An der Schwelle des Morgens

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Arcos

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Du stehst an der Schwelle des Morgens,
das Licht kennt deinen Namen noch nicht.
Die Zeit atmet langsam
unter deinen Füßen.

In deinen Augen liegt ein fernes Meer,
wellenlos, aber tief.
Eine Stille,
die niemand berührt hat.

Dein Herz ist wie ein altes Haus,
dessen Fenster offen geblieben sind.
Der Wind tritt ein
und hebt die Vergangenheit
behutsam aus ihrer Ruhe.

Du sprichst ein Wort,
schwerer als seine Bedeutung.
Es bleibt in der Luft
und verschwindet dann,
ohne eine Spur zu hinterlassen.

Als der Abend näherkommt,
werden die Schatten länger,
Du bleibst an deinem Ort,
mit der bloßen Existenz.

Und die Welt,
selbst wenn sie dich nicht bemerkt,
wird durch dich
still vervollständigt.
 



 
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