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Leselupe.de > Kindergeschichten
Das Wuddeliduddelidu
Eingestellt am 22. 05. 2016 20:21


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guelle
AutorenanwÀrter
Registriert: Aug 2006

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Als die wilden Tiere das Wuddeliduddelidu fanden, war es noch nicht geboren.
Vielmehr befand es sich in einem Ei. Kein Ei, wie es auf den FrĂŒhstĂŒckstisch kommt sondern anders. Die Tiere hatten so etwas noch niemals zuvor im Wald gesehen. Keiner traute sich etwas zu sagen, bis sich der Dachs, der immer alles besser wusste, rĂ€usperte und sprach: „Es sieht aus wie ein“, er machte eine kurze Pause, „ich vermute es ist ein, wie soll ich es euch erklĂ€ren, es muss sich um ein Blodderiwobbeldidu handeln!“ Keiner hatte jemals zuvor davon gehört aber keiner wollte das zugeben. „Na klar, warum sind wir da nicht gleich darauf gekommen!“, rief die Spitzmaus, „ es ist eindeutig blodderiwobbeldiduförmig!“ Alle waren froh, dass es nur ein Blodderiwobbeldidu war und gingen erleichtert nach Hause.

Lange lag das Blodderiwobbeldidu im Wald, die Tiere hatten es schon vergessen.
Bis zu dem Tag, an dem das Wuddeliduddelidu geboren wurde.
Blauer Rauch stieg aus einem klitzekleinen Riss in der Schale des Blodderiwobbeldidus.
Die Tiere eilten herbei. Jeder wollte sehen, was aus dem Ei schlĂŒpfte. Sie saßen da von morgens bis mittags. Nichts passierte. Sie warteten von mittags bis abends. Nichts geschah.
Als in der Nacht dann der Mond aufging waren die meisten schon eingeschlafen.
Andere wollten nach Hause gehen, als es laut Flurps machte. Die FledermĂ€use behaupteten spĂ€ter es hĂ€tte Plopps gemacht. Das ist natĂŒrlich Unsinn. Es war eindeutig ein flurpsendes GerĂ€usch. Es machte ein zweites Mal Flurps und das Blodderiwobbeldidu zerplatzte.
Heraus purzelte das Wuddeliduddelidu. Es fiel kopfĂŒber ins Moos. Alle Tiere hielten den Atem an. Niemand hatte so ein Wesen vorher im Wald gesehen. Es sah aus wie ein... den Tieren fehlten die Worte dafĂŒr. Das einzige, was sie beschreiben konnten war die Farbe. Es war blau.
So blau wie der Himmel im FrĂŒhling.

„Hamtitanti!“, sagte das Wuddeliduddelidu in die Stille. Die Tiere sahen sich fragend an. Hamtitanti musste wohl Mama bedeuten, den jedes Baby will zuerst zu seiner Mama. Na klar, Hamtitanti stand fĂŒr Mama! Nur wer sollte Hamtitanti sein. „Ich will es sein!“, rief der SiebenschlĂ€fer, "ich will Hamtitanti sein!“ Alle waren froh, dass sich so schnell eine Hamtitanti gefunden hatte.
Besonders froh war das Wuddeliduddelidu. So zog es in die Baumhöhle des SiebenschlĂ€fers in der alten Tanne ein. Der SiebenschlĂ€fer war stolz darauf Hamtitanti zu sein. Er kĂŒmmerte sich ganz liebevoll um das Wuddeliduddelidu.

Jeden Abend erzĂ€hlte er ihm eine selbsterdachte Gutenachtgeschichte. Wenn das Wuddeliduddelidu sich wohl fĂŒhlte, liefen kleine Blitze ĂŒber seinen Körper und es wechselte seine Farbe von blau zu rosa bis es schließlich in gleißendes Licht gehĂŒllt war. Die Tiere hatten so ein Licht noch niemals zuvor im Wald gesehen. Selbst bei dem großen Gewitter, das wirklich das schlimmste Unwetter war, das die Tiere jemals erlebt hatten, war kein so ein leuchtender Blitz dabei gewesen. Die Tiere nannten das Licht deshalb das Wuddeliduddelidutaritzelblitzel.
Das bedeutete soviel wie: Das Licht, das heller ist als das Fell des Schneehasen.
Wenn die Baumhöhle Nachts hell erleuchtet war, wussten sie, das dem Wuddeliduddelidu die Geschichte ganz besonders gut gefallen hĂ€tte. Dann musste dem SiebenschlĂ€fer eine verdammt gute Geschichte gelungen sein. Das Wuddeliduddelidu wuchs glĂŒcklich im Wald bei den wilden Tieren auf. Alle respektierten es und alle waren froh das es da war. Selbst der mĂŒrrische Steinkauz, der mit keinem etwas zu tun haben wollte, freute sich auf Besuch vom Wuddeliduddelidu.

Das Wuddeliduddelidu war wirklich besonders. Es konnte sich sogar mit den BĂ€umen unterhalten. Die Tiere hatten so etwas noch nie zuvor im Wald gehört. Die Wildgans behauptete, dass sie die Sprache schon einmal gehört habe als sie Snaggadaggadan ĂŒberflogen hatte. Wo das Land lag und wie die Snaggadaggadanis aussehen, wusste sie nicht mehr genau. Keiner wollte ihr das glauben. Die einzigen die snaggadaggadanisch reden und verstehen konnten waren die BĂ€ume und zum Erstaunen aller, die sonst sehr wortkargen Bananenfalter, die in der Krone der großen Eiche lebten. In Wahrheit hatte die Wildgans gar nicht mal so unrecht. Sie hatte es nur falsch ausgesprochen, weil sie lispelte. Es heißt natĂŒrlich richtig ausgesprochen schnackadaggaglischtisch . Die Bewohner von Schnackadaggaglischtischtan nannten sich selbst aber nicht Schnackadaggaglitschis sondern einfach Minkipinkys. Wenn die Tiere lautes GelĂ€chter im Wald hörten und die BlĂ€tter der BĂ€ume leicht zitterten wussten sie, das irgend jemand eine lustige snaggadaggadanische Geschichte erzĂ€hlte oder war es eine schnackakackaklitschische Geschichte? Am Ende wusste das keiner mehr so genau.

Eines Tages gab es mÀchtigen LÀrm im Wald. Die Tiere gingen der Ursache des LÀrms nach.
Die Aufregung war groß, als sie sahen, das die Menschen dabei waren eine Schneise durch den Wald zu schlagen. Die Tiere hatten die Maschinen, die die BĂ€ume fĂ€llten und zersĂ€gten, noch niemals zuvor im Wald gesehen. Nur der Igel hatte sie dort, wo die Autobahn verlief schon einmal beobachtet. Die BĂ€ume unterhielten sich aufgeregt. Die Eule hörte auch einige weinen.
Auch die Eichhörnchen waren verzweifelt, weil sie ihre Wohnung in der Weißtanne mit den Kindern verlassen mussten.

Als die uralte Ulme von einem der eisernen Ungeheuer mit samt der Wurzel umgedrĂŒckt wurde erhob sich ein Heulen und Brausen ĂŒber den Baumwipfeln. Blitze zuckten, dann machte es laut pfumps. Mit dem lauten Pfumps trat das Wuddeliduddelidu auf die Lichtung. Wenn die Tiere sich spĂ€ter an dieses Ereignis erinnerten sprachen sie immer von dem Tag an dem es Pfumps machte. Das Wuddeliduddelidu war rubinrot und seine Augen funkelten gelb. Die Tiere sahen erstaunt, wie es grĂ¶ĂŸer und grĂ¶ĂŸer wurde. Zuerst war es so groß wie der Fuchs, dann grĂ¶ĂŸer als der Hirsch und am Ende war es doppelt so groß wie die Maschinen. Ein schauriger Schrei der Wut entfuhr ihm. Die Tiere hatten so etwas noch niemals zuvor im Wald gehört und auch niemals danach mehr. Die Arbeiter, die die Baumaschinen bedienten, liefen erschrocken weg und sahen nicht mehr zurĂŒck.

Das Wuddeliduddelidu hob die gelben Monster in die Höhe und drĂŒckte sie tief in den Boden, wo sie heute noch als Warnung stecken. Dann nahm das Wuddeliduddelidu alles Holz, abgetrennte Äste, herausgerissene Wurzeln und lose BlĂ€tter und legte alles vor sich. Es streckte die Arme aus, blauer Nebel stieg aus seinen HĂ€nden und hĂŒllte alles ein. Es summte dabei leise und schrumpfte wĂ€hrenddessen wieder auf seine normale GrĂ¶ĂŸe. Die Tiere machten großen Augen, denn als sich der Nebel verzogen hatte, standen alle BĂ€ume wieder heil an der Stelle , an der sie aufgewachsen waren. Da wurde den Tieren bewusst, welch ein GlĂŒck es war, dass das Wuddeliduddelidu zu ihnen gekommen war.

An diesen Abend trafen sich alle auf der großen Lichtung. Die BĂ€ume sangen Lieder aus ururalten Zeiten, die Tannenzapfenraupen spielten auf ihren Geigen und die Bucheckernschmetterlinge tanzten ein wilden Reigen. Alle waren gut gelaunt und feierten mit Erdbeerpunsch und Waldmeisterlimonade bis zum frĂŒhen Morgen. Seit dieser Zeit lebten der Wald und seine Bewohner in Frieden, denn niemand traute sich mehr ihn anzurĂŒhren.

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