7 Zwerge – Männer allein im Wald

7 Zwerge – Männer allein im Wald

Von Frauen haben sie genug, deswegen leben die 7 Männer versteckt hinter den 7 Bergen im Märchenwald. Ganz allein. Doch das gemeinschaftliche Leben wird gestört. Von Schneewittchen, die auf der Flucht vor der bösen Königin Schutz bei den 7 Zwergen sucht.

Otto Waalkes hat sich zusammen mit Bernd Eilert dem Märchen von den 7 Zwergen angenommen. „Die Überlegung bei ‚7 Zwerge’ war, dass dieser Stoff ideal ist, um Komikern die Möglichkeit zu geben, das Kind im Manne rauszulassen“, so Eilert.

Im Buch kann man alles Wissenswerte zur Produktion des Films nachlesen. Wie das Studio in einen Märchenwald verwandelt wurde, wer alles hinter den 7 Zwergen und dem 8. Zwerg steckt, wer Schneewittchen darstellt und wer die böse Königin, wer den Haus- und Hofnarr, den Jäger und die vielen anderen Figuren. Bei so vielen Komikern auf einem Haufen, ist es besonders interessant nachzulesen, warum sie eigentlich beim Film mitmachten, wie sie ihre Rolle und den Dreh einschätzen und wie sie mit ihren Kollegen zurechtkamen. Ernst ist beim Erzählen jedoch keiner geblieben. So sind Komiker nun mal. Es gibt viel zu lachen.

Mit im Buch ist auch ein Zwerg-ärgere-dich-nicht-Spiel. Zudem werden leckere, sehr kreative Rezepte vorgestellt, von „Gefüllter Zipfelmütze“ über „7 Zwerge Grütze“ bis zu „Zwergengeschnetzeltes“. Es folgt Kulturgeschichtliches über Zwerge, Interessantes über die Zipfelmütze und ein paar gute Tipps von Zwerg zu Mann zum Thema Frauen.

Natürlich sind in „7 Zwerge“ jede Menge Fotos. Das Begleitbuch zum Film hat etwa A4-Format, so kommen die Fotos besonders gut zur Geltung.
Beim Betrachten der Bilder wird eins klar: Kleinwüchsig sind die Zwerge nicht. Lange Bärte haben sie auch nicht. Sie sehen fast aus wie halbwegs normale Männer. Zwerge sind eben auch nicht mehr das, was sie einmal waren.

Rezension von Heike Rau

Emanuel Bergmann und Detlef Overmann
Sieben Zwerge
Männer allein im Wald
Das Buch zum Film
96 Seiten, broschiert
Egmont vgs verlagsgesellschaft, Köln
ISBN: 3-8025-1633-8
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Tartan und Schwert

Tartan und Schwert

Schottland im Jahr 79 n. Chr.:
Nur die Heirat zwischen der schottischen Druidin Rhiann und dem irischen Krieger Eremon kann die zerstrittenen keltischen Stämme für den Kampf gegen die Römer einen.
Doch Rhiann – mutig, temperamentvoll und unabhängig – ,
ist gezeichnet von ihrer blutigen Vergangenheit. Nur aus Pflichtgefühl stimmt sie der Ehe mit dem frmeden Krieger zu. Eremon gelingt es, Rhianns Stamm für sich zu gewinnen – und insgeheim ihr Herz zu erobern.
Doch inmitten von Chaos, Krieg und Verwüstung ist es schon fast zu spät für die Liebenden …

Für all jene, die Herzschmerz, gepaart mit einem wahren historischen Hintergrund und fantastischer Spannung mögen.
Ich warte sehnsüchtig auf den nächsten Teil der „Dalriada- Saga“,
an dem die junge Schriftstellerin Jules Watson bereits arbeitet.

Jules Watson hat sich einen Lebenstraum erfüllt, nachdem sie durch ihren Mann, einen Schotten, auf die ereignissreiche Vergangenheit der Scoten und Pikten gestoßen ist.

Jules Watson
Tartan und Schwert
Große historische Saga über den schottischen Freiheitskampf
ISBN:344236129X
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Mondgischt

Mondgischt

Im kleinen, beschaulichen Fischerdorf Westport Point an der Küste von Massachusetts lebt Elisabeth, eine seltsame alte Dame, mit ihrer Enkelin Eve in einem großen Haus am Meer, umsorgt von der Bediensteten Maggie, die in einem Rübenkeller haust. Sie gehören zu den Dauerbewohnern. Sie sind auch dann noch da, wenn die Sommergäste längst wieder abgereist sind. Sie verfolgen die Jahreszeiten, das Kommen und Gehen, ordnen sich unter.
Doch die Ruhe im Dorf gerät ins Wanken. Eve ist unglücklich verheiratet, Maggie lässt sich mit einem Rumschmuggler ein und Elisabeth, vom Alter gezeichnet, wird immer verwirrter. Es beginnt unter der Oberfläche zu brodeln. Ein Sturm wird kommen der viel vernichtet, aber auch Hoffnung auf einen Neuanfang macht.

„Mondgischt“ ist ein poetischer Roman um drei Frauen unterschiedlicher Generationen. Wortgewaltig, trotzdem leise und mit einer gewissen Gelassenheit spürt die Autorin dem alltäglichen Leben der unterschiedlichen Frauen zwischen den Jahren 1913 und 1938 nach. Sie verknüpft Emotionen, Erinnerungen und Empfindungen, folgenschwere Ereignisse und scheinbar belanglose. Es geht um Sorgen, Ängste, Sehnsüchte, die Liebe und große Gefühle. Die Autorin schreibt unglaublich bildhaft. Man fühlt sich an die Küste versetzt, spürt den Wind, die Gischt, riecht das Meer. Man spürt das Leben im Fischerdorf , ahnt, dass etwas Großes kommen muss, etwas passieren muss und ist doch überrascht von der Kraft und der Gewalt des Sturms, der über das Dorf fegt, der auslöscht oder verschont und der, so unglaublich es klingen mag, von manchen sogar willkommen geheißen wird. Ein sehr empfehlenswertes Buch, das nachdenklich und melancholisch stimmt.

Über die Autorin:
Die Biographie von Dawn Clifton Tipp ist eng verbunden mit dem Schauplatz ihres Romans. In Westport Point verbrachte die Autorin ihre Kindheit und lebt dort heute mit ihrer Familie.

Rezension von Heike Rau

Dawn Clifton Tripp
Mondgischt
Übersetzt von Andrea Fischer
320 Seiten, gebunden
marebuchverlag, Hamburg
ISBN: 3-936384-45-2
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Katzenkinder aufziehen

Katzenkinder aufziehen

Katzen sind sehr beliebte Haustiere. Zwischen Katzenkind und Halter entsteht oft eine tiefe Freundschaft. Doch natürlich sind einige Punkte zu beachten, wenn man ein Katzenkind großziehen will. Zunächst vermittelt der Autor einiges Wissenswertes zur Geschichte der Hauskatze und ihrer Herkunft. Dann folgen ausführliche Informationen zur Paarung, zur Trächtigkeit, zur Geburt und zum Leben der kleinen Kätzchen in den ersten Wochen ihres Daseins. Woche für Woche wird die Entwicklung der kleinen Katzen beobachtet und in Wort und Bild gezeigt.

Doch was zeichnet gute Katzeneltern aus? Welche Vorbereitungen müssen getroffen werden, damit das Kätzchen sich rundherum wohlfühlen kann? Der vorliegende Ratgeber gibt darüber genau Auskunft. Zunächst muss sich der zukünftige Katzenhalter überlegen, welche Katze sich für ihn am besten eignet. Soll es eine Hauskatze sein oder eine Rassekatze? Und wo bekommt man eigentlich eine Katze her? Haus und Garten müssen katzensicher gemacht werden. Und natürlich müssen verschiedene Dinge angeschafft werden, von Futternapf bis hin zur Bürste. Auch was die Ernährung betrifft, müssen einige Überlegungen angestellt werden.

Ist der neue Mitbewohner dann da, ist man froh, gut vorbereitet zu sein. Jetzt muss das Katzenkind an seine neue Umgebung gewöhnt werden und die Familie kennen lernen. Von Anfang an ist der richtige Umgang mit dem Tier sehr wichtig. Über die Lebensweise eines Kätzchens kann man sich im Buch genau informieren. Darauf kann die Erziehung ausgerichtet werden und der Katze die entsprechenden geistigen und körperlichen Anreize gegeben werden, die es braucht. Der Leser lernt, seine Katze zu verstehen und sie angemessen zu versogen. Dabei geht der Autor auf Wohnungskatzen und Freigänger ein. Abschließend gibt der Autor Hinweise zur Gesundheitsvorsorge. Schwerpunkte sind Fellpflege, Zahnpflege, Parasitenbekämpfung und Impfungen.

Mit diesem Ratgeber wird der Leser umfassen informiert. Die Texte lassen sich gut lesen und sind leicht verständlich. Der Autor erzählt mit viel Einfühlungsvermögen. Seine Liebe zu Katzen wird deutlich. Das Buch ist sehr übersichtlich gestaltet und mit vielen Fotos, die man sich gerne länger anschaut, versehen. Ein Register zum gezielten Nachschlagen ist vorhanden. Das Buch eignet sich hervorragend für alle, die sich eine Katze zulegen wollen oder bereits ein Katzenkind besitzen.

Über den Autor:
Mark Evans ist ein erfahrener Tierarzt, international bekannter Autor und Fernseh- und Rundfunkmoderator.

Rezension von Heike Rau

Mark Evans
Katzenkinder aufziehen
Aus dem Englischen von Antje Husk
128 Seiten, broschiert, 200 Farbfotos
2.Auflage
Verlag Eugen Ulmer
ISBN: 3-8001-4657-6
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Der Alchimist von Krumau

Der Alchimist von Krumau

Don Julius sollte schon lange nach Krumau abgeschoben werden. Doch glaubte er bis jetzt seinen Platz in Prag. Die Vorhersage eines Sternguckers, der Julius Zukunft ebenfalls in Krumau sieht, macht ihn nachdenklich. Doch auf die Sprünge hilft ihm erst der Tod der Hure Mariandl. Er kann sich nicht erinnern, sie umgebracht zu haben, und doch lag sie tot neben seinem Bett. Ein grausiger Anblick.
Begleitet wird der Bastardsohn des Habsburger Monarchen Rudolf II. von seinem Ziehvater Maître d’Alambert.
Kaum hinter den hohen Mauern der Burg verschwunden, erfüllt sich eine weitere Vorhersage des Sternenguckers. Markéta Pichlerovà, die bald die Mätresse Don Julius wird, und ihr Vater, der Bader von Krumau, treten vor ihn, um ihm sein Eigentum zurückzubringen. Es ist ein Knabe ohne Bauchnabel, also ein Kind, das nicht von einer Mutter geboren sein kann. Erschaffen hat ihn der Alchimist Jurij Hezilow, auch Puppenmacher genannt. Und dieser behauptet, und damit bewahrheitet sich wieder ein Teil der Vorhersage des Sternenguckers, Gold machen zu können.
Kein Wunder, dass sich Rudolf II. vom Können des Alchimisten überzeugen will und Hezilow überzeugt ihn auch mit einer spektakulären Vorführung. Daraufhin befielt er den Puppenmacher nach Prag. Doch der Bastardsohn denkt gar nicht daran, Hezilow gehen zu lassen. Er erfindet eine Pestepidemie und lässt die Tore schließen. Niemand kommt mehr herein und vor allem niemand raus. Doch das ist erst der Anfang vom Ende.

„Der Alchimist von Krumau“ ist wunderbar zu lesen. Don Julius, der um Macht und Reichtum kämpft, und dabei immer mehr dem Wahnsinn verfällt; der eitle Maître d’Alambert mit den Schnabelschuhen, der den Bastardsohn lenken und führen soll; Markéta, die Schöne, die Julius unverständlicherweise in Liebe zugetan ist und Jurij Hezilow, der Blender und Betrüger, fesseln den Leser an eine Geschichte, die nur aus Intrigen zu bestehen scheint. Der Autor zeigt Sinn für Details, egal ob es sich um Beschreibungen der weitläufigen Burg an der Moldau, des makaberen unterirdischen Laboratoriums, der damaligen Mode oder des quirligen höfischen Lebens handelt. Er erzählt voller Enthusiasmus, spart nicht mit Spott und Seitenhieben gegen gesellschaftliche Zwänge, und verleiht der Geschichte damit eine ungeheure Lebendigkeit. Die Geschichte ist amüsant, verrückt, tragisch und schaurig. Eine tolle Mischung. Vor allem aber bringt der Autor den Leser zum Staunen. Und er überrascht. Denn so fantastisch und unglaublich die Geschichte auch wirkt, ganz und gar erfunden ist sie nicht. Von 1602 – 1622 war das historische böhmische Krumau tatsächlich im Besitz des Kaisers Rudolf II. von Habsburg und sein Sohn, Don Julius d’Austria, hielt sich mehrere Jahre dort im Schloss auf, bevor er seine Geliebte Markéta Pichlerová in einem Tobsuchtsanfall ermordete.
Dieses Buch begeistert von der ersten bis zur letzten Seite und ist damit sehr zu empfehlen.

Über den Autor:
Andreas Gößling, Jahrgang 1958, studierte Literatur- und Politikwissenschaft und gilt heute als Experte für phantastische, mythen- und kulturgeschichtliche Themen.

Rezension von Heike Rau

Andreas Gößling
Der Alchimist von Krumau
430 Seiten, gebunden
Eichborn Verlag, Frankfurt am Main
ISBN: 3-8218-0944-2
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Loni und ihre Kuscheldecke

Loni und ihre Kuscheldecke

Loni liebt ihre weiche, mollige Kuscheldecke über alles. Sie hilft nicht nur beim Einschlafen, mit ihr kann man noch ganz andere Dinge machen. Eine gemütliche Höhle bauen oder auf der Wiese auf ihr liegen und träumen. Beim Kastanien sammeln dient die Decke als Rucksack. Aber auch als Königinnenmantel macht sie sich nicht schlecht. Um keinen Preis würde Loni sich von ihrer Kuscheldecke trennen.

Loni wickelt sogar die Katze Mira in ihre Decke und legt sie in den Puppenwagen. Die mag diese Prozedur gar nicht und flüchtet. Mama erklärt, dass die Katze doch kein Stofftier ist. Außerdem kommen bald kleine Kätzchen, da muss Loni besonders behutsam mit Mira umgehen. Tatsächlich liegen einige Tage später drei Katzenbabys bei Mira im Körbchen. Und dann, ganz heimlich, still und leise verschwindet Lonis Kuscheldecke. Mira hat für ihre Katzenbabys ein warmes Nest damit gebaut. Ob Loni mal eine Weile auf ihre Kuscheldecke verzichten kann?

Eine bezaubernde kleine Geschichte, die sehr einfühlsam geschrieben ist. So ein Lieblingsspielzeug hat sicher jedes Kind, ob es nun ein Teddybär, eine Puppe oder eben eine Kuscheldecke ist. So ist die Geschichte für Kinder auch sehr gut nachvollziehbar. Es macht Spaß die detailreichen, farbenfrohen Illustrationen zu betrachten und zu sehen, was Mira mit ihrer Kuscheldecke so alles macht. So sitzt sie zum Beispiel auf der Decke auf einer Wiese und macht ein Picknick. Sogar die Kuscheltiere sind mit von der Partie, der gefleckte Hund mit den langen Ohren, das dicke Schaf oder das schwarz getupfte Huhn. Die Farbauswahl ist sehr gut gelungen.

Über die Autorin:
Rosemarie Künzler-Behncke, geboren 1926 in Dessau/Anhalt, studierte Philologie in Rom und Frankfurt/Main. Danach arbeitete sie als Universitätsassistentin. Sie lebt seit vielen Jahren als freie Schriftstellerin in München und hat zahlreiche Kinderbücher geschrieben.

Über die Illustratorin:
Sabine Kraushaar, geboren 1972 in Maastricht, wollte schon immer Kinderbücher illustrieren. Ihre Grafikausbildung machte sie an der Academie Beeldende Kunsten in Maastricht. Seit 1995 ist sie freie Illustratorin.

Rezension von Heike Rau

Rosemarie Künzler Behncke
Loni und ihre Kuscheldecke
Bilder von Sabine Kraushaar
22 Seiten, lam. Pappband, durchgehend illustriert
ab 3 Jahren
Annette Betz Verlag, Wien
ISBN: 3-219-11162-9
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Hannah und der Schwarzkünstler Faust

Hannah und der Schwarzkünstler Faust

Frühjahr 1506. Faust steht im Schutz einer Tanne. Er beobachtet wie ein wollenes Bündel aus der Postkutsche auf den schlammigen Boden geworfen wird. Im strömenden Regen nähert Faust sich dem wimmernden Bündel. Er kann das Balg auch nicht brauchen. Doch vom blitzenden Amulett, welches das Mädchen bei sich trägt, ist er fasziniert. So schultert er sie samt den schmutzigen Decken und nimmt sie mit. Fortan begleitet Hannah, als Junge verkleidet, den Schwarzkünstler Georg Sabellicus Faust auf seinen Reisen. Sie ist fasziniert, von dem charismatischen Mann, dem immer schon sein Ruf vorauseilt, wohin sie auch kommen. Sie ist begierig darauf, vom Weissager, Teufelsbeschwörer, Alchemisten und Gaukler, Handleser und Hypnotiseur zu lernen. Fausts größtes Ziel ist es, den Gold machenden Stein der Weisen zu finden. Doch nie kann er lange genug an einem Ort bleiben. Zu viele Neider vergönnen ihm seine Erfolge und diffamieren ihn.

Mit diesem Buch wird Geschichte lebendig. Die Autorin beschreibt die Reisen von Dr. Faust und Hannah sehr eindrucksvoll. Sie vermittelt ein deutliches Bild vom Leben der Menschen in den mittelalterlichen Städten mit ihren Märkten und den Spektakeln, die Faust veranstaltet hat. Gespannt darf der Leser die einzelnen Reisestationen verfolgen, von Würzburg, Kreuznach, Heidelberg Gelnhausen bis Erfurt. Kein Ort wird zur Heimat auf Dauer. Immer wieder werden Faust und Hannah vertrieben oder müssen Hals über Kopf fliehen.
Auch der Leser wird in den Bann des Dr. Faust gezogen, einem Mann, der von sich selbst so überzeugt war und immer bestrebt war, seine Studien voranzutreiben. Mit Staunen verfolgt man die Tricks, mit denen er ganze Menschenmassen seinem Willen unterwarf. Das Buch ist vom Stil her wunderbar zu lesen. Es ist fesselnd und faszinierend, da die Autorin sehr bildhaft beschreibt. Als Leser fühlt man sich, als würde man am Geschehen teilhaben und direkt zusehen. Sehr zu empfehlen!

Über die Autorin:
Uschi Flacke ist Autorin, Kabarettistin und Musikerin. Sie studierte Geschichte, Politik, Germanistik und Theaterwissenschaft. Sie ist in zahlreichen Theater- und Fernsehproduktionen aufgetreten, schreibt Bühnenprogramme, Kolumnen und Kritiken. Sie arbeitet auch als Drehbuchautorin beispielsweise für „Schloss Einstein“. Uschi Flacke hat zahlreiche Kinder- und Jugendbücher veröffentlich. Sie lebt mit ihrem Sohn Kristian und dem Hund Willi in Rod am Berg im Taunus.

Rezension von Heike Rau

Uschi Flacke
Hannah und der Schwarzkünstler Faust
263 Seiten, gebunden
ab 12 Jahren
Verlag Carl Ueberreuter, Wien
ISBN: 3-8000-5102-8
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Schlag 13!

Schlag 13!

Hrsg. Barbara Jung : Schlag 13!
Kurzgeschichten
Science-Fiction – Fantasy – Fantastik – Horror
www.bejot.de
244 Seiten
ISBN 3-934582-17-6
Ladenpreis: 13.50 €
BeJot-Verlag Frankfurt am Main, Oktober 2004
INHALTSVERZEICHNIS

Schlag 13 ist die Anthologie des Kurzgeschichtenwettbewerbs des Corona Newsletter (jetzt Corona Magazin; http://www.corona-magazine.de ). In dreizehn Themenrunden (die einzelnen Themen finden sich in der Überschrift der Inhaltsangabe) sollten die Leser (das Corona Magazin hat 11.000 Abonnementen) ihre eigene Geschichte schreiben. Eine Jury (bestehend aus festen Mitgliedern und jeweils einem Gastjuror) ermittelte die Sieger. Die besten drei Geschichten fanden Einlass in die vorliegende Anthologie. Leider konnte eine Autorin nicht berücksichtigt werden: Seit dem Einsenden ihrer Story war inzwischen bedeutend mehr als ein Jahr vergangen, und die Erlaubnis zum Abdruck der Geschichten galt ursprünglich nur für 12 Monate. Daher sind es auch insgesamt nur 38 Geschichten.
Als Juroren waren Olaf Brüschke, Michael Fritzsche, Armin Rössler und Torsten Rybka verantwortlich, Gastjuroren u.a. Monika Felten, H.D. Klein und Roland Rosenbauer.
Inhaltlich ergibt sich durch die verschiedenen Themenrunden ein bunter Mix aus SF und Fantasy, stellenweise auch Horror, wie die Geschichte „Fischaugen im Dämmerlicht“ vom aktuellen DPP-Preisträger Markus K. Korb (Kategorie Kurzgeschichte). Besucher des BuCon in Dreieich konnten die Geschichte Live hören.
Genau wie „In die Ferne“ von Andrea Tillmanns, die von einem gelangweilten König erzählt. Als dieser auf eine Wahrsagerin trifft, wünscht er sich, dass etwas passiert, das ihn aus der Monotonie herausreißt. Aber ob er mit dem Ergebnis zufrieden sein wird?
Weitere Lesungen waren „Stress an Weihnachten“ von Andreas Flögel, die mir als Nichtweihnachtler nicht so gefallen hat. Dafür lege ich seine Geschichten „Ein nützlicher kleiner Trick“ und „Monster“ dem geneigten Leser ans Herz. Erstere ist eine „in Harry-Potter-Art spielende Geschichte“ mit vielen überraschenden Wendungen. „Monster“ erzählt die bitteren Folgen der eigenschaftsoptimierten „Menschenherstellung“, spannend und schlaglichtartig erzählt.
Und Volker Ilse, der die Lesung abschloss, berichtete in „Blutleere Zeiten“ von der Motivation eines Vampirs.
Als weiterer auf dem BuCon lesender Autor ist Timo Bader vertreten, wenn er auch keine der in Schlag13! veröffentlichten Geschichten zum Besten gab. Seine Geschichte mit dem einfallslosen Titel „Der Drache“ berichtet von einem Mädchen, das in seine Traumwelt flüchtet, aber nicht zurückkann. Eine Geschichte mit einer überraschenden und bitteren Wendung.
Ich vermeide jetzt, noch auf weitere Geschichten einzugehen, wer mehr wissen möchte, sollte einfach das Buch kaufen.
Einzig die Geschichten von Uwe Sauerbrei möchte ich noch erwähnen. Es sind die Geschichten von Erwin und Hilde, die auf sehr humorvolle Art und Weise das Leben eines älteren Ehepaares schildern, das diverse technische Hilfsmittel per Post bekommt, mit denen es z.B. in der Zeit reisen kann.
Die neueste Erwin-und-Hilde-Geschichte findet sich als kostenlose Leseprobe in der 130. Ausgabe des Corona Magazins.

Inhaltsangabe:

URLAUBSPARADIES WELTRAUM
Uwe Sauerbrei: Erwins Reise
Tim Teulings: Entscheidung
Andrea Tillmanns: In die Ferne

AUF DEN SPUREN DER VERGANGENHEIT
Klaus Eylmann: Wer war Brian?
Markus K. Korb: Fischaugen im Dämmerlicht

ZEITREISEN
Klaus Fittje: Die Magie der Zeit
Florian Rems: Temporale Korrektur
Uwe Sauerbrei: Lektionen

HEXEN LERNEN HEXEN
Klaus Eylmann: Villa Hammerstein
Andreas Flögel: Ein nützlicher kleiner Trick
Uwe Sauerbrei: Moderne Hexen

GENE & TECHNIK
Matthias Fetting: Ein ganz normaler Arbeitstag
Andreas Flögel: Monster
Volker Ilse: Mauerschau zur großen Schlacht

IM LAND DER DRACHEN
Timo Bader: Der Drache
Matthias Fetting: Die Reifeprüfung
Astrid Nikodem: Putzfrau gesucht

VAMPIRE VON HEUTE
Klaus Eylmann: Elia
Volker Ilse: Blutleere Zeiten
Uwe Sauerbrei: Sonderkommando

GALAKTISCHER DEPESCHENDIENST
Andreas Gloge: Keine Nachrichten sind gute Nachrichten
Astrid Nikodem: Ein Brief für Herrn Berger
Uwe Sauerbrei: Bringdienst

GRINSENDE TROLLE
Timo Bader: Snibbles Reise
Matthias Fetting: Breites Grinsen
Uwe Sauerbrei: Außendienst

WEIHNACHTEN
Andreas Flögel: Stress an Weihnachten
Miklos Muhi: Fremdartiger Fressfeind
Astrid Nikodem: Die Weihnachtsschlacht

TOUGHE FRAUEN IN SPACE
Uwe Sauerbrei: Duell
Mierk Schwabe: Ein Besuch im All
J. Th. Thanner: Sternchen im Weltraum

HARTE KERLE IM WELTRAUM_
Matthias Fetting: Raue Sitten
Rudolf Jagusch: Finis Coronat Opus
J. Th. Tanner: Die Frau seiner Träume

IN THE ARMY NOW
Klaus Eylmann: Ablösung
Miklos Muhi: Privatkrieg
Uwe Sauerbrei: Klangeffekt
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Flux der Fuchs

Flux der Fuchs

Es ist Winter. Flux, der Fuchs, steckt die Nase in die Luft und schnuppert, bevor er ganz aus seinem Bau kommt. Alles ist in Ordnung. Es riecht nach Schnee. Der Winter ist eine harte Zeit für Flux. Oft ist ihm kalt und der Magen knurrt.
Wehmütig erinnert er sich zurück an die Zeit, als er noch ganz jung war und sich zusammen mit seinen Geschwistern an das wärmende Fell seiner Mutter kuschelte. Vater Fuchs passte inzwischen auf, dass kein Fremder sich der unterirdischen Burg näherte. Wie spannend war es dann später, als er das erste Mal aus dem Bau durfte. Es folgte eine Zeit in der er lernte, sich an seine Beute anzuschleichen und sie zu fangen. Doch bald sehnte sich Flux danach, die Welt außerhalb seiner Spielwiese zu erkunden. Es wurde Zeit, Eltern und Geschwister zu verlassen. In der Nähe von Bauer Petersens Hof baute Flux sich eine eigene Fuchsburg. Nun träumt er davon, eine wunderschöne Fähe kennen zu lernen und mit ihr viele Kinder zu bekommen.

Erzählt wird die Geschichte von Flux, einem kleinen schlauen Fuchs, der viele spannende Abenteuer erlebt. Ein leichtes Leben ist das nicht. Doch Flux ist mutig. Die Geschichte ist realistisch und die Kinder können verfolgen, wie ein Fuchs aufwächst, wie er lebt, wie er jagt und was er frisst. Weitere Informationen über Rotfüchse und ihre Lebensweise gibt es für alle Kinder, die es noch genauer wissen wollen, auf der letzten Seite des Buches. So können Eltern eventuell aufkommende Frage ihrer Kinder genau beantworten.
Die Illustrationen sind sehr stimmungsvoll. Egal ob man die winterliche Landschaft, das Leben in der Fuchsburg, das Spiel der kleinen Füchse oder die Erkundungstouren bei Nacht betrachtet, die Atmosphäre ist einzigartig.
Das Buch ist zum Vorlesen für Kindergartenkinder gut geeignet. Aber auch für Grundschulkinder, die sich für Tiere interessieren, ist das Buch sehr empfehlenswert.

Über die Autorin:
Babara Veit, Jahrgang 1947, studierte Politikwissenschaften, absolvierte die Deutsche Journalistenschule in München und war als Redakteurin bei der „Süddeutschen Zeitung“ tätig. Sie lebt seit einigen Jahren als freie Journalistin und Autorin in Deutschland und Australien. Mehrere ihrer Bücher standen auf der Auswahlliste zum Deutschen Jugendliteraturpreis.

Über die Illustratorin:
Veronica Oltmann kommt ursprünglich aus Kiel. Sie lebt heute als freischaffende Künstlerin und Illustratorin in Stuttgart.

Rezension von Heike Rau

Barbara Veit
Flux der Fuchs
Mit Bildern von Veronica Oltmann
28 Seiten, lam. Pappband, durchgehend illustriert
ab 4 Jahren
Annette Betz Verlag
ISBN: 3-219-11176-9
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1227 – Verschollen im Mittelalter

1227 – Verschollen im Mittelalter

Internat Burg Rosenstoltz ist eine Privatschule für außergewöhnlich begabte Kinder- und Jugendliche. Auch Nelson lernt jetzt hier, nachdem er jahrelang von Privatlehrern unterrichtet worden war. Professor Winkeleisen erinnert Nelson an Levent, der sich ebenfalls für Zeitreisen interessierte, der aber vor zwei Jahren spurlos verschwand. Levent war sich sicher, dass Zeitreisen möglich sind. In einem seiner Schulhefte fand sich ein seltsamer Satz: „Sollte ich jemals zurückkehren, werde ich jünger als ein Säugling sein und älter als ein Greis.“ Diese Worte lassen Nelson nicht mehr los. Denn es gibt eigentlich nur eine Erklärung dafür. War Levent verschwunden, weil er in die Vergangenheit oder die Zukunft gereist war?
Nelson sucht nach Sachen, die Levent möglicherweise zurückgelassen hat. Er findet nicht nur Bücher und Schreibhefte, sondern auch ein Tagebuch. Allen Anschein nach hat Levent eine Zeitmaschine gebaut, die tatsächlich funktioniert. Nelson beschließt, Levent in die Vergangenheit zu folgen. Gleichgesinnte findet er in Judith und Luk, die Levent noch gekannt haben. Die drei Schüler ahnen nicht, dass Levent schon kurz nach seiner Ankunft im tiefsten Mittelalter der Inquisition in die Hände gefallen ist und im Kerker auf seine Hinrichtung wartet. Die Zeit läuft ab.

Zeitreisen üben immer eine besondere Faszination aus. Sie versprechen große Abenteuer. Für Nelson, Luk und Judith wird die Reise zur Bewährungsprobe, bei der es um Leben und Tod geht. Die drei Freunde nutzen ihre Hochbegabung um Zusammenhänge herzustellen und die Zeitreisemaschine wieder in Gang zu kriegen. Im Mittelalter angekommen, nützt ihnen ihre Begabungen jedoch nicht viel. Es kommt vielmehr darauf an, sich so unauffällig wie möglich zu bewegen. Errungenschaften der Gegenwart sind den Menschen hier nicht nur völlig unbekannt, sondern geradezu unheimlich. Levent brachte seine Gedankenlosigkeit in den Kerker. Seine, wie auch die Vorbereitungen der drei Freunde sind eben reine Theorie. So sind sie auch mehr als beeindruckt von der mittelalterlichen Burg, die sie bisher nur als Internat kennen, finden doch gerade faszinierende Ritterspiele statt, die sehr lebendig beschrieben werden. In Ruhe verfolgen können Nelson, Luk und Judith, und damit auch der Leser, dieses Spektakel nicht, denn Levent muss gerettet werden und die Zeit wird knapp. Tatsächlich tut sich recht bald eine Chance auf, die die drei Freunde jedoch verspielen. Das erhöht die Dramatik im Buch. Gut verpackt in die Geschichte sind die Erkenntnisse vieler Wissenschaftler zur Möglichkeit der Zeitreise und dem Stand der Forschungen. Im Anhang kann zudem Interessantes zu Albert Einstein, Sir Isaac Newton, Stephen W. Hawking und anderen nachgelesen werden.
Ein wirklich spannendes Buch, das man nicht mehr aus der Hand legen kann.

Über den Autor:
Pete Smith studierte an der Universität Münster Germanistik, Philosophie und Publizistik. Seit 1989 lebt er als Schriftsteller und Kulturredakteur einer Tageszeitung im Rhein-Main-Gebiet. Pete Smith schreibt Romane, Erzählungen und Hörspiele für Kinder und Erwachsene.

Rezension von Heike Rau

Pete Smith
1227 – Verschollen im Mittelalter
252 Seiten, gebunden
ab 12 Jahren
Verlag Carl Ueberreuter, Wien
ISBN: 3-8000-5100-1
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