Der Spielverderber

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Bernd

Foren-Redakteur
Teammitglied
Spielverderber


Oh, I'm being eaten
By a boa constrictor,

— Shel Silverstein​

Ich tauche auf. Ich erscheine scheinbar abwesend, scheinbar widerspenstig – und doch bin ich das Spiel selbst.
Ich mißachte Regeln? Nein, ich liebe sie nur anders.
Ich erfinde sie neu, breche sie mit einem Lächeln, und jeder Bruch ist ein Funken, der das Spiel heller macht.


Ohne mich gäbe es kein Spiel.
Ich bin die Menge und leere sie.
Ich verkörpere die leere Menge und fülle sie zugleich mit Möglichkeiten.
Ich bin der Tanz im Stillstand, die Welle im ruhigen Teich, der Würfel, der nie fällt – nie, wie ihr denkt.


Manche wollen mich vertreiben. Aber ich bleibe, denn ohne mich wird das Spiel glatt, leer, langweilig.
Meine Kunst ist es, ein neues Spiel zu schaffen – durch meine Abwesenheit, durch mein Mitwirken, durch meine listige Lust am Verderben.
Ich halte die alten Regeln ein, und doch stets erfinde ich neue, nur um sie erneut zu brechen.


Ich bin kein Clown – oder doch, wenn ihr lacht, wenn ihr heult.
Ich bin kein Trottel – nur der Meister der verdorbenen Freude.
Jedes Spiel, das ihr spielt, lebt von mir, selbst wenn ihr glaubt, ich sei nur Störfaktor.


Und jetzt? Ich breche das Spiel der Geschichte selbst.
Nicht aus Bosheit – nur weil ich es kann, weil ich ich bin.
Ich verderbe es, und ihr merkt: Ohne mich würde es gar nicht existieren.
Mich will keiner, nur eins ist schlimmer: ohne mich.
Die verzauberte Zeit gehört mir, und ich spiele weiter,
spiele weiter, bis alles, was ihr für Regeln haltet, nur noch ein Echo vom Echo meiner Freude ist.


Aber was passiert hier?
Ich habe doch die Regeln selbst gebaut.
Das Spielfeld. Die Ordnung. Den Anfang.


Wieso bin ich jetzt im
Schreddddd…
 

Bernd

Foren-Redakteur
Teammitglied
Gern geschehen. Es ist eine Neufassung, die ich für besser halte als meine alte. Ich habe es in Ich-Form umgeschrieben.
 



 
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