Ich bin hier

Max Neumann

Mitglied
Ich weiß nicht genau, wie ich hierhergekommen bin. Ich glaube, über eine Kreuzung. Es kann aber auch eine Straßenecke gewesen sein, an der ich abgebogen bin. An dieser Kreuzung – oder Straßenecke – standen Musiker.
Sie hatten Instrumente: ein Cello, eine Schlagzeugtrommel, und einer hielt eine Mundharmonika in der Hand.

Der mit der Schlagzeugtrommel hatte die Beine um sie herum, sie umschlingend. Er hatte die linke Hand daraufgelegt und machte, während er sprach und mit der rechten Hand gestikulierte, Gesten. Dabei wirkte es so, als hielte er die Trommel mit den Beinen wirklich fest, damit sie ihm keiner klauen konnte.

Der Cellist – oder derjenige, der zumindest das Cello trug, denn ich weiß nicht, ob er Cello spielte – trug das Cello in einem großen, schweren Rucksack auf dem Rücken. Auf diesem Rucksack war ein kleiner, gelber Aufkleber, den ich nicht genau erkennen konnte. Dieser Mann schwieg und hörte zu, wie wiederum der dritte Mann mit dem Cellisten sprach.
Der dritte Mann hielt in der linken Hand locker eine Mundharmonika.

Ich versuchte, der Unterhaltung zu folgen, aber ich konnte nichts verstehen. Nicht, weil sie in einer fremden Sprache sprachen, sondern weil ich nichts hören konnte. Also entschloss ich mich, um die Ecke beziehungsweise an der Kreuzung entlangzugehen und hierherzukommen.

Nun bin ich hier. Und ich weiß nicht genau, wie ich hier hingekommen bin. Und ich weiß nicht, wohin ich gehen werde. Doch ich bin hier, und das zählt. Was kann ich an diesem Ort machen?
 
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