revierheimat, oder was wir waren

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Dimpfelmoser

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revierheimat, oder was wir waren

wir waren arglose geisterfahrer und rasten durch halbstarke zeiten
im stroboskopwesten verschwitzten wir unsere unschuld
und ritten uns unter dem applaus der nachtfalter in viriler einfalt zuschanden

wir waren kutten aus betonierter aggression
schossen nieten auf die blutarmut der sonntagsfahrer
in deren zellen wir stählerne messen feierten
manchmal beschworen blondierte hoffnungen eine engelszunge
bevor uns neue realitäten zur musterung schickten

wir waren proletarische alchemisten
verwandelten schwarzes gold in schwieligen wohlstand
vertauschten die selbstgefälligkeit der straße mit zukunftsängstlicher demut
destillierten den lohn der finsternis zu kornklarem vergessen
und umschlossen empathie mit dem abraum der voyeure

wir träumten uns in ferne weiten
badeten im eisblau fremder gedanken
erzählten uns im schwarzweiß der hornbrillen, pomaden und blümchenkittel
in die wärme schlichter selbstvergewisserung

und wir waren flüchtlinge eines längst beendeten krieges
dessen dämonen wir tief in unseren herzen gefangen hielten

wir waren motor und plage
wir waren laut und unsichtbar
wir waren feinripp und krawattennadel
wir waren klassenclowns und jederleute
und wir waren
zuhause
 



 
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