So viel Gestern

Die Nacht lässt mich nicht allein
mit mir,
sondern mit allem,
was ich nicht mehr ändern kann.

Ich liege wach
wie ein defekter Fahrstuhl
zwischen zwei Etagen.

Die Gedanken tragen
Handschuhe aus kaltem Draht.
Sie berühren nichts grob,
aber alles wird wund.

Ich will schlafen,
aber die Vergangenheit
läuft als Endlosschleife
über die Wände.

Eine Erinnerung weiß genau,
wo ich atme.
Sie setzt sich auf meinen Brustkorb.

Ich spüre mein Herz
nicht schlagen,
sondern suchen.

Es tastet von innen
an den Rippen entlang,
als wären sie Regale
in einem fremden Haus.

Manche Bilder sind so alt,
dass sie eigentlich
Staub sein müssten.

Aber sie kommen sauber zurück,
scharf an den Rändern.

Ich liege da
und kann nichts tun,
als ihnen Platz zu machen
in einem Körper,
der längst zu klein ist
für so viel Gestern.
 



 
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