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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Alex gegen die Gesellschaft
Eingestellt am 20. 08. 2015 17:17


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Alex Knov
Festzeitungsschreiber
Registriert: Jul 2015

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"Macht doch alles keinen Sinn", sagte Alex niedergeschlagen.

"Was macht keinen Sinn?", fragt Timo.

"Na alles. Die Gesellschaft, die dich zwingt Dinge zu tun die du gar nicht tun willst. Durch das Leben zu gehen und auf Dinge hoffen, die nie geschehen werden, um dann irgendwann krank zu werden und zu sterben. Am besten noch an so einer richtig abgefuckten Krankheit wie Krebs, wo man langsam dahin krepiert, obwohl man eigentlich geheilt werden k├Ânnte. Aber f├╝r die Gesellschaft ist es profitabler, dich Monate lang an Ger├Ąte anzuschlie├čen und dir Gift durch deine Adern zu pumpen, wovon dir die Haare ausfallen und du den ganzen schei├č Tag kotzen musst."
Alex nahm einen gro├čen Schluck Whiskey aus seinem Glas und bestellte einen neuen.

"Aber die Dinge, die vor dem Sterben passieren sind doch das, was das Leben ausmacht. Klar gibt es Schmerz und Leiden auf der Welt, aber guck uns doch an. Wir haben keine Geldprobleme, sind k├Ârperlich und geistig gesund, haben eine gute Bildung. Wir k├Ânnen alles machen was wir wollen, wirklich alles. Ich finde das sind wir den Menschen, die uns lieben und auch den Menschen, denen es nicht so gut geht wie uns, schuldig. Es w├Ąre sogar egoistisch von uns, diese Ressourcen, die wir gl├╝cklicherweise haben, wegzuschmei├čen."

"Ach, trink deine schei├č Cola und h├Âr auf mir mit Egoismus zu kommen. Das ist es doch, was diese Gesellschaft so verkommen l├Ąsst. Jeder k├╝mmert sich nur um sich selbst und gibt 'n Fick auf andere. Und selbst wenn Menschen anderen Menschen helfen machen sie es nur, damit sie auf Facebook oder irgendeiner anderen Schrottseite posten k├Ânnen, dass sie sooo tolle Menschen sind nur um ein paar Likes abzugreifen. Jeder will Karriere machen und Kohle verdienen um reich zu werden, aber die Menschen haben vergessen worum es eigentlich geht. Es geht darum gl├╝cklich zu werden, aber das scheint jeder damit zu verwechseln reich zu sein."
F├╝r einen kurzen Moment wurde Alex richtig w├╝tend, sank jedoch wenige Augenblicke sp├Ąter wieder auf seinem Barhocker zusammen und starrte sein Glas an.

"Komm, dir geht es doch gut. Warum hasst du die Gesellschaft so? Sie hat dir doch nichts getan."

"Die Gesellschaft hat mir nichts getan? Halt's Maul die Gesellschaft hat mir nichts getan! Mein ganzes schei├č Leben wurde ich behandelt als w├Ąre ich Dreck wert, nur weil ich 'zu faul' war. Ich wurde immer in Schubladen gesteckt, immer verurteilt bevor ich mich rechtfertigen konnte. Und ich hab mich angestrengt, ich hab es wirklich versucht. Aber es hat nichts gebracht. Niemanden hat es interessiert, ich hab halt nicht ins System gepasst. Und hat es irgendwen gejuckt wieso? Hat es irgendwen gejuckt, dass ich bei meinem besten Freund im Wohnzimmer sa├č, w├Ąhrend er ohne Haare und Augenbrauen dasa├č, durchgehend Nasenbluten? Da war ich f├╝nfzehn! Hat es wen gejuckt, als meine Mum uns im selben Jahr verlassen hat um Karriere zu machen und mein Dad daraufhin depressiv wurde? Hat es irgendwen gejuckt, dass ein Jahr sp├Ąter ein guter Freund vor einen schei├č Baum gefahren ist und ein paar Tage sp├Ąter 3 Menschen begraben wurden? Dass einer meiner besten Freunde sich umbringen wollte und jetzt in derselben schei├č Anstalt verrottet, wo auch mein Nachbar steckt, der nicht mehr vor die T├╝r gehen kann ohne eine Panikattacke zu bekommen?"

Alex zitterte nun vor Wut und seine Augen war weit aufgerissen. Er sah fast schon wahnsinnig aus. Alle in der Bar drehten sich zu ihm und starrten ihn schweigend an, doch das schien ihn nicht zu interessieren. Nach einem weiteren Schluck Whiskey sprach er etwas ruhiger weiter.

"Aber all das Interessiert keinen von denen. Solange ich der faule pubertierende Junge bin k├Ânnen sie schlafen. Alles andere wird ignoriert. Sie trifft keine Schuld."

"Ich verstehe deinen Schmerz. Aber all das liegt in der Vergangenheit, versuch doch dich auf die Zukunft zu konzentrieren und-", fing Timo an, doch Alex schnitt ihm den Satz mit einer Handbewegung ab.

"Du verstehst gar nichts", sagte er kalt und ging.

Er machte sich auf den Weg in seine kleine zwei-Zimmer-Wohnung, um vielleicht noch ein paar Zeilen zu schreiben und dann auf dem Sofa bei laufendem Fernseher einzuschlafen. Doch auf dem Weg dorthin sah er, wie in einer sp├Ąrlich beleuchteten Stra├če zwei Personen standen. Die eine Person war deutlich gr├Â├čer als die andere und hatte eine bedrohende Haltung eingenommen, wohin gegen die andere Person eingesch├╝chtert wirkte.

"Ach verfickte Schei├če!", dachte er und ging auf sie zu. Als er n├Ąher kam, h├Ârte er den gr├Â├čeren Mann reden.

"Gib mir jetzt sofort dein schei├č Geld!", bellte er. Alex sah ein L├Ącheln auf seinen Lippen.

"Der dumme Wichser genie├čt das richtig."

"Was zum Teufel denkst du, was du hier machst?!", rief Alex und ging z├╝gig auf den Gro├čen zu. Er war muskul├Âs, hatte breite Schultern und einen eckigen Kopf. Alex blickte ihm direkt in die Augen.

"K├╝mmer dich um deinen eigenen Schei-", wollte er rufen, doch Alex schlug, ohne ihn ausreden zu lassen, direkt zu. Die Nasen des gro├čen machte ein widerliches Ger├Ąusch und er sein Gesicht war Blut ├╝berstr├Âmt noch bevor er zu Boden fiel.

"Los, verpiss dich!", keifte Alex dem Kleineren zu. Dieser lie├č sich das nicht zweimal sagen und rannte die Stra├če hinunter.

Alex drehte sich um und wollte gerade gehen, als er h├Ârte, wie der Mann hinter ihm sich aufrichtete. Als er ├╝ber seine Schulter schaute, h├Ârte er das Schnellen eine Klinge und sah, wie etwas in der Hand des Angreifers aufblitzte.
__________________
The fool's the happy one.

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