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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Das Geheimnis des Klostergartens
Eingestellt am 04. 08. 2003 12:02


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ergusu
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Registriert: Jul 2003

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ergusu

Das Geheimnis des Klostergartens
Das Kloster Drübeck bietet alles, was zur Ruhe und Entspannung benötigt wird und ist eine Idylle am Rande des Harzes.
Gleich am ersten Tag zog es Angelika und Hans Gustav in den gepflegten Klostergarten, in dem sich der Rosenduft mit einem Hauch geheimnisvoller Vergangenheit vermischte.
Sie hatte ihn auf der Messe kennen gelernt, wo sie beschlossen, an dieser organisierten Fastenkur teilzunehmen. Noch wusste Angelika nicht viel von dem schmalen Mann mit dem schütteren Haar und den zarten Händen, doch träumte sie schon vom gemeinsamen Glück und beschloss, ihn zu behüten wie Mutter Oberin ihre Nonnen.

In der Fastengruppe quälten sich elf Frauen und drei Männer, doch alle behaupteten, zufrieden mit ihrem Geschick zu sein.
Früh schwelgten die Teilnehmer bei Tee und Vitaminpulver, nachmittags wurde die Safttheke gestürmt und abends war die Hochstimmung vollkommen, wenn in der Gemüsebrühe einige Fasern umher schwammen. Angelika belohnte Hans Gustav stets mit einem Lächeln, wenn er ihr einige Kubikzentimeter des Festessens übrig ließ. Ihr Stolz auf ihn steigerte sich noch, wenn er den Damen galant den Brennnesseltee servierte oder ihre Zitronenscheiben ausquetschte, was ihm allerdings nie ergiebig genug gelang.
Je mehr der Zuckerspiegel bei Hans Gustav sank, desto süßer fand sie ihn, denn sie bildete sich ein, dass er für sie leiden würde. Ihr Mitgefühl für ihn wurde grenzenlos, als Hans Gustav ihr gestand, welche Probleme er mit dem täglichen Einlauf hatte, aber noch wagte sie nicht, ihm bei der Einführung des Irrigators behilflich zu sein.
Auch bei den morgendlichen Atemübungen beobachtete sie ihn mit Sorge, denn seine Atemwellen - vom Bauch über den Rücken zur Brust - glichen dem Furz eines Schwanes auf ruhiger See. So meinte jedenfalls hämisch die dicke Vera, die Tierpflegerin in einem Zoo war.
Während der Ernährungsberatung registrierte Angelika zufrieden, wie Hans Gustav kluge Fragen stellte, sich eifrig Notizen machte und vom Grab der Äbtissin bis zum rostigen Nagel im Dachgebälk alles fotografierte.
Sie stolzierte täglich mit ihm im Klostergarten, in welchem eine Gruppe von Vikaren ihre Pausen verbrachte und ebenfalls lustwandelte. Ein blasser Jüngling mit schwarzem Haar grüßte stets sehr aufmerksam und blickte ihnen lange nach.

Am vorletzten Tag erhielt Angelika ihren ersten Schock, denn Vera und ihre Freundin entdeckten in der Zeitschrift „Schlank für immer“ einen großen Artikel mit Fotos über ihre Fastenkur. Besonders erbost waren beide, als sie ihre bisherigen Eßgewohnheiten schonungslos aufgelistet fanden. Der Journalist war Hans Gustav, welcher nach Veras Ohrfeige seine Autorenschaft zugab und vor den aufgebrachten Damen fliehen musste. Eine Stunde suchte Angelika ihren Hans Gustav, bis sie ihn schließlich im Klostergarten fand. Da bekam sie ihren zweiten Schock, denn sie sah, wie ihr Liebster mit dem blassen Jüngling händchenhaltend lustwandelte und ihm schließlich einen langen Kuss gab.

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ergusu

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Daktari
Guest
Registriert: Not Yet

Gute Basis, mehr Strukturen raus feilen

Die Story ist nicht schlecht, aber ein wenig zu hastig erzählt. Die Situation des Schocks - also das outing des Herrn als Autor und als Männerfreund sollte ausgeprägter beschrieben werden, immerhin gibt es der Geschichte eine entscheidende Wendung. Vielleicht könnte man seitens der dicken Vera etwas Eifersucht einbauen. Der Kommentar mit dem Schwan ist sehr heftig. Entweder ist diese Vera eine gehässige, unausstehliche Person oder aber sie ist eben eifersüchtig. Man könnte sogar der Geschichte ein positives Ende geben, in dem gerade die gehässige Vera die enttäuschte Frau tröstet und somit eine Freundschaft entsteht.
Auch würde ich einige harmonievolle Momente zwischen dem Herrn und der Dame schildern. Die Basis ist jedenfalls sehr einfallsreich und phantasievoll erdacht.

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