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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Das Tango-Turnier
Eingestellt am 29. 10. 2017 00:56


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Maramareo
Autorenanw├Ąrter
Registriert: Oct 2017

Werke: 4
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Leuchtende Sterne laufen an W├Ąnden entlang und mischen sich mit purpurnen Strahlen, zur├╝ckgeworfen von der riesigen Spiegelwand im gro├čen Saal mit dem gl├Ąnzendem Parkettboden. Der Raum ist ausgef├╝llt mit Musik, Geigenkl├Ąnge, die zwischen Schwermut und dirnenhafter Leichtigkeit schwanken, teils ausharrend, abwartend, um sich dann in machtvollen Kl├Ąngen zu entladen.

Lange, schlanke Beine auf High Heels schreiten neben eleganten, schwarzen Beinkleidern durch den Saal, diszipliniert in ihren Bewegungen wie die Soldatenparade beim Staatsakt.

Paar hinter Paar durchquert den langen Saal bis zu seinem Ende, wo die vierk├Âpfigen Jury thront. Mit Qu├Ąstoren-Miene betrachten die Juroren aufmerksam und streng den Einzug der Gladiatoren, an Anmut, Eleganz und Sch├Ânheit kaum zu ├╝berbieten.
Die K├Ârper sind perfekt in Szene gesetzt. Die Damen, geschm├╝ckt mit einem Hauch von nichts aus elastischem Stoff, Pailletten, Fransen, wie fest mit der Haut verwoben, Br├╝ste und Taille abzeichnend, pr├Ąsentieren sich mit stolzem Blick. Ein kleines, glockiges R├Âckchen wippt bis knapp unter dem Po-Ansatz. Die Herren gro├č, schlank, erfreuen mit Hemden, bis zum Kummerbund aufgekn├Âpft. Die eng anliegenden Hosen umspannen schmale H├╝ften und aufreizende Ges├Ą├čmuskeln. Alle Gesichter sind perfekt geschminkt, lange, schwarze Klimperwimpern, blutrote, gl├Ąnzende Lippen.

Das Tango-Turnier, das Spiel, kann beginnen, das ewige Spiel zwischen Mann und Frau, Eroberung, Hingabe, Begehren, sichtbar, f├╝hlbar geworden in diesen raumgreifenden Bewegungen.
Beine, die in weitem Schwung wie Boots-Ausleger die Luft durchschneiden. Frauenschenkel, die sich lasziv an schwarzen Beinkleidern hochschieben, Wange an Wange, schreitend, hingebend, f├╝hrend, f├╝hlend wie in Trance im Einklang zur Musik. Frauenk├Ârper, in die Weite des Raumes geworfen, werden von Neuem umworben, mit gro├čen Bewegungen, teils abgehackt, pausierend, ein Innehalten in der Lust.

Einem Torero gleich erobert der Mann die Frau, aufrecht, kraftvoll, bestimmend. Sie folgt seinem Werben, mit stolzem Blick voller W├╝rde, Wange an Wange in die gleiche Richtung blickend. Gro├če wie im Stechschritt ausgef├╝hrte Bewegungen wechseln mit flie├čenden.
Wie das Seidentuch des Torreros ├╝ber den Unterarm geworfen, flie├čt der K├Ârper der Frau ├╝ber den Arm des T├Ąnzers in der R├╝ckenbeuge, bis die langen Locken den Boden streicheln, um kurze Zeit sp├Ąter aufrecht , kraftvoll, voller Leidenschaft auf Augenh├Âhe mit ihm zu verschmelzen.

Aber dann gibt es Punkte, Wertungen, Abz├╝ge, Zahlen und Tr├Ąnen f├╝r das perfekte Liebesspiel, f├╝r diese getanzte Illusion.


__________________
...ein liebevolles Herz steht selten vor verschlossener T├╝r

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