Zwischen den Dingen

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Arcos

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Am Morgen stand die Stadt noch schief im Licht, als hätte jemand sie hastig hingestellt.
In den Pfützen lagen zerbrochene Himmel, und ein einzelnes Blatt drehte sich, als überlege es, ob Fallen wirklich nötig sei.

Sie blieb stehen, nur einen Atemzug lang, und hörte dem Tag beim Beginnen zu.
Irgendwo klirrte eine Tasse, irgendwo lachte jemand zu früh.

Da verstand sie: Schönheit ist kein Ort, den man erreicht.
Sie ist ein Moment, der kurz innehält, um sich ansehen zu lassen – und dann weitergeht, als wäre nichts gewesen.

Als Kind hatte sie eine Geschichte gelesen, in der es so kalt war, dass sogar Gedanken gefroren.
Ideen standen still, vom Eis festgehalten.
Vielleicht, dachte sie, ist Schönheit genau das Gegenteil: nichts, was man bewahrt – sondern etwas, das nur existiert, solange es sich bewegt.
Fern von jedem Gedanken.
 
Zuletzt bearbeitet:

Aniella

Mitglied
Hallo Arcos,

Ich mag die Poesie in diesen Worten, diesmal außerhalb jeglicher Gedichtsform. Gern gelesen.

LG Aniella
 



 
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