Dichter Erdling
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Vielleicht kennt das ja jemand: Ein Lied verknüpft man oft gedanklich mit jener Zeit, in der man es zum ersten Mal gehört hat.
„Come Away Melinda“ von Uriah Heep ist für mich so ein Lied, das in den Herbst gehört, denn im Herbst vor 25 Jahren hatte ich es zum ersten Mal gehört.
Das Lied selbst ist freilich nochmal ein gutes Stück älter. Erstmals veröffentlicht wurde es von Harry Belafonte 1963 – darauf bin ich allerdings selbst erst im Zuge der Recherche zu diesem Text gekommen. Die Recherche ergibt: Im Lauf der Zeit wurde das Stück schon von vielen Künstlern gecovert.
Die Version von Uriah Heep aus dem Jahr 1970 ist für mich aber nach wie vor mit Abstand die beste.
1970, da war ich noch lange nicht geboren, also 10 lange Jahre noch nicht. Damit bin ich eigentlich zu jung, um mit dieser Musik irgendwas zu verbinden.
Allerdings: Vor 25 Jahren hatte ich (damals zwanzigjährig) einen Freund, der wiederum gut 25 Jahre älter war als ich selbst – und damit eigentlich viel zu alt. Aber er hat mich in Berührung gebracht mit der Musik seiner Jugend und der Flower-Power-Hippie-Zeit, die mir oft freundlicher und einladender schien als die nüchterne Gegenwart der Jahrtausendwende, in der ich lebte.
Heute gilt das umso mehr.
Man muss sich schon nach einem fernen Drüben wenden, wenn man sich an pazifistische Vorbilder anlehnen und Antikriegslieder hören will.
„Come Away Melinda“ ist ein solches Antikriegslied, wie es sie heute nicht mehr gibt, auch wenn es sie bräuchte.
Dieses Antikriegslied ist eines, das melancholisch macht.
Wenn zu Beginn die wehmütigen Flötentöne ums Ohr streichen, ist das für mich wie der erste Herbstwind, der einstimmen mag auf eine kühlere Zeit.
Dann die Gitarrenakkorde, nochmal eine Spur ernster, tiefer.
Das Lied beginnt zu erzählen.
Es erzählt von einem Zwiegespräch zwischen einem kleinen Mädchen namens Melinda und ihrem Vater.
Beim Buddeln in der Erde unweit ihres Hauses hat Melinda ein Fotoalbum gefunden. Aufgeregt läuft sie damit zu ihrem Vater, um ihm den Fund zu zeigen.
Der Vater reagiert müde, traurig irgendwie. „Es ist nichts“ sagt er zu Melindas Fundstück, „nur etwas, das sie vor dem Krieg hatten.“
(Strophe 1)
(Melinda)
Daddy daddy come and look
See what I have found
A little ways away from here
While digging in the ground
(Father)
Come away Melinda
Come in and close the door
It's nothing, just a picture book
They had before the war
(Übersetzung:
Papa, Papa, komm und schau!
Schau, was ich gefunden habe!
Nicht weit weg von hier
Beim Graben in der Erde
Komm weg, Melinda
Komm rein und mach die Tür zu
Es ist nichts, nur ein Bilderbuch,
das sie vor dem Krieg hatten)
Der Zuhörer erfährt:
Da ist also ein Krieg, der die Zeit in ein Davor und ein Danach teilt.
Ein Fotoalbum gilt dem Vater nur als ein Relikt aus diesem Davor, aus einer anderen Zeit.
In der zweiten Strophe deutet Melinda auf die verschiedenen Fotos und stellt ihrem Vater weitere Fragen:
„Sieh mal, warum sind da vier oder fünf Mädchen, die aussehen wie ich?
(Why there's four or five little Melinda girls/inside my picture book?)
Der Vater, nur noch trübsinniger, erklärt:
Es gab viele kleine Mädchen wie dich, bevor sie den Krieg hatten.
(There were lots of little girls like you/before they had the war)
Schon deutlicher wird die Wehmut des Vaters: Die vielen kleinen Mädchen gab es ebenfalls nur in diesem Davor. Der Krieg hat sie geholt, getötet. Sie sind nicht mehr. Es ist so trivial wie schmerzhaft.
In Strophe 3 erreicht der Schmerz des Vaters schließlich seinen Höhepunkt und es wird offenbar, welch persönliche Bedeutung das Fotoalbum für ihn tatsächlich hat.
Melinda fragt:
„Oh, Papa, Papa, komm und schau!
Papa, komm schnell!
Warum ist da jemand in einem hübschen Kleid?
Sie ist so erwachsen wie du.
Willst du mir nicht sagen, warum?“
Nun bricht es bitter aus dem Vater hervor:
„Komm weg, Melinda!
Komm rein und schließe die Tür!
Dieser Jemand ist deine Mama,
die du vor dem Krieg hattest!“
(Strophe 3)
Oh, daddy daddy, come and see
Daddy hurry do
Why there's someone in a pretty dress
She's all grown up like you
Won't you tell me why?
Come away, Melinda
Come in and close the door
That someone is your Mommy
You had before the war
Nach diesem offenbarenden Ausbruch wird es wieder ruhiger, fast still.
Nun ist klar: Der Krieg hat auch Melindas Mutter auf dem Gewissen. Der Krieg hat Melinda zur Halbwaise gemacht.
In der letzten Strophe fragt Melinda, nun nicht mehr lebhaft und munter, sondern ihrerseits tonlos und betrübt:
Papa, Papa, sag mir, wenn du es kannst:
Warum können die Dinge nicht so sein wie sie waren
- Bevor der Krieg begann?
Hierauf der Vater:
Komm weg, Melinda
Komm rein und schließe die Tür
Die Antwort liegt im Gestern:
BEVOR SIE DEN KRIEG HATTEN
(Strophe 4)
Daddy daddy, tell me if you can
Why can't things be
The way they were
Before the war began
Come away Melinda
Come in and close the door
The answer lies in yesterday
Before they had the war
Vielleicht ist es ja das Thema, das mich an einen Herbst denken lässt.
Ich sehe das kleine Mädchen vor mir, wie es in einer zerbombten Umgebung im kalten Matsch spielt, aus dem grad nichts wachsen mag. Ringsum scheint alles tot, wie abgestorben.
Nur noch traurige Erinnerungen kann man aus der Erde herausbefördern, wie etwa dieses Fotoalbum der Familie, das verschüttet liegt wie die Kriegstoten selbst, welche auf den Fotos abgebildet sind.
Sogleich legt sich über das ganze Bild in meinem Kopf dieser bräunliche Sepia-Schleier alter Fotografien und das mattgoldene Licht eines vergehenden Herbsttages.
Meist im September lege ich mir dieses Lied wieder auf und lasse mich erneut hineinziehen in diese Stimmung, die so gar keine Lust auf Krieg macht.
Am Ende bleiben kleine Mädchen als Waisen, Halbwaisen übrig und die übriggebliebenen Elternteile, traumatisiert und depressiv, wollen sich bloß noch abschotten gegen eine Welt, welche ihnen nur grausam und furchteinflößend gilt. Das Liebste, geliebte Menschen, hat ihnen der Krieg genommen.
„Mach die Tür zu“ fordert der Vater das Kind in jeder Strophe aufs Neue auf.
Komplett hat er sich zurückgezogen von dieser Welt, deren Grausamkeiten dann doch wieder hereinbrechen – etwa in Form eines Fotoalbums, das die Tochter in ihrem kindlichem Entdeckerdrang aus dem Schlamm gezogen hat. Ein Fotoalbum, voll mit Erinnerungen, die der Vater am liebsten verdrängen würde, so schmerzhaft sind sie ihm geworden.
„Come away Melinda“ erzählt von keinem Krieg speziell.
Es passt auf alle Kriege, wie jedes gute Antikriegslied.
Besonders prägnant ist für mich die letzte Strophe. Die hat es in sich.
„Warum kann es nicht so sein wie vor dem Krieg?“ fragt das Kind am Ende.
Der Vater hat erkannt:
Die Antwort liegt im Gestern.
In dieser Zeit DAVOR.
VOR dem Krieg.
Für heutige Verhältnisse ist das einigermaßen brisant.
Der Vater schaut weiter zurück als wir das derzeit tun, wenn wir gemeinhin von einem fixen Datum als „Kriegsbeginn“ und Anfang allen Unheils sprechen.
Der Vater hingegen sagt: Die eigentliche Antwort liegt weiter zurück. Sie liegt in diesem Gestern, als der Krieg noch gar nicht war. An dieser Stelle hätte man den Krieg, den sinnlosen, den immer sinnlosen Krieg, verhindern können – hat man aber nicht.
Wiederholt spricht der Vater auch vom „Krieg, den sie hatten“ („they had the war“), als wäre der Krieg an sich die Sache von jemand anderem und hätte mit ihm, dem Vater, originär nichts zu tun.
Will sagen: Nur die Auswirkungen des Krieges treffen Leute wie ihn. Das Leid, das Sterben, das Elend sind seine Sache nun. Damit müssen sich die einfachen Väter, Menschen herumschlagen und arrangieren. Der Krieg und wie er zustande kam, das lag keineswegs in diesen seinen Händen. In deren Sinn und Interesse war der Krieg eben NICHT. Niemals.
Das Lied spricht eine Wahrheit aus, die man heute nicht mehr gerne hört: Kriege entstehen nicht von sich aus oder weil jemand „plötzlich durchdreht“ und einfach nur „böse“ ist.
Kriege entstehen dort, wo die Weltenlenker es nicht verstanden haben, den Frieden zu sichern und sich solcherart vorausschauend zu einigen, dass es Krieg nicht geben wird.
Es sind immer mehrere Verantwortungsträger, die versagen müssen, damit es Krieg gibt – auch das gilt für quasi alle Kriege.
Hätten sie nur nicht versagt, Melinda, dann wäre deine Mutter, wären deine Schwestern und viele andere noch da. Wir wären nicht so traurig, verbittert, gebrochen. In der Erde würde eine gute Saat stecken und Hoffnung – und nicht haufenweise Kriegstote!
Es ist eine Anklage, die sich sehr dringlich an unser Heute richtet.
„Come Away Melinda“ von Uriah Heep ist für mich so ein Lied, das in den Herbst gehört, denn im Herbst vor 25 Jahren hatte ich es zum ersten Mal gehört.
Das Lied selbst ist freilich nochmal ein gutes Stück älter. Erstmals veröffentlicht wurde es von Harry Belafonte 1963 – darauf bin ich allerdings selbst erst im Zuge der Recherche zu diesem Text gekommen. Die Recherche ergibt: Im Lauf der Zeit wurde das Stück schon von vielen Künstlern gecovert.
Die Version von Uriah Heep aus dem Jahr 1970 ist für mich aber nach wie vor mit Abstand die beste.
1970, da war ich noch lange nicht geboren, also 10 lange Jahre noch nicht. Damit bin ich eigentlich zu jung, um mit dieser Musik irgendwas zu verbinden.
Allerdings: Vor 25 Jahren hatte ich (damals zwanzigjährig) einen Freund, der wiederum gut 25 Jahre älter war als ich selbst – und damit eigentlich viel zu alt. Aber er hat mich in Berührung gebracht mit der Musik seiner Jugend und der Flower-Power-Hippie-Zeit, die mir oft freundlicher und einladender schien als die nüchterne Gegenwart der Jahrtausendwende, in der ich lebte.
Heute gilt das umso mehr.
Man muss sich schon nach einem fernen Drüben wenden, wenn man sich an pazifistische Vorbilder anlehnen und Antikriegslieder hören will.
„Come Away Melinda“ ist ein solches Antikriegslied, wie es sie heute nicht mehr gibt, auch wenn es sie bräuchte.
Dieses Antikriegslied ist eines, das melancholisch macht.
Wenn zu Beginn die wehmütigen Flötentöne ums Ohr streichen, ist das für mich wie der erste Herbstwind, der einstimmen mag auf eine kühlere Zeit.
Dann die Gitarrenakkorde, nochmal eine Spur ernster, tiefer.
Das Lied beginnt zu erzählen.
Es erzählt von einem Zwiegespräch zwischen einem kleinen Mädchen namens Melinda und ihrem Vater.
Beim Buddeln in der Erde unweit ihres Hauses hat Melinda ein Fotoalbum gefunden. Aufgeregt läuft sie damit zu ihrem Vater, um ihm den Fund zu zeigen.
Der Vater reagiert müde, traurig irgendwie. „Es ist nichts“ sagt er zu Melindas Fundstück, „nur etwas, das sie vor dem Krieg hatten.“
(Strophe 1)
(Melinda)
Daddy daddy come and look
See what I have found
A little ways away from here
While digging in the ground
(Father)
Come away Melinda
Come in and close the door
It's nothing, just a picture book
They had before the war
(Übersetzung:
Papa, Papa, komm und schau!
Schau, was ich gefunden habe!
Nicht weit weg von hier
Beim Graben in der Erde
Komm weg, Melinda
Komm rein und mach die Tür zu
Es ist nichts, nur ein Bilderbuch,
das sie vor dem Krieg hatten)
Der Zuhörer erfährt:
Da ist also ein Krieg, der die Zeit in ein Davor und ein Danach teilt.
Ein Fotoalbum gilt dem Vater nur als ein Relikt aus diesem Davor, aus einer anderen Zeit.
In der zweiten Strophe deutet Melinda auf die verschiedenen Fotos und stellt ihrem Vater weitere Fragen:
„Sieh mal, warum sind da vier oder fünf Mädchen, die aussehen wie ich?
(Why there's four or five little Melinda girls/inside my picture book?)
Der Vater, nur noch trübsinniger, erklärt:
Es gab viele kleine Mädchen wie dich, bevor sie den Krieg hatten.
(There were lots of little girls like you/before they had the war)
Schon deutlicher wird die Wehmut des Vaters: Die vielen kleinen Mädchen gab es ebenfalls nur in diesem Davor. Der Krieg hat sie geholt, getötet. Sie sind nicht mehr. Es ist so trivial wie schmerzhaft.
In Strophe 3 erreicht der Schmerz des Vaters schließlich seinen Höhepunkt und es wird offenbar, welch persönliche Bedeutung das Fotoalbum für ihn tatsächlich hat.
Melinda fragt:
„Oh, Papa, Papa, komm und schau!
Papa, komm schnell!
Warum ist da jemand in einem hübschen Kleid?
Sie ist so erwachsen wie du.
Willst du mir nicht sagen, warum?“
Nun bricht es bitter aus dem Vater hervor:
„Komm weg, Melinda!
Komm rein und schließe die Tür!
Dieser Jemand ist deine Mama,
die du vor dem Krieg hattest!“
(Strophe 3)
Oh, daddy daddy, come and see
Daddy hurry do
Why there's someone in a pretty dress
She's all grown up like you
Won't you tell me why?
Come away, Melinda
Come in and close the door
That someone is your Mommy
You had before the war
Nach diesem offenbarenden Ausbruch wird es wieder ruhiger, fast still.
Nun ist klar: Der Krieg hat auch Melindas Mutter auf dem Gewissen. Der Krieg hat Melinda zur Halbwaise gemacht.
In der letzten Strophe fragt Melinda, nun nicht mehr lebhaft und munter, sondern ihrerseits tonlos und betrübt:
Papa, Papa, sag mir, wenn du es kannst:
Warum können die Dinge nicht so sein wie sie waren
- Bevor der Krieg begann?
Hierauf der Vater:
Komm weg, Melinda
Komm rein und schließe die Tür
Die Antwort liegt im Gestern:
BEVOR SIE DEN KRIEG HATTEN
(Strophe 4)
Daddy daddy, tell me if you can
Why can't things be
The way they were
Before the war began
Come away Melinda
Come in and close the door
The answer lies in yesterday
Before they had the war
Vielleicht ist es ja das Thema, das mich an einen Herbst denken lässt.
Ich sehe das kleine Mädchen vor mir, wie es in einer zerbombten Umgebung im kalten Matsch spielt, aus dem grad nichts wachsen mag. Ringsum scheint alles tot, wie abgestorben.
Nur noch traurige Erinnerungen kann man aus der Erde herausbefördern, wie etwa dieses Fotoalbum der Familie, das verschüttet liegt wie die Kriegstoten selbst, welche auf den Fotos abgebildet sind.
Sogleich legt sich über das ganze Bild in meinem Kopf dieser bräunliche Sepia-Schleier alter Fotografien und das mattgoldene Licht eines vergehenden Herbsttages.
Meist im September lege ich mir dieses Lied wieder auf und lasse mich erneut hineinziehen in diese Stimmung, die so gar keine Lust auf Krieg macht.
Am Ende bleiben kleine Mädchen als Waisen, Halbwaisen übrig und die übriggebliebenen Elternteile, traumatisiert und depressiv, wollen sich bloß noch abschotten gegen eine Welt, welche ihnen nur grausam und furchteinflößend gilt. Das Liebste, geliebte Menschen, hat ihnen der Krieg genommen.
„Mach die Tür zu“ fordert der Vater das Kind in jeder Strophe aufs Neue auf.
Komplett hat er sich zurückgezogen von dieser Welt, deren Grausamkeiten dann doch wieder hereinbrechen – etwa in Form eines Fotoalbums, das die Tochter in ihrem kindlichem Entdeckerdrang aus dem Schlamm gezogen hat. Ein Fotoalbum, voll mit Erinnerungen, die der Vater am liebsten verdrängen würde, so schmerzhaft sind sie ihm geworden.
„Come away Melinda“ erzählt von keinem Krieg speziell.
Es passt auf alle Kriege, wie jedes gute Antikriegslied.
Besonders prägnant ist für mich die letzte Strophe. Die hat es in sich.
„Warum kann es nicht so sein wie vor dem Krieg?“ fragt das Kind am Ende.
Der Vater hat erkannt:
Die Antwort liegt im Gestern.
In dieser Zeit DAVOR.
VOR dem Krieg.
Für heutige Verhältnisse ist das einigermaßen brisant.
Der Vater schaut weiter zurück als wir das derzeit tun, wenn wir gemeinhin von einem fixen Datum als „Kriegsbeginn“ und Anfang allen Unheils sprechen.
Der Vater hingegen sagt: Die eigentliche Antwort liegt weiter zurück. Sie liegt in diesem Gestern, als der Krieg noch gar nicht war. An dieser Stelle hätte man den Krieg, den sinnlosen, den immer sinnlosen Krieg, verhindern können – hat man aber nicht.
Wiederholt spricht der Vater auch vom „Krieg, den sie hatten“ („they had the war“), als wäre der Krieg an sich die Sache von jemand anderem und hätte mit ihm, dem Vater, originär nichts zu tun.
Will sagen: Nur die Auswirkungen des Krieges treffen Leute wie ihn. Das Leid, das Sterben, das Elend sind seine Sache nun. Damit müssen sich die einfachen Väter, Menschen herumschlagen und arrangieren. Der Krieg und wie er zustande kam, das lag keineswegs in diesen seinen Händen. In deren Sinn und Interesse war der Krieg eben NICHT. Niemals.
Das Lied spricht eine Wahrheit aus, die man heute nicht mehr gerne hört: Kriege entstehen nicht von sich aus oder weil jemand „plötzlich durchdreht“ und einfach nur „böse“ ist.
Kriege entstehen dort, wo die Weltenlenker es nicht verstanden haben, den Frieden zu sichern und sich solcherart vorausschauend zu einigen, dass es Krieg nicht geben wird.
Es sind immer mehrere Verantwortungsträger, die versagen müssen, damit es Krieg gibt – auch das gilt für quasi alle Kriege.
Hätten sie nur nicht versagt, Melinda, dann wäre deine Mutter, wären deine Schwestern und viele andere noch da. Wir wären nicht so traurig, verbittert, gebrochen. In der Erde würde eine gute Saat stecken und Hoffnung – und nicht haufenweise Kriegstote!
Es ist eine Anklage, die sich sehr dringlich an unser Heute richtet.