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Leselupe.de > Kindergeschichten
Das Lied vom Mond
Eingestellt am 14. 12. 2010 08:59


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Joh
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GuteNachtGeschichte


Das Lied vom Mond



Lars, der kleine Wolf, und seine Freundin, die kleine Haselmaus Emilie, hatten den ganzen Morgen im Garten des Försters herumgetobt. Nun plumpsten sie lachend und mĂŒde ins hohe Gras unter dem Apfelbaum. Hier lagen sie in den letzten Tagen oft. Sie ließen sich die Sonne auf den Bauch scheinen und warteten, bis ein reifer saftiger Apfel herunterfiel. Auch heute hatten sie GlĂŒck, und schon bald knabberte Emilie behaglich an einem roten, saftigen Apfel herum.
„Emilie, meinst du, daß ich jemals singen lerne?“, fragte Lars plötzlich ganz ernst.
Er meinte natĂŒrlich heulen, aber Wölfe sagen, daß sie singen. Und eigentlich mĂŒssen sie es ja auch am besten wissen, oder nicht?
„Hhmmm“, meinte Emilie, „eigentlich lernt man es ja von seinen Eltern“, und sah traurig zu Lars hinauf.
„Ja, ich weiß“,antwortete Lars, “aber kann ich es nicht trotzdem lernen? - Ich will doch auch mal ein richtiger Wolf werden“, fĂŒgte er hinzu.
„Na ja, wenn der Förster singen könnte...“ Emilie blinzelte Lars zu. Da mußte auch er kichern. Denn singen konnte der große Mann tatsĂ€chlich nicht, auch wenn er es beinah jeden Morgen unter der Dusche versuchte. Heraus kam nur ein schreckliches Gejaule, ĂŒber das sich Emlie und Lars jedes Mal kringelig lachten.
Man muß nĂ€mlich wissen, daß Lars keine Wolfseltern mehr hatte. Als winzigkleiner Welpe war er ganz allein und schrecklich zitternd im Wald gefunden worden. Man hatte ihn zum Förster gebracht, der sich seitdem um den Wolfjungen kĂŒmmerte. Der Förster hatte ihm damals Milch aus einer Flasche gegeben und ihm ein kuschelig warmes Körbchen neben sein eigenes Bett gestellt. Er hatte mit ihm gespielt, gekuschelt und alles getan, damit Lars auch ein fröhliches Wölfchen wurde. Doch irgendwann hatte Lars im Fernsehen einen Film ĂŒber Wölfe gesehen, und gehört wie schön sie sangen. Das wollte er nun auch lernen. Denn er war ĂŒberzeugt, daß er es können mĂŒsse, um ein richtiger Wolf werden zu können. Emilie und er sprachen oft darĂŒber. Die kleine Haselmaus trĂ€llerte zwar mit hohem Stimmchen ihre Lieder, aber den echten Wolfsgesang konnte sie ihm auch nicht beibringen.
Die Wochen vergingen. Es war inzwischen recht kalt geworden. Die BĂ€ume hatten ihre BlĂ€tter schon abgeworfen, um sich mit ihnen die Wurzeln zu wĂ€rmen. Emilie und Lars lagen auf dem Teppich vor dem großen BĂŒcherregal des Försters. Der Ofen bollerte warm, Lars trĂ€umte vor sich hin und Emilie las in einem Buch mit Sagen und MĂ€rchen. Plötzlich zuckte ihr NĂ€schen ganz aufgeregt. Sie las weiter - und dann grinste sie zufrieden.
SpĂ€ter schimpfte der Förster laut in der KĂŒche ĂŒber die MĂ€use, die seinen ganzen KĂ€se gefressen hatten. Lars schaute Emilie vorwurfsvoll an. Doch die schĂŒttelte nur ihr Köpfchen und sagte, sie wĂ€re es nicht gewesen. Es dĂ€mmerte schon als Emilie nach Haus ging, in ihr Nest tief unter dem Apfelbaum.
Lars besuchte Emilie wie jeden Abend, bevor er in seinen Korb zum schlafen ging. Als er endlich kam machte sie die TĂŒr nur einen kleinen Spalt breit auf, und tat ganz geheimnisvoll. „Du mußt die Augen zumachen, ich habe eine Überraschung fĂŒr Dich.“
Gehorsam machte Lars die Augen ganz fest zu und Emilie zog ihn herein.
„So“,sagte sie. „Nun mußt du dich hinsetzen und darfst die Augen erst aufmachen, wenn ich es sage.“
Ganz aufgeregt wartete Lars und hörte wie Emilie hin und herhuschte, ein bißchen herumraschelte, eine Kerze anzĂŒndete und schließlich schnaufend neben ihm auf den Boden plumste.
„Es ist soweit!“, gespannt sah sie ihn an.
Lars sah sich um. Es war recht dunkel und er sah – nichts. Alles war wie immer. „Und wo ist nun meine Überraschung?“, fragte er enttĂ€uscht.
„Guck doch mal da oben“, Emilie zeigte mit dem Fingerchen zur Decke.
„Ist der schön!“, bewundernd sah Lars zu dem großen gelben Mond hinauf. „Wie hast Du denn den Mond in Dein Nest bekommen“, fragte er verwundert.
Emilie grinste: “Ach, das ist mein Geheimnis. Aber nun laß uns doch mal das Lied vom Man im Mond singen“
„Du weißt doch, daß ich es nicht kann“ , antwortete Lars ganz traurig.
„Bitte, ich singe auch mit“, forderte Emilie ihn auf.
Lars dachte: Emilie hatte sich solche MĂŒhe gegeben, und nur fĂŒr mich den Mond heruntergeholt. Nun will ich es zumindest versuchen.
Leise begann Lars zu singen und sah dabei zum Mond hinauf. So groß und rund und wundervoll gelb hing er direkt ĂŒber ihm, davon wurde Lars ganz glĂŒcklich und er sang immer lauter und lauter. Vor Freude liefen ihm TrĂ€nen ĂŒbers Gesicht und sein Singen klang schon beinah so schön, wie von einem großen Wolf. Emilie schluchzte ein bißchen mit und hörte lĂ€chelnd zu, bis Lars das schöne Lied vom Mann im Mond fertig gesungen hatte.
„Ich kann endlich singen wie ein großer Wolf!“, jubelte Lars.Er drĂŒckte Emilie an sich und sie tanzten lachend, bis sie nach Luft schnappen mußten. GlĂŒcklich setzten sie sich unter den KĂ€semond und nun mußte Emilie erzĂ€hlen, wie sie auf diese tolle Idee gekommen war. Und so erfuhr Lars, daß Emilie am Nachmittag in dem Buch mit den alten Geschichten gelesen hatte, daß die Wölfe in VollmondnĂ€chten den Mond besingen. So steht es in den alten Sagen und wie ihr seht, stimmt das noch heute.
Und als Lars hörte, daß Emilie fĂŒr seinen Mond den KĂ€se des Försters gestohlen hatte, mußte er laut lachen. Emilie kaute zufrieden an den Resten des KĂ€ses.


JP 2010

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