Hannah und der Schwarzkünstler Faust

Hannah und der Schwarzkünstler Faust

Frühjahr 1506. Faust steht im Schutz einer Tanne. Er beobachtet wie ein wollenes Bündel aus der Postkutsche auf den schlammigen Boden geworfen wird. Im strömenden Regen nähert Faust sich dem wimmernden Bündel. Er kann das Balg auch nicht brauchen. Doch vom blitzenden Amulett, welches das Mädchen bei sich trägt, ist er fasziniert. So schultert er sie samt den schmutzigen Decken und nimmt sie mit. Fortan begleitet Hannah, als Junge verkleidet, den Schwarzkünstler Georg Sabellicus Faust auf seinen Reisen. Sie ist fasziniert, von dem charismatischen Mann, dem immer schon sein Ruf vorauseilt, wohin sie auch kommen. Sie ist begierig darauf, vom Weissager, Teufelsbeschwörer, Alchemisten und Gaukler, Handleser und Hypnotiseur zu lernen. Fausts größtes Ziel ist es, den Gold machenden Stein der Weisen zu finden. Doch nie kann er lange genug an einem Ort bleiben. Zu viele Neider vergönnen ihm seine Erfolge und diffamieren ihn.

Mit diesem Buch wird Geschichte lebendig. Die Autorin beschreibt die Reisen von Dr. Faust und Hannah sehr eindrucksvoll. Sie vermittelt ein deutliches Bild vom Leben der Menschen in den mittelalterlichen Städten mit ihren Märkten und den Spektakeln, die Faust veranstaltet hat. Gespannt darf der Leser die einzelnen Reisestationen verfolgen, von Würzburg, Kreuznach, Heidelberg Gelnhausen bis Erfurt. Kein Ort wird zur Heimat auf Dauer. Immer wieder werden Faust und Hannah vertrieben oder müssen Hals über Kopf fliehen.
Auch der Leser wird in den Bann des Dr. Faust gezogen, einem Mann, der von sich selbst so überzeugt war und immer bestrebt war, seine Studien voranzutreiben. Mit Staunen verfolgt man die Tricks, mit denen er ganze Menschenmassen seinem Willen unterwarf. Das Buch ist vom Stil her wunderbar zu lesen. Es ist fesselnd und faszinierend, da die Autorin sehr bildhaft beschreibt. Als Leser fühlt man sich, als würde man am Geschehen teilhaben und direkt zusehen. Sehr zu empfehlen!

Über die Autorin:
Uschi Flacke ist Autorin, Kabarettistin und Musikerin. Sie studierte Geschichte, Politik, Germanistik und Theaterwissenschaft. Sie ist in zahlreichen Theater- und Fernsehproduktionen aufgetreten, schreibt Bühnenprogramme, Kolumnen und Kritiken. Sie arbeitet auch als Drehbuchautorin beispielsweise für „Schloss Einstein“. Uschi Flacke hat zahlreiche Kinder- und Jugendbücher veröffentlich. Sie lebt mit ihrem Sohn Kristian und dem Hund Willi in Rod am Berg im Taunus.

Rezension von Heike Rau

Uschi Flacke
Hannah und der Schwarzkünstler Faust
263 Seiten, gebunden
ab 12 Jahren
Verlag Carl Ueberreuter, Wien
ISBN: 3-8000-5102-8
Bestellen

Schlag 13!

Schlag 13!

Hrsg. Barbara Jung : Schlag 13!
Kurzgeschichten
Science-Fiction – Fantasy – Fantastik – Horror
www.bejot.de
244 Seiten
ISBN 3-934582-17-6
Ladenpreis: 13.50 €
BeJot-Verlag Frankfurt am Main, Oktober 2004
INHALTSVERZEICHNIS

Schlag 13 ist die Anthologie des Kurzgeschichtenwettbewerbs des Corona Newsletter (jetzt Corona Magazin; http://www.corona-magazine.de ). In dreizehn Themenrunden (die einzelnen Themen finden sich in der Überschrift der Inhaltsangabe) sollten die Leser (das Corona Magazin hat 11.000 Abonnementen) ihre eigene Geschichte schreiben. Eine Jury (bestehend aus festen Mitgliedern und jeweils einem Gastjuror) ermittelte die Sieger. Die besten drei Geschichten fanden Einlass in die vorliegende Anthologie. Leider konnte eine Autorin nicht berücksichtigt werden: Seit dem Einsenden ihrer Story war inzwischen bedeutend mehr als ein Jahr vergangen, und die Erlaubnis zum Abdruck der Geschichten galt ursprünglich nur für 12 Monate. Daher sind es auch insgesamt nur 38 Geschichten.
Als Juroren waren Olaf Brüschke, Michael Fritzsche, Armin Rössler und Torsten Rybka verantwortlich, Gastjuroren u.a. Monika Felten, H.D. Klein und Roland Rosenbauer.
Inhaltlich ergibt sich durch die verschiedenen Themenrunden ein bunter Mix aus SF und Fantasy, stellenweise auch Horror, wie die Geschichte „Fischaugen im Dämmerlicht“ vom aktuellen DPP-Preisträger Markus K. Korb (Kategorie Kurzgeschichte). Besucher des BuCon in Dreieich konnten die Geschichte Live hören.
Genau wie „In die Ferne“ von Andrea Tillmanns, die von einem gelangweilten König erzählt. Als dieser auf eine Wahrsagerin trifft, wünscht er sich, dass etwas passiert, das ihn aus der Monotonie herausreißt. Aber ob er mit dem Ergebnis zufrieden sein wird?
Weitere Lesungen waren „Stress an Weihnachten“ von Andreas Flögel, die mir als Nichtweihnachtler nicht so gefallen hat. Dafür lege ich seine Geschichten „Ein nützlicher kleiner Trick“ und „Monster“ dem geneigten Leser ans Herz. Erstere ist eine „in Harry-Potter-Art spielende Geschichte“ mit vielen überraschenden Wendungen. „Monster“ erzählt die bitteren Folgen der eigenschaftsoptimierten „Menschenherstellung“, spannend und schlaglichtartig erzählt.
Und Volker Ilse, der die Lesung abschloss, berichtete in „Blutleere Zeiten“ von der Motivation eines Vampirs.
Als weiterer auf dem BuCon lesender Autor ist Timo Bader vertreten, wenn er auch keine der in Schlag13! veröffentlichten Geschichten zum Besten gab. Seine Geschichte mit dem einfallslosen Titel „Der Drache“ berichtet von einem Mädchen, das in seine Traumwelt flüchtet, aber nicht zurückkann. Eine Geschichte mit einer überraschenden und bitteren Wendung.
Ich vermeide jetzt, noch auf weitere Geschichten einzugehen, wer mehr wissen möchte, sollte einfach das Buch kaufen.
Einzig die Geschichten von Uwe Sauerbrei möchte ich noch erwähnen. Es sind die Geschichten von Erwin und Hilde, die auf sehr humorvolle Art und Weise das Leben eines älteren Ehepaares schildern, das diverse technische Hilfsmittel per Post bekommt, mit denen es z.B. in der Zeit reisen kann.
Die neueste Erwin-und-Hilde-Geschichte findet sich als kostenlose Leseprobe in der 130. Ausgabe des Corona Magazins.

Inhaltsangabe:

URLAUBSPARADIES WELTRAUM
Uwe Sauerbrei: Erwins Reise
Tim Teulings: Entscheidung
Andrea Tillmanns: In die Ferne

AUF DEN SPUREN DER VERGANGENHEIT
Klaus Eylmann: Wer war Brian?
Markus K. Korb: Fischaugen im Dämmerlicht

ZEITREISEN
Klaus Fittje: Die Magie der Zeit
Florian Rems: Temporale Korrektur
Uwe Sauerbrei: Lektionen

HEXEN LERNEN HEXEN
Klaus Eylmann: Villa Hammerstein
Andreas Flögel: Ein nützlicher kleiner Trick
Uwe Sauerbrei: Moderne Hexen

GENE & TECHNIK
Matthias Fetting: Ein ganz normaler Arbeitstag
Andreas Flögel: Monster
Volker Ilse: Mauerschau zur großen Schlacht

IM LAND DER DRACHEN
Timo Bader: Der Drache
Matthias Fetting: Die Reifeprüfung
Astrid Nikodem: Putzfrau gesucht

VAMPIRE VON HEUTE
Klaus Eylmann: Elia
Volker Ilse: Blutleere Zeiten
Uwe Sauerbrei: Sonderkommando

GALAKTISCHER DEPESCHENDIENST
Andreas Gloge: Keine Nachrichten sind gute Nachrichten
Astrid Nikodem: Ein Brief für Herrn Berger
Uwe Sauerbrei: Bringdienst

GRINSENDE TROLLE
Timo Bader: Snibbles Reise
Matthias Fetting: Breites Grinsen
Uwe Sauerbrei: Außendienst

WEIHNACHTEN
Andreas Flögel: Stress an Weihnachten
Miklos Muhi: Fremdartiger Fressfeind
Astrid Nikodem: Die Weihnachtsschlacht

TOUGHE FRAUEN IN SPACE
Uwe Sauerbrei: Duell
Mierk Schwabe: Ein Besuch im All
J. Th. Thanner: Sternchen im Weltraum

HARTE KERLE IM WELTRAUM_
Matthias Fetting: Raue Sitten
Rudolf Jagusch: Finis Coronat Opus
J. Th. Tanner: Die Frau seiner Träume

IN THE ARMY NOW
Klaus Eylmann: Ablösung
Miklos Muhi: Privatkrieg
Uwe Sauerbrei: Klangeffekt
Bestellen

Flux der Fuchs

Flux der Fuchs

Es ist Winter. Flux, der Fuchs, steckt die Nase in die Luft und schnuppert, bevor er ganz aus seinem Bau kommt. Alles ist in Ordnung. Es riecht nach Schnee. Der Winter ist eine harte Zeit für Flux. Oft ist ihm kalt und der Magen knurrt.
Wehmütig erinnert er sich zurück an die Zeit, als er noch ganz jung war und sich zusammen mit seinen Geschwistern an das wärmende Fell seiner Mutter kuschelte. Vater Fuchs passte inzwischen auf, dass kein Fremder sich der unterirdischen Burg näherte. Wie spannend war es dann später, als er das erste Mal aus dem Bau durfte. Es folgte eine Zeit in der er lernte, sich an seine Beute anzuschleichen und sie zu fangen. Doch bald sehnte sich Flux danach, die Welt außerhalb seiner Spielwiese zu erkunden. Es wurde Zeit, Eltern und Geschwister zu verlassen. In der Nähe von Bauer Petersens Hof baute Flux sich eine eigene Fuchsburg. Nun träumt er davon, eine wunderschöne Fähe kennen zu lernen und mit ihr viele Kinder zu bekommen.

Erzählt wird die Geschichte von Flux, einem kleinen schlauen Fuchs, der viele spannende Abenteuer erlebt. Ein leichtes Leben ist das nicht. Doch Flux ist mutig. Die Geschichte ist realistisch und die Kinder können verfolgen, wie ein Fuchs aufwächst, wie er lebt, wie er jagt und was er frisst. Weitere Informationen über Rotfüchse und ihre Lebensweise gibt es für alle Kinder, die es noch genauer wissen wollen, auf der letzten Seite des Buches. So können Eltern eventuell aufkommende Frage ihrer Kinder genau beantworten.
Die Illustrationen sind sehr stimmungsvoll. Egal ob man die winterliche Landschaft, das Leben in der Fuchsburg, das Spiel der kleinen Füchse oder die Erkundungstouren bei Nacht betrachtet, die Atmosphäre ist einzigartig.
Das Buch ist zum Vorlesen für Kindergartenkinder gut geeignet. Aber auch für Grundschulkinder, die sich für Tiere interessieren, ist das Buch sehr empfehlenswert.

Über die Autorin:
Babara Veit, Jahrgang 1947, studierte Politikwissenschaften, absolvierte die Deutsche Journalistenschule in München und war als Redakteurin bei der „Süddeutschen Zeitung“ tätig. Sie lebt seit einigen Jahren als freie Journalistin und Autorin in Deutschland und Australien. Mehrere ihrer Bücher standen auf der Auswahlliste zum Deutschen Jugendliteraturpreis.

Über die Illustratorin:
Veronica Oltmann kommt ursprünglich aus Kiel. Sie lebt heute als freischaffende Künstlerin und Illustratorin in Stuttgart.

Rezension von Heike Rau

Barbara Veit
Flux der Fuchs
Mit Bildern von Veronica Oltmann
28 Seiten, lam. Pappband, durchgehend illustriert
ab 4 Jahren
Annette Betz Verlag
ISBN: 3-219-11176-9
Bestellen

1227 – Verschollen im Mittelalter

1227 – Verschollen im Mittelalter

Internat Burg Rosenstoltz ist eine Privatschule für außergewöhnlich begabte Kinder- und Jugendliche. Auch Nelson lernt jetzt hier, nachdem er jahrelang von Privatlehrern unterrichtet worden war. Professor Winkeleisen erinnert Nelson an Levent, der sich ebenfalls für Zeitreisen interessierte, der aber vor zwei Jahren spurlos verschwand. Levent war sich sicher, dass Zeitreisen möglich sind. In einem seiner Schulhefte fand sich ein seltsamer Satz: „Sollte ich jemals zurückkehren, werde ich jünger als ein Säugling sein und älter als ein Greis.“ Diese Worte lassen Nelson nicht mehr los. Denn es gibt eigentlich nur eine Erklärung dafür. War Levent verschwunden, weil er in die Vergangenheit oder die Zukunft gereist war?
Nelson sucht nach Sachen, die Levent möglicherweise zurückgelassen hat. Er findet nicht nur Bücher und Schreibhefte, sondern auch ein Tagebuch. Allen Anschein nach hat Levent eine Zeitmaschine gebaut, die tatsächlich funktioniert. Nelson beschließt, Levent in die Vergangenheit zu folgen. Gleichgesinnte findet er in Judith und Luk, die Levent noch gekannt haben. Die drei Schüler ahnen nicht, dass Levent schon kurz nach seiner Ankunft im tiefsten Mittelalter der Inquisition in die Hände gefallen ist und im Kerker auf seine Hinrichtung wartet. Die Zeit läuft ab.

Zeitreisen üben immer eine besondere Faszination aus. Sie versprechen große Abenteuer. Für Nelson, Luk und Judith wird die Reise zur Bewährungsprobe, bei der es um Leben und Tod geht. Die drei Freunde nutzen ihre Hochbegabung um Zusammenhänge herzustellen und die Zeitreisemaschine wieder in Gang zu kriegen. Im Mittelalter angekommen, nützt ihnen ihre Begabungen jedoch nicht viel. Es kommt vielmehr darauf an, sich so unauffällig wie möglich zu bewegen. Errungenschaften der Gegenwart sind den Menschen hier nicht nur völlig unbekannt, sondern geradezu unheimlich. Levent brachte seine Gedankenlosigkeit in den Kerker. Seine, wie auch die Vorbereitungen der drei Freunde sind eben reine Theorie. So sind sie auch mehr als beeindruckt von der mittelalterlichen Burg, die sie bisher nur als Internat kennen, finden doch gerade faszinierende Ritterspiele statt, die sehr lebendig beschrieben werden. In Ruhe verfolgen können Nelson, Luk und Judith, und damit auch der Leser, dieses Spektakel nicht, denn Levent muss gerettet werden und die Zeit wird knapp. Tatsächlich tut sich recht bald eine Chance auf, die die drei Freunde jedoch verspielen. Das erhöht die Dramatik im Buch. Gut verpackt in die Geschichte sind die Erkenntnisse vieler Wissenschaftler zur Möglichkeit der Zeitreise und dem Stand der Forschungen. Im Anhang kann zudem Interessantes zu Albert Einstein, Sir Isaac Newton, Stephen W. Hawking und anderen nachgelesen werden.
Ein wirklich spannendes Buch, das man nicht mehr aus der Hand legen kann.

Über den Autor:
Pete Smith studierte an der Universität Münster Germanistik, Philosophie und Publizistik. Seit 1989 lebt er als Schriftsteller und Kulturredakteur einer Tageszeitung im Rhein-Main-Gebiet. Pete Smith schreibt Romane, Erzählungen und Hörspiele für Kinder und Erwachsene.

Rezension von Heike Rau

Pete Smith
1227 – Verschollen im Mittelalter
252 Seiten, gebunden
ab 12 Jahren
Verlag Carl Ueberreuter, Wien
ISBN: 3-8000-5100-1
Bestellen

Bibi Blocksberg und das Geheimnis der blauen Eulen

Bibi Blocksberg und das Geheimnis der blauen Eulen

Bibi Blocksberg hat Probleme in der Schule und eine Nachprüfung ist fällig. Doch ihre Eltern können nicht helfen. Barbara arbeitet an einem Hexenrezept-Buch und Bernhard will renovieren. Bibi wird kurzerhand und gegen ihren Willen auf das Internat Schloss Altenberg verfrachtet, um an einem Sommer-Ferien-Kurs teilzunehmen.

Rabia von Katzenstein hat ganz andere Probleme. Sie sitzt gerade die 5 Jahre im Gruselmoor ab, die sie Bibi Blocksberg zu verdanken hat. Ihre Tage verbringt sie damit, nach einem Fluchtweg zu suchen. Das miese Wetter kommt ihren Plänen mit einer Springflut entgegen, in die sie sich todesmutig mit Kater Maribor stürzt. Die Flucht gelingt. Doch die Hexenkräfte von Rabia sind völlig hin und müssen aufgeladen werden

Im Internat lernt Bibi das Mädchen Elea kennen. Sie sitzt im Rollstuhl. Dass Bibi ihr da gerne raushelfen möchte, ist klar. Ein Zauberspruch verbietet sich hier jedoch. In das Schicksal anderer Menschen einzugreifen, ist verboten.
Doch da gibt es diese Sage vom Eulenstaub, einem magischen Pulver mit großer Heilkraft. Es soll in einem unterirdischen Labyrinth von Schloss Altenberg zu finden sein.

Rabia von Katzenstein hat sich längst, ohne Rücksicht auf Verluste, an die Blocksbergs und im besonderen an Bibi herangemacht. Mit Hilfe einer Verkleidung und einem Vertrauenstränklein, erfährt sie alles von Bibi. Vom Eulenstaub verspricht sie sich die völlige Wiederherstellung ihrer magischen Kräfte. Damit beginnt ein atemloser Wettlauf Gut gegen Böse.

Eine spannende, flott erzählte Abenteuergeschichte, die sich vom Stil her sehr gut lesen lässt. Bibi ist mittlerweile fast 15 Jahre alt, da schlägt auch die Pubertät mit Stimmungsschwankungen, inklusive Widerstand gegen die Eltern zu. Klar das Bibi auch das Hexverbot im Internat nicht so ganz einhält.
Schloss Altenberg mit dem unterirdischen Labyrinth und der sagenhaften Vergangenheit ist eine tolle Kulisse. So sind die Szenen im Labyrinth besonders gruselig und unheimlich.
Mit im Buch sind viele Farbfotos aus dem Film. Auch Informationen zu den Drehorten gibt es. Sogar die Texte der Lieder, die im Film gesungen werden, sind vorhanden. Besonders interessant ist das Interview mit Bibi-Darstellerin Sidoni von Krosigk.

Über die Autorin:
Elfie Donnelly, geboren in London, war Reporterin und Journalistin für Presse, Funk und Fernsehen. Ihre Bücher, Hörspiele und Drehbücher wurden mit vielen Preisen ausgezeichnet. Elfie Donnelly ist die Schöpferin der Figuren Bibi Blocksberg und Benjamin Blümchen. Sie lebt mit ihrem Mann auf Ibiza.

Rezension von Heike Rau

Elfie Donnelly
Bibi Blocksberg und das Geheimnis der blauen Eulen
245 Seiten, gebunden, mit vielen Farbfotos aus dem Film
Egmont Franz Schneider, München
ISBN: 3-505-12084-7
Bestellen

Die Kühe sind los

Die Kühe sind los

Abner Dixon kann sich nach dem dreisten Überfall des berüchtigten Viehdiebes Alameda Slim seine Farm nicht mehr leisten. Milchkuh Maggie muss also umziehen und kommt auf die Farm der netten Nachbarin Pearl. Sie liebt ihre Farm und die Tiere über alles. Milchkühe gibt es hier auch. Mrs Caloway und Grace sind die Anführer der Farmtiere. Pearl hat allerdings finanzielle Probleme und die Zwangsversteigerung ihrer Farm Patch of Heaven droht. Maggie will ihre neue Familie natürlich nicht gleich wieder aufgeben, doch es sieht wirklich schlecht aus. Die Schulden belaufen sich auf 750 Dollar. Genau diese Summe ist auf die Ergreifung von Alameda Slim ausgesetzt. Das bringt Maggie auf eine Idee. Wenn die Kühe den Viehdieb fangen würden, wären sie alle ihre Sorgen um die Farm mit einem Schlag los.

Wenn Kühe auf Verbrecherjagd gehen, geht es natürlich heiß er. Das Buch ist spannend, witzig und sehr amüsant. Großzügige Illustrationen lassen die Geschichte lebendig wirken. Die Tiere sind sehr originell mit ihren ganz unterschiedlichen Charaktereigenschaften. Zu nennen wären die Milchkühe als Helden der Geschichte, die riesige, gefräßige und wenig damenhaft wirkende Maggie, die kluge und ordentliche Mrs Caloway und die einfältige und zum Glück unmusikalische Grace. Diese Tiere, die zusammen das ganz große Abenteuer erleben, schließt sicher jeder schnell in sein Herz.

Rezension von Heike Rau

Disney
Die Kühe sind los
96 Seiten, gebunden, durchgehend illustriert
Egmont Franz Schneider Verlag, München
ISBN: 3-505-12108-8
Bestellen

Schweizer Lexikon der populären Irrtümer

Schweizer Lexikon der populären Irrtümer

Stimmt es, dass die Schweizer ein Volk von Bahnfahrern sind? Ist es wahr, dass die Schweiz keine Bodenschätze hat? War Albert Einstein wirklich ein schlechter Schüler? Ist Fondue eine Schweizer Kreation? Ist die Schweizer Schokolade wirklich die beste? Und was ist eigentlich dran am angeblichen Steuerparadies und dem sagenhaften Bankgeheimnis? Ist die Schweiz tatsächlich neutral, unabhängig und souverän?

Munter geht es durch alle möglichen Sachgebiete wie Geschichte, Politik, Kultur und Alltag. Schluss mit Vorurteilen und falschen Vorstellungen!
Die Beiträge sind interessant, lehrreich, manchmal desillusionierend, aber auch oft zum Schmunzeln. Die Autorin hat aufwändig recherchiert und präsentiert die Fakten. Und wer trotzdem nicht glaubt, was er liest oder weiterführende Informationen braucht, kann den vielen Quellenangaben, oft auch mit Internetadressen, folgen.

Die Schweizer Irrtümer sind von A bis Z übersichtlich aufgelistet. Das ein Inhaltsverzeichnis oder ein Register fehlt, macht nichts. Einfach blättern und bei interessanten Stichpunkten hängen bleiben, macht den meisten Spaß.

Über die Autorin:
Franziska Schläpfer ist Jahrgang 1945. Die Texte der freien Journalistin und Autorin erschienen beispielsweise in der „Weltwoche“. Die gelernte Buchhändlerin ist zudem die Verantwortliche für die Schweiz-Ausgabe der deutschen Zeitschrift „Buch Journal“. Ihre Buchveröffentlichen umfassen unter anderem Biographien. Die vielseitig politisch und kulturell engagierte Autorin ist Mitglied der Raumplanungskommission Herrisau, Gründerin und Präsidentin des „Frauenpodium Herrisau“ und Mitglied der Jury „Literaturförderung“. Franziska Schläpfer ist Mutter von vier erwachsenen Kindern. Sie lebt in Zollikon.

Rezension von Heike Rau

Franziska Schläpfer
Schweizer Lexikon der populären Irrtümer
Missverständnisse und Vorurteile von Alpenklübler bis Zwingli
272 Seiten, gebunden
Pendo Verlag, Zürich
ISBN: 3-85842-569-9
Bestellen

Schamanenpass

Schamanenpass

Calvin Maiyumerak wird verdächtigt die Mumie von Väterchen Frost, die in der Tundra am Schamanenpass entdeckt worden war, aus dem Museum von Chukchi gestohlen zu haben. Aber auch des Mordes an Victor Solomon wird er verdächtigt. Schließlich wurde dieser mit der Harpune von Väterchen Frost ermordet. Doch der behauptet, Väterchen Frost wäre selbst aus dem Museum ausgebrochen und hätte Victor Solomon ermordet, weil der vorhatte, ihn in einer Vitrine auszustellen. Nach altem Brauch der Inupiat hätte die Mumie draußen in der Tundra bleiben müssen.
State Trooper Nathan Active weiß, dass er diesen Fall nicht lösen kann, ohne sich mit alten Geschichten und Aberglaube auseinander zu setzen. Er macht sich auf die Suche nach Menschen, die noch etwas von den alten Zeiten wissen könnten. So führt die Ermittlungsarbeit in längst vergangene Zeiten Alaskas, in die Zeit der Schamanen. Die Vergangenheit lebt mit den alten Geschichten wieder auf und bringt Nathan Active verwertbare Erkenntnisse. Spuren verdichten sich. Doch um den wahren Dieb und Mörder dingfest zu machen, muss der State Trooper zum Schamanenpass. Das wird ein lebensgefährliches Unterfangen.

Ein spannungsgeladener, bewegender Krimi, der in der eisigen Kälte Nordalaskas spielt. Hier gehen schon vom sehr bildhaft beschriebenen Wetter ungeahnte Gefahren aus. So werden ganz besonders harte Anforderungen an den Ermittler gestellt. Der Fall ist vielschichtig und undurchsichtig. Doch Nathan Active ist jemand der hinhört, der sich interessiert, dem man als Leser gerne durch die Story folgt. Der Autor beleuchtet zudem das Leben der Inupiat in der Gegenwart und der Vergangenheit. Die Figur des Väterchen Frost, des Natchiq, basiert auf einem realen Eskimopropheten und Sozialreformer, der im 19. Jahrhundert in Nordwestalaska gelebt hat. Näheres dazu findet sich im Anhang neben einigen Anmerkungen zur Sprache und einem Inupiaq-Glossar.

Über den Autor:
Stan Jones wurde 1947 in Anchorage, Alaska, geboren und lebt dort auch heute noch. Als Journalist, leidenschaftlicher Buschpilot und Spezialist für Umweltfragen hat er die Erfahrungen für seine Bücher gesammelt.

Rezension von Heike Rau

Stan Jones
Schamanenpass
Aus dem Englischen von Peter Friedrich
285 Seiten, gebunden
Unionsverlag, Zürich
In der Reihe: metro
ISBN: 3-293-00340-0
Bestellen

Katja Reider: Weil ich immer bei dir bin

Katja Reider: Weil ich immer bei dir bin

Das große Bilderbuch vermittelt durch seine liebevollen Verse, ein Gefühl von Ruhe, Wärme und Geborgenheit. Die kleinen Alltagssorgen fallen ab und das sicher nicht nur bei Kindern, sondern auch beim Vorlesenden, egal ob Mama, Papa, Oma oder Opa. In den Versen und Zeichnungen werden die kleinen, aber nicht zu unterschätzenden, Ängste der Kinder aufgegriffen. Die Angst vorm Alleinsein, vor Unbekanntem, vor Gewitter oder vor der Nacht.
Die Illustrationen verstärken die beruhigende Wirkung der Verse. Die warmen Farben sind harmonisch aufeinander abgestimmt. Der kleine blaue Vogel braucht in der Nähe seiner Mutter keine Angst vor dem Fliegen zu haben. Der kleine Bär kuschelt sich in der Nacht an den großen Bären. Mama Hase erzählt ihrem Kind eine Einschlafgeschichte. Die fantasievollen Zeichnungen überraschen mit vielen liebenswerten Details. Das Buch eignet sich beispielsweise für Kinder zum Entspannen nach einem anstrengenden Tag oder auch zum Ansehen vor dem Einschlafen.

Über die Autorin:
Katja Reider ist Jahrgang 1960. Sie studierte Germanistik, Publizistik und Kommunikationswissenschaften in Göttingen. Anschließend arbeitete sie als PR Volontärin in Bonn und schließlich als Pressesprecherin von “Jugend forscht“ in Hamburg. Seit der Geburt von ihren Kindern Felix und Liva ist Katja Reider freie Autorin. 1997 wurde ihr der Picture Book Gold Award des amerikanischen Parents Choice Magazine verliehen. Die Autorin lebt mit ihrer Familie in Norddeutschland.

Über den Illustrator:
Felix Scheinberger ist Jahrgang 1969. Er hat schon immer gerne gezeichnet und schließlich in Hamburg an der Fachhochschule für Gestaltung studiert. Wenn er nicht gerade selbst schreibt, illustriert er Bücher für Kinder und Erwachsene.

Rezension von Heike Rau

Katja Reider
Weil ich immer bei dir bin
Illustrationen von Felix Scheinberger
18 Seiten, gebunden
Für Kinder ab 3 Jahren oder als Geschenkbuch für Erwachsene
Loewe Verlag, Bindlach
ISBN: 3-7855-5147-9
Bestellen

Kaufen!

Kaufen!

Mit ihrer Arbeit im Kaufhaus will Simone Wenger eigentlich nur ihr Studium finanzieren. Doch die Kaufhaus-Job nimmt sie total gefangen. Simone ist fasziniert vom Angebot an Waren und der Arbeit mit ihren Kollegen. Im Kaufhaus fühlt Simone sich heimisch. Und dennoch ist Simone für ihren Job überqualifiziert. Mit der Bezahlung ist sie eines Tages nicht mehr zufrieden. So beginnt sie Werbetexte zu verfassen, bald arbeitet sie als freie Mitarbeiterin in der PR-Abteilung. Zufriedenheit stellt sich trotzdem nicht ein. Simone hat sich weiterentwickelt. Auch ihr Freund kann da nicht mithalten und bleibt auf der Strecke.

Die Autorin lässt Simone Wenger von ihrem geradlinigen und sorglosen Arbeitsleben im Kaufhaus erzählen, für welches die intelligente junge Frau ihr Studium aufgegeben hat, wohl weil es so am bequemsten war. Es verwundert nicht, dass Simone eines Tages nicht mehr zufrieden ist. Viel zu lange hat sie sich von der Kaufhaus-Glitzerwelt täuschen lassen. Sie war drinnen, das wahre Leben hat sich jedoch draußen abgespielt. Stillstand im Leben.
PLAY, REWIND, FORWARD, PAUSE, so geht es durchs Buch. Da muss man aufpassen, den Faden nicht zu verlieren. Dafür beschreibt die Autorin die Mitarbeiter um Simone, ihr Arbeitsumfeld und ihre Tätigkeiten, also ihre Lebensinhalte, sehr präzise. Ein Buch, dem man auch Denkanstöße für das eigene Leben entnehmen kann.

Über die Autorin:
Nicole Müller wurde 1962 in Basel geboren. Die in Küsnacht bei Zürich lebende Kommunikationsberaterin und Journalistin wurde für ihre Publikationen u.a. mit dem Zürcher Journalistenpreis 2000 ausgezeichnet.

Rezension von Heike Rau

Nicole Müller
Kaufen!
Ein Warenhausroman
142 Seiten, gebunden
Nagel & Kimche
im Carl Hanser Verlag München Wien
ISBN: 3-312-00348-2
Bestellen