Frieden

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Max Neumann

Mitglied
Einst rannte ich durch Türen
Mit brennenden Händen
Brennenden Beinen
Brennender Wut
Brennendem Nacken

So riss meine Haut auf
Überall
Übersät von Fleischwunden
Meine Stirn rammte ich ins Glas
Bis das Glas zersprang

Ich konnte mich nicht stoppen
Folgte der Fährte meines Schweißes
Durch Gebiete einer stillen
Psychose
Dort schwamm der Boden im Mondlicht

Blut zischte unter den Füßen
Mit jedem Schritt floß es ins Licht
Des Mondes
Aus allen Richtungen umstellt
Von ewigen Dornenbüschen

Das Blut zog mich hinab
Ich hatte genug davon
Zog mir einen Splitter aus der Stirn
Legte mich in Pfützen aus
Blut und Mondlicht

Meine Haut
Mein Geist
Meine Seele
Öffneten sich
Ich schaute mir von oben zu

Beim Schließen der Augen
Schaute ich von oben zu
 

wirena

Mitglied
Guten Abend Max Neumann
eindrücklich und berührend deine Schilderung -
Der Titel "Frieden" lässt hoffen, dass du diese Erlebnisse gut verarbeiten konntest -
LG wirena
 

Max Neumann

Mitglied
Guten Abend Max Neumann
eindrücklich und berührend deine Schilderung -
Der Titel "Frieden" lässt hoffen, dass du diese Erlebnisse gut verarbeiten konntest -
LG wirena
Guten Morgen, wirena,

vielen Dank für dein Feedback und deine Nachricht.
Für mich sind Gedichte ein Treibstoff der Verarbeitung – ein kleines Motto fürs Weitergehen – und ein wichtiger Teil davon. Ich glaube, das ganze Leben basiert darauf, dass wir manchmal Schmerz oder schwierige Situationen erleben und diese dann überwinden dürfen. Genau das empfinde ich als ein großes Geschenk.

Die Frage ist immer, worauf wir unseren Fokus richten: auf das, was vermeintlich fehlt, oder auf das, was schon da ist. Wenn ich das Schöne sehe, das mich umgibt, kann ich auch den vergangenen Schmerz besser verstehen und verarbeiten.

In diesem Sinne wünsche ich dir einen schönen Start in die Woche.

Viele Grüße
Max
 



 
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