Trauma

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Anonym

Gast
Manchmal
geschehen schlimme Dinge.

Nicht jede Wunde
ist von außen sichtbar.
Manche Verletzungen
möchten nie wieder verheilen.

Anfangs sind die Gefühle scheu,
verkriechen sich
und lauern im Verborgenen
auf ihre Stunde.

Doch eines Tages
brechen sie aus ihrem Käfig,
reißen das Leben an sich
und hinterlassen nichts
als stumme Leere.

Dann,
wenn der Sturm vorüber geht,
ist der Mensch taub,
unfähig etwas zu fühlen,
als hätte ihn
die Welt vergessen.

Bis der Lebenswille
wieder obsiegt
und die alten Gefühle
in die Hölle verbannt werden,
aus der sie herausgekrochen waren.

Sie warten
auf ihre nächste Stunde.

Der Mensch
trägt seine Maske
aus Lächeln und Pflicht,
die täglich ein wenig schwerer wird.

Im Spiegel
blickt ihm jemand entgegen,
den er kaum noch erkennt.

Ein müdes Abbild
des verlorenen Ichs.


Eine zarte Pflanze
kämpft sich durch die dunkle Erde
und reckt ein schmales Blatt
dem schwachen Licht entgegen.

Eines Tages,
vielleicht,
wird sie eine Blüte tragen.
 

jon

Mitglied
Mehr Konzentration täte dem Text gut.
Das mit den Wunden wirkt in dem „Gefühle-Text“ wie ein Fremdkörper; außerdem wirkt es beinahe klischeehaft, auch deshalb würde ich diese Strophe streichen.
Dass es erst still ist (Gefühle schweigen), dann stürmt und dann wieder still ist, wirkt dramaturgisch falsch. Es wäre griffig, wenn die beiden Stillen deutlich als verschieden erkennbar wären.
Es wird ein Wechsel von Stille und Sturm erwähnt. Dann aber kommt etwas (das mit der Maske), das allgemeingültig klingt, also für Stille und Sturm gilt.
Dann kommt unvermittelt das Bild einer Pflanze, ohne Bezug zu irgendwas davor.

Versteh mich nicht falsch: Ich glaube zu wissen, was du meinst, aber hier geht es ja um die Wirkung des Textes. Und der zerfasert für mein Empfinden bei dem Versuch, alles zu erzählen.
 



 
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