Arno Abendschön
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Nur zu bekannt ist Goethes „Mehr Licht!“ Ist die Nachwelt nicht geblendet vom Verlangen des Dichters nach Glanz noch in der letzten Stunde? Womöglich hat er es aber gar nicht gesagt.
Anatole France soll sich abschließend so geäußert haben: Endlich werde er erfahren, was dahinterstecke, wahrscheinlich gar nichts. Da hielt sich einer, immer noch klug, alle Hintertüren offen.
Streitlustig wie je zeigte sich, nach dem Bericht seiner Freundin Helene Kann, Karl Kraus auf dem Sterbebett. Als sie seinen Arzt in Schutz nahm („Ach Karl, dem tust du doch auch Unrecht.“), stellte er ein letztes Mal und sein Leben zusammenfassend richtig: „Wem hätte ich denn jemals Unrecht getan?“
Alfred Polgar schildert einen Sterbenden, der auf die Frage: „Wie geht’s?“ in nur zwei Worten noch unendlich viel auszudrücken verstand: „Immer besser.“
Ganz anders gelagert der Fall, den Tucholsky überliefert. Ein früheres Staatsoberhaupt Spaniens fragte seine Ärzte: „Sagen Sie, wie hieß jenes Land, dessen Präsident ich war?“
Als meine Großmutter im Jahr 59 ihrer Ehe ihren Mann im Krankenhaus ein letztes Mal sah, beteuerte er: „Ich danke dir für alles, was du mir gewesen bist.“ Wie ich Oma kannte, war das vielleicht nur eine trostreiche Autosuggestion. Aber wie ich mich wiederum an Opa erinnere, konnte er es damals tatsächlich gesagt haben. Er war der Mann dafür.
Anatole France soll sich abschließend so geäußert haben: Endlich werde er erfahren, was dahinterstecke, wahrscheinlich gar nichts. Da hielt sich einer, immer noch klug, alle Hintertüren offen.
Streitlustig wie je zeigte sich, nach dem Bericht seiner Freundin Helene Kann, Karl Kraus auf dem Sterbebett. Als sie seinen Arzt in Schutz nahm („Ach Karl, dem tust du doch auch Unrecht.“), stellte er ein letztes Mal und sein Leben zusammenfassend richtig: „Wem hätte ich denn jemals Unrecht getan?“
Alfred Polgar schildert einen Sterbenden, der auf die Frage: „Wie geht’s?“ in nur zwei Worten noch unendlich viel auszudrücken verstand: „Immer besser.“
Ganz anders gelagert der Fall, den Tucholsky überliefert. Ein früheres Staatsoberhaupt Spaniens fragte seine Ärzte: „Sagen Sie, wie hieß jenes Land, dessen Präsident ich war?“
Als meine Großmutter im Jahr 59 ihrer Ehe ihren Mann im Krankenhaus ein letztes Mal sah, beteuerte er: „Ich danke dir für alles, was du mir gewesen bist.“ Wie ich Oma kannte, war das vielleicht nur eine trostreiche Autosuggestion. Aber wie ich mich wiederum an Opa erinnere, konnte er es damals tatsächlich gesagt haben. Er war der Mann dafür.