mir gefällt vor allem die zweite strophe,
@wiesner.
die erste schlängelt sich so an und die zweite tritt mit nachdruck in erscheinung.
steinsalben dem tage, finde ich wirklich gut, auch den baumelnden, also ja, vor allem die zweite strophe.
der heilung getropfe heißt für mich, wie ich es lese, dass es schubhaft ist die heilung. und das könnte diesen
tiefengewinn in der zweiten strophe offenlegen.
tosen ist so ein wort, das ich irgendwie nicht mag (was nicht heißt, dass es dein gedicht schlecht macht) und es bricht wie getropfe irgendwie aus dem sprachregister der ansonsten so schönen bilder.
was ich mich an der stelle frage ist, ob das eventuell nicht sogar für dich stilgebend ist; also etwas, das wie ein eigener sound durchgeht.
ich kann das ja mal kurz, heute habe ich etwas mehr zeit, zerlegen: wir haben 6 + 1 + 6 zeilen mit einer einzelzeile - der heilung getropfe - als achse.
nix interpunktion und große substantive. zerrissen kommt 2x vor und dazwischen liegt der weg von den tüchern zur rettung.
oh und dann die dritte strophe (
tücher,
steinsalben,
tage,
stunden und
tuch -> wortfeld), die tücher werden lautlich mitzerrissen und wieder zusammengeknotet.
auffällig sind für mich: die genetive umarmen großstadtvokabular, also konträre register.
strophe 1 ist sinnlich ausgesprochen konkret und strophe drei ist abstrakter - das bild vom geknoteten stundentuch leistet
im kern ja die rettung schon selbst. ja, das ist schon recht eigenständig.
ja, die zerrissenheit - ich glaube shakespeare schrieb in anbetracht der damaligen zeit ähnlich zerrissen.
maren