wo meer und land sich treffen

4,00 Stern(e) 1 Stimme

Perry

Mitglied
wo meer und land sich treffen

rauschend streicht der scheidende tag
die segel ebbe zieht den stöpsel im watt
ab strudelt das meer ins unvorhersehbare

wären da nicht mündende flüsse die mit
schwemmender hand das delta füllen und
büschelndes gras auf den dünenreihen

die wellen zögen alles ins untiefe unsere
welt käme ins wanken so aber hält sich
kommen und gehen tanzend die waage
 

anbas

Mitglied
Hallo Manfred,

spontan hatte ich den Gedanken 'Ying und Yang feat. Nordsee' . Besonders "tanzend die waage" halten, gefällt mir sehr gut. Aber auch sonst sind es schöne Bilder, die Du hier aufzeichnest.

Ich bin seit einer Woche von der Ostsee zurück, wo ich zu einer Anschlussheilbehandlung war. Dort gibt es zwar nur einen sehr geringen Tidenhub (als Nordsee-Liebhaber ist man da einfach verwöhnt;)), doch er war schon deutlich zu bemerken. Hinzu kam, dass wir sehr wechselnde Winverhältnisse hatten - von beinahe windstill bis Sturm war alles dabei. Da hat das Wasser dann schon versucht, sich etwas mehr vom Land zu greifen.

Sprachlich ein wenig unpassend finde ich "den stöpsel im watt". Die Formulierung wirkt auf mich fast schon zu flapsig für eine ansonsten eher poetische Sprache. Mir scheint es fast so, als sollte sie dem Gedicht einen humorvollen Kick geben, der m.E. hier nicht passt.

Gern gelesen.

Liebe Grüße

Andreas
 

Perry

Mitglied
Hallo Andreas,
Danke fürs Wägen der Wortbilder!
Entgegen meiner sonst eher nachdenklichen Weltbetrachtungen soll der "Stöpsel" hier tatsächlich satirisch für den leider weit verbreiteten lockeren Umgang mit den aktuellen Umweltproblemen stehen. Die übertragene Aussage könnte sein, die Natur wird die menschgemachten Umweltbeeinträchtigungen aussitzen, der Mensch kann das nicht! ;)
LG
Manfred
 



 
Oben Unten