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Leselupe.de > Kurzgeschichten
"Das Schachspiel"
Eingestellt am 13. 10. 2002 23:52


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Sergey
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Oct 2002

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Das Schachspiel

Betrachte man doch einmal einen Bauer w├Ąhrend des Spiels.
Es ist ein Bauer, der bei einem Spiel die hintere Linie des Gegners mit M├╝he und Not erreicht hat. Der Spieler entfernt ihn regelgem├Ą├č vom Spielfeld und tauscht ihn gegen eine Figur seiner Wahl ein, wie z. B. einen Turm. Ein Turm ist viel gr├Â├čer, als der Bauer; er kann weitere Strecken in einem Zug zur├╝cklegen, er hat schon viele Bauern gesehen und auch viele geschlagen. Die Bauern m├Âgen solche T├╝rme nicht.

Die Schachuhr l├Ąuft...........

Den Bauern wird man schnell vergessen, und sobald man die neue Figur hat, wird man auch den langen m├╝hseligen Weg vergessen, den man mit ihm zusammen gegangen ist. Man kann ├╝ber ihn lachen, sich an seine Nichtigkeit und Wertlosigkeit erinnern, man wird sich ihn vielleicht ab und zu w├Ąhrend des Spiels anschauen wie er alleine neben dem Schachbrett steht und sich von dem Spielfeld nicht abwenden kann. Man wird ihn vielleicht fragen, was er an dem Spiel so interessant findet. Und er wird antworten. Bauern antworten immer, man fragt sie nur so selten.

.....tick......tack......tick.....tack

Es gehen Ger├╝chte umher, dass Bauern keine Seele haben.
Der kleine Bauer neben dem Brett wei├č nichts von diesen Ger├╝chten.
Er beobachtet das Spiel und fragt sich, ob der Turm gut zu den anderen Figuren sein wird. Es ist f├╝r den Verlauf des Spiels sehr wichtig, dass der Turm die anderen Figuren versteht.

...tick.....tack

Ein weiterer Bauer wird bewegt und steht nun auf der hinteren Linie des gegnerischen Feldes. Man erwartet schon gespannt die neue Figur.
Es wandern Ger├╝chte umher, dass eine Dame ins Feld bestellt wurde.
Der kleine Bauer neben dem Brett wei├č nichts von diesen Ger├╝chten.

Und w├╝rde man ihm von all den Ger├╝chten erz├Ąhlen, w├╝rde er f├╝r immer verstummen.

__________________
Ab und zu erscheinen uns offensichtliche Dinge so fremd und kompliziert, dass wir ├╝ber das Simple darin hinwegsehen und verkrampft nach einer der h├Âheren Logik gem├Ą├čen L├Âsung suchen

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Zefira
???
Registriert: Jan 2001

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Hallo Sergey,
tja... da fehlen fast die Worte.

Das ist so genial ausgedacht und umgesetzt, da├č ich mich in den Hintern bei├čen k├Ânnte, weil ich nicht darauf gekommen bin, mal ├╝ber die Gef├╝hle eines ausgetauschten Bauern zu schreiben .

Drei winzige Kleinigkeiten (!!) h├Ątte ich im ersten Absatz zu bem├Ąngeln:

Nicht "betrachtet man...", sondern "Betrachte man" als Aufforderung.

"Man entfernt ihn regelgem├Ą├č vom Spielfeld und tauscht ihn gegen eine Figur seiner Wahl ein..."
Hier ist nicht ganz klar, ob entsprechend der Wahl des Spielers oder des Bauern. Ich wei├č nat├╝rlich, da├č die Wahl des Spielers gemeint ist, aber restlos klar w├╝rde es, wenn Du schreibst: "Der Spieler entfernt ihn...."

"Solche T├╝rme m├Âgen die Bauern nicht."
Hier ist nicht ganz klar: m├Âgen die T├╝rme die Bauern nicht, oder m├Âgen die Bauern die T├╝rme nicht? Ich vermute letzteres, daher: "Die Bauern m├Âgen solche T├╝rme nicht."

Ich bin keine Schachspielerin. Aber wer Schach spielt, wird nach dem Lesen dieses Textes die kleinen Bauern neben dem Brett mit anderen Augen ansehen.

Wenn Du die 3 kleinen Dinger nacharbeitest - sonst habe ich keine Einw├Ąnde - vergebe ich morgen die 10.

Spitze!
Da kann man beruhigt heia gehn (schon wieder halb eins, verdummigs!)
Zefira

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Sergey
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Oct 2002

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Herzlichen Dank !!!

Hallo Zefira !

Ich bedanke mich herzlich f├╝r die positive Kritik, die Du an der neuen Geschichte ge├╝bt hast. Wie Du siehst, war ich mit Deinen Einw├Ąnden einverstanden und habe die Stellen sogleich verbessert.

Ich freue mich, dass Dir diese Geschichte so gefallen hat. Ich werde versuchen demn├Ąchst mehrere interessante Themen zu finden, ├╝ber die sich gute Kurzprosa schreiben lassen. Bin zur Zeit an einer Geschichte dran (Titel vermutlich "Die Gru├čkarte"); werde diese vielleicht schon morgen abtippen und morgen Abend hier ver├Âffentlichen.

Ich hoffe darauf, Dein kritisches Auge unter den ersten, die die Geschichte lesen werden, zu sehen.

Gru├č

Sergey
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Zefira
???
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Und ab mit der 10.
Fein, Dich hier zu haben
(ich freue mich ohnehin ├╝ber jeden weiteren Tastenfreak - wir haben schon etliche von der Sorte hier, ich geh├Âre auch dazu )
Zef (immer noch wach)

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Wolfsbane
???
Registriert: Aug 2002

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Schach-Zeitschrift

Hallo,


fr├╝her habe ich auch solche Geschichten ├╝ber Schach verfa├čt. Ich schickte sie dann immer an die ROCHADE EUROPA. Diese Zeitung hat einen gro├čen Stamm von Abonnenten, denn sie ist f├╝r organisierte Spieler eine Pflichtlekt├╝re, weil darin Pressemitteilungen und Berichte vom DSB und diversen Landesverb├Ąnden u.├Ą., sowie ein sehr guter Turnier-Terminkalender zu finden sind. Zwar erhalten nur feste Mitarbeiter Honorar, aber man kann seine Geschichte(n) einer vierstelligen Leserzahl vorstellen.



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Sergey
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Oct 2002

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Danke f├╝r den Hinweis !

Hallo Wolfsbane !

Ich bedanke mich vorerst einmal f├╝r Deine Antwort.
Allerdings wei├č ich nicht, was ich von Deinem Vorschlag halten soll. Denn ich denke, die Kurzgeschichte ist vielmehr eine literarische "Parabel", und keine blo├če Beschreibung einer Schachfigur. Von daher wei├č ich nicht, ob das etwas ist, was man einer sachlichen Schachzeitung zumuten kann.
Der Bauer ist eine metaphorische Erscheinung, genauso wie das Spielbrett und die Schachuhr......

Wie schon gesagt, eine "Parabel", deren Inhalte an dem tieferen Sinn der Geschichte reflektiert und auf das reale Leben ├╝bertragen werden k├Ânnen.

Gru├č

Sergey
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