Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, m├╝ssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5437
Themen:   92195
Momentan online:
330 Gäste und 14 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Krimis und Thriller
Das letzte Kapitel
Eingestellt am 26. 09. 2003 22:58


Autor
Ein neues Thema ver├Âffentlichen.     Antwort ver├Âffentlichen.
Yoanna
???
Registriert: May 2003

Werke: 8
Kommentare: 40
Die besten Werke
 
Email senden
Profil
Das letzte Kapitel

"Anmerkungen zum Ph├Ąnomen der Eifersucht aus psychoanalytischer Sicht

Bez├╝glich der Eifersucht ist mit Wolf Jordan zwischen 'normaler' und 'pathologischer' Eifersucht zu unterscheiden. Bei letzterer handelt es sich um einen mehr oder minder qu├Ąlenden Zustand, in welchem das Subjekt sein klares Urteilsverm├Âgen, etwa dem 'gesunden Menschenverstand' des allt├Ąglichen Sprachgebrauchs vergleichbar, verliert und anf├Ąngt, die zahlreichen harmlosen Dinge des Alltagslebens als Hinweise darauf zu interpretieren, dass es um die Liebe des Partners oder des geliebten Menschen betrogen wird. Was uns hier interessiert, ist –"

Hinter der T├╝r wurden Schritte lauter. Schnell drehte Rita den Bildschirm wieder um, federte zur├╝ck auf den Stuhl vor dem ausladenden Mahagonischreibtisch und konnte gerade noch damenhaft die langen Beine ├╝bereinanderschlagen, bevor Doktor Stephan Hirsch das Sprechzimmer betrat. "Entschuldigen Sie die Unterbrechung“, murmelte er und r├Ąusperte sich verlegen, w├Ąhrend er in dem Ledersessel hinter dem Schreibtisch Platz nahm und sein Handy in die Hemdtasche gleiten lie├č. "Seit es diese Dinger gibt, hat man ├╝berhaupt keine Ruhe mehr“, versuchte er zu scherzen. Aber Rita wusste es besser. Behielt er sein kleines technisches Wunderwerk etwa nicht st├Ąndig in seiner N├Ąhe und lauerte geradezu darauf, dass es wieder einmal klingelte und IHRE Stimme in sein Ohr rieselte? Seit er sich diese Geliebte leistete, waren die Sitzungen mit ihm nicht mehr so intensiv wie fr├╝her, als er ihren Berichten ├╝ber traumatische Kindheitserlebnisse oder aufr├╝ttelnde Sexualphantasien noch ungeteilte Aufmerksamkeit geschenkt hatte. "Wo waren wir beim letzten Mal stehen geblieben? Richtig, Ihre Aversion gegen Kn├Âpfe. Bitte, legen Sie sich auf die Couch und erz├Ąhlen Sie mir, wann Ihre Mutter zum ersten Mal das Kleid mit den gro├čen schwarzen Kn├Âpfen trug.“


"Ingo, kommst du? Wir k├Ânnen jetzt essen.“ Er seufzte. Jedesmal wenn er sich in einer produktiven Arbeitsphase befand, tauchte todsicher von irgendwoher die ber├╝hmte kalte Dusche auf, die seine Inspirationen wegsp├╝lte wie die Schaumreste auf dem Boden der Eckbadewanne, die er erst k├╝rzlich hatte einbauen lassen. Aber der erfolgreiche Krimiautor wusste aus Erfahrung, dass es nicht ratsam war, seine ebenso reizende wie reizbare junge Ehefrau allzu lange am Mittagstisch warten zu lassen, denn Gewitterstimmung war seiner Kreativit├Ąt seit jeher abtr├Ąglich.
"Na, hast du deinen neuen Roman schon angefangen?“ fragte ihn Susanne, nachdem sie die Suppe aufgetragen hatte. Er nickte, machte aber keine Anstalten, sich ausf├╝hrlicher zu diesem Thema zu ├Ąu├čern. Resigniert l├Âffelte sie ihre Suppe und verfluchte dabei insgeheim die Integrit├Ąt dieses Mannes, der die schriftstellerische Entwicklung seiner Angetrauten nicht mit Berichten aus der eigenen Schreibwerkstatt beeinflussen wollte. Aber so war er eben. Als sie ihn vor zwei Jahren, kurz vor dem Abschluss ihres Germanistikstudiums, geheiratet hatte, hegte sie noch die Hoffnung, von seinem handwerklichen K├Ânnen eine Handvoll in die eigene Arbeit einflie├čen lassen zu d├╝rfen. Sie hatte sich vorgestellt, er werde ihr n├╝tzliche Tricks beibringen und ihre Karriere vorantreiben. Fehlanzeige! Ingo hatte beschlossen, das Talent seiner Frau m├╝sse sich seinen eigenen Weg bahnen, und sie d├╝rfe ihren Erfolg nicht auf dem seinen aufbauen.
Aus diesem Grund lie├č er sie auch nie seine Manuskripte lesen, bevor sie ver├Âffentlicht waren. Sie sollte vom Schreibprozess v├Âllig ausgeschlossen bleiben und nicht einmal mit seinen Arbeitsmethoden vertraut werden. F├╝r Susanne war dies ein st├Ąndiger Pfahl im Fleische, denn sie fand, als Ehefrau habe sie ein Recht darauf zu sehen, wie ihr Mann arbeitete und vor allem zu wissen, woran er gerade arbeitete, bevor die ├ľffentlichkeit es tat. So blieb ihr nichts anderes ├╝brig, als besagte Manuskripte heimlich zu lesen, wobei nicht nur professionelles Interesse, sondern auch schlichte – weibliche? menschliche? - Neugier im Spiel waren. Beim Nachtisch erkl├Ąrte er ihr, er habe heute Nachmittag noch eine Verabredung mit seiner Verlegerin, Eva, sie wollten noch einmal die Verkaufszahlen seines letzten Bestsellers durchgehen. Susanne frohlockte im Stillen; so w├╝rde sie gleich den Anfang seines neuen Romans lesen k├Ânnen.

Nachdem er endlich gegangen war, begann sie sofort, in seinem Computer nach der Datei zu suchen, die er heute angelegt haben musste, fand jedoch zu ihrer ├ťberraschung nichts. Komisch, dachte sie, das macht er doch sonst nie. Er hatte ihr bislang immer volles Vertrauen geschenkt und w├Ąre nie auf die Idee gekommen, dass sie die Dreistigkeit besitzen k├Ânnte, heimlich in seinem Computer herumzuschn├╝ffeln. Sie wurde unruhig. Hatte er vielleicht Verdacht gesch├Âpft? Oder wollte er um jeden Preis etwas vor ihr verbergen? Da fiel ihr Blick auf den Kasten mit den Disketten. Sie ├Âffnete ihn und nahm gleich die erste heraus. "Eifersucht“ stand darauf. Sie legte sie ins Laufwerk und ... Bingo! Das musste der Beginn seines neuen Romans sein:

"Anmerkungen zum Ph├Ąnomen der Eifersucht aus psychoanalytischer Sicht“, stand da. Gut versteckt hatte er sein j├╝ngstes Werk ja nicht gerade. Zufrieden vertiefte sich Susanne in die verbotene Lekt├╝re.

“Es war einer der schlimmsten Tage meines Lebens, und –" "Tja, also, ich m├╝sste dann heute einmal sehr p├╝nktlich Schluss machen“, r├Ąusperte sich Doktor Hirsch um kurz vor zwei. "Ich h├Ątte da noch einen wichtigen Termin. Wir k├Ânnen das n├Ąchste Mal dann ein wenig l├Ąnger ...“ Rita klappte beleidigt den Mund zu. Die Tour kannte sie inzwischen bei ihm. Das war seiner Geliebten zu verdanken, dieser Nicole, die er Tag und Nacht und immer wieder sehen musste, richtig s├╝chtig war er nach ihr. Nicole, was das schon f├╝r ein Name war. Ver├Ąrgert griff Rita nach Mantel und Tasche, brachte es aber doch noch fertig, ihm ein respektvolles "Gut, bis n├Ąchste Woche dann, Herr Doktor“ zuzuhauchen, und verlie├č die Praxis.
Drau├čen ├╝berquerte sie die Stra├če und wartete aus sicherer Entfernung, bis er auf der Schwelle der schweren, schmiedeeisernen T├╝r erschien. Unwillk├╝rlich tastete ihre Hand nach dem kleinen Fotoapparat in ihrer Manteltasche. Er hatte seinen Hut aufgesetzt und sah einfach umwerfend aus. Entschlossenen Schrittes eilte er davon. "Jetzt trifft er sie gleich wieder, dieses Mistst├╝ck “, zischte Rita vor sich hin und trippelte auf ihren St├Âckelschuhen hinterher. Er betrat den Stadtpark und setzte sich auf eine Bank in der N├Ąhe des bronzenen Reiterstandbildes. Kurz darauf n├Ąherte sich eine schlanke Frauengestalt in einem eng anliegenden, tief ausgeschnittenen, leuchtend roten Kleid, das s├Ąmtlichen M├Ąnnern den Kopf verdrehen musste. "Mistst├╝ck!“ zischte Rita noch einmal hinter einem Holunderbusch hervor, und fast h├Ątte Nicole es h├Âren k├Ânnen. Aber Nicole war viel zu sehr vom Anblick dieses ├╝beraus elegant gekleideten, leicht angegrauten Herrn mittleren Alters eingenommen, mit dem sie seit einiger Zeit die Freuden au├čerehelicher Zusammenk├╝nfte genoss.


Das Telefon klingelte. Unwirsch griff Susanne nach dem H├Ârer und blaffte ein trockenes "Ja!“ hinein, ohne den Blick vom Bildschirm zu wenden. "Hey, Susanne, wo bleibst du denn?“ lie├č sich ihre Freundin Ulrike vernehmen. "Wir warten alle schon auf dich, der Tee wird kalt!“ Au Backe, heute war ja Dienstag, da traf sie sich immer mit ihren Freundinnen zum Austausch ├╝ber ihre neuesten literarischen Arbeiten. "Bin schon unterwegs", rief sie in den H├Ârer, bevor sie aufsprang, die Diskette sorgf├Ąltig zur├╝cklegte und den Computer ausschaltete. Disziplin, das war eines der wichtigsten Prinzipien im Schriftstellerberuf. Temine mussten eingehalten werden. Sie angelte nach ihrer Umh├Ąngetasche, warf sich ihre Jeansjacke ├╝ber und flitzte aus der Wohnung.

Auf der Treppe ├╝berlegte sie, dass es mit dem Fahrrad schneller gehen m├╝sse als mit der Stra├čenbahn. Einmal durch den Park gesaust, und schon w├Ąre sie bei Ulrike. So radelte sie los, schl├Ąngelte sich durch den Feierabendverkehr auf den Park zu und dachte dabei an ihr Buch. Einen Fantasyroman wollte sie schreiben, mit Magiern und Hexen, die einen uralten Wissensschatz ├╝ber das Leben von Pflanzen und Tieren h├╝teten. Hier im Park f├╝hlte sie sich inspiriert, die frische Luft, der Duft von feuchtem Laub, das herrliche Gr├╝n der B├Ąume … Und pl├Âtzlich war es, als schl├╝ge ihr jemand mit einem Hammer auf den Kopf. Sie bremste scharf und blieb stehen. Dort dr├╝ben, auf einer Parkbank in der Sonne, sa├č Ingo, ganz selbstverst├Ąndlich und gel├Âst. Nun, er hatte ihr nicht gesagt, wo er sich mit seiner Verlegerin treffen wollte. Dass er dort sa├č, war in Ordnung. Er war schlie├člich ein freier Mann. Was nicht stimmte, war die Farbe ihres Kleides. Es war rot. Leuchtend rot und eng anliegend. Und zu allem ├ťberfluss war sie gerade dabei, etwas aus einer bunt bedruckten Einfkaufst├╝te herauszufischen und ihm lachend auf den Kopf zu setzen. Es war ein Hut. Pl├Âtzlich f├╝hlte Susanne sich schuldbewusst, wie ertappt beim Betrachten einer Szene, die nicht f├╝r ihre Augen bestimmt war. Vorsichtig und lautlos schob sie ihr Fahrrad einige Meter den Weg zur├╝ck und bog dann in die Allee Richtung Parkausgang ab. Was sie jetzt brauchte, war Bewegung, k├Ârperliche Anstrengung. Sie trat in die Pedale und schickte sich an, einmal die ganze Stadt zu umfahren. Ulrike war vergessen.

Als Ingo an diesem Abend seinen Wohnungsschl├╝ssel ins Schloss steckte, klemmten zwei Flaschen italienischer Rotwein unter seinem Arm, und am Handgelenk des anderen hing eine T├╝te mit K├Âstlichkeiten aus dem italienischen Lebensmittelgesch├Ąft an der Ecke. Eva hatte ihn mit ihren verr├╝ckten Ideen und dem von ihrer Italienreise mitgebrachten Hut heute Nachmittag richtig in Urlaubslaune gebracht, und er versp├╝rte Lust, mit Susanne zu feiern, einfach so. Ganz spontan und aus dem Bauch heraus, wie Eva zu sagen pflegte. Seit sie vor einigen Jahren ihr intimes Verh├Ąltnis in gegenseitigem Einvernehmen in eine locker-entspannte, aber dennoch professionelle Beziehung hatten ├╝bergehen lassen, verstanden sie sich wieder ausgezeichnet. Stundenlang konnte er mit ihr ├╝ber seine neuesten Romanideen debattieren oder ihr auch schon mal sein Herz aussch├╝tten, wenn er unter einer Schreibblockade litt. Ingo grinste. Und das alles enthielt er Susanne vor. Schreibblockaden wegr├Ąumen.

Sie sa├č vor dem Fernseher und wunderte sich. Ihr Mann summte in der K├╝che herum und schepperte mit T├Âpfen. Kam herein und dr├╝ckte ihr mit einem "Prego carissima" ein Glas Rotwein in die Hand, um gleich darauf wieder in Richtung Salatsch├╝ssel zu entfleuchen. Benahm sich wie ein, ja, genau wie ein verliebter Junge. Verliebt in wen? H├Ąmmerte es in ihr, bohrte sich der Zweifel tief in ihr Inneres wie ein Wurm, der sich in einen Apfel hineinfrisst. Dennoch beschloss sie, sich nichts anmerken zu lassen. Schlie├člich sind wir nicht in Hollywood, und wir f├╝hren eine moderne Ehe. Was immer das auch hei├čen mag.

Wochenlang ging das nun schon so. Sie spionierte ihm nach, und immer wieder sah sie ihn mit Nicole, mal im Restaurant, mal im Kino, und danach ging es mit sch├Âner Regelm├Ą├čigkeit in dieses sch├Ąbige kleine Hotel im Bahnhofsviertel. Was die beiden nur daran fanden, sich in so einer Absteige zu lieben.
Abends sa├č Rita am Wohnzimmertisch und zerschnitt Fotos. Ein teures Hobby, aber was f├╝r eine Genugtuung! Von jedem Bild schnitt sie "die andere" weg und zerschnippelte diese in tausend kleine Kr├╝mel, die sie anschlie├čend in die Klosch├╝ssel warf. Da, und da hast du's, du Hexe! Es verschaffte ihr eine solche Erleichterung zu sehen, wie die verhasste Rivalin St├╝ck f├╝r St├╝ck in ihre Einzelteile zerlegt wurde! Doch die Frustration erwachte jeden Tag neu. Denn t├Ąglich sah sie ihn wieder mit seiner Geliebten, mal in seiner Praxis, mal im Auto, einmal sogar direkt vor seiner Haust├╝r. Das war riskant, schlie├člich h├Ątte seine Frau die beiden erwischen k├Ânnen.
Rita litt. Ihr ganzes Denken und Handeln kreiste nur noch um Nicole und Stephan, Stephan und Nicole. Was sie da wohl genau trieben in dieser Absteige? Was stellte er mit ihr an? Wie schaffte es diese Schlange, ihn so lange Zeit so intensiv f├╝r sich zu interessieren? Die Sitzungen bei ihm wurden zur Qual. Um sich nichts anmerken zu lassen, erfand sie die abwegigsten Kindheitstraumata, Angstzust├Ąnde und schizophrenen Krisen, die ihr nur einfallen wollten. Verzichten konnte sie auf die immer wieder herbeigesehnte, einmal pro Woche real gelebte Intimit├Ąt mit ihm auf keinen Fall.


Susanne lag auf dem Sofa und sah nachdenklich dem Spiel der Wolken zu, die mit atemberaubender Geschwindigkeit durch das Azurblau des Fensterausschnitts jagten. Den entstehenden Roman ihres Mannes druckte sie nach und nach auf Papier aus, so war das Lesen bequemer und das Risiko, entdeckt zu werden, geringer. Diese Rita war wirklich eine verr├╝ckte Person mit ihrer krankhaften Eifersucht! Das war ja nicht normal, einem Mann so hinterherzuspionieren, und dann noch die Sache mit den zerschnittenen Fotos!
Unwillk├╝rlich fiel ihr Blick auf die Fotoalben, die s├Ąuberlich aufgereiht in dem gl├Ąsernen Designerregal standen, das sie sich zum letzten Weihnachtsfest gemeinsam angeschafft hatten. Ohne lange nachzudenken, steuerte sie darauf zu und zog eines von den ├Ąltesten heraus, die Ingo geh├Ârten. Obwohl sie die Fotos schon kannte, ging heute etwas Fremdes, beinahe Bedrohliches von ihnen aus, und Susanne hatte das Gef├╝hl, als m├╝sse sie eine Botschaft in ihnen erkennen. Ingo als Student, im Ski-Anzug mit einer Flasche Sekt um sich spritzend wie ein Formel-1-Sieger, mit Studienfreunden in der Kneipe … Und da. Da war Eva. Mit der er sich auch heute noch traf, besonders seit sie einen eigenen Verlag hatte. Ungew├Âhnlich, unversch├Ąmt oft verabredeten sie sich in letzter Zeit. Angeblich um seinen neuen Roman zu besprechen. "Dass ich nicht lache", schnaubte Susanne. "Man braucht sie sich blo├č anzusehen, dieses durchtriebene Luder. Wiederhaben will sie ihn!" Eva am Strand, ihre verf├╝hrerische Figur (das hatte sich bis heute leider nicht ge├Ąndert) im knappen Bikini zur Schau stellend. Ins Wasser gehend, mit nacktem Oberk├Ârper und laszivem L├Ącheln. In die Kamera strahlend am festlich gedeckten Tisch in einem Strandlokal, gemeinsam mit Ingo, wahrscheinlich per Selbstausl├Âser geknipst.
Im Regal stand eine Schale mit Stecknadeln, die Susanne am Vorabend dort vergessen hatte, als sie ihr neues rotes Kleid k├╝rzen wollte. Sie dachte nicht nach. Ihre Hand folgte einfach einem Automatismus, vergleichbar dem Instinkt bei Tieren, deren Verhalten nicht ├╝ber die Vernunft, sondern durch ein von der Natur festgelegtes Programm gesteuert wird. Die Hand fischte eine Nadel heraus und stach in Evas Augen, in die Arme, die Beine. Susanne lachte auf. Dann erschrak sie und klappte das Album knallend zu. Die Stecknadel fiel zu Boden, aber Susanne k├╝mmerte sich nicht mehr darum.

Als Ingo kurze Zeit darauf in die Wohnung kam, fand er seine Frau entspannt und fr├Âhlich in der Badewanne liegend. Er atmete im Stillen auf. Seit einigen Wochen fand er sie ver├Ąndert, irgendwie nerv├Âs, gereizt und verkrampft, und er machte sich Sorgen um sie. Wahrscheinlich befand sie sich gerade in einer schwierigen Schreibphase, er kannte das nur zu gut, wenn der rote Faden sich einfach nicht weiterspinnen lassen wollte. Um so mehr w├╝rde sie sich ├╝ber seine ├ťberraschung freuen.
"Schatz, beeil dich, wir haben dieses Wochenende etwas vor!"
Neugierig schaute Susanne ihn mit ihren gro├čen blauen Augen an. Sie konnte so s├╝├č und unschuldig wirken mit ihrem blonden, jetzt feucht gewordenen Pferdeschwanz und den rotgl├Ąnzenden Wangen.
"Na los, zieh dir was an, pack schnell ein paar Sachen ein und auf geht's!"

Das Ziel ihres Kurztrips hatte er ihr nicht verraten wollen. Also lehnte sie sich im Autosessel zur├╝ck und lie├č sich einfach chauffieren. Als sie erwachte, drang ihr das Rauschen der Nordsee in die Ohren, die Nachtluft war k├╝hl und salzig, der Wind rupfte an ihren Haaren, als sie ausstieg. "Das Meer", jauchzte sie begeistert auf und stob augenblicklich in Richtung Strand davon. Ingo blickte ihr mit einem wohlwollendem L├Ącheln nach. "Es hat also funktioniert", begl├╝ckw├╝nschte er sich.

Kurz darauf sa├čen sie vor dem ├╝berdimensionalen Kamin des Hotelrestaurants und warteten auf die Platte mit Meeresfr├╝chten, wobei sie schon einmal von dem M├ócon Villages nippten, den ihnen der Kellner mit Kennermiene empfohlen hatte. Susanne strahlte. Das war der Ingo, den sie liebte. Aufmerksam, weltm├Ąnnisch, erfolgreich und charmant. Wie hatte sie nur in den letzten Wochen an ihm zweifeln k├Ânnen? Susanne konnte es sich selbst nicht mehr erkl├Ąren. Gen├╝sslich lehnte sie sich gegen die hohe Stuhllehne, schloss die Augen und lie├č den k├Âstlichen Wei├čwein auf sich wirken.
"Ingo, was – na, wenn das keine ├ťberraschung ist!" Brutal wurde sie aus ihrer Tr├Ąumerei hochgerissen. Neben Ingo stand Eva, lachte ihn an, lachte Susanne an, lachte einmal in die Runde und zeigte dabei ihre blitzwei├čen kleinen Z├Ąhne. Susanne kochte. "Ach, hallo Eva", zischte sie, "was f├╝r ein Zufall." Ingo schien am├╝siert. "Mit wem bist du hier? Setz dich doch einen Augenblick zu uns!" "Nein, ich will eure traute Zweisamkeit nicht st├Âren", gab Eva mit einem Seitenblick auf Susanne zur├╝ck, "ich bin allein hier. Will mich ein bisschen in Selbstfindung ├╝ben. Nur das Meer und ich, du erinnerst dich?"
Susanne h├Ârte gar nicht mehr hin. Sie hatte abgeschaltet. Ihr Ego hatte sich zur├╝ckgezogen wie die empfindlichen F├╝hler einer Schnecke, die auf ein Hindernis trifft. F├╝r sie war der Abend gelaufen, der ganze Aufenthalt hier war zu einer l├Ącherlichen Zirkusveranstaltung verkommen. Eva war ihnen nachgefahren. Sie hatte irgendwie herausbekommen, wo Ingo sich mit seiner Frau aufhielt, vielleicht hatte er es ihr sogar selbst gesagt, und sie hatte die Vorstellung nicht ertragen, dass ihr Geliebter mit seiner Frau … Susanne wurde schlecht, sie sah rot. "Entschuldigt mich bitte kurz", stie├č sie hervor und lief davon in Richtung Toilette.

Rita durchlebte die schlimmste Zeit ihres Lebens. Eines Nachts wachte sie schwei├čgebadet auf, weil sie wieder einmal davon getr├Ąumt hatte, wie Stephan sich mit Nicole im Hotel ein paar sch├Âne Stunden machte. Sie stand auf, um sich in der K├╝che ein Glas Wasser zu holen. Im Wohnzimmer stie├č sie mit ihren nackten F├╝├čen gegen den Haufen Fotos, die sie gestern Abend nicht mehr wegger├Ąumt hatte. Sie knipste das Licht an und betrachtete sie. Mit Stecknadeln w├╝rden sich bestimmt herrlich die Augen ihrer Rivalin ausstechen lassen, ha, und da, man k├Ânnte gleich auch noch in Bauch, Arme und Beine stechen … Wie in Trance holte Rita das D├Âschen Stecknadeln aus ihrem N├Ąhkorb, fischte eine heraus und stach zu. Es war wie bei einem Voodoo-Zauber, man musste sich nur ganz fest dabei w├╝nschen, die verhasste Person sterbe wirklich …

Susannes Herz klopfte wie ein Presslufthammer. Sie sprang auf und fegte dabei ein Wasserglas vom Tisch. Hatte Ingo etwas gemerkt? Das Fotoalbum mit den zerstochenen Fotos – nein, da stand es noch im Regal, genau wie sie es vor dem zum Fiasko ausgearteten Kurzurlaub am Meer hineingestellt hatte. Sie sank zur├╝ck aufs Sofa und las weiter.

In dieser Nacht fasste Rita einen Entschluss. Nicole musste verschwinden, und zwar endg├╝ltig. Pl├Âtzlich schien ihr alles ganz einfach. Klar und deutlich tauchte ein Plan vor ihr auf: Sie w├╝rde sich, unter falschem Namen und verkleidet, in besagtem Hotel ein Zimmer mieten und den beiden auflauern, wenn sie wieder einmal ihren woll├╝stigen Spielereien nachgingen. Meistens verlie├č Ingo als erster die Absteige, vermutlich wollten sie sich nicht auf der Stra├če verabschieden. Nicole lie├č sich dann noch etwa eine halbe Stunde Zeit, bevor auch sie ihrer Wege ging. Nach der Liebe ist eine Frau entspannt und nicht auf Verteidigung eingestellt, dachte Rita. Es w├╝rde ein leichtes sein, sich mit einem abgedeckten Tablett Zugang zum Zimmer zu verschaffen (sie w├╝rde anklopfen und sagen: "Zimmerservice bitte"), das Messer hervorzuziehen und zuzustechen. Dann w├╝rde sie verschwinden, und es w├╝rde eine geraume Zeit vergehen, bevor ├╝berhaupt jemand etwas von dem Mord bemerkte. Rita war nun ganz ruhig. Sie hob die Fotos auf, warf sie in den M├╝lleimer und r├Ąumte noch ein wenig auf, bevor sie ins Bett ging.

Susanne lie├č die Bl├Ątter sinken und legte sich bequemer auf dem Sofa zurecht. Sie begann, sich den Mord an Nicole auszumalen. Wie Ingo, nein Stephan sich im Hotel mit einem leidenschaftlichen Kuss von seiner Geliebten verabschiedete. Wie diese sich noch einmal katzengleich schnurrend in die Kissen zur├╝ckgleiten lie├č. Wie Rita sich der T├╝r n├Ąherte, kalt und ruhig das Tablett vor sich herbalancierend, wie sie klopfte und rief "Zimmerservice bitte". Wie Nicole, nur d├╝rftig in die Bettdecke geh├╝llt, aufschloss und behende ins Bett zur├╝cksprang.
"Stellen Sie es dahin", seufzte Eva zufrieden vom Bett her├╝ber, wobei sie sich zur anderen Seite drehte, um ihr Kleid aufzuheben. Das war der richtige Moment f├╝r Susanne. Sie griff nach dem Messer und stach in den wei├čen, geschwungenen R├╝cken. Sofort ergossen sich rote Sturzb├Ąche auf die Bettlaken, tropften auf den Boden, und Susanne konnte sich nicht mehr bewegen, sie starrte auf das Wei├č des nunmehr leblosen K├Ârpers ├╝ber den zerw├╝hlten Bettlaken, das tropfende Rot, und sie begann zu schreien.
Heftig keuchend ├Âffnete Susanne die Augen und blickte sich im Wohnzimmer um. Die D├Ąmmerung war hereingekrochen und umh├╝llte die M├Âbel wie sch├╝tzende Watte. "Nichts passiert, es ist rein gar nichts passiert", versuchte sie sich einzureden, w├Ąhrend sie das Manuskript sorgf├Ąltig versteckte und ins Badezimmer ging, um sich wieder ein normales Aussehen zu verschaffen.

An diesem Abend hatten sie Streit. Es begann, wie so h├Ąufig, ganz harmlos. "Jetzt lass mich doch endlich mal sehen, was du geschrieben hast", dr├Ąngte Susanne wieder einmal. Sie wollte um jeden Preis das Thema auf seinen neuen Roman bringen, um herauszufinden, ob er etwas von ihrer heimlichen Lekt├╝re oder ihrer brodelnden Eifersucht ahnte. Und da sie schon einmal dabei war: Ob er ├╝berhaupt etwas von ihr wusste, ob er sich je wirklich f├╝r sie interessiert hatte. Aber Ingo lie├č sich diesmal nicht auf ihre Sticheleien ein, sondern wurde sofort richtig w├╝tend: "Susanne, ich habe es dir doch jetzt schon so oft gesagt. Lass mich endlich in Ruhe mit deiner neugierigen Fragerei, ich kann mich bald ├╝berhaupt nicht mehr konzentrieren, wenn du mich so l├Âcherst." Es entflammte eine heftige und lautstarke Auseinandersetzung, die schlie├člich dazu f├╝hrte, dass Ingo sich sein Bettzeug schnappte und das Nachtlager im Wohnzimmer aufschlug.
Als Susanne kurz vor Mittag aufwachte – sie hatte am Vorabend eine Schlaftablette genommen – war er nicht mehr da. Das Bettzeug lag noch zerw├╝hlt auf dem Sofa, aber weit und breit kein Ingo. In seinem B├╝ro war er auch nicht. Einem Impuls folgend, ├Âffnete Susanne den Diskettenkasten. Die kleine schwarze Diskette mit der Aufschrift "Eifersucht" war verschwunden. Sie stellte den Computer an und suchte die ganze Festplatte ab – nichts. "Verdammt", zischte sie, "er muss etwas gemerkt haben."

Ingo lehnte sich bequem zur├╝ck, kreuzte die ausgestreckten Beine ├╝bereinander und blickte zufrieden aus dem Fenster. Sein tragbarer Computer summte erwartungsvoll vor sich hin. Das Ende w├╝rde er hier im Hotel schreiben, in authentischer Atmosph├Ąre, ganz ungest├Ârt und konzentriert. Sollte Susanne ruhig zu Hause ein wenig zappeln. Das w├╝rde sie lehren, ihre Neugier im Zaum zu halten.

Heute Abend sollte die Tat geschehen. Rita hatte sich eines der K├╝chenmesser eingesteckt, die sie von ihrer Mutter zu ihrem letzten Geburtstag bekommen hatte, und machte sich auf den Weg zu ihrer Sitzung mit Doktor Stephan Hirsch. Als sie unten im Treppenhaus an den Briefk├Ąsten vorbeikam, fiel ihr ein, dass sie noch nicht nachgeschaut hatte, ob Post gekommen war. Sie ging noch einmal zur├╝ck und schloss ihren Briefkasten auf. Ein P├Ąckchen lag darin, h├╝bsch verpackt und leicht. "Ein Geschenk des neu er├Âffneten Gesch├Ąftes 'S├╝├če Tr├Ąume' ganz in Ihrer N├Ąhe" stand darauf. Rita steckte es in ihre Tasche, neben das K├╝chenmesser, und verlie├č eilig das Haus. Dass sie in der Praxis noch etwas warten musste - Herr Doktor Hirsch war wieder einmal in ein Telefongespr├Ąch vertieft – kam ihr diesmal ganz gelegen. So konnte sie in Ruhe das P├Ąckchen untersuchen. Es war eine Pralinenschachtel. Erfreut griff sie zu. Pralinen a├č sie f├╝r ihr Leben gern.

Minuten sp├Ąter lag sie im Sprechzimmer auf der Couch und berichtete von ihren unkontrollierbaren Essgel├╝sten in ihrer Studienzeit. "Es war furchtbar, Herr Doktor, ich konnte an keiner Tafel Schokolade vorbeigehen, ohne, ohne –"
"Ja, ich h├Âre, sprechen Sie weiter", lie├č sich Doktor Hirsch vernehmen.
Aber es kam keine Antwort mehr. Rita lag still und ruhig auf der Couch.
Stephan drehte sich zu ihr um. Ihre Augen waren weit ge├Âffnet, der Blick leer. Er konnte nur noch feststellen: Herzstillstand, kein Puls mehr. Rita war tot.
Sein Handy summte. Mechanisch griff er danach und kr├Ąchzte fast tonlos hinein: "Ja, hallo?" "Hallo mein S├╝├čer, ich dachte, wir k├Ânnten uns schon heute Nachmittag treffen, du hast ja jetzt endlich unbegrenzt Zeit f├╝r mich. Wie w├Ąr's?"


So ungef├Ąhr w├╝rde das Ende aussehen. Jetzt dem Ganzen noch den letzten Schliff verpasst, und dann w├╝rde er Eva endlich seinen Roman h├Âchstpers├Ânlich ├╝berbringen k├Ânnen. Vergn├╝gt pfiff Ingo vor hin. Herrlich, wenn man nicht gest├Ârt wurde!

Susanne raffte hastig ihre Sachen zusammen. Heute war Dienstag; wenn sie sich nicht beeilte, w├Ąren Ulrike und die anderen wieder einmal vor ihr versammelt. Sie konnte schlie├člich nicht ewig hier herumhocken und sich nach ihrem Mann verzehren. Zwei Tage war Ingo nun schon verschwunden. Bestimmt hatte er sich irgendwo vergraben, um in Ruhe seinen Roman abzuschlie├čen. Wom├Âglich bei Eva! Und das Ende des Romans konnte sie jetzt auch nicht lesen ...
W├╝tend rannte die sie Treppe hinunter. Du meine G├╝te, die Briefk├Ąsten quollen ja wieder einmal ├╝ber von Werbeprospekten. Da fiel ihr ein, dass sie den ihren heute noch nicht ge├Âffnet hatte. Sie blieb stehen, schloss ihn auf und fand unter dem Wust ├╝berfl├╝ssiger Wurfsendungen ein P├Ąckchen, h├╝bsch verpackt und leicht. Mechanisch riss sie es auf. Zum Vorschein kam eine Pralinenschachtel. Achselzuckend steckte Susanne sie in ihre Tasche, warf gleichg├╝ltig das Paketpapier in den bereitstehenden M├╝lleimer und schwang sich auf ihr Fahrrad.

Erst viel sp├Ąter blitzte in ihrem Kopf einmal fl├╝chtig die Frage auf, wer ihr eigentlich die Pralinen geschickt haben mochte. Aber wirklich wichtig war ihr die Antwort zu dem Zeitpunkt nicht mehr.

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


Michael Schmidt
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Jan 2002

Werke: 43
Kommentare: 1978
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Michael Schmidt eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Hallo Yoanna,

was ist denn eine professionelle Beziehung?

Michael

Bearbeiten/Löschen    


Yoanna
???
Registriert: May 2003

Werke: 8
Kommentare: 40
Die besten Werke
 
Email senden
Profil
Professionell

Hallo Michael,

eine professionelle Beziehung ist eine, die nicht privat, sondern ausschlie├člich beruflich gepr├Ągt ist, so beim Schriftsteller und seiner Verlegerin. Klingt das holprig? Kann sein, dass ich es aus dem Franz├Âsischen habe.

Ansonsten habe ich jetzt die Passagen, die dem Roman in der Geschichte entsprechen, kursiv gemacht, da liest sich das Ganze leichter, oder?

Gru├č,

Yoanna

Bearbeiten/Löschen    


Michael Schmidt
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Jan 2002

Werke: 43
Kommentare: 1978
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Michael Schmidt eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Hallo Yoanna,

ja, das Kursiv-Setzen erleichtert das Lesen.
Und die Beziehungsstelle fand ich ein wenig holprig, Wortspielerei hin, Wortspielerei her.

Freue mich aber schon auf deine n├Ąchste Geschichte.

Bis bald,
Michael

Bearbeiten/Löschen    


Roni
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Feb 2003

Werke: 0
Kommentare: 210
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Roni eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

hallo yoanna,

ich gratuliere zu einer rundum spannenden und raffinierten geschichte.
ich hoffe, susanne hat eine schokoladen-allergie;
ich habe mich auch gefragt, ob sie wohl die pralinenschachtel bei ulrike auf den tisch stellt???
("ich habe ein problem und muss mich mal aussprechen", sagt sie noch zu ihren freundinnen, bevor diese vom stuhl kippen )

u.u. koennte man die letzten beiden saetze streichen. letztendlich enthalten sie nichts neues bzw. nichts, was sich der leser nicht auch fragt und zu wissen meint.

ich schliesse mich michael an und freue mich auf die naechste story
gruss
roni

Bearbeiten/Löschen    


Zur├╝ck zu:  Krimis und Thriller Ein neues Thema ver├Âffentlichen.     Antwort ver├Âffentlichen.


Leselupe-Bücher



Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!