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Leselupe.de > Horror und Psycho
Aus der Traum
Eingestellt am 11. 11. 2011 11:11


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Olgeke
Autorenanw├Ąrter
Registriert: Nov 2011

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Herr und Frau Braun hatten sich einen Traum erf├╝llt. Eine H├╝tte im Wald, etwas abgelegen aber nicht ganz ab vom Schuss. Es gab eine ordentliche Zufahrtsstrasse, Strom und flie├čend Wasser.
Der Umzug verlief reibungslos, und gl├╝cklich und zufrieden lebten sie nun schon einen Monat lang dort. Sie konnten es sich beide leisten mit Ende Vierzig mit dem Arbeiten aufzuh├Âren, um nun das Leben in vollen Z├╝gen zu genie├čen.
Hier hatten sie ihre Ruhe, Herr Braun genoss die Natur und Frau Braun schrieb an ihrem ersten Roman. Er hatte sich an diesem Wochenende vorgenommen den Keller endlich in Angriff zu nehmen, und seine Hobby- und Bastlerwerkstatt einzurichten.
Er schleppte sein Werkzeug, das er in dem alten Holzschuppen drau├čen zwischengelagert hatte, die schmale Steintreppe in den Keller hinab. Der bestand aus einem einzigen gro├čen Raum und der Vorbesitzer hatte einige M├Âbel dagelassen die er sehr gut nutzen konnte. Einige Regale, ein gro├čer Tisch, ein gro├čer massiver Eichenschrank und sogar eine recht brauchbare Werkbank. Einmal abgeschliffen, seinen Schraubstock montiert, und schon ist sie wieder voll nutzbar. Den Eichenschrank wollte Herr Braun eigentlich nach oben schaffen. Er fand ihn zu sch├Ân f├╝r den Keller, doch er war viel zu wuchtig um ihn die Treppe hochzubekommen. Dazu m├╝sste er ihn zerlegen, und das wollte er dann auch nicht. Dort drin sollten nun seine ganzen Werkzeuge lagern.
V├Âllig ersch├Âpft von der Schlepperei nahm er sich ein Bier, setzte sich an den Tisch und plante wie die Werkstatt nun denn aussehen sollte. W├Ąhrend er sich so den aus schweren Natursteinen gemauerten Keller betrachtete, h├Ârte er ein leises Kratzen bei dem gro├čen Eichenschrank. Vorsichtig schlich Herr Braun zum Schrank und lauschte genauer.
Da war es schon wieder, und pl├Âtzlich huschte eine Ratte unter dem Schrank hervor.
Er sprang erschrocken zur├╝ck und verlor das Biest aus den Augen. Ratten im Haus gefielen Herrn Braun gar nicht, und wenige Minuten sp├Ąter stand auch schon die Rattenfalle im Keller.
Nach der n├Ąchsten Nacht hatte die Falle auch schon ihren Zweck erf├╝llt, und der Hobbybastler richtete seine Werkstatt fertig ein.

Und so lebte Familie Braun zufrieden die n├Ąchsten Monate in ihrer H├╝tte.
Er werkelte im Keller und entdeckte den G├Ąrtner in sich, und sie beendete ihren ersten Roman. Das musste nat├╝rlich gefeiert werden.
Sie sa├čen bei einer guten Flasche Wein auf der Veranda vor der H├╝tte, stie├čen auf ihr Werk an und als es Abend wurde sorgten zwei Petroleumlampen f├╝r Gem├╝tlichkeit.
Nach fast zwei Flaschen Wein reichte es beiden dann auch und sie gingen in Bett.
Sie h├Ârten nicht mehr, wie sp├Ąter ein Waschb├Ąr eine der Lampen umstie├č, die sie nicht gel├Âscht hatten. Frau Braun wurde von dem Rauch des Feuers geweckt, der sie zu einem Hustenanfall zwang. Sie weckte panisch ihren Mann, und beide konnten sich mit knapper Not durch┬┤s Fenster nach Hinten raus retten. Fassungslos standen sie in der Nacht und konnten nur zusehen wie sich ihr Traum in Rauch aufl├Âste.

Die H├╝tte brannte v├Âllig nieder. Es dauerte nicht lange bis alles heruntergebrannt war und nur noch hier und da einige Balken vor sich hin glimmten. Dieser Sommer war seit Jahren der hei├česte und es hatte seit Wochen nicht geregnet. ├ťber blieb nur der aus schweren Natursteinen gemauerte Keller. Im Mondschein erkannten sie, dass das Feuer selbst dort Unten ganze Arbeit geleistet hatte. Nichts was auch nur ann├Ąhernd brennbar war hatte das Inferno ├╝berstanden.
Auch nicht der gro├če alte Eichenschrank in dem Herr Braun seine Werkzeuge lagerte.
Die lagen nun allesamt auf dem Boden, in der Asche und den glimmenden und qualmenden Resten des Schrankes.
Genau vor einem Durchgang im Mauerwerk, den der Schrank verdeckt hatte.
In den Steinen verankerte gro├če Eisenscharniere lie├čen darauf schlie├čen, das dort eine schwere Holzt├╝r gehangen haben musste, die nun auch nur noch Rauch und Asche war.
Herr Braun starrte verst├Ârt auf das schwarze Loch dort unten in der Steinwand. Er sprang in den Keller und ging langsam auf den Durchgang zu. Ein Tunnel, angefertigt aus den selben Steinen wie der Keller, doch man konnte nur knapp drei Meter hineinschauen. Weiter schaffte es das Mondlicht nicht.

Frau Braun schrie ihren Mann hysterisch an, er solle zur├╝ckkommen und von diesem Tunnel weggehen. Er drehte den Kopf langsam zu ihr und meinte er sei sofort da, er wolle nur kurz einige Schritte weit hineingehen.
Seine Frau protestierte heftig, doch statt zu ihr zukommen sagte er nur sie sollte ihm die Taschenlampe aus dem Wagen holen. Frau Braun z├Âgerte kurz, doch sie sah ein, dass sie ihren Mann nicht davon abbringen konnte, und so holte sie die kleine Lampe und warf sie ihm zu. Er schaltete die kleine Taschenlampe ein und verschwand im Tunnel.
Die Lampe war nichts besonderes, doch er konnte so wenigsten soviel sehen, dass er sich nicht den Kopf stie├č oder ├╝ber irgendetwas stolperte. Der Tunnel war etwa zwei Meter breit und im h├Âchsten Punkt der gew├Âlbten Decke etwa genauso hoch wie breit.
Nach ungef├Ąhr Hundert Metern und einigen Biegungen bemerkt er dass der Tunnel leicht nach unten verlief, und die W├Ąnde immer feuchter wurden. Er beschloss noch ein kleines St├╝ck weiter zu gehen und dann umzukehren.
Nach f├╝nf Schritten blieb er erschrocken stehen, als er weiter vor ihm ein Geraschel und dann etwas auf ihn zulaufen h├Ârte. Herr Braun konnte sich nicht r├╝hren vor Angst und starrte auf das Ende des schwachen Lichtkegel seiner Lampe. Er schrie kurz auf und fasste sich an die Brust als drei Ratten auf ihn zugerannt kamen und an ihm vorbei in Richtung Ausgang verschwanden. Als der Schrecken verflogen war l├Ąchelte er kurz und beschloss dass es nun reichte, drehte sich um und machte sich auf den R├╝ckweg. Nach einem kurzen St├╝ck h├Ârte er wieder etwas. Das waren aber nicht die Ratten vor ihm, sondern es kam von weiter drin im Tunnel. Herr Braun blieb stehen und lauschte. Er erwartete den Rest der Nagerfamilie, doch statt schnellem Rattengewusel h├Ârte er schwere schlurfende Schritte die langsam n├Ąher kamen. Ihm stand der Schwei├č in der Unterhose und er ging langsam r├╝ckw├Ąrts Richtung Ausgang, die Lampe in den Tunnel gerichtet.

Ein Kratzen wie von Fingern├Ągeln die an der Tunnelwand entlang schleiften lie├č ihn fast stolpern, und als sich ein dumpfes langgezogenes St├Âhnen in seinen Geh├Ârgang fra├č, lie├č er die Lampe fallen, drehte sich um und nahm die Beine in die Hand. Sein Herz schlug ihm bis zum Hals als er merkte wie auch die Schritte hinter ihm schneller wurden, und er meinte zu h├Âren dass sie sogar schneller wurden als seine eigenen. Ein langes, aggressives und sehr lautes St├Âhnen hallte hinter ihm durch den Gang, und er drehte den Kopf kurz zur├╝ck. Er sah noch leicht den Schein seiner Taschenlampe die am Boden lag, und genau in diesem Moment huschte mit schnellen kurzen Schritten ein geb├╝ckt laufender unf├Ârmiger gro├čer Schatten durch den Tunnel. Er drehte den Kopf wieder nach vorne und rannte noch schneller. Immer die hastigen kurzen aber schnellen Schritte, begleitet vom rasseln einer schweren Eisenkette hinter ihm. Nun konnte er den Ausgang weit vor sich erkennen und als ein weiteres St├Âhnen gefolgt von einem grollenden Knurren sein Ohr erreichte, pisste Herr Braun sich beim laufen in die Hose ohne es selber wahrzunehmen. So schnell wie der Ausgang n├Ąher kam, kamen aber auch die Schritte von diesem Ding n├Ąher. Er konnte nun sogar den schnellen r├Âchelnden Atem hinter sich wahrnehmen. Und dann war da wieder dieses krankhafte St├Âhnen.

Frau Braun stand am Rand des Kellers und mit offenstehendem Mund und gro├čen
Augen vernahm sie den elenden Schrei ihres Mannes der entfernt aus dem Durchgang zu h├Âren war und langsam und r├Âchelnd verstummte. Erschrocken und panisch kreischend lief sie los in den Wald. Sie kam nur einige Schritte weit, dann stolperte sie im Dunkeln ├╝ber eine Wurzel, schlug mit dem Kopf an einem Baum an und blieb bewusstlos liegen.

Als sie wieder zu sich kam, wusste sie nicht wo sie war, und wusste nicht was sie hier zu suchen hatte. Frau Braun kauerte sich an einen Baum, zog die Knie vor die Brust und hielt die Arme darum. Sie zitterte vor K├Ąlte, wippte mit dem Oberk├Ârper, starrte in die Dunkelheit und lauschte in die Nacht. Der Mond schien nur schwach durch die Wolken, der Wind wehte leicht durch die Baumwipfel und hier und da raschelte und knackte es im Unterholz.
Etwa zehn Minuten bevor sie wieder zu Bewusstsein kam, n├Ąherten sich langsam schlurfende Schritte dem Durchgang in der Kellerwand.
Ein langgezogenes St├Âhnen hallte durch die Nacht.

__________________
Olgeke

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