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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Am Fließband
Eingestellt am 24. 09. 2016 20:46


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relaoded
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Am Fließband

Anne saß am Fließband. Ein Strom von undefinierbaren Metalldingen floss an ihr vorüber. Mit geübtem Auge und flinker Hand siebte sie die verformten Gegenstände aus und legte diese in eine graue Tonne, die neben ihr stand.
Von Zeit zu Zeit musste sie, von Schmerzen geplagt, die kleinen Hände zum Bauch führen und ihre Arbeit unterbrechen. So entwichen ihr einige der defekten Teile, wurden jedoch später von einer unfehlbaren Maschine gleichwohl selektiert.
Unter dem Verdeck ihrer Hände blähte sich Annes Bauch weiter und immer weiter auf, ohne, dass sie es besonders bemerkte. Ein Luftballon war das, ein Luftballon an einer Gasflasche, die sich nicht zudrehen ließ. Als ihr Bauch bereits so dick war, dass dieser das Fließband sanft berührte, explodierte er (eben wie ein Ballon an einer unkontrollierten Gasflasche es zu tun pflegt) und aus dem Loch, das zurück blieb, schleuderte – durch die Wucht der Explosion – ein neugeborenes, durchnässtes Kind heraus.
Es flog im hohen Bogen durch die Luft, sich drehend, um die eine Achse, um die andere; nun, in jeder erdenklichen Art eben.
Durch eine mysteriöse Fügung erreichte dieser Mensch einen Sitz vor dem Fließband am anderen Ende des Raums, gerade in der richtigen Position, um darauf aufrecht zu hocken. Vom Flug getrocknet und um Jahre gealtert, begann er, mit ungeübtem Auge, defekte Metallteile vom Fließband zu nehmen.

Version vom 24. 09. 2016 20:46

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relaoded
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Eine Begründung für eine 1er-Bewertung wäre doch angemessen. Um solch eine grausame Bewertung zu vergeben, muss man sich ja wirklich Gedanken darüber gemacht haben. Warum dann anonym bewerten und vor allem ohne Kritikpunkte zu nennen, die mir möglicherweise helfen? Bei einer durchschnittlichen Bewertung kann ich verstehen, dass anonym bewertet wird und ohne jegliche Grundangabe, aber bei einer derart schlechten Bewertung oder auch bei einer 10er-Bewertung, würde ich eigentlich erwarten, dass man Stellung dazu nimmt und nicht feige anonym bewertet.
Nichtsdestotrotz, akzeptiere ich jede abgegebene Bewertung und freue mich, wenn dazu noch Eindrücke geschildert werden und Kritik auch verbal geäußert wird, sodass ich sie auch nachvollziehen kann.

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Hyazinthe
One-Hit-Wonder-Autor
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Hallo reloaded!

Auf mich wirkt dein Text wie ein Gemälde von Salvador Dali: surreal, rätselhaft, die Phansasie anregend.
Du überlässt es dem Leser, die Szene zu entschlüsseln, mögliche Bedeutungen zu finden oder Zusammenhänge mit dem realen Leben herzustellen. Darin, so finde ich, liegt der Reiz dieser kleinen Skizze.
Mich hat sie an das sich immer Wiederholende des Alltags denken lassen, an die Eintönigkeit und Sinnlosigkeit vieler Handlungen, an die Reproduktion des Bestehenden ...

Ein paar Formulierungen haben mich beim Lesen gestört:

quote:
So entwichen ihr einige der defekten Teile,

Hier würde ich ein anderes Verb nehmen. "Entwichen" klingt nach aktiven Flüchten, was zu den leblosen Metallgegenständen nicht passt.

(An dieser Stelle wird übrigens wunderbar das Sinnlose der Tätigkeit Annes deutlich, denn die Teile, die sie übersehen hat, werden ja dann doch von einer Maschine aussortiert.)

quote:
(eben wie ein Ballon an einer unkontrollierten Gasflasche es zu tun pflegt)

Diesen Zusatz würde ich weglassen, den er stellt einen Kommentar des Autors dar und stört somit die Szene.

quote:
ein neugeborenes, durchnässtes Kind


"Durchnässt" finde ich unpassend;

quote:
nun, in jeder erdenklichen Art eben.

Wie oben: Kommentar des Autors.

Vielleicht kannst du mit meinen Anmerkungen etwas anfangen.

Gruß, Hyazinthe
__________________
Immer neugierig bleiben

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