Für einen Moment

Otto Lenk

Foren-Redakteur
Teammitglied
Ihr Dutt gleicht einer chaotischen Galaxie.
Es unterscheidet sich nur unwesentlich von dem in ihrem Kopf.
Ihr Ich hat sich schon vor langer Zeit von ihr verabschiedet.
Sie kreist immer näher um das Zentrum ihres Kosmoversums,
in deren Mitte ein schwarzes Loch auf sie wartet.
Hin und wieder ist es ihr, als kenne sie einen der Sterne der sie umgibt.
Doch das Licht der Sterne leuchtet nur noch schwach.
Mit jedem Schritt darauf zu, entzieht es sich ihr.
Bei meinem gestrigen Besuch nannte sie mich Hans.
Gerne übernahm ich die Rolle meines Opas.
Why not...war ich doch schon Sohn, Onkel, Freund, Geliebter.
In diesen Momenten des scheinbaren Erkennens ist sie ein heller Stern.
Ich nehme teil an dem, was einst ihr Leben war.
Ihre Augen, sonst untergegangene Sonnen, leuchten,
nur um sich mitten in einem Gedanken zu verschleiern.
Was wohl hinter dem Erinnerungshorizont auf sie wartet?
Vielleicht ein Stern.
Dieser eine Stern, der sie selbst und alles ist.
 

Aniella

Mitglied
Kleine Korrekturen in anderer Farbe:
Ihr Dutt gleicht einer chaotischen Galaxie. Starker Beginn.
Es unterscheidet sich nur unwesentlich von dem in ihrem Kopf.
Ihr Ich hat sich schon vor langer Zeit von ihr verabschiedet.
Sie kreist immer näher um das Zentrum ihres Kosmoversums,
in deren Mitte ein schwarzes Loch auf sie wartet.
Hin und wieder ist es ihr, als kenne sie einen der Sterne der sie umgibt.
Doch das Licht der Sterne leuchtet nur noch schwach.
Mit jedem Schritt darauf zu, entzieht es sich ihr.
Bei meinem gestrigen Besuch nannte sie mich Hans.
Gerne übernahm ich die Rolle meines Opas.
Why not Leerstelle... Leerstelle wWar ich doch schon Sohn, Onkel, Freund, Geliebter.
In diesen Momenten des scheinbaren Erkennens ist sie ein heller Stern.
Ich nehme teil an dem, was einst ihr Leben war.
Ihre Augen, sonst untergegangene Sonnen, leuchten,
nur um sich mitten in einem Gedanken zu verschleiern.
Was wohl hinter dem Erinnerungshorizont auf sie wartet?
Vielleicht ein Stern.
Dieser eine Stern, der sie selbst und alles ist.
Hallo Otto,

perfekt eingefangen hast Du diese Augenblicke einer Demenz. Erschütternd, wahr, berührend und ehrlich, sowie bewundernswert gelassen der Blick hinter die Kulissen.

LG Aniella
 

Aniella

Mitglied
Hallo Wirena,

ja bestimmt, das will ich gar nicht ausschließen. Ich habe solche Momente in meinem näheren Umfeld wiederholt miterlebt, von daher bin ich darauf gekommen, aber ich bin kein Arzt und wie das Krankenbild genau ist, entzieht sich meiner Kenntnis. Gerade die lichten Momente waren schlimm – für alle Beteiligten.

LG Aniella
 

Aniella

Mitglied
Liebe Wirena,

man kann sich das ja nicht aussuchen. Meine Oma hat öfter ihren Mann für ihren Vater gehalten und ihre Kinder und Enkel gar nicht erkannt, aber nett gefunden und herzlich zu ihrem Geburtstag begrüßt. Meistens brach sie in Tränen aus, wenn sie plötzlich merkte, dass ihr ihr Leben entglitt. Sie war eine liebe Frau, die schwere zeiten mitgemacht hat, darum konnte ich besser damit leben, wenn sie sich ihre Welt meistens schön gedacht hat.
Es gibt Dinge, die man nicht erleben möchte, aber sie passieren trotzdem. Ich hoffe, Dir bleiben die Erfahrungen erspart. Niemand bleibt wohl ohne schlechte Erfahrungen, gehört ja irgendwie dazu.

LG Aniella
 

wirena

Mitglied
Es gibt Dinge, die man nicht erleben möchte, aber sie passieren trotzdem

Danke Aniella - ja, so ist es - "schlechte" Erfahrungen gehören zu einem umfassenden, reichen Leben - Reflexionen können mir da weiter helfen - Motto: ändere was zu ändern ist und anderes lass reifen - radikale Akzeptanz -

LG wirena
 



 
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