Deni Bown: Die neue Kräuter-Enzyklopädie

Deni Bown: Die neue Kräuter-Enzyklopädie

Kräuter werden schon seit Jahrtausenden verwendet und wegen ihrer Wirkstoffe geschätzt. Verarbeitet werden sie in der Küche, in der Medizin oder bei der Herstellung von Kosmetika.

Die Welt der Kräuter
Hier wird geschichtliches Hintergrundwissen vermittelt. Es geht um Mythisches und alte Kräuterbücher und darum, wie Kräuter die Welt veränderten. Auch die Frage, was Kräuter eigentlich sind, wird ausführlich beantwortet. Zu erfahren gibt es Interessantes über wild wachsende Kräuter mit wichtigen Hinweisen zum Sammeln, die unbedingt beachtet werden sollten. Die wichtigsten Kräuter werden dann, sortiert nach Regionen, vorgestellt. Nordamerika, Mittel- und Südamerika, Europa, Afrika, der Nahe Osten, der indische Subkontinent, China und seine Nachbarn, Südostasien und Australasien.

Im nächsten Kapitel wird die Verwendung von Kräutern, dazu gehören auch Regenwaldbäume, Algen und Pilze, beschrieben. Es geht beispielsweise um den sicheren Gebrauch von Kräutern, auch hinsichtlich giftiger Arten. Es folgen Doppelseiten mit Informationen zu Küchenkräutern, die Speisen einen typischen Geschmack verleihen, wohltuend oder auch verdauungsfördernd wirken. Eine weitere Rolle spielen die Kräuter in der Medizin, die beispielsweise in Form von Tinkturen, Aufgüssen oder Sirup bei Erkältungen und Husten eingesetzt werden und um Kräuter in der Kosmetik. Hier werden beispielsweise pflanzliche Inhaltsstoffe, die in Kosmetika und Parfüms Verwendung finden, vorgestellt.

Ein weiteres Kapitel ist den Anbau von Kräutern gewidmet. Vorgestellt werden Kräuter beispielsweise für sonnige, trockene Lagen oder auch für feuchte Böden im Schatten. Erklärt wird, was bei der Standortwahl beachtet werden muss und welche Pflege die Kräuter benötigen. Auch Kräuter in Töpfen oder im Gewächshaus werden vorgestellt. Es geht aber auch um Vermehrungsmethoden, Schädlingsbekämpfung, Ernte und die Konservierung von Kräutern. Erläutert wird ganz genau, wie man Kräutergärten anlegen kann. Hier werden verschiedene Arrangements mit Zeichnungen beschrieben, von zwanglos bis streng.

A – Z der Kräuter
Es folgt die Kräuter-Enzyklopädie mit den reich bebilderten Einträgen. Ob Garbe, Stockrose, Spargel, Gänseblümchen, Schöllkraut, Yamswurzel, Eukalyptus, Lärche, Alraunwurzel, Minze, Maulbeerbaum oder Lederstrauch, die Einträge sind alle nach dem gleichen übersichtlichen System aufgebaut. Unter dem Gattungsnamen (auch dt. Namen sind vorhanden) folgt eine kleine Einführung, beispielsweise mit Angaben zur Verbreitung, Herkunft des Namens, wissenschaftlichen Erkenntnissen über die Wirkstoffe usw., es folgen die Pflanzenbeschreibungen, Hinweise zu Eigenschaften, Ernte, Verwendung in Medizin, Küche und Wirtschaft, ggf. Warnhinweise und mehr. Viele zusätzliche Hinweise sind als Symbole dargestellt.

Den Abschluss bilden ein botanisches und ein medizinisches Glossar, Schnellindex, Hauptregister und eine Liste mit Bezugsquellen und Kräutergärten.

Die Kräuterenzyklopädie ist ein beeindruckendes Werk. Es ist informatives Handbuch und Pflanzenführer zugleich. Das Buch ist vollgepackt mit Wissen. Dabei finden die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse zu verschiedenen Kräutern natürlich besondere Beachtung. Für alle, die sich näher mit Kräutern beschäftigen wollen, ist natürlich der erste Teil des Buches besonders wichtig. Hier kann man sich einen Überblick über die Welt der Kräuter verschaffen, und Wissenswertes nachlesen. Die Texte sind übersichtlich, sehr aussagekräftig und verständlich geschrieben. Besonders gut gefallen haben die Übersichten mit wichtigen Kräutern, geordnet nach Regionen. Auch die Zeichnungen zu verschiedenen Anlageformen von Kräutergärten sind sehr hilfreich. Im zweiten Teil, Kräuter von A – Z, erwarten den Leser über 1000 Pflanzenarten. Die Informationen sind kurz und oft stichpunktartig gehalten, aber sehr aussagekräftig. Wichtiges wird ohne Umschweife auf den Punkt gebracht. Viele Fotos, die sich allerdings nicht immer zur genauen Pflanzenbestimmung eignen, sind vorhanden. Fast immer werden aber verschiedene Arten einer Gattung nicht nur beschrieben, sondern auch noch mal mit Fotos gezeigt. Gestaltet ist die Pflanzenenzyklopädie sehr übersichtlich, so dass das Buch zum Informieren und auch als Nachschlagewerk gleichermaßen zu empfehlen ist.

Über die Autorin:
Deni Bown ist leidenschaftliche Pflanzenkennerin und Gärtnerin. Ihr umfassendes Wissen über wild wachsende Pflanzen hat sie auf Reisen in der ganzen Welt erworben und gibt es in Vorlesungen, im Rundfunk und im Fernsehen weiter. Ihre Gartenbücher und ihre Fotografien wurden in Großbritannien und in den USA mehrfach ausgezeichnet.

Rezension von Heike Rau

Deni Bown
Royal Horticultural Society
Die neue Kräuter-Enzyklopädie
Anbau und Pflege
Mit über 1000 Pflanzen
Aus dem Englischen von Susanne Vogel
448 Seiten, gebunden, mit über 1500 Farbfotografien
Dorling Kindersley Verlag
ISBN: 3-8310-0665-2
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Der große Ravensburger Naturführer

Der große Ravensburger Naturführer

Das 1. Kapitel ist den Vögeln unserer Heimat gewidmet. Zunächst werden die Merkmale der Vögel beschrieben. Der Leser erfährt Interessantes über das Verhalten der Vögel, über verschiede Schnabelformen, Flugbahnen und anderes. Danach geht es um ihr Balzverhalten und den Nestbau. Auf den folgenden Seiten wird Wissenswertes über Zugvögel, Vögel des Waldes, Wasservögel, Vögel der Meeresküste, Vögel der Moore und Gebirge, Vögel in Städten und Dörfern vermittelt. Gezeigt wird aber auch, wie die Ausrüstung eines Vogelkundlers aussieht. Beschrieben wird hier sogar, wie man ganz leicht einen Vogel zeichnen kann. Manchmal bekommt man einen bestimmten Vogel aber gar nicht zu sehen. Seine Spuren verraten ihn. Wie man diese Spuren einer Vogelart zuordnen kann, wird aufgezeigt. Weniger empfehlenswert scheint der Vorschlag ganze Flügel von toten Tieren abzuschneiden, zu trocknen und aufzubewahren. Interessant dagegen ist es, anhand von Fraßspuren an Nüssen oder Kiefernzapfen auf die Vogelart zu schließen. Auch wie man Abgüsse von Fußspuren der Vogelfüße macht, ist sehr spannend. Wie man am besten vorgeht, wenn man Vögel beobachten will, wird ebenfalls erklärt. Besonderen Spaß macht es sicherlich zu erfahren, wo Vögel nisten und diese beim Nestbau oder der Aufzucht der Jungvögel zu beobachten.
Vorhanden ist auch eine Übersicht zur Vogelbestimmung. Hier werden die Vogelarten mit Bildern und den dazugehörigen Kurzinformationen dargestellt. Anhand der gezeigten Flugbilder ist es auch möglich, fliegende Vögel zu identifizieren.

Ebenso umfangreich werden die folgenden Themengebiete abgehandelt: Insekten, Wildblumen, Bäume, Pflanzen und Tiere im Garten.

Es macht sehr viel Spaß in diesem umfangreichen Naturführer zu blättern oder nachzuschlagen. Dank eines aussagekräftigen Inhaltsverzeichnisses und dem Registers, findet man schnell auf die gesuchte Themenseite. Die Texte sind angenehm kurz, aber aussagekräftig, detailreich und leicht verständlich. Die Sachverhalte werden dabei immer im Zusammenhang dargestellt. Die vielen naturgetreuen Abbildungen gefallen. Besonders interessant sind natürlich die zahlreichen Übersichtstafeln zur Bestimmung der Tiere und Pflanzen.
Kinder werden mit diesem Buch eingeladen, die heimische Natur weiter kennen zu lernen. Dabei gibt es viel Neues zu entdecken. Besondere Abenteuer versprechen in dieser Beziehung die vielen kreativen Vorschläge zum Mitmachen. Im Kapitel „Pflanzen und Tiere im Garten“ wird beispielsweise Gartenerde auf Bewohner untersucht, Spinnen werden beobachtet, ein Gartenteich angelegt oder Tiere in den Garten gelockt, indem ein selbst angefertigter Vogeltisch zur Fütterung bereitgestellt wird. Kinder werden also angeregt, aktiv zu werden und damit zu jeder Jahreszeit aus dem Zimmer gelockt.

Rezension von Heike Rau

Der große Ravensburger Naturführer
Tiere und Pflanzen unserer Heimat
Aus dem Englischen von Wolfgang Hensel
160 Seiten, gebunden, mit über 2000 farbigen Illustrationen
ab 9 Jahren
Ravensburger Buchverlag
ISBN: 3-473-35916-5
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Dave Barry erklärt, was ein echter Kerl ist

Dave Barry erklärt, was ein echter Kerl ist

Wer nun auf Anhieb nicht weiß, ob er ein echter Kerl ist oder nicht, sollte zuerst den Test „Sind Sie ein echter Kerl?“ im Buch machen. Mit diesem einfachen, aber erstaunlich aussagekräftigem Test gibt sich Dave Barry natürlich nicht zufrieden. Er erklärt ausführlich, was einen richtigen Kerl ausmacht, was richtige Kerle tun und warum sie nicht anders können. Dazu braucht er unglaubliche 218 Seiten. Kein Wunder, das hier wirklich alles zur Sprache kommt. Dabei schreckt Barry auch nicht davor zurück, peinliche uns sensible Themen aufzurollen. Er baut typische Vorurteile ab und neue turmhoch auf. Damit der Leser auch glaubt, was er da liest, hat Barry jede Menge beweisende Artikel ausgegraben. Und er wird nicht müde, zu betonen, dass er sich das alles, was er da behauptet, nicht ausgedacht hat. Seine Aussagen basieren zudem auf seriösen Laboruntersuchungen oder sind frei erfunden.

Auch für Frauen ist das Buch interessant, vor allem für solche, die bisher dachten, ihren Kerl umerziehen zu können. Was die Natur da programmiert hat, lässt sich nicht von heute auf morgen, übermorgen oder das nächste Jahrtausend umprogrammieren. Das braucht viel mehr Zeit. Das wird schnell klar. Was Frauen so stört, ist ganz normales Kerle-Verhalten, was akzeptiert werden sollte. Egal ob es um die Verweigerung von Arztbesuchen, um simulierte Gedächtnislücken, um ihre Verantwortungslosigkeit und Sportverrücktheit, um ihre Selbstverliebtheit, um ihre angeblichen handwerklichen Fähigkeiten, um ihre Sexbesessenheit oder, nu ja, das Sackkratzen geht.

Das Buch ist wirklich zum Schreien blöd. Es ist unglaublich komisch, gnadenlos übertrieben witzig und doch so ungeheuchelt verständnisvoll. Es kann unkontrollierte Lachanfälle auslösen, davor sollte man warnen. Und, das kann man nicht leugnen, Barry trifft den Nagel auf den Kopf. Echte Kerle erkennen sich hier schnell wieder, Männer gar nicht. Und Frauen erfahren endlich, warum ihr Kerl, mal angenommen sie haben einen, so ist, wie er ist. Barry zählt einen Scheidungsgrund nach dem anderen auf. Damit dürfte er einige Trennungen verhindern, denn Frauen kennen nun die Hintergründe. Und Kerle haben es nun endlich schriftlich: Sie können gar nicht anders und sie können nichts dafür.

Über den Autor:
Dave Barry ist Pulitzer-Preis-Träger und einer der bekanntesten amerikanischen Kolumnisten und Satiriker. Er hat zahlreiche völlig unsachliche Sachbücher veröffentlicht.

Rezension von Heike Rau

Dave Barry
Dave Barry erklärt, was ein echter Kerl ist
Übersetzt von Edith Beleites
218 Seiten, gebunden
Eichborn Verlag, Frankfurt am Main
ISBN: 3-8218-4914-2
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Die wilden Vier und die geheimnisvolle Botschaft

Die wilden Vier und die geheimnisvolle Botschaft

Kevin, Kerstin und Marc fallen immer wieder durch ihre gut ausgedachten Streiche auf. Deswegen werden sie auch von allen „Die wilden Drei“ genannt. Mit Sandra, die neu an der Schule ist, kommt ein weiteres Mädchen zu der Gruppe dazu. Sandra ist ein großer Fan von Sherlock Holmes. Dazu kommt, dass sie sehr gerne Detektivromane liest. Mit Spürsinn und Kombinationsgabe hilft sie der Polizei, den Computerdiebstahl an der Schule aufzuklären. Und auch als es nach dem Umzug darum geht, herauszufinden, wer die wertvollen Weine gestohlen hat, hat sie die Nase vorn. Das macht nicht nur bei Kevin, Kerstin und Marc Eindruck. Sandra scheint eine echte Meisterdetektivin zu sein. „Die wilden Drei“ nennen sich fortan „Die wilden Vier“.
Der schwierigste Fall steht jedoch noch bevor. Die vier kommen einer gemeinen Schmugglerbande auf die Spur, die direkt in der Nachbarschaft zur Schule ihr Zwischenlager aufgeschlagen hat. Was geht da eigentlich vor und wer steckt alles mit drin? Diese harte Nuss zu knacken, wird nicht leicht sein, soviel ist schnell klar. Und richtig gefährlich für die vier Freunde wird es auch.

Schon bei den ersten beiden Fällen, kann der Leser mitraten. Allerdings sind die Fragen, die gestellt werden, noch recht einfach zu beantworten. Aber schnell wir klar, dass die beiden Fälle nur zum Aufwärmen gedacht sind. Der ganz große Fall folgt und jetzt wird es richtig knifflig. Das Geschehen muss sehr aufmerksam verfolgt werden. Und der Hobbydetektiv muss genau lesen. Nur so können dann die Fragen beantwortet werden, deren Lösungen den Fall voranbringen. Für alle die doch mal nicht weiterwissen, steht die Antwort immer in Spiegelschrift unter der Frage. Außerdem muss ein gar nicht so einfach zu durchschauender Code geknackt werden. Es macht viel Spaß zusammen mit Kevin, Marc, Kerstin und Sandra auf Verbrecherjagd zu gehen. Leseverständnis und Konzentrationsfähigkeit werden mit diesem Mitrate-Krimi auf spielerische Art und Weise geschult.

Über den Autor:
Harald Schneider, Jahrgang 1962, lebt bei Ludwigshafen und arbeitet heute als Betriebswirt in einem Medienkonzern. Bereits während seines Studiums begann er zu schreiben. Seit der Geburt seiner drei Kinder beschäftigt er sich intensiv mit Kinderratekrimis und Detektivgeschichten.

Rezension von Heike Rau

Harald Schneider
Die wilden Vier und die geheimnisvolle Botschaft
Mitrate-Krimi
Mit s/w Illustrationen
115 Seiten, broschiert
ab 8 Jahren
Verlag Eifelkrone Musik und Buch
ISBN: 3-937640-05-3
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Filipp Frosch und das Geheimnis des Wassers

Filipp Frosch und das Geheimnis des Wassers

Filipp Frosch lebt in einem Teich. Eines Tages fragt er sich, woher das Wasser eigentlich kommt. Vielleicht wissen seine Freunde Bescheid? Enterich Erwin Quak, der gerade Gesangsübungen macht, weiß es allerdings auch nicht so genau. Nur, dass das Wasser vom Bach in den Teich fließt, da ist er sich sicher. Filipp Frosch setzt seine Reise fort, immer am Bachufer entlang. Er will wissen, wie das Wasser in den Bach gekommen ist. Auf seinem Weg begegnet er den Forellen Rudi und Rose, beide Mitglieder im Fischballett. Sie wissen, wo das Bächlein zu fließen beginnt. Fillip wandert weiter zur Quelle. Hier sprudelt das Wasser aus einem Berg. Doch wie ist es da hineingekommen? Roberta Fuchs erzählt von einem Höhlensee im Berg. Hier tropft das Wasser von der Höhlendecke herunter. Wie kommt nur das Wasser oben in den Berg hinein? Auf dem Berggipfel trifft Filipp den gescheiten Alfred Adler. Er hat eine interessante Erklärung parat und erzählt von den Wolken am Himmel. Filipp darf auf seinen Rücken klettern. Alfred will ihm mitnehmen und zeigen, wie das Wasser in die Wolken kommt. Zum ersten Mal in seinem Leben sieht Filipp das Meer. Hier trifft er eine Seemöwe, die ihm hilft, das Rätsel um das Wasser weiter zu lösen. Filipp geht am Fluss, der hinein ins Meer führt, zurück und wo er dann auf einmal wieder ankommt, ist eine echte Überraschung.

Der Wasserkreislauf wird mit einfachen Worten und sehr anschaulichen Bildern erklärt. Auch kleine Kinder können das gut nachvollziehen. Sie brauchen Filipp nur auf seiner abenteuerlichen Reise zu folgen. Auf der CD wir der Text ausdrucksvoll vorgelesen. Dazu gibt es jede Menge Wassergeräusche. Es sprudelt, blubbert, rauscht und plätschert, dass es eine Freude ist. Aber es wird auch gesungen. Das Lied von Filipp Frosch wird mehrmals wiederholt, so dass Kinder es sicher schnell auswendig können. Eine Seite mit Noten, Text und Gitarrengriffe gibt es aber auch im Buch. Die zwischen den Textpassagen eingespielte Musik lässt den Kindern viel Zeit, die Illustrationen zu betrachten. Die farbenfrohen Bilder zeigen nicht nur für das Verständnis Wichtiges, sondern auch viele liebenswerte Details, die es zu entdecken gilt. Für Kinder ist das ein großer Spaß. So lernen sie spielerisch alles über den Wasserkreislauf. Im Anschluss an die Geschichte gibt es ein zusammenfassendes Bild. Hier wird noch einmal in Kürze das Gelernte dargestellt.

Rezension von Heike Rau

Marko Simsa (Autor) / Hans-Günther Döring (Illustrator)
Filipp Frosch und das Geheimnis des Wassers
32 Seiten, gebunden, durchgehend illustriert
ab 3 Jahren
Mit Begleit-CD (Hörspiel)
Annette Betz Verlag
ISBN: 3-219-11205-6
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Mein Leben & ich

Mein Leben & ich

Die Tagebucheinträge beginnen am ersten Januar. Schnell wird klar, Alex’ Leben ist ein einziger Albtraum. Die Familie nervt, ihre Mitschüler gehen ihr pausenlos auf den Wecker und ihre beste Freundin hängt an ihr wie eine lästige Klette. Kein Wunder, dass Alex eigentlich nur Hirnverbranntes, Fatales, Peinliches und Schicksalhaftes ihrem Tagebuch anvertrauen kann. Mit Hingabe tratscht, lästert und lamentiert sie ein ganzes Jahr lang über ihr Leben. Sie analysiert und kommentiert die Vorkommnisse in ihrem Umfeld aufs Schärfste und ohne Rücksicht auf Verluste.

Alex sieht immer alles negativ. Von allem ist sie genervt. Das macht sich auch in ihrer schwermütig klingenden Stimme bemerkbar. Alex aalt sich regelrecht in ihrer Hoffnungslosigkeit. Aber gerade deswegen macht es sehr viel Spaß, ihr geheimes Tagebuch anzuhören. Alex ist bissig und wortgewandt. Ihre Tagebucheinträge sind schnippisch, unverschämt und frech, aber immer sehr treffend formuliert. Alex lässt ihren Dauerfrust unbekümmert heraus. Oft enden die Einträge mit einer überraschenden und sehr erhellenden Pointe. An Scharfsinn und Intelligenz fehlt es Alex keinesfalls. Die Einträge sind überwiegend kurz gehalten und gut untergliedert, so dass eine Unterbrechung beim Hören jederzeit möglich ist, die Stelle zum Weiterhören ist leicht zu finden.

Rezension von Heike Rau

Sylvia Hartmann
Mein Leben & ich
Alex’ geheimes Tagebuch 1
Hörbuch gelesen von Wolke Hegenbarth
2 CDs, Spielzeit gesamt etwa 2 Stunden
Egmont vgs verlagsgesellschaft, Köln
ISBN: 3-8025-3432-8
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Axel Brauns: Kraniche und Klopfer

Axel Brauns: Kraniche und Klopfer

Im ganzen Haus stehen sie, die Kisten mit „Das kann man doch nicht wegwerfen, „Wie schön das ist“, Das will ich mir noch ankucken“, „O ist das wichtig“. In diesem Chaos leben Adina und der jüngere Bruder mit ihrer Mutter. Die Kinder werden von der Welt draußen abgeschottet. Fremde Menschen, von der Mutter Klopfer genannt, machen ihnen Angst. So hat Adina dann auch große Schwierigkeiten, als sie in die Schule kommt. Die Mutter müllt unterdessen das Haus immer mehr zu. Um in ihr Zimmer zu kommen, müssen die Kinder über einen Kistenberg klettern. Hohe Kistentürme sind gefährlich und so passiert eines Tages der unfassbare Unfall, bei dem der kleine Bruder ums Leben kommt. Adina bleibt für einige Zeit im Krankenhaus. Als sie wieder nach Hause kommt, türmen sich die Kisten höher als zuvor auf. Die Mutter kümmert sich nicht weiter um Adina. Das Mädchen ist sich selbst überlassen.

Trotz aller Warnungen der Mutter schließt Adina Freundschaft mit einer Klopfer-Frau. Erla Meier nimmt Adina mit in den Duvenstedter Brook. Es ist ein Naturschutzgebiet, wo Kraniche brüten. Adina gefällt es hier. Einmal im Monat darf sie nun mit Erla Meier gehen. Und hinterher gibt es ein Bad, saubere Sachen und Apfelpfannkuchen. Alles Dinge, die es zu Hause nicht gibt. Wenn es doch bei ihrer Mutter genauso schön wäre. In Adina keimt Hoffnung auf, als die Mutter mit ihr in den Urlaub fährt. Das ist ein guter Anlass für einen Neuanfang. Die Mutter verspricht nach den Ferien endlich mit dem Aufräumen anzufangen. Aber Adina wird wieder enttäuscht. Die Mutter sammelt weiter, bis der Müll die Herrschaft vollständig übernimmt.

Die Mutter scheint nach dem Tod ihres Mannes, nicht mehr mit ihrem Leben klar zu kommen. Aber die Dinge, die sie im Klopfer-Land einsammelt und nach Hause bringt, machen sie glücklich, helfen ihr über ihren Schmerz hinweg. So sammelt sie nach dem Tod ihres Sohnes noch versessener. Nach außen hin wird weiter der Schein gewahrt. Niemand darf ins Haus. Der Autor konzentriert sich jedoch auf die Gefühlswelt Adinas, versetzt sich ganz und gar in das kleine Mädchen, beschreibt, wie sie empfindet. Lange Zeit glaubt Adina ihrer Mutter, die immer wieder vor der Klopfer-Welt mit ihren Gefahren warnt. Und diese Welt fängt vor der Haustür an. So hält Adina Abstand zu ihren Mitschülern, nimmt es sogar hin, dass sie immer wieder verprügelt wird. Dennoch ist die Geschichte sehr warmherzig geschrieben, nicht tadelnd oder vorwurfsvoll. Das Buch geht auch so unter die Haut. Adelinas Schicksal berührt tief. Der Autor schockiert nicht, er löst mit seiner Aufrichtigkeit, seiner Unaufdringlichkeit und seiner Sensibilität Betroffenheit aus und weckt Mitgefühl. Diesem Buch kann man sich einfach nicht entziehen.

Über den Autor:
Axel Brauns, 1963 in Hamburg geboren, brach 1984 sein Jurastudium ab, um ein Buch über seine autistische Kindheit zu schreiben. Das Buch heißt „Buntschatten und Fledermäuse“. „Kraniche und Klopfer“ ist sein zweites Buch.

Rezension von Heike Rau

Axel Brauns
Kraniche und Klopfer
304 Seiten, gebunden
Hoffmann und Campe, Hamburg
ISBN: 3-455-00585-3
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Astrid Rösel: Mein erstes Becherlupen-Buch

Astrid Rösel: Mein erstes Becherlupen-Buch

Die Hauptdarsteller in diesem Buch sind: der Regenwurm Richard, der Marienkäfer Martin, der Tausendfüßler Timo, die Raupe Roberta, die Schnecke Svenja, die Spinne Stella und die Kellerassel Klara. Jedem Tier ist ein Kapitel gewidmet.

Sehen wir uns ein Kapitel näher an: „Richard, der Regenwurm“
Zunächst wird als Einführung eine kleine Geschichte erzählt. Dann wird zusammengefasst, wie ein Regenwurm lebt. Besonders beleuchtet werden dann noch mal, wo der Regenwurm lebt, was er frisst, welche Gefahren lauern und wie das mit der Fortpflanzung funktioniert. Auch einige Gerüchte über den Regenwurm werden ausgeräumt. So wird er beispielsweise nicht Regenwurm genannt, weil er bei Regen an die Erdoberfläche kommt. Vorhanden ist auch ein farbiges Bild mit Bezeichnungen der Körperteile.
Auf der nächsten Seite kommt die Becherlupe zum Einsatz. Vorsichtig wird ein Regenwurm eingefangen und für kurze Zeit in den Becher gesetzt. Kinder können nun unter der Lupe ganz deutlich sehen, wie der Regenwurm aussieht. Kinder die länger beobachten wollen, füllen die Becherlupe etwa zur Hälfte mit Erde und können nun beispielsweise sehen, wie der Regenwurm Teile eines Laubblattes frisst. Es werden noch weitere interessante Experimente vorgeschlagen. Gezeigt wird auch, wie ein Regenwurmbeobachtungskasten gebaut wird.

Für kleine Forscher ist das Buch ideal. Mit den kleinen Geschichten wird das Interesse an den Tieren geweckt. Danach wird Wissenswertes in kurzen kindgerechten Sätzen erklärt und dabei auch Erstaunliches mit zur Sprache gebracht. Die kleinen Experimente mit und ohne Becherlupe sind sehr spannend und aufschlussreich. Dabei wird den Kindern auch ganz selbstverständlich vermittelt, dass sie sehr vorsichtig und behutsam mit den Tieren umgehen müssen, denn Tiere sind kein Spielzeug.
Weiterhin gibt es eine Seite mit erstaunlichen Rekorden der Becherlupentiere. Bei einem spannenden Quiz können Kinder ihr Wissen testen. Mit im Buch ist das Becherlupen-Lied „Heut gehen wir raus“, das man auch von der Website des Verlages runterladen kann.
Tolle Illustrationen ergänzen die Texte. Teilweise sind sie sehr lustig, wie der Regenwurm mit Sonnenbrille, der im Liegestuhl unter einem Sonnenschirm liegt und seinen Wurmende in einem Wassereimer kühlt. Alle Bilder sind sehr farbenfroh und ansprechend.

Rezension von Heike Rau

Astrid Rösel
Heidemarie Brosche
Mein erstes Becherlupen-Buch
Geschichten, Wissenswertes und Experimente rund um die kleinen Krabbeltiere
Illustrationen von Constanze Schargan
48 Seiten, gebunden, durchgehend illustriert
ab 4 Jahren
moses. Verlag
ISBN: 3-89777-226-4
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Weiße Sklaven

Weiße Sklaven

Am 2. Mai 1815 läuft die Brigg Commerce unter Kapitän James Riley in Connecticut zu einer Handelsreise aus. Die Commerce ist ein stabil gebautes neues Schiff. An Bord sind neben dem Kapitän elf Besatzungsmitglieder. Die Fahrt steht unter keinem guten Stern. Bei schlechtem Wetter und in dichtem Nebel kommt die Commerce vom Kurs ab und läuft vor der Westküste Afrikas bei Cap Boujdour auf ein Riff auf. Die Lage ist sehr ernst. Dennoch schafft es die Mannschaft, sich an Land zu retten. Um einer Gefangennahme durch die Einheimischen zu entgehen, wagen die Männer sich mit dem Beiboot wieder hinaus aufs Meer. Doch es gibt kein Entkommen. Bis Kap Barbas schaffen es die Männer, landen an der Steilküste an. Es ist unvorstellbar mühsam für die entkräfteten Männer, einen Weg nach oben zu finden. Was sie dann schließlich sehen ist eine tot scheinende Landschaft – die Wüste. Die Männer fühlen sich am Ende ihrer Möglichkeiten. Panik macht sich breit. Doch zum Sterben hinlegen, wollen sie sich nicht. Sie brechen ins Landesinnere auf. Schließlich entdecken sie in der Nacht ein Lagerfeuer und beschließen, die Menschen dort um Hilfe zu bitten. Doch die Hilfe wird ihnen verwehrt. Stattdessen verlieren sie ihre Freiheit und werden versklavt.

1995, wie der Autor im Vorwort schreibt, fiel ihm James Rileys Buch „Sufferings in Africa“ in die Hände. Und auch die Aufzeichnungen eines zweiten Überlebenden des Schiffbruchs, Archibald Robbins, fanden sich. Beide Berichte kommen nun im vorliegenden Buch zusammen. Zudem reiste der Autor selbst in die Sahara.
Entstanden ist ein beeindruckendes, aber auch sehr erschütterndes Werk.. Die Besatzung der Commerce gelangte in eine schier ausweglose Situation. Und trotzdem kämpften die Männer um ihr Überleben. Auch das letzte bisschen menschliche Würde wurde ihnen genommen. Sie hungerten und waren ständig am verdursten. Die Hitze war nicht zu ertragen. Die Situation war so unglaublich entmutigend. Der Autor nimmt sich sehr viel Platz für Gefühlsbeschreibungen und Gedanken, die verdeutlichen, wie es den Männern ging. Das berührt beim Lesen tief.

„Weiße Sklaven“ ist zudem sehr interessant geschrieben. Der Autor stellt auch Ungereimtheiten gegenüber, die auftauchen, wenn man Rileys Bericht mit dem von Robbins vergleicht. Er versucht zu erklären, was wirklich passiert sein könnte. Auch aktuelle Forschungsergebnisse, wie etwa zur Dehydratation fließen in den Text mit ein. Historische Hintergrundinformationen sind vorhanden und Karten, so dass der Leser die Routen genau verfolgen kann.

Über den Autor:
Dean King, geboren 1962, lebt mit seiner Familie in Richmond, Virginia. Der Journalist und Autor von neun Büchern gab die „Heart of Oak Sea Classics“-Reihe heraus und schreibt beispielsweise für „National Geographic Adventure“ und die „New York Times“.

Über die Übersetzerin:
Heike Steffen ist Jahrgang 1968. Sie studierte Literaturübersetzung in Düsseldorf und Spanien. Für den marebuchverlag hat sie beispielsweise den Roman „Der Unmensch“ von Arabella Edge ins Deutsche übersetzt. Heike Steffen lebt in Hamburg.

Rezension von Heike Rau

Dean King
Weiße Sklaven
Die wahre Geschichte von einem Schiffbruch in der Sahara
Übersetzt von Heike Steffen
440 Seiten, gebunden, mit s/w-Abbildungen
marebuchverlag, Hamburg
ISBN: 3-936384-43-6
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Tim Parks: Weißes Wasser

Tim Parks: Weißes Wasser

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Mehrere Leute, Jugendliche und Erwachsene, treffen sich in den italienischen Alpen. Die Kajakfahrer wollen unter Anleitung von Clive und seiner Freundin Michaela, die gerade zurück sind von einer Antiglobalisierungs-Demo in Mailand, neue Erfahrungen sammeln und aufregende Abenteuer erleben. Doch jeder der Teilnehmer schleppt auch seine persönlichen Probleme mit an den Fluss. Zum Beispiel Vince, Bankdirektor, dessen Leben nach dem Tod seiner Frau durcheinander geraten ist. Er ist im Moment eigentlich gar nicht gemeinschaftstauglich. Doch mit der zu erwartenden körperlichen Anstrengung will er Kummer und Schmerz vertreiben. Auftretende Probleme zwingen ihn, sich mit den anderen Kajakfahrern auseinanderzusetzen.
Clive hat es sich zur Aufgabe gemacht, seinen Kursteilnehmern, Respekt vor der Natur zu vermitteln. Doch was wirklich in seinem Kopf vorgeht, was er vorhat, und vor allem, wie weit er für seine Überzeugung gehen würde, durchschaut niemand.

Sechs Erwachsene und neun Jugendliche, die muss man erst mal auseinanderhalten. Doch kristallisieren sich als Hauptpersonen bald Clive, Vince und Michaela heraus. Zusammenhalt ist ein Muss bei diesem Sport. Jeder ist vom anderen anhängig, ob er will oder nicht. Kajakfahren ist gefährlich. Eine Woche Wildwasserfahren scheint gut geeignet, um durch Konzentration aufs Wesentliche, Probleme zu vergessen. Tatsächlich werden aber unter der Oberfläche ruhende Sorgen mit aller Macht hoch getrieben. Und durch den Gruppenzwang werden zusätzlich Konflikte provoziert. Das wirkt beängstigend. Zumal besonders von Clive, dem charismatischen Leiter der Gruppe, eine nicht abzuschätzende Gefahr ausgeht. Es lässt sich schlecht einschätzen, was wirklich in seinem Kopf vorgeht.
Der Autor schreibt sehr rastlos. Lässt sich keine Zeit für Zeichensetzung bei wörtlicher Rede oder bessere Strukturierung durch Absätze. Das Gelesene beunruhigt unterschwellig. Immer hat man das Gefühl, es passiert gleich etwas, gleich kommt es zur Katastrophe.
Das Ende lässt den Leser dann ratlos und nachdenklich, aber mit einer nicht ganz neuen Lebensweisheit zurück. Das Leben ist wie ein Wildwasserfluss – gefährlich und voller Tücken.

Über den Autor:
Tim Parks wurde 1954 in Manchester geboren. Er studierte in Cambridge und Harvard. Der mit seiner Familie in Verona lebende Autor gewann zahlreiche Literaturpreise.

Rezension von Heike Rau

Tim Parks
Weißes Wasser
Aus dem Englischen von Ulrike Becker
271 Seiten, gebunden
Verlag Antje Kunstmann, München
ISBN: 3-88897-382-1