Hallo fabioh,
in diesem Text kann man die sich steigernde Angst erkennen und fühlen. Fast wie eine beginende Panikattacke, allerdings nur aus der Sicht von innen, denn nach außen scheint das LI eine Fassade aufgebaut zu haben, die funktioniert.
Inhaltlich will ich jetzt nicht weiter darauf eingehen, ich empfinde es als zu persönlich, darum beschränke ich mich auf den Text an sich.
Durch die abgehackten Sätze ensteht vermutlich unfeiwillig oft ein Bezugsproblem.
Beispiele:
Das Gefühl, es bahnt sich langsam an.
Wie Schritte, im Treppenhaus.
Ich weiß es kommt gleich etwas die Treppe hoch.
Dennoch lasse ich mich auf das Gespräch ein.
Das ist ein unangenehmes Gefühl, sollte also auch so benannt werden, oder? Die Schritte müssen sich nähern, lauter werden, wenn es eine Anbahnung sein soll. Dieses folgende "etwas", das hochkommt, ist dann das Gespräch, das die Treppe hochkommt. auf dass sich das LI einlässt? Ich verstehe, was Du sagen willst, ich habe dabei nur ein wenig den Eindruck "das Bild hängt schief".
Oder auch hier:
Ich sehe mich von außen.
Eine kleine Kamera, die irgendwo in der Nähe befestigt ist.
Die Perspektive ändert sich auf die Kamera, dann wieder auf das LI.
Eindeutiger wäre die Formulierung, dass das LI sich selbst durch die Kamera sieht, die irgendwo festgemacht ist.
Fehlende Kommata erschweren ebenfalls das Folgen durch den Text.
Beispiel:
Seit meiner psychischen Erkrankung fällt es mir schwerer als früher ein Gespräch mit jemandem zu führen.
Hinter „früher“ ein Komma setzen (Infinitiv mit zu).
Wortwiederholungen wirken hier auf mich nicht als Verstärkung, sondern irritierend, weil sie keine Steigerung suggerieren.
Alles rast an mir vorbei, als ob ich in einem Zug sitze.
Er ist schnell, alles rast an mir vorbei.
Vielleicht wäre es hilfreich, die Sätze wirklich auszuformulieren, damit sie auch das aussagen, was Du sagen willst.
Ich hoffe, Du kannst damit was anfangen.
Ansonsten wünsche ich dir einen guten Start bei der LL!
LG Aniella