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Leselupe.de > Experimentelle Lyrik
Das Loch (Figurengedicht)
Eingestellt am 06. 04. 2015 10:14


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Jenno Casali
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DAS LOCH


Ein Loch ist da, wo etwas nicht ist, sagte schon Tucholsky.
Man kann hindurch sehen, man kann hineinfallen, öfters in
ein schwarzes, man kann auf ihm pfeifen, meistens auf dem
letzten, und manchmal sitzt man auch im Durchzug. Aber
was war nun zuerst : das         Loch oder das Rundherum?
Ja, das wusste auch                        Tucholsky nicht. Und
was ist im Loch                                 nicht, dass es zu so
einem verkam                                        ? Wusste er auch
wieder nicht.                                             Da müsste man
dieses Rund                                                 herum fragen.
Und was ist                                                  an dem Rund
herum zu                                                     viel, dass es
so ein Rund                                                 herum wurde?
Hier frage man                                            nun wieder das
Loch. Oder einen                                  Pessimisten. Denn
der Pessimist sieht                       das Loch, der Optimist
das Rundherum und der              Realist sieht beides, wohl
wissend, dass Rundherum und Loch sich stetig gegenseitig
brauchen, wäre doch das Loch ohne Rundherum kein Loch,
sondern nichts, und das Rundherum ohne Loch kein Rund
herum, sondern alles. Also ist das Loch an sich eben doch
nicht einfach so ein Nichts, hochverehrter Kurt Tucholsky.


© Jenno Casali

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Bernd
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Das Loch ist ein sehr schönes Formgedicht geworden. Eine Eigenschaft macht das Loch besonders. Es filtert Licht so, dass Bilder entstehen.
Und so wirkt auch das Lochgedicht.
__________________
Copy-Left, samisdada, Dada Dresden

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