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Leselupe.de > Horror und Psycho
Das Grauen des Waldes
Eingestellt am 15. 08. 2003 21:45


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Scarlett
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Aug 2003

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Das Grauen des Waldes


Nebelverhangen lag das große, lange, sagenumwobene WaldstĂŒck in einiger Entfernung vor ihnen. Andrea, langsam immer tiefer in ihren Beifahrersitz sinkend, spĂŒrte dieses unheilverheißende Kribbeln im Bauch ... Ein Blick zu Thorsten, ihrem Mann, zeigte ihr, dass er keinerlei sorgende Gedanken hegte.

Andrea und Thorsten waren ein junges Ehepaar. Heute hatten sie schon ein langes StĂŒck gefahren und kamen jetzt an einen Wald, in dem es, wie sie heute bei einem Stop in einer kleinen Gastwirtschaft erfahren hatten, spuken sollte!

Thorsten hatte das natĂŒrlich fĂŒr Humbug und „AltweibergeschwĂ€tz“ abgetan ... Gut genug, um kleine Kinder zu Ă€ngstigen. Andrea hingegen war hellhörig geworden. Sie glaubte an Übersinnliches und ging nicht allzu leichtfertig damit um.

Es war schon dunkel geworden und die letzte Ortschaft lag wohl gut und gerne fĂŒnf km hinter ihnen ... Schon die Landstraße, die sie bis jetzt zurĂŒckgelegt hatten, war an Einsamkeit nicht mehr zu ĂŒberbieten gewesen und nun dieses „berĂŒhmte“ WaldstĂŒck.

Thorsten bemerkte nun endlich seine Ă€ngstliche Ehefrau und streichelte ihr behutsam ĂŒber ihr Bein.

„Andrea, mein Liebling, Du wirst dem Unsinn im Gasthaus doch nichts beimessen?“

Doch ein erneuter Blick auf ihre zitternde Gestalt belehrte ihn eines Besseren.

„Weißt Du, Thorsten, ich denke, wir sollten einen anderen Weg nehmen.“

Lachend schĂŒttelte Thorsten den Kopf und gab zu bedenken:

“Hast Du vergessen, dass wir dann einen Umweg von ĂŒber 50 km machen mĂŒssten? Andrea, was soll uns denn schon geschehen? Meinetwegen magst Du Recht haben, dass der Wald unheimlich aussieht, aber wir werden uns doch wohl nicht unterkriegen lassen?“

Mit einem tiefen Seufzer ergab sich Andrea dem Kommenden.

Die ersten BÀume hatten sie passiert. Andrea und Thorsten konnten sich nicht erinnern, jemals ein so undurchdringliches Schwarz gesehen zu haben. Der Lichtkegel des Autos kam ihnen beiden lÀcherlich schwach vor ...

Als sie sich, beinahe schon fasziniert, den Betrachtungen des dichten Waldes hingaben, geschah es plötzlich ...

Der Motor fing so stark an zu ruckeln, dass Andrea und Thorsten mĂ€chtig durch-geschĂŒttelt wurden. Thorsten konnte das Auto gerade noch an den Seitenrand fahren, dann blieb es unvermittelt stehen.

Andrea war wie erstarrt, versuchte sich jedoch ruhig zu halten:

„Thorsten! Was, um Himmels willen, ist denn geschehen?“

Thorsten schĂŒttelte ratlos den Kopf und sagte zögerlich:

„Stell` Dir nur vor: die Tankanzeige steht auf rot. Dabei weiß ich sicher, dass er noch zur HĂ€lfte voll sein mĂŒsste. Ich werde wohl in das Dorf zurĂŒcklaufen mĂŒssen und mir an der Tankstelle, die ich vorhin gesehen habe, Benzin holen.“

Mit großen, vor Angst geweiteten Augen sagte sie flehend:

„Du willst mich doch nicht im Ernst in dieser Dunkelheit und in diesem Spukwald zurĂŒcklassen, oder? Das kannst Du nicht tun, Thorsten!“

Er sah seine Frau liebevoll an:

„Sei nicht töricht, mein Liebling. Du bist mĂŒde und du hast vorhin noch ĂŒber deine Blasen am Fuß gejammert. Ich werde mich beeilen. Glaube nicht an den Unfug mit dem Spukwald.“

Andrea konnte ihr Entsetzen kaum mehr verbergen, sah aber ein, dass Thorsten Recht hatte. Sie konnte vor Schmerzen wirklich kaum mehr gehen.

Sie nickte zaghaft und versprach, das Auto von innen zu verriegeln. Augenblicklich nahm sie einen kleinen Hammer in die Hand, der ihr eine gewisse Art Schutz verlieh.

Thorsten schnappte sich seinen Geldbeutel und eine der beiden Taschenlampen, die sie stets fĂŒr den Notfall dabei hatten, beugte sich ĂŒber seine Frau und kĂŒsste sie innig ...

„Ich werde bald zurĂŒck sein, mein Schatz. Nehme die Taschenlampe!“

Andrea lÀchelte ihm zu und nickte.

Im RĂŒckspiegel sah sie Thorsten zĂŒgig davonlaufen.

Das Herz schlug ihr bis zum Hals und sie war kaum fÀhig zu atmen.

Sie bekam das GefĂŒhl, als wĂŒrde der Wald sie erdrĂŒcken und immer enger werden! Doch sie schalt sich sofort und redete sich ein, dass sicherlich nur ihre Fantasie mit ihr durchginge.

Da plötzlich ein Knacken! Andrea erstarrte und versuchte, in der alles verhĂŒllenden Dunkelheit des Waldes etwas zu entdecken. Sicher war es nur ein Tier.

Nach etwa fĂŒnf Minuten knallte etwas auf das Autodach. Andrea glaubte, vor Panik den Verstand zu verlieren und wusste nicht mehr, was sie tun sollte. Wenn doch Thorsten da wĂ€re.

Warum nur spĂŒrte sie, dass etwas Furchtbares geschehen war?

Woher nahm sie diese Gewissheit?
Andrea verspĂŒrte eine lĂ€hmende, nie gekannte Angst ...

Da krachte es wieder! Es war ein stets wiederkehrendes, grauenvolles GerÀusch.

Wie lange saß sie schon hier? Andrea hatte jegliches ZeitgefĂŒhl vergessen.

Dann nahm sie ihren ganzen Mut zusammen, öffnete das Auto und stieg, mit dem Hammer bewaffnet, aus dem Auto.

Alles war besser, als hier in diesem Auto verrĂŒckt zu werden.

Das namenlose Entsetzen, das Andrea empfand, als sie nach oben auf das Auto-ach sah, ließ sie nicht einmal mehr schreien.

Eine Gestalt, die sie nicht erkennen konnte, saß auf dem Autodach und ließ den Kopf ihres Mannes in schrecklich prĂ€zisem Rhythmus auf und ab schlagen.

Als sie einen stechenden Schmerz spĂŒrte, wusste sie, dass dies ihren nahenden Tod bedeutete.

Ein Auto fuhr in den unheimlichen, dĂŒsteren, legendĂ€ren Spukwald.

Silvia und Richard befanden sich in den Flitterwochen. Sie hatten im Gasthaus von dem unheimlichen Wald gehört, sich aber lustig darĂŒber gemacht.

Als sie das Auto von Thorsten und Andrea am Straßenrand stehen sahen, alberten sie ĂŒbermĂŒtig herum:

„Siehst Du“, flĂŒsterte Richard mit tiefer, dunkler Stimme „das geschieht mit den Menschen, die durch diesen Wald fahren: sie verschwinden!“

Als einen kurzen Augenblick spÀter der Motor ihres Autos erstarb, sollten sie bald auf grausame Weise erfahren, wie Recht er hatte!

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Marcus Richter
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Hallo Scarlett,
wie ich aus deinem ersten Beitrag entnommen habe, schreibst du gerne und bist fĂŒr Kritiken offen. Das hört sich vernĂŒnftig an, denn diese Kritiken hast du auch bitter nötig.
Deinen Text hast du, wie man so schön sagt, erfolgreich zu Ende gebracht. Die Zweideutigkeit dabei ist durchaus angemessen, denn ob du gut oder schlecht schreiben kannst, bleibt einem bei dem Text noch verborgen.

Erstmal hast du ein bekanntes Thema aufgegriffen. Es ist sozusagen die abgespeckte Version der Mann-mit-dem-Haken-Geschichte. Ich weiß natĂŒrlich nicht, inwieweit du mit den gĂ€ngigen Horrorklischees vertraut bist. Die Geschichte beruht im Wesentlichen darauf, daß der mĂ€nnliche, unbesorgte Part eines jungen Paares, dem weiblichen, Ă€ngstlichen die Geschichte vom Mörder mit dem Haken erzĂ€hlt. Auf dem Höhepunkt gibt es einen lauten Knall und die Jugendlichen rasen in ihrem knallroten Ford Ă€ngstlich davon. Als sie zu Hause ankommen, finden sie einen blutigen Haken an ihrer Stoßstange. Die Geschichte ist eigentlich eine amerikanische GruselmĂ€r und wurde in der Horrorrenaissance der Neunziger sehr oft und erfolgreich von diversen Screem-bla-etc.-Verfilmungen wieder aufgegriffen. In diesen Verfilmungen wurde das Thema dann variiert. Unter anderem kam dann auch die Sache mit dem abgeschnittenen Kopf dazu.
Ich persönlich bevorzuge hier die Candymanvariante, in der der Ursprung des Hakenmörders in die Zeit der SĂŒdstaaten vor dem BĂŒrgerkrieg verlegt wurde. Dreimaliges Aufsagen seines Namens(Candyman) bewirkte sein Erscheinen und das grauenvolle, sofortige Ableben des Leichtsinnigen Aufsagers.
Leider kann ich dir nicht mehr sagen, wer das Original geschrieben hat. Auf jeden Fall, kam keine Variante(geschrieben oder verfilmt) an diese Originalgeschichte heran.

Jetzt nochmal zu deinem Text. Ich gehe mal davon aus, daß du diese ganzen Klischees höchstens "aus dem Augenwinkel" kennst, sonst hĂ€ttest du das Thema stĂ€rker variiert.
Hier aber liegt der Knackpunkt. Selbst wenn du dich in dem Genre nicht auskennst, musst du variieren, sonst paasiert, so wie in deiner Geschichte - nichts.
Vielleicht bist du der Meinung, eine Gruselgeschichte wĂŒrde zu einer Gruselgeschichte ob der Wörter oder UmstĂ€nde, die man benutzt, um den Text zu schreiben, etwa knarrende TĂŒren, Dunkelheit, abgeschnittene Köpfe. An solchen Verfilmungen wie Sream oder frĂŒher alle Christopher Lee Vampirfilme kann man erkennen, daß sie eher eine gewisse Form der LĂ€cherlichkeit hervorbringen. Wie bei jeder anderen Geschichte, ist das, was wirklich zĂ€hlt, die Handlung, die Idee.
Warum werden die Leute in dem Wald umgebracht?
Weil es dort spukt? - LĂ€cherlich! Auch wenn ich den Film Blairwitch-Projekt ĂŒber fast 97% der FilmlĂ€nge lĂ€cherlich fand, muss ich sagen, der Schluss war gut. Klasse umgesetzt.
Deine Geschichte ist ungefÀhr so, wie diese 97%.

Erstmal: DIe Rahmenhandlung passt. Die beiden kommen an eine RaststĂ€tte und fragen den Inhaber nach dem Weg. So, wenn du hier schon die Geschichte anfangen lassen wĂŒrdest, kĂ€me sogar etwas Spannung in die Geschichte. Bau deine Figuren auf, lass sie erstmal ein wenig erzĂ€hlen. Wer sind sie, wo kommen sie her? Wo wollen sie hin. Es gibt Probleme zwischen ihnen - es gibt immer Probleme. Schaff Protagonisten mit denen man mitfĂŒhlen kann, mit denen man sich Ă€ngstigen kann.
An der RaststĂ€tte entscheidet sich bereits der Höhepunkt. Warum spukt es? Was glauben die Leute? Wer ist noch in der RaststĂ€tte? Jemand, dem man auch einen Mord zutrauen wĂŒrde, oder mehrere? Wie siehts mit dem RaststĂ€ttenbesitzer aus?

So und jetzt das Klischee. Irgendwer bemerkt ganz zwischendurch, daß ja oben in den WĂ€ldern diese Jugendpsychathrie ist, in der noch immer der kleine "Homer" sitzt, dem sie damals fast das ganze Gehirn rausgeschnitten haben, weil er diese furchtbaren Morde begangen hat. Homer mĂŒsste jetzt auch schon fast an die dreißig sein, oder?
Und die alte Millford, die die Psychathrie leitet, die haben sie doch auch schon lange nicht mehr gesehen, oder?
Ist ĂŒberhaupt schon mal jemand in letzter Zeit oben bei der Psychathrie gewesen?

So, und jetzt der Höhepunkt - Finale im Wald.
Irgendjemand ist der Vermeidliche Mörder. Nehmen wir Homer!
Sie sehen ihn im Wald, sehen die furchtbare Narbe an seiner Stirn. In Panik flĂŒchten - flĂŒchten? Nein, ihr Freund ist ja Benzin holen gegangen. SIE flĂŒchtet!
Und dann kommt ihr Freund, ist plötzlich da, in der Dunkelheit und hÀlt sie in ihren Armen.
Dann hÀlt er ihr plötzlich Homers abgeschnittenen Kopf vor das Gesicht und kreischend sieht sie die breite, frische Narbe auf der STirn ihres Geliebten. Speichel tropft ihm aus dem Mundwinkel....

Ach es gibt tausend Möglichkeiten.
Ich hoffe, es gibt ein paar ANsĂ€tze fĂŒr dich.

Gruss, Marcus

PS: DIe SĂ€tze am Anfang stimmen schon nicht. Versuch mal:

"Nebelverhangen lag das große, lange, sagenumwobene WaldstĂŒck.
In ihrem Bauch spĂŒhrte Andrea ein unheilverheißendes Kribbeln. Das musste Liebe sein. Oder Panik?
Thorsten, ihr Mann, sah sie von der Seite an und lÀchelte.
"Diese Typen in der RaststĂ€tte waren vielleicht durchgeknallt, was?" Er schĂŒttelte mit dem Kopf.
"War ja richtig gruselig."
__________________
"Ein Wort aufs Papier und wir haben das Drama."
Durs GrĂŒnbein

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Scarlett
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Aug 2003

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Hallo Marcus,

vielen Dank fĂŒr Deine Kommentare.

Ich werde selbstverstĂ€ndlich versuchen, die Geschichte mit all Deinen VerbesserungsvorschlĂ€gen zu berĂŒcksichtigen.

Besonders vorzuheben an meiner Geschichte, um wenigstens etwas Positives zu finden, dĂŒrfte jedoch die gute Rechtschreibung sein, oder ???

Denn beim zehnten Rechtschreibfehler in Deiner Kritik habe ich zu zÀhlen aufgehört.

Siehst Du, Rainer, fĂŒr mich gehört auch sichere und perfekte Rechtschreibung zu einer guten Geschichte.

LG
Scarlett

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