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Leselupe.de > Kindergeschichten
Das rote Boot
Eingestellt am 23. 08. 2002 11:26


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Heike Strobel
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Das rote Boot

Im einem kleinen Fischerhafen war ein rotes Boot zwischen lauter gro├čen Motorjachten und Segelbooten angekettet. Jeden Tag sah es zu, wie elegant gekleidete Leute mit wei├čen Hemden und M├╝tzen, Frauen in sch├Ânen Kleidern und Champagnergl├Ąsern in der Hand auf den edlen Jachten das Leben genossen. Wenn der Wind g├╝nstig war, wurden die Segler oft losgebunden und durften durch das Hafentor hinausschwimmen. Die Motorboote wurden seltener bewegt. Doch wenn, gaben sie m├Ąchtig Gas. Nachts, wenn die Leute wieder in ihren luxuri├Âsen Hotels verschwunden waren, prahlten die Segelboote und die Motorjachten um die Wette, wer die meisten Seemeilen zur├╝cklegen durfte. „Und Du, kleine rote Walnussschale, was ist mit Dir?“ spotteten sie dann, „Dich braucht wohl niemand mehr!“ Dann wurde das kleine rote Boot sehr traurig. Selbst das Kitzeln der kleinen Fische, die die Algen von seinem Rumpf abnagten, waren ihm jetzt kein Trost mehr.

Eines Tages kam ein kleiner Junge auf den Bootssteg. Er sah aus wie einer von den reichen verw├Âhnten Bengeln. Aber er sah sehr traurig aus. Das kleine rote Boot wurde ganz aufgeregt. Der Junge blieb genau an seinem Anlegeplatz stehen. „Was hast Du denn?“ fragte das Boot. Der Junge b├╝ckte sich und sah das Boot lange an. „Wei├čt Du, rotes Boot,“ seufzte er, „ mein Papi hatte auch mal ein Segelboot, gr├Â├čer und sch├Âner als alle anderen hier. Aber jetzt hat er es verkauft. Er sagt, er ist pleite oder so- jedenfalls hat das Gesch├Ąft nicht mehr genug Geld f├╝r ein Boot. Meine Mama will, dass wir wegziehen – ohne Papa. Und mein Kater Moritz soll zu Oma gehen. Aber ich will nicht weg, nicht ohne Moritz und nicht ohne Papa. Und deshalb will ich alleine fort....-darf ich mit Dir wegfahren?“

Das Boot schaukelte zustimmend in den Wellen. „Nat├╝rlich darfst Du. Komm an Bord. Ich bringe Dich, wohin Du willst.“
Und endlich konnte das Boot auch durch die Hafeneinfahrt hinaus aufs offene Meer fahren. Es war so gl├╝cklich.
Gegen Mittag schlief der kleine Junge ein. Die See lag still und kein L├╝ftchen regte sich. Da h├Ârte das rote Boot ein Ger├Ąusch hinter sich. Eine schicke Motorjacht glitt direkt auf sie zu. Als sie nahe genug war, rief eine M├Ąnnerstimme. „Sven, wach auf! Junge, wir haben Dich ├╝berall gesucht.“ Der Junge rieb sich die Augen und maulte: „Nie mehr will ich mit Euch in Urlaub fahren. Ihr habt ja kein Boot mehr.“ Da antwortete der Mann: “Dann kaufen wir uns eben ein anderes.“ „Aber ich will nicht ohne Moritz und Dich wegziehen. Das ist unfair.“ Sven schluchzte laut. „ Das musst Du auch nicht, Sven. Wir werden zusammenbleiben. Das war doch nur ein dummer Streit gestern Abend. Da sagt man schon mal so was. Nun komm zur├╝ck mit Deiner alten Nussschale.“
Aber Sven bewegte sich nicht. Das rote Boot schnaufte „Ich bin keine Nussschale! Und Du bist doch mein neuer Freund.“ – „Nur, wenn Du mir erlaubst, das Boot hier zu behalten und jeden Tag hinauszufahren.“ h├Ârte es Sven pl├Âtzlich rufen. „Ja, Junge, wenn es zu verkaufen ist, von mir aus. Aber komm endlich zur├╝ck.“
Da steuerte Sven zur├╝ck zum Hafen. Das rote Boot bekam einen neuen Besitzer, wurde gestrichen und geschrubbt und durfte von nun an jeden Tag hinausfahren aufs Meer. Wenn nachts die anderen Boote um die Wette prahlten, schmunzelte es nur und lie├č sich von den Wellen in den Schlaf schaukeln.


__________________
08/2002 Heike Strobel

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flammarion
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hm,

eine sehr angenehme geschichte. kommt in mein weihnachtsalbum. ganz lieb gr├╝├čt
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Old Icke

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Heike Strobel
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Hallo Flammarion,
sch├Ân, da├č sie Dir gef├Ąllt. Aber ob das eine gute Weihnachtsgeschichte abgibt ? Da mu├č ich mir aber noch etwas besseres einfallen lassen...;-))
Liebe Gr├╝├če, Heike

__________________
08/2002 Heike Strobel

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flammarion
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au ja,

mach mal. bei mir dauert weihnachten etliche tage, man g├Ânnt sich ja sonst nichts. ganz lieb gr├╝├čt
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Old Icke

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