das wasser selbst

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Iuno

Mitglied
ich bin geboren, um eine
sturmwolke über dem kopf zu tragen
habe regen schon immer gemocht
wenn der himmel sich ergießt
sitze ich im trockenen
schreibe mein leben um
zu einer griechischen tragödie
damit es mehr sinn ergibt

und als wir uns trafen da
habe ich eine münze geworfen
einfach blind ins blaue hinein
wollte dich in wellen legen
sehen, wie weit es bis zum grund ist
aber bis heute weiß ich nicht
ob du eigentlich eine untiefe bist
und in dem glauben, mein spiegelbild zu erkennen
bin ich ins wasser gefallen

manchmal wünsche ich mich
zurück an dieses ufer
will mit den schleifen dieses flusses fließen
mich in deinem haar vergraben
vielleicht war ich nur ein tropfen für dich
aber deine worte sind stromschnellen
dein gesicht spült mich den wasserfall hinab

lieber wäre ich das wasser selbst
unbeeindruckt vom rauschen des windes
würde einfach hinwegströmen über
scharfkantige felsen und glatt geschliffene kiesel
die sich als juwelen tarnen
und niemals mein ziel verlieren
das meer und dann die wolken, um wieder
herunterzuregnen
 
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revilo

Verboten
… Ich hatte große Mühe, dieses Gedicht fertig zu lesen … Das ist mir einfach zu viel zu dicht und die letzte Strophe strotzt nur so von Metaphern …LG
 

Iuno

Mitglied
… Ich hatte große Mühe, dieses Gedicht fertig zu lesen … Das ist mir einfach zu viel zu dicht und die letzte Strophe strotzt nur so von Metaphern …LG
Hallo Oliver,

tatsächlich habe ich ziemlich viele Methaphern verwendet, dadurch dass jedoch die meisten unter dem Thema Wasser stehen, bin ich davon ausgegangen, dass sich das alles ganz gut in den Kontext einfügt. Da die Autorin den Lesefluss aber natürlich immer etwas anders wahrnimmt als die Leser und Leserinnen, bin ich dankbar für deinen Hinweis. Die Dichte hängt sicher damit zusammen, dass ich in wenigen Strophen eine ganze Geschichte erzählen wollte, wofür ein Gedicht vielleicht nicht die geeignete Textform ist.
Vielen Dank für deine Rückmeldung!

Liebe Grüße Iuno
 

revilo

Verboten
Hallo Oliver,

tatsächlich habe ich ziemlich viele Methaphern verwendet, dadurch dass jedoch die meisten unter dem Thema Wasser stehen, bin ich davon ausgegangen, dass sich das alles ganz gut in den Kontext einfügt. Da die Autorin den Lesefluss aber natürlich immer etwas anders wahrnimmt als die Leser und Leserinnen, bin ich dankbar für deinen Hinweis. Die Dichte hängt sicher damit zusammen, dass ich in wenigen Strophen eine ganze Geschichte erzählen wollte, wofür ein Gedicht vielleicht nicht die geeignete Textform ist.
Vielen Dank für deine Rückmeldung!

Liebe Grüße Iuno

es ist zuweilen so, dass man sich vergallopiert und in seinem überschwang ein wenig das maß verliert.....ich spreche da aus eigener erfahrung......das gedicht hat gute ansätze .......ich würde es kürzen....... LG
 

revilo

Verboten
ich bin geboren mit einer sturm
wolke über dem kopf
habe regen schon immer gemocht
wenn der himmel sich ergießt
sitze ich im trockenen
schreibe mein leben um
zu einer tragödie
damit es mehr sinn ergibt


ich habe ich eine münze geworfen
einfach ins blaue hinein
wollte dich in wellen legen
sehen, wie weit es bis zum grund ist
aber bis heute spüre deine untiefen


manchmal wünsche ich mich zurück
will mich in deinem haar vergraben
vielleicht war ich nur ein tropfen für dich
in deinen stromschnellen
gleichen worten

ich reite über scharfkantige felsen
die sich als juwelen tarnen :
niemals mein ziel verlieren
das meer und dann
die wolken
ich habe es einfach einmal sehr spontan gekürzt......vielleicht kannst du damit etwas anfangen..........LG
 

Iuno

Mitglied
ich habe es einfach einmal sehr spontan gekürzt......vielleicht kannst du damit etwas anfangen..........LG
Vielen Dank für deinen Vorschlag, Oliver. Das ist wirklich nett, dass du dir die Mühe gemacht hast und gibt mir auf jeden Fall ein paar neue Denkanstöße. Einige der Zeilen, die du herausgestrichen hast, möchte ich gerne so belassen wie sie sind, da sich ansonsten die Aussage des Gedichts ein wenig verändern würde (und dafür hat die Geschichte, die dahinter steckt doch eine zu große Bedeutung für mich). Auf andere Zeilen wiederum kann man wirklich verzichten, da werde ich mich noch mal dran setzen.
 

revilo

Verboten
Vielen Dank für deinen Vorschlag, Oliver. Das ist wirklich nett, dass du dir die Mühe gemacht hast und gibt mir auf jeden Fall ein paar neue Denkanstöße. Einige der Zeilen, die du herausgestrichen hast, möchte ich gerne so belassen wie sie sind, da sich ansonsten die Aussage des Gedichts ein wenig verändern würde (und dafür hat die Geschichte, die dahinter steckt doch eine zu große Bedeutung für mich). Auf andere Zeilen wiederum kann man wirklich verzichten, da werde ich mich noch mal dran setzen.
Genauso soll es ja auch sein … Ich mache lediglich Vorschläge, was Du daraus machst, ist natürlich Deine Sache … Herzliche Grüße
 

fee_reloaded

Mitglied
Ich lese hier vier schöne Gedichte in einem Text zusammengefasst, liebe Iuno.

Jede Strophe für sich allein wäre ein schöner Stoff, der einen mit viel Nachhall und Denkanstoß zurücklässt. So aber erschlagen sich die Strophen und Inhalte ein wenig gegenseitig. Mein Vorschlag: den Mut zum Weniger entwickeln und den Leser:innen mehr Raum für ein Echo bieten. Du schreibst gut und ich mag deine Bilder und Gedankengänge! Es ist nur ein wenig zu viel auf einmal und das lenkt mich beim Lesen zu stark, als dass die einzelnen Bilder und Gedanken in mir in ihrer vollen Gänze ankommen und nachwirken können.

Vielleicht kannst du mit dieser Rückmeldung ja was anfangen!
Auf jeden Fall gerne gelesen!!!

LG,
fee
 

Iuno

Mitglied
Ich lese hier vier schöne Gedichte in einem Text zusammengefasst, liebe Iuno.

Jede Strophe für sich allein wäre ein schöner Stoff, der einen mit viel Nachhall und Denkanstoß zurücklässt. So aber erschlagen sich die Strophen und Inhalte ein wenig gegenseitig. Mein Vorschlag: den Mut zum Weniger entwickeln und den Leser:innen mehr Raum für ein Echo bieten. Du schreibst gut und ich mag deine Bilder und Gedankengänge! Es ist nur ein wenig zu viel auf einmal und das lenkt mich beim Lesen zu stark, als dass die einzelnen Bilder und Gedanken in mir in ihrer vollen Gänze ankommen und nachwirken können.

Vielleicht kannst du mit dieser Rückmeldung ja was anfangen!
Auf jeden Fall gerne gelesen!!!

LG,
fee
Etwas verspätet möchte ich auch noch auf deine Rückmeldung eingehen, liebe fee! Ich danke dir für deine Ratschläge, das macht sehr viel Sinn und ich werde beim weiteren Schreiben auf jeden Fall darauf achten. Es ist ja immer wieder eine kleine Herausforderung, abzuschätzen, was man dem Leser zutrauen kann und wie viele Worte tatsächlich ausreichen, um die angestrebte Wirkung zu erzielen. Aber sicher macht auch hier Übung den Meister.

Liebe Grüße, Iuno
 
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Mitglied
Es ist ja immer wieder eine kleine Herausforderung, abzuschätzen, was man dem Leser zutrauen kann und wie viele Worte tatsächlich ausreichen, um die angestrebte Wirkung zu erzielen. Aber sicher macht auch hier Übung den Meister.
So ganz hat man das nie in der Hand, hab ich die Erfahrung gemacht. Oft denkt man, man hätte alles getan, um die Botschaft eindeutig zu verpacken...dann kommt ein Kommentar, der dein Gedicht erstaunlich anders liest und interpretiert...und du kannst nicht anders, als eingestehen, dass auch das in deinem Text steht (obwohl du's gar nicht bewusst reingepackt hast).

Generell aber ist gerade bei Gedichten, wenn sie zuviel auf einmal wollen, das Gefühl der Überfrachtung schnell mal da. Und dann stehlen sich die verschiedenen Aspekte im gleichen Gedicht gegenseitig die Schau.
 



 
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