Der Physiker

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Arcos

Mitglied
Ja, ich weiß,
Elementarteilchen sind unberechenbar.
Sie entziehen sich jeder Bestimmtheit.
Aber selbst das
kann ich dir mit einer Wahrscheinlichkeit
vorhersagen.

Ich berechne dir die Flugbahn
einer Kanonenkugel,
eine sanfte Parabel,
die sich über die Landschaft aufspannt.

Siehst du wie die Rakete
majestätisch aufsteigt
und die Wolken durchbohrt,
um die Sterne zu erkunden?
Sie wurde durch Gesetze
zum Leben erweckt,
die ich entdeckte.

Ich spalte die Atome
und zeige dir,
was für eine unbändige Kraft
in ihnen Steckt.
Und bei einer Fusion
heben sie das ganze Meer
bis in den Himmel.
Das ist die Sonne
auf Erden.

Meine Gleichungen reichen
bis zum Urknall,
wo alles begann.
Vielleicht war es
ein einziger Punkt.
Aber vielleicht auch etwas,
das keinen Rand hatte,
ohne Anfang
und Ende.

Atemzüge
der Ewigkeit.
 
Zuletzt bearbeitet:

petrasmiles

Mitglied
Lieber Önder,

ja, diese Perspektive darf man nicht aussparen.
Einzig die beiden letzten Verse sind (mir) zu ungenau, vielmehr stören mich die 'falschen' Hände, die keine Entsprechung zur fehlenden Güte haben. Das mit den falschen Händen ist so ein Allgemeinplatz. Man müsste etwas wie 'herzlose' Hände, oder gar 'kalte' Hände nehmen, damit das Begriffspaar stimmt; vielleicht findest Du ja ein besseres Wort, dass Deiner Intention entspricht - wenn Du mir folgen magst.

Liebe Grüße
Petra
 

Arcos

Mitglied
Vielen Dank Petra für deinen Kommentar.
Ich denke ohne den letzten Abschnitt kann das Gedicht gut überleben.

Grüße
Önder
 

petrasmiles

Mitglied
Das war jetzt aber eine Radikalkur - Du hast die ganze Strophe entfernt.
Ich dachte, Du wolltest den Erschaffern eine Stimme geben - und dazu gehören auch die schlaflosen Nächte, das halb andere anklagende und halb sich selbst anklagende Moment ...
 

wirena

Mitglied
Sie entziehen sich jeder Bestimmtheit.
Aber selbst das
kann ich dir mit einer Wahrscheinlichkeit
vorhersagen.
Guten Tag Arcos - irgendwie stört mich das "selbst" oder mit einer anderen Variante das "Aber selbst" - mein Erleben mit Vorschlag:

"Sie entziehen sich jeder Bestimmtheit
Aber das kann ich dir mit einer Wahrscheinlichkeit
vorhersagen."

oder:

"Sie entzieht sich jeder Bestimmtheit
Doch das kann ich dir mit einer Wahrscheinlichkeit
vorhersagen."

LG wirena
 

Arcos

Mitglied
Hallo Petra,
ich hatte beim letzten Abschnitt meine Zweifel, es war irgendwie für mich nicht rund. So findet es ein richtiges Ende, finde ich. Ich danke dir.

Hallo wirena,
„selbst“ übernimmt hier die Funktion von „sogar“. Deswegen finde ich die übliche Formulierung durchaus in Ordnung hier.
Besten Dank für deinen Kommentar.

Grüße
Önder
 

wirena

Mitglied
...danke Arcos - verstehe. Den Bezug "selbst zu sogar" habe ich nicht erlebt - nun ist mir dies aber klar und verständlich. Schön die Vielfältigkeit der Sprache und deren Erleben -

LG wirena
 



 
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