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Leselupe.de > Horror und Psycho
Das Monster des Waldes
Eingestellt am 30. 03. 2006 20:01


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Aminmelalle
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Mar 2006

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Die Gegenwart des Todes lie├č mich zaudern.
Auf diesem ach so ruchlosen d├╝steren Felde, kroch ein Schleier umher,
der nur einen zum Tode Verdammten umh├╝llen konnte.
Meine rastlosen Augen suchten eine logische Erkl├Ąrung f├╝r dieses intuitiv b├Âse Gef├╝hl.
Was ich nun sah, ver├Ąnderte mein Leben von einer Sekunde auf die andere komplett.
In einer einsamen verwahrlosten Ecke dieser Lichtung lag an Junge nur in das ihm von Gott gegeben Gewand eingeh├╝llt.
Blut qualmte aus seinem Torso aus scheinbar tausenden L├Âchern hervor.
Es sah so aus als wurde ihm ein Schicksal zu teil um das ihn nicht einmal die schlimmsten Kreaturen der H├Âlle beneiden w├╝rden.
Doch f├╝r seine augenscheinlich freudlose Situation lie├č er noch immer gehobener Stimmung, liegend im Gras, ├Ąu├čerst sanguinische Melodien von sich.
All das ergab ein Bild, das auf mich ├Ąu├čerst grotesk wirkte.
Auf der einen Seite war mir klar dass dieser Junge nur menschlich auf Grund seiner Wunden sein konnte, doch seine Laute lie├čen mich an dieser unwiderruflichen Erkenntnis zweifeln. Er hatte etwas Unnat├╝rliches.
Dieser Gedanke erschreckte mich derma├čen das wieder dieses schon von vorher bekannte Gef├╝hl in mir aufstieg.
Aber nicht in der gleichen Art und Weise.
Es war diesmal auch ein unwiderlegbar gutartiges Gef├╝hl dabei.

Ich ├╝berlegte sekundenlang was ich nun tun sollte. F├╝r mich gab es so oder so nur eine M├Âglichkeit. Ich musste zu ihm. Zu diesem Jungen der zwar so scheu├člich verletzt war, aber trotzdem solch einen unglaublichen Gesang von sich gab. Somit begann ich mich schritt f├╝r schritt ihn zu n├Ąhern.
Schon nach den ersten paar Schritten musste ich erkennen das dieses unheilvolle Gef├╝hl je n├Ąher ich der Ecke der Lichtung kam, immer st├Ąrker wurde. Zuletzt wurde ich nur noch von dem Verlangen getrieben den Gesang des Jungen besser h├Âren zu k├Ânnen. Schlie├člich schaffte ich es. Ich stand vor ihm.

Doch was ich nun sah lie├č mich seelisch in den Abgrund des Todes st├╝rzen. Mein mir eigenes Nirwana. Dort, kurz hinter dem Waldrand. Stand es. Das Monster. In seiner ganzen unheilvollen Pracht. Noch nie hatte ich etwas Scheu├člicheres gesehen. Seine Augen glitzerten mordlustig im fahlen Mondschein und sein K├Ârper schien aus brennenden Kohlen der H├Âhle zu bestehen. Ich sah nichts mehr au├čer diese Ausgeburt der H├Âlle. Nicht einmal den Jungen sah ich. Seinen Gesang h├Ârte ich nicht, jedoch verstand ich ihn nun. Denn mir wurde klar, dass er froh war zu sterben. Nichts konnte f├╝r ihn sch├Âner sein als zu sterben und nie wieder das Monster zu sehen.
Mein Blick hing noch immer wie verschleiert an diesem Ding das nur knapp vor mir stand. Ich konnte schon seinen stinkenden Atem riechen.
Doch pl├Âtzlich begann das Monster zu reden.
Und das auch nun mit einer Frauenstimme die schriller und gr├Ąsslicher war als jegliches Geheul einer Walk├╝re.


ÔÇ×Du elender Narr. Dein Schicksal wirst du nun mit dem des Jungen teilen m├╝ssen.
Einsam und verlassen sitzt er in dunkler Nacht
Ein Schrei zerreist die Stille
Doch niemand erwacht
Niemand nimmt Notiz von seiner Trauer,
alles bleibt verhangen,
alles wird nur grauer.
Sein Leben ist nun vergangen."
Vom Horror getrieben sah ich wiederum zu dem Jungen hin. Und nun fiel mir etwas neues auf. Eine Klinge lag in seiner Hand. Und da fing ich an zu begreifen. Der Junge hatte sich selber diese Verletzungen zugef├╝gt.
Nur warum?

Ich musste es wohl oder ├╝bel irgendwie herausbekommen. Und ich hatte den Verdacht, dass ich es so oder so fr├╝her oder sp├Ąter erfahren w├╝rde.
So konnte ich es auch gleich erfragen.
"Scheusal des Waldes, was hat sich dieser Junge angetan?"
Und so sprach es: "Nicht dies ist die Frage, solltest wohl eher fragen warum er dies getan hat."
Ich wunderte mich immer mehr dar├╝ber wie dieses Ding sprach. Irgendwie lyrisch, aber nicht im angenehmen Sinne.
Bibbernd vor Angst kam die offensichtliche essentielle Frage ├╝ber meine Lippen: "Ja also dann. Warum hat er sich das angetan?"
In diesem Moment erfolgte noch ein letzter, scheinbar unendlich hoher Ton um das Lied des Jungen je abebben zu lassen.
Nun war er endlich von seinen Qualen erl├Âst.
All dies nahm ich aber nur am Rande war, denn ich wartete noch immer auf die Antwort auf meine Frage. Das Monster jedoch lie├č mich zappeln und starrte mich unentwegt an, als wolle mich es mit seinen Blicken verschlingen.
Doch zu guter letzt kam doch noch die Antwort.
"Erforsche deine Gedanken. Du wei├čt es. Dies und noch mehr. Erinnere dich. Du kennst mich. Du hast mich schon einmal gesehen. Vor nicht all zu langer Zeit in den Kneipen des Montmartre."
Schockiert ├╝ber das Geh├Ârte, stand ich nun da. Schwei├čperlen traten an meine Stirn. Kalter klarer Angstschwei├č.
Fieberhaft begann ich nachzudenken. Es stimmte, ich war bis vor ein paar Monaten ├Âfters am Montmartre anzutreffen gewesen. Ich wollte an der Revolution der Boheme am Ende unseres Jahrhundertes teilhaben und vielleicht als der Schriftsteller der ich damals gewesen war, ein St├╝ck ├╝ber Freiheit, Sch├Ânheit, Wahrheit und vor allem ├╝ber Liebe schreiben. Aber nachdem der Sommer des Jahres 1899 vorbei, mein Herz durch eine gescheiterte Liebe gebrochen und mein K├Ârper mehr mit Absinth als mit Blut gef├╝llt gewesen war, hatte ich mich entschlossen Fortzugehen und mein Leidgequ├Ąlte Seele in den unendlichen W├Ąldern und Berglandschaften der Schweiz zur Ruhe kommen zu lassen.
Aber trotzdem blieb der Fakt, dass ich so ein Ding wie es vor mir stand niemals vergessen h├Ątte k├Ânnen. Niemals. Und ich hatte es mit Sicherheit noch nie gesehen.

Aus meinen Gedanken gerissen sprach das Monster erneut: "Nun denk schon. Du wei├čt es!" Schrilles Gel├Ąchter entsprang seinem unf├Ârmigen Mund.
Ich erinnerte mich pl├Âtzlich an das Gedicht, dass das Ding vorher vorgetragen hatte.


Einsam und verlassen sitzt er in dunkler Nacht
Ein Schrei zerreist die Stille
Doch niemand erwacht
Niemand nimmt Notiz von seiner Trauer,
alles bleibt verhangen,
alles wird nur grauer.
Sein Leben ist nun vergangen.

Es kam mir gleich irgendwie bekannt vor. Doch nun wusste ich woher ich es kannte. Es war eines der Meinen, geschrieben nach dem mein Leben nach dem Tod von Guiselle, meiner Liebsten, in Scherben lag.
Doch wie konnte dieses Ding es nur kennen?
Dann viel es mir wie Schuppen aus den Augen.
Aber das konnte doch gar nicht sein.
Ein unbeschreibliches Gef├╝hl der Angst ├╝berkam mich und lie├č mich nicht mehr los.
Es kannten nur zwei Leute dieses Gedicht. Ich selber und Guiselles Schwester. Marie!

"Aber das kann doch gar nicht sein. Das ist nicht wahr. "
"Bist du es wirklich Marie?"
Allein der Gedanke lie├č mich einen Schauer erleben der den weit ├╝berstieg, den ich hatte solange ich noch gedacht hatte, das dieses Ding eine Ausgeburt der H├Âlle war.
Mit b├Âs- funkelnden, durch und durch grausamen Augen sah mich es (oder doch sie?) an und sprach: "Ja, ich bin es Philippe. Sch├Ân das du die Wahrheit unter der Fassade der H├Âlle gesehen hast. Doch die H├Âlle wird dir nun gebracht werden. Von mir!"
Ein unheimliches, glutorales Lachen entsprang dem Schlund Maries. Die Erkenntnis dass das vor mir stehende Scheusal ein Mensch ist, den ich einmal kannte, nahm mir kurz die unb├Ąndige Furcht. Ich musste nachdenken.
Marie.
Es musste Marie sein. Das Ding kannte meinen Namen und noch dazu kannte es ein Gedicht das au├čer mir nur Marie kennen konnte.
Sie hatte es geh├Ârt als sie und ich die Totenwache nach Guiselles, schnellen schmerzvollen Tod nach ihrer Tuberkuloseerkrankung gehalten hatten.
Ich hatte es nur wenige Stunden nach dem Tod meiner Liebsten geschrieben und hatte es gemurmelt als Marie und ich bei dem toten K├Ârper Guiselles standen. Nachdem wir eine Woche lang ├╝ber ihren Leichnam gewacht hatten, gingen wir beide unsre Wege. Ich ergab mich danach dem Suff und sie, ja was war nur mit ihr passiert? Ich hatte sie seit dem Ende unsrer gemeinsamen Verabschiedung Guiselles nicht mehr gesehen.
"Gott Marie, falls du es wirklich bist, wie zum Teufel ist aus dir geworden, was aus dir geworden ist?"
"Ja, gut das du ihn ansprichst. Er hat aus mir gemacht was ich nun bin."
Verdutzt sah ich Marie an und kapierte wieder einmal rein gar nichts.
"Du hast schon richtig verstanden. Der Teufel gab mir diese H├╝lle. Er brachte mich nach meinem Tode wieder hierher um mich ewig zu qu├Ąlen. Aber ich ziehe es nun vor andre die Torturen aufzuerlegen die ich erlebt habe."
"Nach deinem Tod? Teufel brachte dich zur├╝ck? Was redest du nur?"
"Du wei├čt doch dass die Seelen der Selbstm├Ârder nicht in den Himmel gelassen werden."
Wieder fuhr mir ein Schrecken in Mark und Bein.
"Warum? Wann? Wie?"
"Dazu musste du einiges wissen. Und wenn du dann alles erfahren hast, wirst du zu diesem Jungen gehen, seine Klinge nehmen und dich auch selbst kasteien bist du stirbst. So wie er!"
Mein Blick wanderte zu dem Toten Jungen und wieder zur├╝ck zu Marie, die mich noch immer mit einem Blick taxierte der nur von purem Hass gepr├Ągt war.
Sie wollte tats├Ąchlich dass ich mich selbst umbringe und damit ihren Schicksalsweg beschreite.
Aber wieso hatte sie sich umgebracht?
Und wie sollte sie mich zu einem Suizid bringen?


Fortsetzung folgt, falls die Geschichte euch bis jetzt gef├Ąllt
__________________
Das Gl├╝ck besteht nicht darin, dass du tun kannst, was du willst, sondern darin, dass du immer willst, was du tust

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Gorgonski
Wird mal Schriftsteller
Registriert: May 2003

Werke: 2
Kommentare: 97
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Hallo Aminmelalle

Bis auf ein paar kleine Fehler (Schusselfehler)

<In einer einsamen verwahrlosten Ecke dieser Lichtung lag an (ein) Junge nur in das ihm von Gott gegeben Gewand eingeh├╝llt.

In diesem Moment erfolgte noch ein letzter, scheinbar unendlich hoher Ton um das Lied des Jungen je (j├Ąh) abebben zu lassen.

Ein Schrei zerreist (zerrei├čt) die Stille>

ist die Geschichte ganz gut. Solltest Du an einer Fortsetzung arbeiten, dann erz├Ąhle mehr ├╝ber den Jungen.

Danke und mfG, Rocco

__________________
dEr Heftchenliterat und Poet aus dem Erzgebirge

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