Nachwinter (Elisabethanisches Sonett)

Im Teich sich spiegelnd greifen zwei Buchen
zur Einheit verwachsen nach einem Himmel,
wo Neues heranreift und altes Suchen
erwacht. Des Winters betäubender Schimmel

in feuchten Kerkern weicht grünen Düften
und lichtgefluteten Räumen; die Mittagserde
singt, und auf Beeten zwischen den Grüften
vergessener Zeiten weidet die Bienenherde.

Dürres Laub vom vorigen Herbst knistert
unter meinen Tritten, Spinnen baden im Licht,
der Bach zwischen blühenden Haseln wispert
von Hoffnung, die ewigen Sommer verspricht.

Gestalten von einst kommen angetrieben
und fragen: Wo bist du, wo bist du geblieben?
 
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