Yog-Sothoth (Sonett, Cosmic Horror)

Yog-Sothoth

Der graue Nebel, wabernd Düsterschein.
Durch zitternd kalte Morgenlüfte,
Durch Monolithe steinernd' Klüfte,
Lädt Er zu ewig schwarzem Traume ein.

Verworren führt ein schwarzer Säulenhain.
Durch Leerenblüten träge Düfte,
Durch der Planeten dumpfe Grüfte,
Hinab vor fiebrig summend' Totenschrein.

Vor schwarzem Chaosthrone wüst verteilt,
Erstrecken tausende Äonen sich.
Verdorrend wachsen sie, durch Raum und Zeit.

Des Universums letzte Wahrheit weilt,
Verborgen hinter silbern Schlüssel Stich.
Sie eint geheime Träume einst entzweit.
 

Bernd

Foren-Redakteur
Teammitglied
Interessant, weil hier abstrakte Metaphern durch die Verfremdung sehr konkret wirken.
 
Ich muss zugeben, dass das mit der Kurzgeschichte zusammen, die ich geschrieben habe, noch deutlich mehr Sinn ergibt. In der hab ich mich an einem "Sonett" versucht, was doch sehr formfrei war. Darum dachte ich mir, dass ich das besser kann und hab daraufhin diese Sonett geschrieben. Eher nach Shakespeare-Manier, so wie meine Orientierung Lovecraft. Natürlich mit etwas struktureller Auflockerung. Ich weiß nicht, ob du mit Lovecrafts Sonetten vertraut bist, @Bernd ?
 



 
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