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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Der Erlöser
Eingestellt am 02. 08. 2002 23:15


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Abrasax
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Jul 2002

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Wie konnte ich das nur tun? – Ganz einfach: Du nahmst ein Messer und stachst dreiundvierzig Mal auf dieses Stück Fleisch ein. – Sei still! Wie soll ich nun weiterleben? Warum tat ich es? Was habe ich mir damit angetan? Ich habe mir mein ganzes Leben damit verbaut. Ich werde immerzu nur daran denken können. Ich sah das Blut. Es war wunderschön. Ob ich auch so schönes Blut habe? – Jetzt sicherlich nicht mehr. Denn nun bist du nichts anderes mehr als ein dreckiger Mörder. Du ... – Sei doch endlich still! Man hat mich provoziert. Ich konnte nichts dafür. Du hast doch auch den Blick gesehen. Der Blick direkt in die Augen. Der Blick, der mich durchschaute. – Stimmt, du musstest es tun. Was wäre bloß aus dir geworden, hättest du es nicht getan. – Danke. Außerdem wollte es dieser Kadaver sowieso. Vielleicht nur unbewusst, aber doch. Ich habe es ja eindeutig im Blick gesehen. Im Blick, der mich durchschaute. Ich habe einen Gefallen getan. Im Grunde war es eine gute Tat. Eigentlich sollte man mir danken, dafür dass ich diesen Gefallen getan habe. Und man dankte mir auch, könnte man es noch. Vielleicht kann man es auch irgendwann wieder. – Wann soll das sein? Im Leben nach dem Tode? – Stimmt genau. – Doch ein solches ist nicht existent. – Natürlich ist es das. Es steht in einem Buch. - ... auch wahr. Also musst du dich darauf vorbereiten, dass dir jemand ewig und in alle Zeit dankt. Zu jeder Stunde, jeden Tag, in alle Ewigkeit. – Was habe ich getan? Soll ich für meine gute Tat nun ewig bestraft werden? Lässt man mich denn nie in Ruhe? Aber das muss ich in Kauf nehmen. Schließlich habe ich etwas Gutes getan. Dafür opfere ich mich, dafür leide ich. Da ich nun schon einen erlöst habe und dafür bereits später leiden muss, kann ich doch auch viele andere erlösen. Es macht doch nun keinen Unterschied mehr. – Ab heute solltest du „Erlöser“ genannt werden. Ab heute bist du mein Sohn. – Doch du bist doch in mir? - ... – Es ist ja schließlich auch egal. Doch warum schaute man so überrascht als man durch mich erlöst wurde? Man musste es doch wissen, man hatte mich durchschaut. Warum nur kannst du nicht glücklicher schauen ... Egal. Ich reinige erst mal das Messer. Solch schönes Blut habe ich noch nicht gesehen. Ich kann mir gar nicht satt sehen. Es gleicht dem rotesten Wein. Doch genug gekostet, ich gehe. - - Und er ging dahin und wurde in späteren Zeiten als Erlöser gepriesen. Sein Name ward im Buch verewigt. Uns so war er bis zu seinem Tode als Erlöser tätig. Er, der Metzger.
__________________
Auch wer nichts erwartet wird enttäuscht.

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