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Leselupe.de > Kurzprosa
Der Augenblick in die Ewigkeit des Augenblicks
Eingestellt am 09. 08. 2006 20:36


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agonius
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Registriert: Apr 2006

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Der Augenblick in die Ewigkeit des Augenblicks

Ziellos zieht es mich durch Zeit und Raum. Sonnendurchtr√§nkter Tag und schwarzgetintete Nacht, himmelragende H√∂hen und abgrundf√ľhrende Tiefen, ausged√∂rrte W√ľsten und vollgesogene Gletscher wechseln, wie Sommer und Winter, im immerw√§hrenden Kreislauf von Leben und Tod, von Endlichkeit und Ewigkeit, von In-Schein und √úber-Sein sich erg√§nzend ab.

Rauch steigt auf, grau wie kahlgeschorene Katzenhaut und umh√ľllt mich. Ich er√§uge einen gewaltigen Haufen von Bl√ľten, (bl√ľhende Scheine, mit einem gewissen Kapitalwert), an ihm nagen, wie vom Teufel besessen, hungrige W√∂lfe, √ľber ihm kreisen gierige Geier und warten auf Kadaver.

Am Horizont w√∂lbt sich im Dunstschein der Sonnenstrahlen ein Regenbogen, wie eine brennende, halbrund erstarrte, √ľberdimensionale Pythonschlange, der alle Schatten durchdringt und das Widerspiel des Guten mit dem Unheilvollen in Einklang bringt.
Ich √∂ffne mein Herz f√ľr den Lockruf des Windes.

Pl√∂tzlich stehe ich an einem gro√üen, tiefen Tr√§nenteich, beladen mit kleinen Schneeh√ľgeln, die auf der salzigen Fl√ľssigkeit majest√§tisch wie stolze Schwanenk√∂nige w√§hrend der Paarungszeit, geheimnisvoll poesiert dahingleiten. Schweigen bewegt mich wie ein wonnevoller Segen,
ich empfinde mehr, als ich begreifen kann.

Auf der Suche nach der ewigen Wiederkunft des Gleichen, im flie√üenden Zusammenklang von Werden und Vergehen, tauche ich, im harmonischen Windhauch des sch√∂pfenden Atmens, hinein. Es empf√§ngt mich der bet√∂rende Duft von sich √∂ffnenden Bl√ľtenkelchen. Jetzt h√∂re ich die sirenenhafte Fl√∂tenmusik pinker Psychodiamanten, die mich in einen finsteren Schlund hinunterschl√§ngelt.

An dessen Ende stellt sich mir ein großes schwarzes Loch entgegen.
Ich steche hinein und klettere in ihm hinauf oder hinunter, im Labyrinth der verstrickten Gegen-warten zur√ľck zu den vergangenen Zu-k√ľnften, wandelbar seiend in inneren raum-zeitlichen Zusammenh√§ngen unendlich vieler zerlegender Augenblicke.

Ich erkenne mich wieder in einem Boot, mit Juwelen, Silber und Gold beladen, auf einem Freudenflu√ü mit Mandarinenb√§umen und lilalen Weinwellen. Unglaublich gro√üe, gelbgr√ľne Zellophanblumen ragen mir √ľber mein Haupt und ich wundere mich, als ein liebenswertes Mondm√§dchen mit kaleidoskopierten Sonnenaugen, leise fl√ľsternd meinen Namen ruft: ‚ÄěHallo mein lieber Freund, komm und folge mir nach zu der Treppe in den Himmel hinauf, zu den Bernsteinh√ľgeln mit den Rubin- und Smaragdt√ľrmen und schau Dir die Aquamarint√§ler mit den Erdbeerfeldern und den gmollgr√ľnen W√§ldern an, denke nicht nach, sondern tauche wie eine Wasserwolke in die Glaszwiebelozeane mit den Tintenfischg√§rten, den Seepferdchenschw√§rmen und den cham√§leonartigen Korallenriffen ein, wo die wiegende Unendlichkeit leuchtet und nichts mehr Deiner Wahrheit entspricht, weil niemand einsam herumlungert und sterben will, sondern auf einer im Glauben tief verankerten, sich spiegelnden Schleife, alle Schattierungen von Marzipanmenschen, in z√§rtlicher Liebe f√ľr immer vereint, Pilzk√ľchlein essen und k√∂stlichen Wein trinken und mit den Tieren fr√∂hlich tanzend und mit farbenpr√§chtigen V√∂glein bezaubernde Liebeslieder singend auf einer Lichtwoge der Euphorie schwimmen.‚Äú
Und sie l√§chelt und ber√ľhrt sanft meine Stirn. Jetzt da ich diesen lieblichen Klang der Musik mit allen Sinnen wahrnehme, fange ich an, in einer vollkommenen Befreiung von allen Seelenblockaden, zu den Sternen zu fliegen. Ich hatte noch nie ein so starkes und positives Gef√ľhl. Mensch ist das sch√∂n! Unglaublich, so wundersch√∂n! Unbeschreiblich, Ostern 2006. Ich bin im Einklang mit dem ganzen Universum. Die Dunkelheit der Nacht ist in einem heiligen Licht eingefangen. Paradiesisch, supra-, megageil! Ich brenne vor Gl√ľck, Hallelulja.

Tod wo ist dein Stachel, H√∂lle wo ist dein Sieg? Alle Teuflischen M√§chte sind verschlungen. Der HERR ist auferstanden! Es lebe die ewige Liebe, die Sonne in der Nacht hat mich angel√§chelt. ‚ÄěWelch erstaunliche Gnade, wie s√ľ√ü die Kl√§nge die einen Glanzlosen wie mich gerettet habe. Einst war ich verloren, aber nun bin ich gefunden ich war blind doch nun sehe ich.‚Äú


Ist das alles ein Traum, die Erleuchtung, das absolute Liebesfeuer einer h√∂heren Macht die mich mit ihrem heiligem Geist durchstr√∂mt oder bin ich total verr√ľckt?

Ich höre eine Stimme so klar wie der Glanz des Tageslichts: “Ich bin das Auge de Himmels, das Dich anschaut, durch den purpurroten Dunst Deines Bewußtseins, die Wahrheit Deines Lebens ist nur eine Illusion, Deine dreidimensionale Realität ist Betrug, sie ist ein Traum in einem Traum, die wahrhaftige Wirklichkeit hat unendlich viele Dimensionen.“

Sind das transzendierte W√∂rter von mir? Frag mich nicht, das kann ich nicht entscheiden. Schau wie die W√∂rterwolken l√§cheln, jetzt ist die Bl√ľtezeit der ph√§nomenalen Phantasie. Horch auf den Klang des Friedens in der Stille des Mondgesangs. Heute Nacht √∂ffnen sich alle T√ľren der Verwandlung in eine erhabene Gestaltung der Vorstellungskraft. Erinnere Dich an den Traum in dem Traum, er liegt in der Zukunft. Schritt f√ľr Schritt werden sich die Geheimnisse offenbaren. N√§hre Dich und ern√§hre Dich von meiner Gedankenwelt. Am Ende des Augenblicks in die Ewigkeit des Augenblicks f√§llt der letzte Vorhang der Zeit, und Zukunft wird Vergangenheit. Wenn Du an die Macht der Magie glaubst, ist alles f√ľr Dich Phantasie und dann kann sich Dein Bewu√ütsein verwandeln und der Raum in den Du blickst weitet sich aus und Du schaust in der Zeit zur√ľck und entdeckst neue physikalische Gesetze, die Du nicht f√ľr m√∂glich gehalten h√§ttest.
Und es werden Zeiten kommen, an die Du glauben kannst. Im Scho√ü der G√∂tter werden sich alle¬īMenschen br√ľderlich umarmen und die Steine werden sich erweichen, und Sternenschiffe werden vom Himmel herab gondeln und wir werden mit ihnen durch alle Welten driften und aus den Feldern und W√§ldern werden Geister der Liebe und Zuneigung aufsteigen und mit uns im Glockenspiel aller Gottesh√§user und mit dem Gesang aller himmlischen Ch√∂re ein ewiges Ostern feiern.

In meiner magisch, mystischen Reise auf der Suche nach diesen Wurzeln des Seins, f√ľhren mich die Kinder der Venus auf eine Br√ľcke zu einer Quelle und ich wachse in einen Liebeslebendschungel hinein, der l√§chelnd die Fremde durchforstet, und im Aufbruch aller Grenzen in dem kostbaren Hoffnungsbild, dieses in einem Liebesecho verankerten Schauens neue N√§he versp√ľren l√§sst.

Von diesem gl√ľcklichen Zustand umfasst liegt mir Ein-Stein ein Quantensprung im Sinn.
Nichts ist unm√∂glich, jeder kann lernen, das Minnespiel zu spielen. Wir brauchen dazu nur die Liebe f√ľr und zueinander: Und wir wurden dazu geboren, uns von ganzem Herzen zu lieben und zu dienen, und die Inkarnation der Liebe ist unser gr√∂√üter Diener, sie lebt und liebt uns, und sie wurde Mensch, damit auch wir Mensch werden.

Pl√∂tzlich erkenne ich mich in einem Mikrokosmosnebel wieder, wo Raum und Zeit chaotisch explodieren, w√§hrend sich alles verdreht, negativ und positiv, in einer unbeschreiblichen Zeitenvielfalt, synchron addiert, subtrahiert, multiplziert und dividiert, Vergangenheiten werden Zuk√ľnfte und Zuk√ľnfte verwandeln sich in Vergangenheiten, sie tauschen sich in einer Lawine der Gleichzeitigkeit beliebig aus, und alles ist eins und eins ist alles, bis alles in einem Augenblick der Ewigkeit des Augenblicks zum Stillstand kommt.

Winzige ultraschnell vibrierende Energiefädchen spalten, in einem
imaginären, inkompatiblen Koordinatensystem, durch das Zusammenspiel von atomarer und elektromagnetischer Energie und ungeheurer Schwerkraft, immer wieder die Zeit und schweißen sie mit absorbierter Lichtgeschwindigkeit ständig wieder zusammen, wobei
die Nenner aller Gleichungen der Relativit√§tstheorie kontinuierlich fortlaufend von allen Seiten den Nullpunkt durchlaufen und √ľberschreiten.

Die Zeit springt ungesteuert auf und ab, hin und her, zusammen und wieder auseinander gerissen, vorw√§rts und r√ľckw√§rts und rotiert beschleunigt im Kreis herum, jedes Verbindungsverh√§ltnis verlierend. Ich kann zwischen Ursache und Wirkung keine kausale Reaktion mehr konstatieren. Die Allmacht der Linearit√§t meiner Zeiterfahrung d√ľnkt gebrochen. Die von meinem geistigen Fassungsverm√∂gen nicht mehr zu bew√§ltigende Illusion kommt einer pyschedelischen Qual gleich. Lichtblitze flackern sanft durch die Asche meiner Gedanken.

Woher kommt die Zeit?
Warum empfinden wir sie nur als
wie ein Fluß in eine Richtung fließend?
Warum ist sie unsichtbar f√ľr uns?
Ist sie zufällig entstanden, oder vorherbestimmt?
Folgt sie einem algoritmischen Zwang?
Warum können wir uns nur in der Zeit bewegen,
aber warum können wir sie nicht verlassen?
Gibt es eine √úberzeit von Urknall zu Urknall kollidierend?
Kann sie sich selbst realisieren, organisieren und reformieren?
Habe ich irgendwann mein Ziel erreicht,
oder liegt es in der Unendlichkeit?
Wieviele Dimensionen sind denkbar?
Und wieviele neue √ľberraschende Ebenen der Realit√§t
werden wir Menschen jemals erkennen?
Hat die Zeit irgendwann einmal einen Endpunkt?
Bleibt von unserem Universum etwas √ľbrig,
wenn man die Zeit entfernt?
Ist eine Welt ohne Raum und Zeit unter gewissen Umständen
potenziell im Bereich des Möglichen?

√úber dem Tellerrand erheben sich g√∂ttliche Geister, aus der Nachbarschaft der Paralelluniversen √ľbergeordneter Dimensionen, in denen unser Kosmos gefangen nur wie eine subatomare Scheibe erscheint.

Auf dem Membranenmuster einer supersymetrischen Matrix,
auf dem wir, wie Zellpartikelchen angeordnet in Zeilen und Spalten, vielleicht zeitweilig existieren, gibt es unendlich viele Möglichkeiten,
und ich erkenne, wie in einer Reflexion in verschiedene Spiegel,
in den Wellen und Dellen von Raum und Zeit, daß Raum und Zeit
merkw√ľrdiger und dynamischer sind, als ich es mir vorstellen kann.

Aber alles ist eine grandiose, kosmische Symphonie, alle Elemente
tanzen nach dem Zepter des transzendenten Dirigenten in dem geheimnisvollen Bereich des Unerklärlichen und kann nur in einer Unio mystica, einer Vereinigung mit dem Weltenarchitekten, erfasst werden.
Er ist unser aller einer, einzig wahrer Vater, der uns allen gerecht wird, weil er jeden Menschen zu jedem zeitlichen Augenblick, von dem tiefsten Urgrund seines Seins aus, kennt.

Eines ist sicher, die Energieformen, aus denen unser Universum besteht,
laufen irgendwann ihrem Ende zu. Eine kosmische Singularität erscheint
unwahrscheinlich. Die Urfragen des Menschen: ‚ÄúWarum, wozu gibt es √ľberhaupt etwas und woher kommt es?‚Äú sind rational nicht zu fassen,
aber auf diesen rätselhaften, unlösbaren Geheimnissen lernen wir durch ein
Urvertrauen zu Gott zu schwimmen. So verlieren wir nichts, wenn wir an Gott glauben, k√∂nnen aber alles gewinnen. Es erf√ľllt uns mit einem Gef√ľhl der Geborgenheit und Liebe in den unruhigen Schatten unserer frostf√ľhligen Zeit.

Mir liegt ein Mark - Stein, ein Scheitelpunkt im Sinn.

Die Wahrheit hat ganz einfach Antoine Saint-Exupery exzellent erdichtet: "Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist f√ľr das Auge unsichtbar."

Mit den Augen des Herzens können wir das Schöne und Gute sehen,
und das √ľble Krebsgeschw√ľr, das unsere Mutter Erde √ľberwuchert,
mit der tragenden, heilenden Macht der Liebe hilfsbereit behandeln, und den Notleidenden und Bed√ľrftigen eine Arche bauen, und die leidende Sch√∂pfung, in sozialer Verantwortung hegend und gesund pflegend, verwalten.
Im liebevollen Dienst f√ľreinander liegt ein Segen des universellen Fr√ľchteschenkers und Erhalters aller Dinge im Himmel wie auf Erden.
Das ist das Beste f√ľr uns alle, dann ist es egal in welcher Zeit wir leben!

Über kurz oder lang erspähe ich einen kleinen weißen Lichtschimmer.
Fiebrig taste ich ihm entgegen, bis ich schließlich in einer gigantischen Traumkapsel lande. In ihr ist eine umgedrehte kleine Pyramide in den Boden gerammt. Darauf befindet sich eine goldene Notiermaschine.

An dieser Pforte der zwielichtigen Zone zwischen Diesseits und Jenseits herrscht die heilige Stille der Toten, in deren verhallendem Echo ich die Zeit säume. Sanft eingebettet in etwas Unermeßlichem malt sich in mein Überbewußtsein wie alles in einem bipolaren Dualismus zusammenhaftend, befreit von Trauer und Tod, in unzähligen Unendlichkeitsketten von einer Ewigkeit zur anderen springt.
Während das Alles auf mich intensiv einwirkt, verneige ich mich andächtig vor der Erleuchtung der Liebe, setze mich wie hypnotisiert an das Tippinstrument und dichte, eindringend in den Erkenntnisschoß dieser Geschichte, als Inschrift eines Portals unserer erforschten Galaxien frei weg:

Ziellos zieht es mich durch Zeit und Raum............

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