundin ist. Es entbrennt ein Streit. Leifer kann seine Wut nicht im Zaum halten und plötzlich steht Annas Rock in Flammen. Das wollte er natürlich nicht.

Anna und Finn wissen nun um Leifers Geheimnis. Für Finn ist es vorstellbar, dass Leifer das Feuer in sich trägt, so wie Isi den Wind. So beschließt Anna in die Stadt zu reisen, die sie einst wegen ihrer Mutter, die nun verstorben ist, verlassen hat. Sie muss Isi um Hilfe bitten. Vielleicht enthält auch das Pergament, das Leifer versteckt hält, eine Anleitung zum Erlernen der Feuersprache.

Isi ist auch nicht frei von Sorgen. Ihre Gabe hat sich verändert. Mittlerweile kann sie Wind aus dem Nichts erschaffen, der zum Sturmwind wird. Aber Anna hört auch von ihrer Freundin, dass es Krieg geben wird. Die Grenzen sind bereits durchbrochen wurden.

Leifer hat seine Meinung über Prinzessin Isi geändert. Er will an der Seite der Burbunen gegen Tira kämpfen. Anna begleitet Isi als Zofe, obwohl Prinz Geric gar nicht möchte, dass ihn seine Frau begleitet.
Der Kampf entbrennt. Leifer nutzt seine Fähigkeiten und verhilft den Burbunen in diesem Kampfgetümmel zum Sieg. Doch er bezahlt dafür mit seinem Leben und auch der König stirbt. Prinz Gerik und seine Prinzessin übernehmen die Herrschaft. Anna nimmt Leifers Pergament an sich. Vielleicht kann sie die Feuersprache erlernen und damit die Geschicke ihres Landes lenken.

Das Buch lebt von Mythen und führt damit in eine völlig fremde, einzigartige Welt, die vor Magie und Fantasie sprüht. Das spiegelt sich auch im Schreibstil der Autorin wieder, die Stimmungen perfekt einfängt und in einer sehr schönen, wohlklingenden Sprache schreibt. Es geht aber nicht nur um die Beherrschung der Elemente sondern auch um die Vermittlung von Botschaften an den Leser. Freundschaft und Liebe sind Stützpfeiler der Geschichte. Spannend ist auch, wie Anna sich entwickelt. Herausgerissen aus der Normalität muss sie sich bewähren, ihre Zweifel und ihre immer wieder aufkeimenden Ängste besiegen. Es ist eine Geschichte mit Tiefgang, die man sich nicht entgehen lassen sollte.

Über die Autorin:
Shannon Hale studierte in England, Mexiko, Paraguay und den USA. Die Jugendbuchautorin lebt heute mit ihrem Mann in Salt Lake City.

Rezension von Heike Rau

Shannon Hale
Anna fängt Feuer
351 Seiten, gebunden
Bloomsbury Kinderbücher und Jugendbücher
ISBN: 3-8270-5054-5
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Tara und die Reiter des Windes

Tara und die Reiter des Windes

Nachdem Tara ein Internat im chinesischen Chengdu besucht hat, kehrt sie nach Hause zurück, nach Chamdo, der Hauptstadt Khams, in Tibet. Sie erkennt die Stadt kaum wieder. Überall wird gebaut. Touristen mit ihren Digitalkameras bevölkern die Stadt. Das alte Haus ihres Vaters, das wie alle traditionell errichteten tibetischen Häuser nach Süden ausgerichtet ist, ist restauriert worden und nun eine Art Museum. Die Touristengruppen kommen, um die Räume zu besichtigen.

Taras Großmutter Deyang, eine Nomadin, hat sich ihr gewohntes Leben bewahrt. Sie lebt mit ihren Tieren im Hochtal in einer Jurte. Tara geht sie wieder besuchen. Die Großmutter will Tara von nun an unterrichten. Das Mädchen hat die Gabe, zu heilen. So lernt sie auch Lieder in alter Geheimsprache, der Sprache der Feen, die auch die Tiere verstehen können.

Auf ihrem Weg zur Großmutter sieht Tara eines Tages auf einer Baustelle ein Pferd. Chinesische Arbeiter schinden es, damit es seine Arbeit leistet. Diesen Anblick erträgt Tara nicht. Sie entführt das Pferd, das sie Gesar nennt, und bringt es zur Großmutter in die Berge. Tara und Gesar werden Freunde. Doch bei einem Ausritt stürzt Tara schwer. Ein Mann, der hier oben in einer Höhle wie ein Einsiedler lebt und Tiere aus Fallen rettet, nimmt sich ihrer an. Aus dieser Begegnung wird Liebe.

Die Geschichte ist abenteuerlich und spannend. Sie spielt in einer fremden Welt. Dabei verbindet die Autorin alte Traditionen mit der Moderne. In ihrem Buch hinterfragt sie die Politik, zeigt Engagement für den Tierschutz und gibt damit viel Stoff zum Nachdenken. Aber es ist auch eine bewegende Liebesgeschichte, die aber an den Gegebenheiten der Zeit, zu zerbrechen droht. Geschrieben ist das Buch in einem sehr stimmungsvoll wirkenden Stil, mit faszinierenden Naturbeschreibungen. Der Zauber alter Legend wird wieder lebendig. So ist es eine bewegende Geschichte, die oftmals zu Tränen rührt und die man so schnell nicht vergisst.

Über die Autorin:
Frederica de Cesco hat zahlreiche Länder auf allen Kontinenten bereist und oft mehrer Monate in fremden Kulturen gelebt. Die erfolgreiche Jugendbuchautorin spricht fließend Französische, Italienisch und Deutsch. Ihre Bücher, für die sie zahlreiche Auszeichnungen erhielt, wurde in viele Sprachen übersetzt.

Rezension von Heike Rau

Frederica de Cesco
Tara und die Reiter des Windes
22 Seiten, gebunden
ab 12 Jahren
Arena Verlag, Würzburg
ISBN: 3-401-05758-8
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Die schwangere Madonna

Die schwangere Madonna

Peter Henisch Die schwangere Madonna Residenz Verlag
ISBN3701714231

Peter Henisch, ein österreichischer Autor, der bisher wenig spektakulär in der öffentlichen Literaturkritik von sich reden machte, hat ein äußerst witziges, geistreiches und dabei sehr unterhaltsames Buch geschrieben.

Worum geht es?

Ein aus seinem Leben gefallener Rundfunkredakteur mit Namen Josef, geschieden und Vater eines sechsjährigen Sohnes, gerät in einem mentalen Ausnahmezustand in eine fatale Lage: er klaut einen VW, in dessen Tür der Schlüssel steckt, fährt los und merkt alsbald, dass auf dem Rücksitz ein junges Mädchen liegt.
Sie fahren aus einer Laune heraus einfach weiter. Die Richtung ist Italien.
Das Mädchen ist Schülerin eines katholischen Religionslehrers, mit dem sie ein Verhältnis hat (hatte?), und von dem sie auch noch schwanger ist. Im Austausch gegen eine Nachricht an ihn hat sie aus seiner Jackentasche seinen Autoschlüssel an sich genommen.
In Gesprächen und Aktionen entwickeln die beiden Reisenden ein Verhältnis zueinander, das an Komik, Ernst und überraschenden Einblicken und Einsichten seines gleichen sucht.
Über Musik, Religion, Kunst und das Leben an sich wird philosophiert , –und natürlich wird spürbar, wie dieses gerade erst 18 Jährige Mädchen auch diesen etwas älteren Fahrgenossen in ihre Fänge bekommt, ganz unschuldig-naiv und leicht frivol. Sie gleicht einer Lolita in ihrer Unschuld, ihrer verführerischen Annäherung und gelegentlichen Flucht vor zu viel Nähe.
Unschuldig- verführerisch bleibt Maria, welch sinniger Name in Anlehnung an die göttliche Maria(!), die ganze Zeit über, in der die beiden zusammen reisen, denn es geht weit in den Süden zu einer großen Rundreise durch Italien , in denen die Städte und natürlich die Madonna del Parto, die “ Schwangere Madonna“, von Piero della Francesca in der Kirche Santa Maria a Nomentana in Monterchi , eine gewichtige Rolle spielt.
Dann verliebt sich Maria in einen italienischen Feuerschlucker und Straßengaukler. Josef bemerkt zunehmende Heimlichkeiten: er spürt Telefonaten von ihrem Handy aus nach, und ab und zu ist sie verschwunden und taucht unvermittelt wieder auf, als sei es so ganz natürlich. Spürbar bleibt die erotische Verführung, der Josef aber nicht nachgibt, wenngleich die Versuchung groß ist.
Zu guter letzt taucht der Religionslehrer Wolfgang auf, der unruhig seinem gestohlenen VW und Maria auf der Spur ist.
Daß er von der Schwangerschaft, seinen Gewissenskonflikten und dem Gedanken an einen Schwangerschaftsabbruch bedrängt wird, zeigt sich in einer Verbrüderungsszene der beiden erwachsenen Männer um Maria in einer langen Nacht, in der sie reichlich dem Alkohol zusprechen.

Maria ist schließlich ganz verschwunden. Josef sucht sie und findet Ruhe nur im Angesicht der Madonna del Parto, die in einer ehemaligen Volksschule in Monterchi ausgestellt ist. Hier bleibt er und fühlt sich an seine zarte Gefühlsbeziehung zu Maria,
seiner Reisebegleiterin, erinnert. Hier findet ihn am Morgen ein Commissario, der ihn eines Attentats auf die Madonna verdächtigt, und dem er nun diese ganze Geschichte erzählt.

Das Buch ist ungewöhnlich in seinem Sujet, es ist geistreich, hat eine Sprache, die immer wieder mit unerwarteten Redwendungen überrascht. Unsere Zeit mit allen ihren Bindungsproblemen findet hier einen wunderbaren Widerklang.
Ich möchte das Buch jedem empfehlen, der an kultivierter Sprache, nicht abgehobener Gegenwart und der Verlorenheit einer neuen Generation, die ihren eigenen originellen Weg sucht, interessiert ist.
Cl.B.
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Das Buch der Engel

Das Buch der Engel

Bücher über Engel gibt es viele. Mit diesem hier versuchen die Autoren aber ein vollständiges Bild dieser himmlischen Wesen zu zeichnen und haben dafür aufwändig recherchiert. Sie haben untersucht woher der Glaube an die Engel kommt und welche Vorstellungen Menschen von Engeln haben, ob sie an die Helfer Gottes glauben oder eher nicht. Dabei gehen sie auf die Bedeutung der Engel in verschiedenen Religionen ein. Dargestellt werden die möglichen Erscheinungsformen der Engel und wie genau man sich diese Wesen vorstellen muss. Erzählt wird von den Fähigkeiten, die sie haben, ob sie nun als Schutzengel oder Todesengel unterwegs sind. Die Autoren nehmen Bezug zu Bibelstellen, Märchen, Geschichten, auf Gedichte und Verfilmungen. Sie beleuchten unterschiedliche Thesen und stellen Meinungen über die Engel gegenüber, die oft erstaunlich weit auseinandergehen. Dabei kommen auch Menschen zu Wort, die überzeugend behaupten, Engeln begegnet zu sein. Bei den Recherchearbeiten kam auch wenig Engelhaftes und regelrecht Kurioses zum Vorschein. Der Leser darf also gespannt sein.

Dennoch sind die Autoren mit Ernsthaftigkeit und ohne voreingenommen zu wirken an ein Thema herangegangen, über das doch sehr unterschiedliche Meinung herrschen. Ein solches Buch zu schreiben, muss wie eine Gratwanderung gewesen sein. Und doch bewahren sich Ditte und Giovanni Bandini auch hier, wie in den anderen Büchern „Das Buch der Elfen und Feen“ und „Das Zwergenbuch“ ihren unvergleichlichen Humor. So manch Widersprüchliches lässt sich nun mal nicht von der Hand weisen. Das Buch liest sich so gut wie ein unterhaltsamer Roman, ist ein Quell an vielfältigen Informationen und eignet sich auch gut zum Nachschlagen, da ein Register vorhanden ist. Auch die Aufmachung mit den vielen Zeichnungen und Bildtafeln gefällt ausgesprochen gut. Wer selbst zum Thema Engel forschen will, findet eine Liste mit ausgewählten Internetseiten oder orientiert sich an der Bibliographie mit vielen interessanten Titeln.

Über die Autoren:
Ditte Bandini, Jahrgang 1956, studierte Völkerkunde, Religionsgeschichte und Indologie. Sie arbeitet an der Heidelberger Akademie der Wissenschaften und als freie Schriftstellerin und Übersetzerin.
Giovanni Bandini, Jahrgang 1951, studierte Indologie, Vergleichende Religionswissenschaft und Indische Kunstgeschichte. Er arbeitet als freier Übersetzer.

Rezension von Heike Rau

Ditte und Giovanni Bandini
Das Buch der Engel
258 Seiten, Klappenbroschur
Deutscher Taschenbuchverlag, München
ISBN: 3-423-24519-0
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Spalierobst

Spalierobst

Die Spalierobstbäume sieht man an Hauswänden und Mauern, in vielen Gärten und Parkanlagen. So kann man auch Äpfel- und Birnenbäume in Gärten ziehen, in denen für frei stehende Bäume nicht genug Platz ist. Aber es ist natürlich auch ein besonderer Blickfang. Um so Bäume ziehen zu können, sind bestimmte Kenntnisse notwendig. Diese werden mit dem vorliegenden Buch von Autoren mit vielfältigen Erfahrungen und Wissen auf diesem Gebiet vermittelt.

In einem allgemeinen Teil kann der Leser sich zunächst einen Überblick über den Spalierobstbau verschaffen und die verschiedenen möglichen Formen für Spaliere kennen lernen, wie freistehendes Spalier, Wandspalier oder Pergola. Erklärt wird, wie man sich die Erziehungsformen vorstellen muss, beispielsweise Schnurbaum, U-Form oder Palmette. Wichtig sind auch die eine Rolle spielenden Standortfaktoren. Auch wie genau gepflanzt wird, wird erklärt und natürlich wie man das Spalierobst erzieht und schneidet. Thematisiert wird aber auch, was bei der Bodenpflege, Bewässerung und der Düngung zu beachten ist. Und auch um Ernte und Verwertung des Obstes geht es.

Im folgenden Kapitel geht es ins Detail. Kernobst, Steinobst oder Beerenobst sind nicht gleich zu behandeln. Die Autoren zeigen auf, welche Sorten sich besonders gut als Spalierobst eigenen, welche Ansprüche sie stellen und wie sie behandelt und gepflegt werden sollten.
Dargestellt werden anschließend die wichtigsten Spalierformen im Überblick mit Gestaltungsmöglichkeiten, genauen Anweisungen und vielen Zeichnungen.

Inhaltlich überzeugt das Sachbuch sofort. Die Texte sind durch die sehr präzisen Formulierungen gut verständlich. Es entsteht der Eindruck, dass jeder Satz genau durchdacht wurde. An den Zeichnungen kann man sich wunderbar orientieren. Oftmals gibt es auch Schritt-für-Schritt-Erklärungen, die man leicht nachvollziehen kann. Eine Augenweide sind die vielen Fotos, die verdeutlichen, was für ein schöner Blickfang Spalierobst doch sein kann. Da ranken die Äste schön ordentlich an einem Geländer entlang, dienen als Sichtschutz oder begrünen Fassaden. Nur noch aus dem Fenster lehnen braucht man sich, um zu ernten. Das macht Lust, sich im Spalierobstbau selbst auszuprobieren. Die Autoren geben jede Menge Tipps und Tricks, damit man dann auch tatsächlich eine gute Ernte hat.

Über die Autoren:
Gerd Großmann ist Leiter der Sächsischen Gartenakademie an der Sächsischen Landesanstalt für Landwirtschaft und Dr. Wolf-Dietmar Wackwitz ist in Personalunion Leiter des Fachbereichs Gartenbau an der Fach- und Technikerschule Dresden-Pillnitz.

Rezension von Heike Rau

Gerd Großmann / Wolf-Dietmar Wackwitz
Spalierobst
2. aktualisierte und erweiterte Auflage
142 Seiten, 72 Farbfotos, 75 Zeichnungen, 5 Tabellen
Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart
ISBN: 3-8001-4822-6
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